Viel zu früh und doch schon da: WM 2006-Thread

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Heimdoki

W:O:A Metalmaster
14 Juni 2004
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Bleischt aus Hesse
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monochrom schrieb:
Südkorea


Sturm: 5,0
Ich nenne zwei Namen, und wir kennen das Problem: Jung Hwan Ahn (MSV Duisburg) und Doo-Ri Cha (Eintracht Frankfurt). Man trifft also nicht oft genug. Ahn hat eine ganz indiskutable Saison bei Duisburg, Cha eigentlich eine gute bei Frankfurt, torgefährlich wird der aber nicht mehr in diesem Leben. Immerhin, ballgewandt und schnell sind bekanntlich beide. Etwas besser läuft es für Aussenstürmer (Südkorea bringt traditionell 5 Flügelstürmer pro Mittelstürmer heraus, das dürfte nur in Mexico ähnlich schlimm sein) Ki-Hyeon Seol von den Wolverhampton Wanderers in der zweiten englischen Liga, ein Goalgetter ist halt auch der nicht. Damit bleibt für das Sturmzentrum wohl vor allem Dong-Gook Lee (Ja, Werder-Fans, ihr dürft jetzt grinsen), derzeit bei den Pohang Steelers. In der Nationalmannscht hat Lee eigentlich immer gut gespielt, Topstürmer sehen aber anders aus. Vor diesem Hintergrund steigen die Chancen für Chu-Young Park (FC Seoul), ähnlich wie Ahn eigentlich ein sehr offensiver Mittelfeldspieler, aber so jemand wird bei Südkoreas Stürmernot sofort umfunktioniert. Wohl zurecht, Park hat zuletzt am besten getroffen. Weitere Alternativen: Kyung-Ho Chung (Gwangju Sangmu), Jae-Jin Cho (Shimizu S-Pulse, Japan) und Jo-Guk Jung (FC Seoul). Man hat damit jede Menge wuseliger, spielstarker Stürmer, die aber eher selten das Tor treffen, das Portugalsyndrom der 90er also. Bei der letzten WM hat man diesen Umstand durch viel Mittelfeldunterstützung wettmachen können, mal gucken ob das wieder gelingt.

Du Ri Cha hat in dieser Saison sogar öfter in der Abwehr gespielt, als vorgesehen im Sturm! :D:D
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Paraguay

Das kleine Land mit großer Fussballtradition feiert schon seine siebente WM-Teilnahme. Die letzten vier Male konnte man dabei die zweite Runde erreichen, ein Ziel das diesmal noch übertroffen werden soll. Paraguay schickt die stärkste Mannschaft zu einer WM, die sie je hatten, gespickt mit international erfahrenen Spielern und hoffnungsvollen Nachwuchstalenten. Die Qualifikation gelang souverän, und sie gelang mit Bravour.

Was man spielt:
Paraguay spielt einen Fussball ganz eigener Prägung - zwischen den übermächtigen Giganten Argentinien und Brasilien entwickelte man, um mithalten zu können, den härtesten Abwehrbeton den die Welt je gesehen hat. Dieser wird mit Stolz und Hingabe gespielt, und mit sehr viel Erfolg. Nicht nur die immer starken WM-Auftritte sind legendär, wo man das Spiel der größten Mannschaften der Welt erfolgreich zerstörte (Das höchste Ziel eines paraguayanischen Fussballers war immer das gegnerische Spiel zu unterbinden), man konnte auch die Copa zweimal gewinnen und ist im letzten Jahrzehnt klar Südamerikas dritte Kraft geworden. Und nun hat man auch noch richtige Stürmer und starke offensive Mittelfeldspieler (Für Paraguay traditionell uninteressante und unbekannte Mannschaftsteile, sowas hatte man zum Kontern. Allerhöchstens, 0:0 ist ja auch schön, besonders gegen Brasilien) und kann das Spiel selber gestalten! Ay, Caramba, wir spielen 4-4-2, Muchachos, ja, sowas verrücktes was andere Länder machen! Ganz klar, man muss fast mehr wollen als sonst.

Das Personal

Torwart: 8,0
Die Ära nach Chilavert musste schwierig werden, und so hat es ein bißchen gedauert bis sich der neue Mann fest etabliert hatte. Er heißt Justo Villar, gilt in Südamerika als einer der stärksten Torhüter und hält für die Newell's Old Boys in Argentinien. Im Gegensatz zu Brasilien, wo alle Kinder Mittelfeldstar oder Stürmer werden wollen, ist Torwart oder Innenverteidiger in Paraguay eine geachtete, ja geliebte Position und deshalb hat man da eigentlich immer starke Leute. So sind auch die ersatzleute nicht zu verachten. Derlis gomez von Sportivo Luqueno machte in seinen Einsätzen einen sicheren Eindruck, genauso wie Diego Barreto von Cerro Porteno. Gut besetzt, wie immer.

