Viel zu früh und doch schon da: WM 2006-Thread

  • Als neues Loginsystem benutzen wir die Wacken.ID. Damit du deinen jetzigen Account im Wacken Forum mit der Wacken.ID verknüpfen kannst, klicke bitte auf den Link und trage deine E-Mail Adresse ein, die du auch hier im Forum benutzt. Ein User mit deinem Benutzernamen und deiner E-Mail Adresse wird dann automatisch angelegt. Du bekommst dann eine E-Mail und musst deine Wacken.ID bestätigen.

    Sollte es Probleme geben, schreibt uns bitte.

    Klicke hier, um deinen Account in eine Wacken.ID zu migrireren.

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
15.501
4
83
54
Hamburg
Website besuchen
Australien

Wenn WM in Deutschland ist, darf Australien mitmachen. Die letzten Male ist man immer knapp in den Playoffs gegen eine Mannschaft aus Südamerika rausgeflogen, diesmal konnte man Uruguay knapp besiegen. Vor Freude hat man gleich den Verband gewechselt und spielt fürderhin in Asien mit - was Restozeanien zu einem noch sinnloseren Verband macht als er eh schon war, aber das soll uns nicht interessieren. Bei Olympiaden, Confederation-Cups und Jugend-WMs hat man schon oft zeigen dürfen, dass man mit dem Rest der Welt mithalten kann. Die Begeisterung im Land ist riesig, und wir dürfen uns auf eine große Anzahl trinkfreudiger Fans aus Down Under freuen, Australier reisen nämlich sehr gerne zu Sportereignissen.

Was man spielt:
Britischer als die Briten, das war schon immer in allen Mannschaftssportarten das Motto Australiens. Kick and Rush wie die Schotten, Einsatz wie die Iren und beinhart wie die Waliser. Also eigentlich Fußball von vorgestern, aber hoch sympathisch. Durch die starke Einwanderung aus Italien und dem Balkan hat die Mannschaft allerdings noch zwei weitere Einflüsse - erhebliche Spielkultur, und noch erheblichere Foulkultur. Gegen Australien spielen heißt Leiden, worauf man durchaus stolz ist. Man hat oft den Eindruck das die australischen Nationalspieler sich vor ihren Fans mit besonderer Härte als wahre Männer beweisen müssen, da sie ja, im Gegensatz zu echten Sportarten wie Rugby oder Australian Football, einem Mädchensport nachgehen. Man spielt deutlich lieber 3-5-2 als 4-4-2, da man so zwei gemeine defensive Mittelfeldspieler einsetzen kann.

Das Personal

Torwart: 8,5
Mark Schwarzer (FC Middlesbrough) ist ein richtig Guter seines Faches. Einer der besten und erfahrensten Torhüter in der Premier League, mit der richtigen Statur für die harten Duelle im Strafraum. Dazu ein echter Gentleman, irre beliebt bei den Fans. Zeljko Kalac (Ersatzmann beim AC Milan) ist sogar ein noch größerer Hühne, genauso erfahren und eigentlich nicht viel schlechter. Mit Ante Covic (Hammarby IF, Schweden) und Michael Petkovic (Sivasspor, Türkei) stehen zwei weitere gute Männer zur Verfügung. Ein Torwartproblem hat man also wahrlich nicht.