Abwehr: 9,0
Carlos Gamarra ist mittlerweile 35, spielt inzwischen bei Palmeiras Sao Paulo und hat seinen letzten großen Auftritt vor sich. Der Jürgen Kohler des lateinamerikanischen Fussballs verrichtet nach wie vor untadelig, knüppelhart und angemessen sein Handwerk. Nach wie vor einer der beschissensten Leute denen man so während einem Fussballspiel begegnen kann. Unterstützt wird er zentral von Julio Caceres (River Plate Buenos Aires), der wie ein zehn Jahre jüngerer Klon von Gamarra wirkt. Das ist ein Weltklasseinnenverteidigerduo, aber wenn Paraguay was anderes zur WM schickt dann ist auch das ganze Land beleidigt. Man kann ausscheiden, aber nicht ohne kaputtgetretene gegnerische Stürmer. Links werden die beiden unterstützt von Denis Caniza (Cruz Azul Mexico City), ganz erfahren und fast immer gut, ein kleiner Kämpfer. Dazu Paulo da Silva von Toluca in Mexico, und fertig ist eine der unangenehmsten und eingespieltesten Viererketten der Welt. Alle scheinen noch dazu bei ihren Vereinen derzeit in Topform zu sein. Gönnen wir uns noch einen Blick auf die wahrhaft formidablen Alternativen - zum Beispiel Jorge Nunez (Estudiantes La Plata, Argentinien) auf links, wenn man wirklich grob werden will. Ein Wüterich und klassischer Gelbabholer. Dann Julio Manzur vom FC Santos in Brasilien, Altstar Francisco Arce von Libertad Asuncion, Delio Toledo von Real Saragossa, Juan Caceres von Estudiantes La Plata und Dario Veron von den UNAM Pumas in Mexico - das ist eine ganze Batterie von ausgezeichneten Verteidigern, die eigentlich alle echte Leistungsträger in ihren Vereinen sind. Vom Allerfeinsten, und darauf ist man mit Recht stolz.

Mittelfeld: 7,0
Man darf gespannt sein - da Paraguay hier ein ganzes Rudel hungriger, interessanter Jungspieler ausprobiert hat, kann es gut sein das wir ein paar Überraschungen erleben. Da sollte mehr als Konterspiel drinnen sein, obwohl man auch dafür die richtigen Leute an Bord hat. Carlos Paredes (Reggina Calcio) ist der Kopf des Unternehmens Mittelfeld, ein torgefährlicher Hitzkopf für das zentrale oder linke Mittelfeld. Bei Reggina (und vorher bei Porto) ein echter Schlüsselspieler, da er Verantwortung übernimmt und dahin geht wo es weh tut. Eigentlich ein toller Fussballer, macht aber trotzdem viel Drecksarbeit, so ne Art Zvonimir Soldo. Angel Ortiz von Atletico Lanus (Argentinien) könnte im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden, hat aber zuletzt seinen Stammplatz verloren. Ähnliches gilt für Carlos Bonet von Libertad Asuncion. Falls man aber Beton anrühren will, sind die beiden ganz schnell wieder im Getümmel, denn dafür sind sie da. Diego Gavilan von den Newell's Old Boys sieht aus wie die erste Wahl für die rechte Seite, der nächste kleine Giftzwerg. Viel Spass wünsche ich schon jetzt Herrn David Beckham. Edgar Barreto war die Entdeckung der Qualifikation, er hat gerade eine sehr starke Saison mit dem NEC Nijmegen (Niederlande) gespielt und sich dringend für höhere Aufgaben empfohlen. Sehr variabler Spieler, defensiv wie offensiv einsetzbar. Julio dos Santos vom FC Bayern ist ja erstmal zu den Amateuren weitergewandert, das Talent wird gerne mal irgendwann eingewechselt und spielt dann hinter den Spitzen oder links. Toro Acuna ist bei Deportivo La Coruna nicht erste Wahl, im Nationalteam wird er gerne als zentraler Ballverteiler eingesetzt. Vielleicht bekommen wir da aber auch einen 18-jährigen zu sehen, Jose Montiel (Olimpia asuncion) sah bei seinen ersten Auftritten ganz stark aus. Weitere Alternativen: Aureliano Torres (Real Murcia, Spanien) oder Cristian Riveros (Libertad Asuncion). Ein interessantes Mittelfeld, auch wenn man in den letzten Spielen teilweise den Eindruck hatte als hätte man noch Angst vor der eigenen Courage. Man changiert etwas unschlüssig zwischen verschidenen Offensiv- und Defensivaufstellungen. Dennoch, das sieht viel hochkarätiger aus als noch vor einigen Jahren.

Sturm: 7,5
Ein neues Problem - man hat Auswahl! Früher war alles einfacher: Man nehme fünf defensive Mittelfeldspieler mit ordentlichem Wums die viel laufen können, nenne sie euphemistisch "Stürmer" und gebe ihnen entsprechende Rückennummern, mit Offensivkraft vortäuschenden Zahlen wie 9 oder 11. Fertig ist der Sturm. Heute hat man echte Stürmer, und auch noch verschiedene Typen. Noch nicht die ganz großen Namen, aber es wird. Von Beginn an dürften wohl Cardozo und Santa Cruz (wenn er ganz fit ist) spielen. Jose Saturnino (Wenn es sich lohnt sollte man den zweiten Namen immer mit erwähnen) Cardozo hat es nach einem Jahrzehnt bei Toluca in Mexico zu San Lorenzo nach Argentinien verschlagen. Hier lässt der Altstar seine Karriere ausklingen. In Paraguay ist der mann eine Legende, der beste Stürmer den man wohl jemals hatte, und man darf ihn bitte nicht unterschätzen nur weil er 35 ist. Viel ausgebufftere Spieler gibt es nicht, und mit Santa Cruz versteht er sich blendend. Roque Santa Cruz scheint nach langen Verletzungssorgen mal wieder rechtzeitig zu einem Großereignis fit zu werden. In Paraguays Spiel ist er eine ganz feste Größe. Hinter diesen beiden steht ein halbes Dutzend hungriger Spieler. Allen voran Salvador Cabanas, der nach seinen drei unglaublichen Spielzeiten für Chiapas in Mexiko (Dort trifft er fast wie er will) wohl auf jeden Fall irgendwo zum Einsatz kommen wird, und sei es im offensiven Mittelfeld. Cabanas ist ein Juwel und spielt nach der WM nicht mehr in Mexiko. Ebenfalls in Mexiko aktiv ist Nelson Cuevas, ein Mann für die Aussenpositionen. Er dürfte sich wohl mit Nelson Valdez von Werder Bremen um den ersten Einwechselplatz prügeln. Beide spielen jeweils eine ausgezeichnete Saison. Etzwas dahinter stehen Cesar Ramirez (Flamengo Rio De Janeiro), der den Sprung in den Kader ob seiner Flexibilität schaffen könnte, Dante Lopez vom FC Genua und Santiago Salcedo vom FC Tokyo. Das sind zumindest fünf richtig gute Leute, was Paraguay zu einem richtig gefährlichen Gegner anwachsen lässt.

Chancen:
Sind trotz einer schweren Gruppe gut. Man liebt ja in Paraguay schwere Gegner, weil man die demütigen kann. England als Auftaktgegner kommt da gerade recht. Danach geht es gegen eine der besten Offensiven der Welt, nämlich Schweden, vermutlich das Schlüsselspiel, denn Trinidad sollte in der letzten Begegnung keine Chancen haben. Machen wir uns nichts vor, Paraguay wird den Europäern wie gewohnt alles abverlangen, gegen Schweden gab es bisher nur eine Begegnung (1950 bei der WM, ein 2:2, hört sich auch jetzt nach nem guten Tip an), gegen England hat man sich 86 ne böse klatsche abgeholt, ein dickes 0:3. Kann man also was gutmachen. Falls man weiterkommt, könnte es gut sein das man auf Deutschland trifft. Für alle WM-Gucker, die sich gerne nen Aussenseiter zum Daumen drücken aussuchen - mit Paraguay kann man nichts falsch machen, das ist Fussball für Männer.
 

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W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Elfenbeinküste

Wir kommen zum mit Abstand interessantesten Debütanten, die wohl größte Ansammlung an Stars die ein afrikanisches Land jemals zu einer WM geschickt hat. Trotz zweier knapper Nachspielzeitniederlagen gegen den Gruppenrivalen Kamerun konnte man sich qualifizieren, da Kamerun ansonsten von allen guten Geistern verlassen spielte, und sogar Punkte gegen den Sudan und Libyen verlor. Nutznießer sind also die Ivorer, in Afrika seit den 60ern eine feste Größe, in WM-Qualifikationen allerdings oft sehr nervenschwach. Die Elfenbeinküste hat den Ruf sich immer selber im Weg zu stehen, und schon ganz sicher geglaubte Partien aus den Händen zu geben. Wenn man dagegen das Potential abruft, ist man kaum zu stoppen.

Was man spielt:
Wie viele ehemals französische Kolonien spielt man striktes 4-4-2, alleine schon deshalb weil das all die in Frankreich aufwachsenden Exilafrikaner von der Jugend an lernen. In vielem gleicht man dem Senegal, nur das die Elfenbeinküste deutlich offensiver agiert. Dies fast zwangsläufig, da man offensiv ausgezeichnet besetzt ist. Nicht nur geographisch liegt man also ungefähr in der Mitte von Senegal und Kamerun, auch fussballerisch spielt man ein Hybridsystem dieser beiden Mannschaften. Der Fussball der Elfenbeinküste ist spektakulär, mit das Feinste was Afrika zu biten hat, aber leider oft unkonzentriert und zu risikoreich. Trotzdem sah man in den Freundschaftsspielen gegen starke europäische Gegner (2:1 gegen Rumänien, 1:1 gegen Italien, 2:3 gegen Spanien) bärenstark aus. Wenn das Spiel noch etwas organisierter und flüssiger wird, ist man gefährlicher als der Senegal vor vier Jahren.

Das Personal

Torwart: 7,0
Jean Jacques Tizie (Esperance Tunis) ist warscheinlich die Nummer 1. Erfahrener Mann, der in Afrika als einer der besseren seiner Zunft gilt. Seine Ersatzleute, Barry Copa vom SK Beveren in Belgien und Gerard Gnanhouan vom SC Montpellier, sind auch nicht die üblichen afrikanischen Fliegenfänger. Solider Rückhalt.