Abwehr: 6,5
Tony Vidmar (NAC Breda, Niederlande) leitet seit Menschengedenken die australische Abwehrkette, seien es drei oder vier Mann. Der bei den Rangers gestählte Abwehrbrocken ist kopfballstark und zuverlässig, allerdings nicht mehr schnell genug. Trotzdem wohl sicher in der Stammelf. Lucas Neill (Blackburn Rovers, England) ist der Mann für rechts, ein gutes Beispiel für die beinharte australische Verteidigerschule. Für ihn könnte auch Rechtsverteidiger Jade North (Beim australischen Newcastle United), einer der wenigen, der noch in der Heimat kickt, spielen. Er bringt Schnelligkeit in die Abwehr, was die zum Teil etwas hüftsteifen Kollegen manchmal gebrauchen können. Stan Lazaridis (Birmingham City) erledigt seinen Job da deutlich eleganter, er kann auch im Mittelfeld spielen und gehört zur Sorte "niemals murrender Wasserträger wie man ihn immer gerne mal aufstellt". Im Falle einer Viererkette wird wohl Tony Popovic (Crystal Palace, England) den zweiten Innenverteidiger geben, ein typischer Britenabwehrklon, kopfballstark und so anhänglich wie ein Stuart Pierce. Oder man will nicht ganz so ungecshlacht zu Werke gehen, dann hat man in John McCain (Politechnica Timisoara, Rumänien) wiederum eine jüngere und schnellere Variante. Weitere Optionen für hinten: Michael Thwaite (National Bukarest), Craig Moore (vom englischen Newcastle United), Ljubo Milicevic (FC Thun, Schweiz) oder Kevin Muscat (Melbourne Victory). Das klingt kämpferisch klasse, aber spielerisch für ne WM etwas mau und außerdem wohl zu langsam.

Mittelfeld: 8,0
Hier wird es hochkarätiger. Die Australier verteilen ihr Spiel auf mehrer kluge Köpfe mit sehr verschiedenen Eigenschaften. Da ist der schwierig-geniale Harry Kewell vom FC Liverpool, der sich auf der linken Seite oder gleich als Aussenstürmer austobt. Technisch der stärkste Australier, aber mit Hang zu hochmütigem Spiel. Ganz anders sein Gegenpart auf rechts, Brett Emerton (Blackburn Rovers), ein auferopferungsvoller Kämpfer der für Australien immer alles gibt und in seinen besten Spielen an Damien Duff erinnert. Nicht minder einsatzfreudig ist Vince Grella (AC Parma), bei Australien meißt zentral spielender Wüterich mit dem Auftrag das gegnerische Spiel zu unterbinden. Unterstützt wird er dabei wohl vom extrem torgefährlichen Tim Cahill (FC Everton), ebenfalls ein feines Rauhbein aber klar offensiv orientiert. Bei einem 5-er Mittelfeld wird die Mitte zusätzlich mit Josip Skoko besetzt, der so ne Art Mittelpart aus Cahill und Grella spielt, mit Aufgaben nach vorne und hinten. Sein Platz ist allerdings etwas wackelig geworden. Sollte Jewell ganz vorne im Sturm spielen, übernimmt Scott Chipperfield vom FC Basel die linke Seite. Nicht ganz so offensiv, aber Tore schiessen und vorbereiten kann der auch. Als Ersatz für beide Seiten kommt auch Jason Culina in Frage, der bei PSV Eindhoven klasse eingeschlagen hat. Der quirlige Mann ist technisch hervorragend und ein wahres Laufwunder. Mark Bresciano (AC Parma) ist eigentlich auch zu Schade um ihn draussen zu lassen, er ist aber vielleicht für die Anfangsformation zu offensiv ausgerichet. Nur: Kann eine Mannschaft wie Australien wirklich den Mann draussen lassen, der den AC Parma mit seinen grandiosen Leistungen erst von einem Abstiegskandidaten zu einer aufstrebenden Mannschaft gemacht hat? Für die Ersatzbank kommen außerdem noch in Frage: Ahmad Elrich (Lyn Oslo), Simon Colosimo (Perth Glory), Luke Wilkshire (Bristol City), Danny Tiatto (Leicester City) oder Joel Griffiths (Leeds United). Ein Klasse-Mittelfeld mit vielen Variationsmöglichkeiten. Beim Confederationscup waren gleich mehrere Stützen ausgefallen, deshalb die dort eher mittelmäßigen Leistungen vielleicht nicht zu ernst nehmen. Die Playoffs gegen Uruguay waren superstark.

Sturm: 6,0
Von so einer Personaldecke wie im Mittelfeld kann man bei den Stürmern nur träumen, weshalb hier Kewell oft aushilft. Tatsächlich war man im letzten Jahr forsch genug, hin und wieder wenigstens für eine Halbzeit mit drei Spitzen anzutreten, und das sah gut aus. Egal ob zwei oder drei Stürmer, zwei Mann sind vorne ganz klar gesetzt: John Aloisi (CD Alaves, Spanien) und Mark Viduka (FC Middlesbrough). Beide sind sich nicht unähnlich im Spiel, klassiche britische Stürmer die mehr mit Wucht denn Grazie arbeiten. Beide scheinen auch ein, zwei Jährchen über ihren Zenit hinaus zu sein, spielen und treffen aber immer noch regelmäßig. Dahinter wird es etwas düsterer - Massimiliano Vieri (Bruder vom Christian) sitzt mittlerweile beim AC Arezzo (Italiens zweite Liga) auf der Bank, und wird deshalb wohl nicht zur WM fahren. Archie Thompson sitzt immerhin beim PSV Eindhoven auf der Bank, und hat letztes Jahr in Lierse (Belgien) und die erste Halbsaison dieses Jahres bei Melbourne Victory gut getroffen. Damit dürfte er es bei zum derzeitigen Stand auf die Bank schaffen. David Zdrilic (Sydney FC) ist so ausser Form, das das wohl für ihn nichts wird. Der Mann ist aber auch in Bestform einfach nicht gut genug für eine WM. So steigen die Chancen für Mile Sterjovski (FC Basel), Alex Brosque (Queensland Roar), Brett Holman (Excelsior Rotterdam) und Scott McDonald (FC Motherwell, Schottland). Die jungen Holman und McDonald machen für mich hinter Aloisi und Viduka den weitaus besten Eindruck, da sie beide erst dieses Jahr ihre ersten Einsätze hatten wird es wohl eng werden mit ihrer Nominierung. Bei der augenblicklichen Form von Thompson und Co ist man hoffentlich wagemutig. Dieser Sturm verbreitet nicht gerade Angst und Schrecken, auch wenn die ersten beiden Leute schon richtig gut sind.

Chancen:
Man hat eine sehr gestandene Mannschaft, die körperlich enorm stark ist und kämpferisch fast alle anderen Teams in den Schatten stellen wird. Dazu kann man hart und böse spielen, wenn man will. Leider hat man eine extrem spielstarke und technische Gruppe erwischt, was einem garnicht entgegen kommt. Das erste Spiel gegen Japan ist gleich ein Endspiel, ein Kampf zweier völlig unterschiedlicher Philosophien, mit nur einer Gemeinsamkeit: Man läuft gerne viel. Brasilien wird man nicht ernsthaft fordern können, zu langsam die Verteidigung. Gegen Kroatien ist dann wieder was drin - wenn es da noch um was geht wird das die härteste Partie des Turniers. Sollte man es wider erwarten weiter schaffen, warten Tschechen oder Italiener, mit anderen Worten ist dann also Schluss.

*Tiara noch mehr zu tun geb*
:D
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
15.501
4
83
54
Hamburg
Website besuchen
Japan

Nach der starken WM im eigenen Land, wo die junge Mannschaft mit modernem Angriffsspiel begeistern konnte, hat man in Japan Phase II des Aufbaus eingeläutet. Durch stetigen Einbau neuer, vielversprechender Talente aus der glänzenden japanischen Jugendarbeit will man ein Team aufbauen, das regelmäßig bei Weltmeisterschaften die Vorrunde übersteht. 2004 konnte man mit großem Fussball die Asienmeisterschaft gewinnen, die Qualifikation konnte man souverän und mit nur einer Niederlage hinter sich bringen, und auch in Freundschaftsspielen und beim Confederationcup gelangen fast durchweg überzeugende Leistungen.