Abwehr: 8,0
Die Abwehr war in den letzten Jahren das größte Problem, und das obwohl man großartig besetzt ist. Die Viererkette funktioniert nicht immer, und man hat in fast jedem Spiel die fünf völlig konfusen Minuten, die alles kaputt machen können. Etwas unbegreiflich, denn in ihren Vereinen sind die Verteidiger fast ausnahmslos erste Sahne. Kolo Toure von Arsenal dürfte entweder rechts oder zentral spielen, brillianter Fussballer. Zentral gesetzt in jedem Fall ist Veteran Cyril Domoraud (US Creteil, Frankreich), wie alle Verteidiger der Elfenbeinküste gleichzeitig sehr athletisch und sehr elegant. Arthur Boka (Racing Strasbourg) ist der Mann für die linke Seite, der junge Mann ist hin- und wieder etwas hitzköpfig, aber sicher einer der kommenden Linksverteidiger in Europa. Sollte Toure rechts spielen, so wird zentral wohl der Platz frei für Abdoulaye Meite von Olympique Marseille, ein sehr kopfballstarker Spieler. Oder vielleicht Blaise Kouassi von Troyes, die beiden nehmen sich nicht viel. Rechts wäre Emmanuel Eboue (Arsenal London) eine Alternative. Weiteres mögliches Personal: Marco Zoro (FC Messina), Seydou Badjan (SC Lokeren) und Raoul Kouakou (Malmö FF). Tolles Personal, die Jungs können alles, hoffentlich rufen sie es auch ab.

Mittelfeld: 8,0
Auch hier hat man das eine oder andere Schmankerl in Petto, es fehlt der ganz große Leader, aber klasse liest sich ivorische Mittelfeld schon. Am ehesten sowas wie ein Anführer ist wohl Bonaventure Kalou (Paris St.Germain), extrem torgefährlicher offensiver Mittelfeldspieler. Kalou bestzt auch manchmal den rechten Flügel und wird dann dritter Stürmer. Ein begnadeter Fussballer, feinste Feyenoord-Jugendschule, was man bei jeder Bewegung merkt. Zentral neben ihm (oder rechts, ist dann die defensivere Variante) agiert Tchiressoua Guel (FC Lorient, Frankreich), ein kleiner Zauberfloh. Beide werden abgesichert durch Didier Zokora (AS Saint Etienne, Frankreich), einem ganz eisenharten Burschen. Diese drei können an guten Tagen fast blind miteinander agieren. Siaka Tiene (ebenfalls Saint Etienne) hat eine schlechte Saison erwischt, und wird wohl mit der Bank vorlieb nehmen müssen. Er kann zentral und defensiv spielen. Links ist wohl Gilles Yapi Yapo (Young Boys Bern) erste Wahl, die nächste schnelle Wuselmaus. Oder es wird offensiver, dann kommt die Zeit von Kanga Akale (AJ Auxerre). Soll hinten dicht gemacht werden, dann können sich wohl die HSV-Fans auf Guy Demel freuen. Für die Bank hat man zusätzlich das starke Talent Yaya Toure (Olympiakos Piräus, Griechenland), bei dem es auch fast Schade wäre, wenn wir ihn nur in Kurzeinsätzen zu Gesicht bekämen. Beim Afrikacup waren seine Auftritte jedenfalls herausragend. Ergänzungsspieler sind Abdoulaye Djire (SK Beveren), Emerse Fae (FC Nantes), Ibrahim Diaky (Al-Ain, Vereinigte Arabische Emirate), Christian Ndri Romaric (UC Le Mans) und möglicherweise auch Altstar Christian Manfredini (Lazio Rom), der vor kurzem seine ivorischen Roots entdeckt hat. Das ist ein tolles, spielstarkes Mittelfeld, das für einen Haufen Probleme beim Gegner sorgen sollte. Man hat allerdings ob des Überangebots zuletzt nicht mehr so wirklich eine Stammformation gehabt.

Sturm: 9,0
Hier ist das Überangebot sogar noch viel schlimmer - es scheint die große Zeit der Stürmer aus der Elfenbeinküste zu kommen. Didier Drogba (Chelsea London) braucht man wohl nicht weiter vorstellen, ein Klassestürmer durch und durch. Sein Partner ganz vorne in der Quali war Aruna Dindane (RC Lens, vorher sehr erfolgreich bei Anderlecht), die beiden geben ein formidables Duo ab. Wenn mit drei Stürmern angefangen wird, dann geht Díndane auf link raus, er kann aber beide Flügel spielen. Nachdem Dindane bei Lens aber nicht mehr so trifft wie in Anderlecht, sind in letzter Zeit andere Stürmer oft neben Drogba eingesetzt worden. Bakary Kone (OGC Nizza), zum Beispiel, ein flinker Aussenstürmer und Zaubermaus Nummer 3 an Bord der Elfenbeinküste, Arouna Kone, der beim PSV Eindhoven voll eingeschlagen hat, ferner Abdul Kader Keita (OSC Lille), Boubacar Sanogo (1.FC Kaiserslautern) und Kandia Traore (AC Le Havre). Alleine die Tatsache, das ein Mann wie Sanogo unter den Stürmern der Elfenbeinküste im Augenblick ungefähr die Nummer 7 ist, sollte einem zu denken geben. Und das größte Talent (Salomon Kalou, der Bruder von Bonaventure, trifft wie blöde für Feyenoord) spielt noch nicht mal für die Mannschaft, sondern ist in ein Tauziehen zwischen den Verbänden der Niederlande und der Elfenbeinküste verwickelt. Allerdings - sie brauchen ihn nicht, fünf richtig gute Stürmer reichen für ne WM, und die hat man in jedem Fall.