Was man spielt:
Das japanische Spiel beruht auf großer Laufbereitschaft, vielen kurzen Pässen und einem guten taktischen Verständnis. Von 5-3-2 über 4-4-2 bis zu 4-3-3 hat man alles drauf, es wird viel verschoben und meißtens ziemlich offensiv gespielt. Gewisse körperliche Defizite werden durch eine Extraportion Kampf und Einsatz wettgemacht. Die große Anzahl an erfolgreichen Auslandsprofis in Mittelfeld und Sturm prägt das japanische Spiel inzwischen stark, man ist selbstbewusst geworden und will eigentlich immer selber agieren. Man spielt derzeit richtig feinen Fussball, und hat sicherlich die stärkste japanische Mannschaft aller Zeiten beisammen.

Das Personal:

Torwart: 5,5
Yoshikatsu Kawaguchi ist nach ziemlich erfolglosen Jahren in Europa (bei Portsmouth und Nordsjaelland in Dänemark) wieder in die Heimat zu Jubilo Iwata zurückgekehrt, und seitdem auch wieder fester Stammtorhüter. Er ist aus europäischer Perspektive bestenfalls solide zu nennen. Als Ersatzleute stehen Seigo Narazaki (Nagoya Grampus und Yoichi Doi (FC Tokyo) zur Verfügung. Etwas mau.

Abwehr: 6,0
Tsuneyasu Miyamoto (Gamba Osaka) ist außergewöhnlich klein für einen Innenverteidiger, macht dies aber seit Jahren durch überragende Athletik wett. Neben ihm darf man Yuji Nakazawa (Yokohama F-Marinos) erwarten, deutlich höher gewachsen und gut eingespielt mit Miyamoto. Auf den Außenpositionen werden die beiden rechts von Akira Kaji (Gamba Osaka), und links vom vor vielen Jahren eingebürgerten Ex-Brasilianer Alex (Urawa Red Diamonds) unterstützt. Kaji hat sich schnell nach der Heim-WM den Platz rechts hinten erspielt, wirkt sehr souverän ist ist eine unverzichtbare Größe. Alex kann auf links bis zum Halbstürmer alles spielen, wenn Japan mit Viererabwehrkette agiert dann ist Alex aber fast immer defensiv aufgestellt. Alex ist ein echter Klassemann, unheimlich eleganter Spieler der sich aber auch nicht scheut hart einzusteigen. Erweitert wird die Abwehr durch Innenverteidiger Makoto Tanaka (Jubilo Iwata), ein erfahrener Mann aus der J-League der erst 2004 sein Debüt für Japan gegeben hat. Dann Keisuke Tsuboi (Urawa Red Diamonds), ebenfalls eine Alternative fürs Zentrum, extrem konservativer Spielertyp, fast ein Ausputzer. Gut möglich das man mit einer Dreierkette spielt, und dann Alex ins Mittelfeld versetzt. Weitere Alternativen für hinten: Teruyuki Moniwa (FC Tokyo), Yoshinobu Minowa (Kawasaki Frontale) und Yuichi Komano (Sanfrecce Hiroshima). In diesem Mannschaftsteil fehlen die Legionäre, und man merkt es. Japan kassiert etwas zuviele Tore für eine wirkliche Klassemannschaft, und das ist einer Kombination aus körperlichen Defiziten und mangelnder internationaler Erfahrung geschuldet. Spielerisch und taktisch passt alles, aber jede dritte Ecke ist halt gefährlich.