Chancen:
Wenn doch nur die Auslosung nicht gewsen wäre - härter kann es für einen Debütanten nicht kommen. Zuerst Argentinien, dann Holland, dann die so glänzend organisierten Serben. Das klingt unschaffbar. Wenn allerdings je ein Debütant stark genug gewesen ist, um so eine Gruppe zu knacken, dann ist es dieser Debütant. Man wird in der vielleicht schwersten WM-Vorrundengruppe aller Zeiten tatsächlich versuchen ein Wörtchen mitzureden, alles andere wäre bei diesem Spielermaterial auch Augenwischerei. Auch wenn es am Ende vermutlich nicht ganz reichen wird, man darf viel erwarten, dieses Team ist superstark.
 

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W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Schweiz

Die Schweiz hat sich nach großem Kampf und schweren Gegnern in Qualifikation (Frankreich, Irland, Israel) und Play-Offs (Türkei) überzeugend und zurecht qualifiziert. Und das obwohl man gerade eine Mannschaft für die Heim-EM 2008 aufbaut, man ist also quasi deutlich über dem Soll. Denn was für eine Mannschaft schickt uns da die als ach so biedern bekannte, vom Kantönligeist erfüllte Alpennation? Eine unglaublich spielstarke Mannschaft, mit einigen der größten Talenten des europäischen Fussballs. Man hat, wie im Eishockey, sich des Themas Jugendarbeit angenommen, und schnell die Früchte geerntet. 2008 wird man bärenstark sein, aber schon dieses Jahr will man sicher mehr als nur dabei sein. Zurecht.

Was man spielt:
Durch die starken junge Leute ist man taktisch enorm variabel geworden, was bisher noch ein Manko war. Grob orientiert man sich am 4-4-2 der Franzosen, allerdings offensiver ausgerichtet. Man will auf jeden Fall immer auch das Spiel mitgestalten. Mitunter kommt etwas Hektik rein, kein Wunder bei den ganzen grünen Jungs. Technische Brillianz wird großgeschrieben, aber ein wuchtige Kanten hat man auch dabei. Ein beneidenswertes Team ist da entstanden, was den schweizer Fans in den nächsten Jahren viel Freude bereiten wird.

Das Personal

Torwart: 5,0
Völlig unverständlicherweise steht hier immer noch Pascal Zuberbühler (FC Basel), ein Mann mit guten Anlagen und notorisch schlechter Ausführung. Bekommt regelmäßig schlimme Dinger, ist ein Ochse wenn er das Tor verlassen muss - hat aber, wie man eingestehen muss, auch ganz große Tage. Dennoch, sein designierter Nachfolger, Fabio Coltorti (Grasshoppers Zürich), erscheint schon jetzt als der eigentlich deutlich ruhigere und bessere Mann. Gleiches gilt für den jungen Eldin Jakupovic, neuer Mann bei Lokomotiv Moskau. Zuberbühler ist eine echte Schwäche wenn man weit kommen will, da er früher oder später ganz sicher seine Aussetzer hat.

Abwehr: 8,0
Chef ist Patrick Müller (Olympique Lyon), ein traumhaft sicherer (und unglaublich fairer!) Innenverteidiger. Genau so jemanden hat man gerne hinten drin stehen, besonders direkt vor einem Zuberbühler. Er bildet ein Pärchen mit Philippe Senderos (Arsenal London), mit 21 Jahren in der Premier League eine feste Größe, extrem kopfballstark und sicher einer der 10 teuersten jungen Verteidiger der Welt. Rechts von ihnen Philipp Degen, der sich trotz anfänglicher Kritik gut bei Borussia Dortmund eingefügt hat. Links wohl Ludovic Magnin (wobei der ja bekannterweise fast jede defensive Position spielt), hat mit dem VfB Stuttgart eine ziemlich öde Saison, was aber nicht an ihm liegt. Degen und Magnin sind nicht die spektakulärsten Aussenverteidiger, aber das ist im Schweizer Spiel auch nicht gefragt. Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt) kommt in Abwehr und defensivem Mittelfeld zum Zuge, findet als eine Art erster Ersatzmann für fast alles hinten sehr oft seinen Platz in die Mannschaft. Alain Rochat ist bei Stade Rennes auf die Bank gerückt, er wäre eine Alternative für links. Bernt Haas (SC Bastia) scheint hingegen ziemlich raus aus der Mannschaft zu sein. Stephane Henchoz ist erster Ersatz für die Innenverteidigung, er spielt bei Wigan Athletic in der Premier League eine großartige Saison und ist mit seinem Kampfgeist auch heute noch vorbildlich. Weitere Spieler mit Chancen für Deutschland: Stephane Grichting (AJ Auxerre), ein Innenverteidiger, Boris Smiljanic (FC Basel), spielt links oder zentral, Johannes Djourou (19-jähriger von Arsenal London), zentral in der Abwehr oder im defensiven Mittelfeld, und Stefan Lichtsteiner (OSC Lille) für die rechte Seite. Neben ein paar erfahrenen Säulen also eine unglaublich heisse Ansammlung an Jungtalenten, die zum guten Teil ihre Stammplätze in den europäischen Topligen schon erobert haben. Kann mir nicht vorstellen das es das in diesem Ausmaße schon mal irgendwann in der Geschichte des schweizer Fussballs gab.