Mittelfeld: 8,0
Kopf des sehr spielstarken Mittelfeldes ist immer noch der inzwischen bei den Bolton Wanderers gelandete Hidetoshi Nakata. Er ist allerdings nicht mehr ganz unumstritten. Nakata spielt, egal welches System, die zentrale Ballverteilerrolle im Mittelfeld, und dies macht er meißt umsichtig. Unterstützt wird er dabei hauptsächlich von Takashi Fukunishi (Jubilo Iwata), der neben dem nüchternen Nakata den kämpferischen Part gibt. Syunsuke Nakamura, der eine überragende Saison für Celtic Glasgow hinter sich hat, spielt entweder links oder offensiv vor Nakata und Fukunishi. Rechts ist das Territorium von Mitsuo Ogasawara (KJashima Antlers), spektakulärer und torgefährlicher Flügelflitzer im Stile eines Pierre Littbarski. Shinji Ono (zurückgekehrt zu den Urawa Red Diamonds) wackelte zuletzt ein wenig, dürfte aber bei der WM im offensiven Mittelfeld bei einem zu erwartenden 3-5-2 gesetzt sein. Ansonsten könnte er Schwierigkeiten mit seinem Stammplatz bekommen. Yasuhito Endo (Gamba Osaka), sah im offensiven Mittelfeld zum Beispiel zuletzt meißt besser aus als Ono. Auch Junichi Inamoto, auffälliges Kampfschwein vor vier Jahren, dürfte in Deutschland mit von der Partie sein. Bei West Bromwich Albion in der Premier League wurde er in der zweiten Halbserie immer stärker, so das er wohl mindestens auf der Ersatzbank sitzen wird. Koji Nakata vom FC Basel zittert da schon sehr viel mehr um seinen Platz, könnte nach seiner schwachen Zeit bei Marseille knapp werden für ihn. Masashi Motoyama (Kashima Antlers) oder Daisuke Matsui (UC Le Mans, Frankreich) links sowie Yuki Abe (JEF United) oder Makoto Hasebe (Urawa Red Diamonds) zentral, sind weitere Optionen für den Kader. Dieses Mittelfeld ist wohlbekannt, sah in den letzten Jahren meißtens sehr stark aus und ist extrem torgefährlich sowie taktisch variabel.

Sturm: 6,0
Nicht so stark besetzt wie das Mittelfeld. Naohiro Takahara (Hamburger SV), vorgesehen für das Sturmzentrum, ist ein feiner Spieler, aber auch ein arger Chancentod und international bestenfalls Durchschnitt. Takayuki Suzuki drückt bei Roter Stern Belgrad lediglich die Bank, der linke Außenstürmer scheint seine besten Zeiten hinter sich zu haben. So ist die Bahn möglicherweise frei für den kleinen, quirligen Keiji Tamada (Nagoya Grampus , der aufgrund seiner Versatilität sicher irgendwo, irgendwann zum Einsatz kommen wird. Auch Veteran atsushi Yanagisawa (Kashima Antlers) hat seine Chancen, nachdem seine drei Jahre in Italien allerdings mager waren. Masashi Oguro (FC Grenoble, da eher im offensiven Mittelfeld) wird gerne irgendwann eingewechselt, dasselbe gilt für Tatsuhiko Kubo (Yokohama F Marinos), einen eher klassischen Mittelstürmer. Yoshito Okubo (RCD Mallorca) ist ein weiterer Wackelkandidat, er ist in Spanien auch lediglich Ergänzungsspieler. Abgeschlossen wird die Riege der Stürmer durch Sota Hirayama (Heracles Almelo, Niederlande), Seiichiro Maki (JEF United) und Hisato Sato (Sanfrecce Hiroshima). Alle drei haben dank der schwächelnden Kollegen auch noch ihre Möglichkeiten, besonders Riesentalent Hirayama scheint eine interessante Option zu sein. Ein insgesamt mittelmäßiger Sturm ohne ganz große Kracher.