Mittelfeld: 8,0
Der Ballverteiler, um den das schweizer Spiel aufgebaut ist, heißt Johann Vogal (AC Mailand) und gibt fast einen klassischen Didier Deschamps. Hat jahrelang bei Eindhoven gerackert und seinen Mitspielern den nötigen Platz für Kreativität erkämpft, und ist fürs schweizer Spiel nach wie vor unentbehrlich. Neben ihm zentral, oder ganz rechts, spielt Ricardo Cabanas, in der Rückrunde zum 1.FC Köln gekommen und ganz klar eine der Schlüsselfiguren für die Renaissance des Kölner Spiels in den letzten Wochen. Der 20-jährige Tranquilio Barnetta ist Bundesligafans von Bayer Leverkusen her ebenfalls gut bekannt, er kann beide Aussenpositionen bespielen, ist schnell, wendig, torgefährlich und schätzungsweise nicht mehr lange in Leverkusen. Auf der Defensivposition dürften wir mit Raphael Wicky (Hamburger SV) den nächsten Bundesligaspieler finden. Vielleicht neben dem schon angesprochenen Magnin, aber das schweizer Spiel ist wie gesagt variabel, und bis auf konsequente Besetzung der Aussenpositionen, die beiden Innenverteidiger, Vogel im Mittelfeld und Frei im Sturm eigentlich alles optional. So hat man auch einen ganzen Blumenstrauss an wohlriechenden Mittelfeldersatzblumen im Gepäck dabei. Hakan Yakins Platz scheint dabei stark gefährdet, auch wenn dieser bei den Young Boys Bern wenigstens mal wieder spielt, aber seine beste Zeit scheint lange vorbei. Ähnliches gilt für Johann Lonfat (FC Sochaux), ein Mann für rechts oder das zentrale Mittelfeld, während Yakin bekannterweise ein Mann fürs offensive Mittelfeld wäre. Links könnte Reto Ziegler (derzeit an Wigan Athletic ausgeliehen) eine Alternative werden, zentral Valon Behrami von Lazio Rom. Behrami spielt mit seinen 21 so unglaublich stark für Lazio, daß man ihm möglichst viel Spielzeit wünscht. Schön für die Schweiz wenn man so ein Kampfschwein erst mal auf der Bank lassen kann, Behrami kann, wer er dann eingewechselt wird, in Minuten für ne Menge Turbulenzen sorgen. Ob dieses zentralen Überangebots ist ein Platz für Xavier Margairaz (FC Zürich) fraglich, sein Mannschaftskamerad Blerim Dzemaili dürfte dagen vielleicht rechts eine Chance bekommen. Fazit - was für die Verteidigung gilt, gilt auch für das Mittelfeld. Man ist stark, hat viele Alternativen, und diese spielen bei immer besseren Clubs.

Sturm: 7,0
Alexander Frei (Stade Rennes), trifft in dieser Saison zum ersten mal seit Jahren nicht wie am Fließband. Sein Stammplatz steht dennoch nicht zur Debatte, bei seiner Trefferquote (23 Buden in 42 Spielen) wundert das auch nicht. Neben Frei kämpfen vor allem zwei Spieler um einen Stammplatz, Vonlanthen und Gygax. Gygax (OSC Lille) ist ein Mann für die Außenpositionen, mehr Vorbereiter denn Torschütze. Er scheint im Augenblick im Duell mit Johann Vonlanthen (NAC Breda, Niederlande) die Nase vorn zu haben, da er sich gut mit Frei ergänzt. Vonlanthen ist ein schwieriger Fall, begnadet wie sonst kaum einer der jungen Stürmer im weltfussball, aber schon jetzt mit dem Hang zur Diva und in Gefahr mal ein ewiges Talent zu sein. Ändert nichts daran das seine Schnelligkeit unglaublich, seine Ballbehandlung sensationell und seine Geschmeidigkeit schon jetzt Legende sind. Ein Mann mit Fragezeichen, aber unzweifelhaft spektakulär. Marco Streller vom 1.FC Köln und Mauro Lustrinelli von Sparta Prag ergänzen den Sturm, Alexandre Rey (Neuchatel Xamax) hat wohl nur noch bei einer Verletzungsserie eine Chance. Neben Frei fehlt hier etwas die ganz große Klasse, für die Schweiz getropffen haben aber eigentlich alle der hier aufgezählten Stürmer. Man hängt sich schon arg rein für die Nati.

Chancen:
Ganz ausgezeichnet, da ein Weiterkommen in Runde 2 wohl schon als Erfolg gewertet werden wird. Und da hätte die Auslosung nicht viel besser laufen können. Natürlich sind die Franzosen stark, aber in der Quali gab es zuletzt gegen den großen Nachbarn zwei Unentschieden, in denen die Schweiz keineswegs wie der Aussenseiter aussah. Zuhause hatte man den Gallier sogar völlig in der Tasche, nur leider das Toreschießen versäumt. Togo darf kein Problem sein, so das möglicherweise ein Endspiel gegen Südkorea ins Haus steht. Hier ist die Schweiz mit ihren vielen Jungstars und ihrer klaren körperlichen Überlegenheit schon zu favorisieren. Und auch in einem möglichen Achtelfinale gegen Spanien sollte man seine Chancen haben.
 

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W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Serbien & Montenegro

Durch die politischen Wirren und das gelegentliche Wegbrechen von Teilstaaten kam der jugoslawische Fussball die ganzen 90er Jahre über kaum zur Ruhe. Restjugoslawien heißt jetzt Serbien-Montenegro, und hat in den letzten 5, 6 Jahhren kontinuierlich ein Team aufgebaut, welches enorm gut eingespielt ist, und durch Disziplin und Abwehrstärke wieder mit den ganz Großen mithalten kann. Die Qualifikation war sehr souverän, vor Spanien, Bosnien, Belgien und Litauen. In zehn Spielen bekam man nur einen Gegentreffer, eine geradezu irrsinnige Bilanz. In vielem gleicht man Griechenland 2004 - auch die haben in der Quali die Spanier hinter sich gelassen, auch die hatten ein erfahrenes, gestandenes Team das sich vor allem über eine gute Abwehrleistung definierte. Serbien hat allerdings mehr spielerische Brillanz an Bord.

Was man spielt:
Es gab eine Zeitenwende - das elegante, aber undisziplierte Mittelfeldspiel der Vergangenheit ist Geschichte, heute spielt man deutlich näher am Mann, ohne sich aber ständig durch die kleinen Balkangemeinheiten, die dann in gelb und rot enden, zu schwächen. Man setzt sehr stark auf Konterspiel, was bei den vielen starken Optionen in Mittelfeld und Angriff doch verblüfft. Im neuen System regiert Ordnung im Spiel über individuell vorhandene Fähigkeiten, in der Quali ordneten sich all die Auslandsstars diesem System unter. Das verblüfft noch mehr, ist die Mannschaft doch gespickt mit Typen die als mindestens schwierig gelten. Mit der wohl derzeit eingespieltesten Viererabwehrkette aller Nationalteams will man bei der WM Furore machen, und sieht sich gut vorbereitet für Höheres.

Das Personal

Torwart: 7,5
Dragoslav Jevric von Ankaraspor in der Türkei ist die klare Nummer 1. Er ist erfahren, sicher, und musste in den letzten zwei Jahren in der Nationalmannschaft äußerst selten hinter sich greifen. Oliver Kovacevic (CSKA Sofia) ist sein Ersatzmann, auch für ihn gilt: Unspektakulär und gut. Ein dritter Mann kam schon länger nicht mehr zum Einsatz.

Abwehr: 9,5
In jüngster Zeit ganz klar das Prunkstück. Zentral stehen meißt Goran Gavrancic (Dynamo Kiew) und Mladen Krstajic (Schalke 04). Beide sind kompromißlos, kopfballstark und hart aber fair (Gavrancic) bzw. unfair (Krstajic), wobei letzterer sich in der Nationalmannschaft sehr zusammenreißt. Aussen sind Ivica Dragutinovic (FC Sevilla, links) und Nemanja Vidic (Manchester United, rechts) postiert - wobei alle vier eigentlich Innenverteidiger gelernt haben, von dem her kann sich das verschieben. Diese vier Leute sind wohl die Krönung aller unangenehmen Verteidigungen auf die man im Weltfussball zur Zeit so treffen kann. Die Spanier sind jedenfalls zweimal völlig verzweifelt. Ersatzspieler sind Marjan Markovic (Dynamo Kiew, spielt aber selten) oder Dusan Basta (Roter Stern Belgrad) auf rechts, Nenad Djordjevic (Partizan Belgrad), Djordje Jokic (Torpedo Moskau) oder Marko Basa (UC Le Mans) zentral, und Aleksandar Lukovic (Roter Stern Belgrad) sowie Bojan Neziri (VfL Wolfsburg) als linker Verteidiger. Alle machten, wenn sie wegen Ausfällen gefordert waren, einen sehr guten Eindruck. Warscheinlich kann man mehrere Verletzungen verkraften und trotzdem Beton anrühren.