Chancen:
In einer sehr saftigen Gruppe wird es ganz schön schwierig für Japan. Gegen Australien im ersten Spiel sollte man unbedingt gewinnen, denn mit Kroatien und Brasilien warten danach noch zwei richtige Brocken. Die körperlich starken Kroaten werden den japanern schon alles abverlangen, und auch wenn man gegen Brasilien im Confederations-Cup ein starkes 2:2 erspielte, scheinen die Südamerikaner doch eine Nummer zu groß. Die nötigen Punkte sollten also schon vorher da sein. Die Tendenz geht leider zu einem knappen Vorrundenaus.
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
15.501
4
83
54
Hamburg
Website besuchen
Iran

Bei der dritten Teilnahme soll zum ersten Mal die zweite Runde erreicht werden, nachdem dies bei den ersten beiden Anläufen knapp verpasst wurde. Die Qualifikation wurde, nach Problemen mit Jordanien in der ersten Runde, doch sehr klar souverän erreicht. Überhaupt hat man sich in den letzten Jahren konsolidiert, viele gute Ergebnisse eingefahren, und etwas Souveränität in das technisch und taktisch eh immer schon feine Spiel integriert. In Asien macht man neben Japan derzeit den besten Eindruck. Vielleicht sind Teile der Mannschaft etwas überaltert, es scheint den Iranern schwer zu fallen sich von der letzten Stargeneration zu trennen.

Was man spielt:
Schon immer hat man von allen asiatischen Mannschaften am europäischsten gespielt, am ehesten ist der Fussball mit dem der Türkei zu vergleichen. Man kann vor allem körperlich (Große Ausnahme in Asien) und taktisch voll mithalten, spielt sehr kompletten Fussball, dem lediglich 2,3 richtig große Einzelkönner fehlen. Taktisch schwankt man zwischen 4-4-2 und 4-3-3, gegen die schwächeren asiatischen Mannschaften agiert man extrem offensiv, gegen Europäer und Südamerikaner versucht man vor allem ein gepflegtes Mittelfeldkurzpasspiel aufzuziehen. Es macht große Freude, den Iranern zuzugucken, da sie eigentlích immer mit an den Gegner angepasster Taktik spielen. 5,6 zusätzliche Auslandsprofis und man hätte ein Spitzenteam.

Das Personal

Torwart: 7,5
Ebrahim Mirzapour (Foolad Ahvaz), ein massiger Riese wie man in Asien keinen zweiten im Tor findet, ist seit sechs Jahren ein ziemlich souveräner Rückhalt, vielleicht neben dem omanischen Torhüter Al-Habsi sogar der beste Mann Asiens. Ersatzmann ist der junge Seyed Mehdi Rahmati (Esteghlal Teheran), der großartige Leistungen in der asiatischen Champions League zeigte und ebenfalls ein richtig Guter zu sein scheint. Hassan Roudbarian (Paas Teheran) dürfte als Nummer 3 mitreisen. Keine Probleme auf dieser Position zu erwarten.

Abwehr: 7,0
Größtes Talent ist Hossein Kaebi (Foolad Ahvaz), der mit 20 Jahren schon fast 50 (!) Länderspiele auf dem Buckel hat. Der fast zierliche wirkende Kaebi ist völlig unverzichtbar, sei es auf einer Aussenverteidigerposition oder im defensiven Mittelfeld (Falls mit Dreierkette agiert wird). Die Innenverteidigung wird da deutlich konservativer besetzt, Yahya Golmohammadi (Saba Batry Teheran) steht da seit bald einem Jahrzehnt und wirkt immer noch recht souverän. Er wird unterstützt vom einzigen im Ausland spielenden Verteidiger, Rahman Rezaei vom FC Messina, klarer Kopf der Verteidigung und ein echt feiner Spieler. Mohamad Nosrati (Paas Teheran) komplettiert die Dreier- oder Viererkette, entweder als dritter Innenverteidiger oder auf der linken Abwehrseite. Diese vier mann sind sehr gut eingespielt und bilden einen formidablen Abwehrriegel. Ersatzleute sind Sattar Zare (Bargh Schiraz), Jalal Kameli Mofrad (Foolad Ahvaz) und Mehdi Amir Abadi (Esteghlal Teheran). Sicherlich nicht der stärkste Mannschaftsteil, aber eine körperlich starke, erfahrene Verteidigung.

Mittelfeld: 7,5
Denker und Lenker ist der von Bayern München bekannte Ali Karimi, der es bei Bayern immerhin zum Ergänzungsspieler gebracht hat. Der als schlampiges Genie verschrieene Lebemann (Von den Mullahs übrigens wenig geschätzt) läuft für seine Nationalmannschaft regelmäßig zur Höchstform auf. Zweiter Kreativkopf ist Javad Nekounam (Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate), etwas defensiver und kämpferischer als Karimi, aber fast genauso torgefährlich. Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV) spielt entweder im rechten Mittelfeld, oder auf einer der Flügelstürmerpositionen. Seine Dribblings sind in Persien Legende, zusammen mit Karimi und Nekounam kann er fast jede Abwehr schwindelig spielen. Will man das Mittelfeld offensiv sogar noch verstärken, dann schlägt wohl die Stunde des nächsten Bundesligalegionärs, Ferydoon Zandi vom 1.Fc Kaiserslautern. Dieser spielt mit den Pfälzern zwar eine echte Kacksaison, in Irans Nationalmannschaft kommt er aber oft von Beginn an zum Einsatz. Ali Badavi (Foolad Ahvaz) ist die defensivere Option, kann auch in der Verteidigung zum Einsatz kommen, gleiches gilt für seine Teamkameraden - Seyed Alavi und der geringfügig offensivere Eman Mobali. Das Mittelfeld wird komplettiert durch die noch weitgehend unbekannten Moharram Navidkia (Von Bochum derzeit an Sepahan Isfahan ausgeliehen), Mojtaba Jabbari (Esteghlal Teheran), Masoud Shpjaei Soleimani (Saipa Karadj) und Meysam Maniei (Paas Teheran). Fazit - der erste Anzug ist richtig klasse, dahinter drängeln sich einen Haufen interessanter Talente, auch beim dritten Anlauf wird man also ein spielstarkes Mittelfeld zum Einsatz bringen können.

Sturm: 6,0
Man schafft es nicht, sich vom mittlerweile 37-jährigen Ali Daei (Saba Batry Teheran) zu trennen - nach der WM sollte für den besten iranischen Stürmer aller Zeiten aber dann endlich mal Schluss sein. Torinstikt hat Daei zwar immer noch, aber Laufpensum und Athletiuk sind natürlich nicht mehr so wie einst im Mai. Er könnte eine Schwäche sein, da er dem Einsatz junger Stürmer im Wege steht. Vahid Hashemian (Hannover 96) ist sein warscheinlichster Sturmpartner, obwohl auch der bekanntlich schwächelt. Man ist etwas ausrechenbar, da sowohl Daei als auch Hashemian primär kopfballstarke Männer fürs Zentrum sind. So könnte es gut passieren, das die Stunde bei der WM für einen anderen Stürmertyp schlägt: Arash Borhani (Paas Teheran) ist eher ein wendiger Dribbler. Oder Alireza Vahedi Nikbakht (Esteghlal Teheran) kommt zum Einsatz, er ist ein klassischer Flügelmann. Weitere Hoffnungsträger: Reza Enayati (Esteghlal Teheran), Javad Kazemeyan (Pirouzi Teheran) und Rasoul Khatibi (Sepahan Isfahan). Diser Sturm genügt leider nicht ganz den Ansprüchen, die eine WM stellt, da der einzige große Goalgetter viel zu alt ist. Und so könnte die mangelnde Chancenauswertung wieder das Hauptproblem werden, Fussball spielen kann man ja.