Mittelfeld: 7,0
Die Zeiten der ganz großen Zauberer sind vorbei, und man hat mehr solide Handwerker denn je im Gepäck. Der Jugendwahn ist bei den Serben noch nicht ausgebrochen, die Reihen bestehen größtenteils aus erfahrenen Spielern im sogenannten besten Fussballalter. Star ist Dejan Stankovic (Inter Mailand), je nach Gegner zentral oder offensiv aufgestellt. Er ist der letzte verbliebene ganz große Techniker aus dem berühmten 98er Mittelfeld, ansonsten haben aus der Zeit nur die Rackerer überlebt. Stankovic ist ein Klassemann, und inzwischen auch eine Autorität. Neben ihm zentral spielt Igor Duljaj (Schachtjor Donezk), er gibt neben Stankovic eher den Defensivpart. Auf dem rechten Flügel tobt sich Ognjen Koroman (FC Portsmouth) aus, ein eher unspektakulärer Arbeiter mit enormem Laufpensum. Zvonimir Vukic (Gerade von Portsmouth an Roter Stern ausgeliehen), aufgrund seiner Torgefahr in der Quali noch eine feste Größe, befindet sich ziemlich ausser Form. Sollte man ein 5-er Mittelfeld bilden (Man spielt gerne mal nur mit einer Spitze) ist er aber wohl sicher als offensivster Mittelfeldspieler dabei. Die linke Seite übernimmt Predrag Djordjevic, der Veteran von Olympiakos Piräus. Djordjevic ist immer noch irre torgefährlich (könnte sogar noch griechischer Torschützenkönig werden, nicht schlecht für nen linken Flügelmann), darf allerdings in der Nationalmannschaft nicht so frei spielen wie bei Olympiakos. Dragan Mladenovic (Roter Stern Belgrad) ist die konservative Variante für die rechte Seite, wird gerne zur Spielberuhigung reingenommen. Sasa Ilic von Galatasaray Istanbul gibt den Ersatzkreativen, ganz offensiver Mann mit dessen Einwechslung man versucht etwaige spielerische Probleme zu lösen. Albert Nadj (Partizan Belgrad), Nenad Kovacevic (Roter Stern Belgrad), Branko Boskovic (AC Troyes), Milos Maric (Olympiakos Piräus) und Simon Vukcevic (Saturn Ramenskoye, Russland) sind weitere Optionen im serbischen Mittelfeldspiel. Das ist ein interessantes Mittelfeld mit vielen Optionen, dass sicher (gerade im Flügelspiel) einige Fragen offenläßt, aber trotz großer Festigkeit genug Chancen herausspielt, um in jüngster Zeit meißtens zu gewinnen - oder wenigstens nicht zu verlieren. Einige der Herren schwächeln derzeit etwas im Verein, so das man vielleicht doch dem einen oder anderen aus der zweiten Garde nochmal die Chance geben sollte.

Sturm: 8,0
Das Gerangel um die ein bis zwei Stammplätze ist groß, und es scheint noch nicht ganz entschieden wer denn jetzt erste Wahl ist. Es wäre aber schon schade, wenn Altmeister Savo Milosevic nach einer Sensationssaison erster Güte mit CA Osasuna auf die Bank müßte. Warscheinlicher ist wohl das er mit Mateja Kezman (Atletico Madrid) ein Sturmduo bildet. Der undisziplinierte Kezman ist allerdings immer ein Rotrisiko, besonders in wichtigen Spielen bei großen Turnieren. Die beiden bilden ein formidables, sehr erfolgreiches Duo mit ziemlich hoher Toregarantie. Und sollten es die beiden Herren nicht bringen, so kann man ein paar sehr spannende Ersatzleute bringen. Daniel Ljuboja vom VfB Stuttgart zum Beispiel, einer der wenigen der beim VfB in dieser Saison fast durchgehend Leistung zeigt. Oder man wechselt den Riesen Daniel Zigic (Roter Stern Belgrad) ein, eine serbische Kollerkopie, was sowohl Größe als auch Spielvermögen angeht. Dann ist da Nenad Jestrovic (Al-Ain, Vereinigte Arabische Emirate), bis zur Winterpause sehr erfolgreich für den RSC Anderlecht auf Torejagd gewesen. Eine sehr starke Saison beim US Lecce (Italien) spielt auch wieder Mirko Vucinic, was ihm zumindest Bankchancen eröffnen sollte. Also richtig schöne Optionen im Sturm, zumal man mit diesen sechs Stürmern schon fast alle vorstellbaren Stürmertypen abdeckt.

Chancen:
Glänzend. Man taucht auf keiner Favoritenliste auf, und das nach dem Auftritt der Griechen 2004. Die Vorrundengruppe ist katastrophal schwierig, was dieser Kontermannschaft extrem entgegen kommt. Niemand setzt gegen Argentinien und die Niederlande einen Pfifferling auf die Serben, worüber die sich sicher jetzt schon freuen. Wenn man die ersten beiden Spiele schön 0:0 gezockt hat, kann man gegen die Ivorer spielen, und gleichzeitig am Radio mithören wer denn von den beiden Favoriten jetzt heimreisen muss. So zumindest der Plan. Falls es so passiert lasst es euch bitte nicht von JBK als Sensation andrehen.