Chancen: Dies ist ein Klasseteam, dem ein paar Schräubchen fehlen um richtig vorne mitzuspielen. In einer extrem spielstarken Gruppe muss man für eine Überraschung sorgen, um weiter zu kommen. Dazu ist mindestens ein Unentschieden gegen Mexiko im ersten Spiel Pflicht, was schwer aber nicht unmöglich ist. Danach geht es gegen Portugal, wo man noch mehr über sich rauswachsen wird müssen. Wenn man mit Punkten aus diesen schweren Spielen hervorgeht, dann sollte man Angola im dritten Spiel problemlos putzen. Sehr harte Aufgabe, die kaum zu lösen sein wird. Sollte man es wider Erwarten schaffen, warten wohl Holland oder Argentinien. Blöder kann es bei ner Auslosung kaum laufen.
 

Geisteskrank

W:O:A Metalmaster
17 Juli 2002
26.841
1
83
Provinz Starkenburg
Syunsuke Nakamura

Der Junge ist GANZ heiß! Auch die Freistöße von dem haben es in sich...

Junichi Inamoto, auffälliges Kampfschwein vor vier Jahren

Absolut, den fand ich da auch klasse...mir ein Rätsel, warum der sich in England nicht durchgesetzt hat - wo war der vorher, Arsenal? Gut, da liegt die Meßlatte hoch...


Huiui - kann ich hier von "Vielseitigkeit" ausgehen?
 

Heimdoki

W:O:A Metalmaster
14 Juni 2004
5.924
0
81
43
Bleischt aus Hesse
Website besuchen
Schlossvippach schrieb:
du hast ja auch keine ahnung und kannst immer nur meckern, meckern, meckern :) :) :)

Ich würde es eine gesunde Portion Pessimismus nennen ;)
Das ich im Gegensatz zu Monochrom vor allem bei den anderen WM-Teilnehmern keine Ahnung habe, gebe ich gerne zu. Deshalb finde ich diesen Thread auch sehr interessant zu lesen.
Und ja, ich lege mich fest, auch wenn ichs schad finde: Die deutsche Mannschaft fliegt spätestens im Viertelfinale raus *mecker* *zeter* *motz*
 

Linda

W:O:A Metalmaster
21 Jan. 2003
5.384
0
81
NRW
rockin-radio.de
Heimdoki schrieb:
Die deutsche Mannschaft fliegt spätestens im Viertelfinale raus *mecker* *zeter* *motz*


hehe du bist aber noch optimistisch :D
naja ich tät ja sagen wir schaffen noch net mal die vorrunde, aber da wir ja nun mal eine tuniermannschaft sind, denk ich mal so achtelfinale wird schluß sein, obwohl ich weiß gar nich gegen wen wir da spielen würden, aber das spielt auch keine rolle :D :cool:
 

Headkiller

W:O:A Metalhead
26 Apr. 2006
359
0
61
Bornheim
www.walter-brothers.de
Linda schrieb:
hehe du bist aber noch optimistisch :D
naja ich tät ja sagen wir schaffen noch net mal die vorrunde, aber da wir ja nun mal eine tuniermannschaft sind, denk ich mal so achtelfinale wird schluß sein, obwohl ich weiß gar nich gegen wen wir da spielen würden, aber das spielt auch keine rolle :D :cool:
gegen wen wir spielen würden kann man eh nicht sagen gibt ja 4 mannschaften die in frage kommen denn bei der letzten wm hätte auch jeder mit einem klaren weiterkommen der franzosen gerechnet und die vorrunde war schluss

also denke mal vorrunde ist für die deutschn aufjden fall der gruppensieg dirn und dann kommt halt auf die tagesform an und event. verletzte auf beiden seiten denn im viertelfinale oder so gegen italien oder ähnliche kaliber wo einer gesperrt ist oder einfach ne gute taktische ausrichtung der deutschen und alles ist drin

hauptsache hinten dicht halten vorne eins schießen oder köpfen ... und wir schaffen wieder ne ähnlich gute wm wie die letzte es war

dazu kommt ja noch der heimvorteil ich mein wer hätten den südkoreanern denn das halbfinale zugetraut glaub nur so wenige wie den deutschen den weltmeister titel von daher ist alles und nichts drin ... es liegt dann im auftreten der spieler ...