Viel zu früh und doch schon da: WM 2006-Thread

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W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Huch, hatte ja die letzten Teams hier ganz vergessen

*Nachholt*

Frankreich

Beim Gallier läuft es schon länger nicht mehr rund, trotz der bekannten Starbesetzung. Die Qualifikation war ein schlimmes Gewürge und Gezittere, es scheint nicht so als ob man derzeit ein wirklich funktionierendes Spielsystem gefunden hat. Man hat selten den Fußball spielen können, der dieser Mannschaft von Kommentatoren immer noch zugeschrieben wird, und es spricht eigentliich nichts dafür das die Franzosen diesmal viel besser abschneiden als bei den letzten beiden Turnieren. Dies ist vor dem Hintergrund des Personals ein ziemlich schlimmes Versagen.

Was man spielt:
4-4-2, 4-4-2, und nochmal 4-4-2- Das hat einen erfolgreich gemacht, dabei bleibt man. Moderne Dreierketten sind verpönt, falls man sowas ähnliches ausprobiert dann eigentlich nur mit einer 5-er Verteidigung. Ein dritter Stürmer kommt eigentlich nur gegen richtige Underdogs zum Einsatz. Man hat viel mit dem Personal rumprobiert, und ein Comeback nach dem anderen veranlasst, so das man mit einer der älteren Mannschaften ins Rennen geht. Man neigt mitunter zu sehr pomadigem Spiel, obwohl man oft dafür bestraft worden ist. Die Kaderwahl ist im eigenen Land auf große Kritik gestoßen, eigentlich gab es nur in England noch mehr Geschrei. Besonders das Fehlen von Giuly trifft auf völliges Unverständnid, wohl zurecht.

Das Personal

Torwart: 8,0
Es war eine knappe Entscheidung, aber der Torwartdarsteller Fabien Barthez (Olympque Marseille) hat sich gegen den Torwart Gregory Coupet (Olympique Lyon) durchgesetzt. Klar, der Barthez ist schon auch kein Schlechter, aber CDoupet schien in den letzten Jahren doch klar die Nase vorn zu haben. Dritter Mann ist Mickael Landreau (FC Nantes, bald in Paris) - auch keine Überraschung. Gute Leute, aber nicht allererste Towartliga.

Abwehr: 8,5
Zur einzigen wirklichen Konstante in der Qualifikation hat sich William Gallas (Chelsea London) mit ziemlich konstant guten Leistungen gespielt. Er spielt entweder rechts oder zentral. Partner im Zerntrum könnte Gael Givet (AS Monaco) werden, außerhalb Frankreichs noch nicht so bekannt, aber in den letzten zwei Jahren die sicherste Variante. Alternativ könnte dort der elegante Jean-Alain Boumsong (Newcastle United) spielen, seit der Rückkehr von Lilian Thuram (Juventus Turin) sind die Plätze in der Mitte aber sehr umkämpft, da jetzt Gallas dort eingesetzt wird. Thuram ist natürlich nicht mehr der schnellste, aber gewieft ist er allemal. Beim Hin- und Hergeschiebe in der Verteidigung wurde auch er mal innen eingesetzt, klar, es gibt für die rechte Seite ja auch noch Willy Sagnol (Bayern München). Links wird wohl Mikael Silvestre (Manchester United) spielen, der lange gebraucht hat um sich in der Nationalelf durchzusetzen, nie so richtig beliebt bei den Nationaltrainern. Alternativ für diese Position vorgesehen ist Eric Abidal (Olympique Lyon), viel verletzt in der letzten Saison, aber dann doch noch in Schwung gekommen. Die große Überraschung ist Pascal Chimbonda, der bei Wigan Athletic zwar wirklich fantastisch gekämpft und gespielt hat, allerdings noch nie für Frankreich spielte (Hat ein paar Einsätze für Guadeloupe, die Insel von der er stammt) und als zusätzlicher Rechtsverteidiger etwas, nun ja, überflüssig wirkt. Vielleicht möchte ihn Domenech ja sogar im Mittelfeld einsetzen. Die Verteidigung steht defensiv eigentlich recht gut, wirkt allerdings auch gerne mal statisch und tut in vielen Spielen nicht genug nach vorne.

Mittelfeld: 8,0
Ohne Zinedine Zidane aus Real Madrids überkandideltem Starensemble lief wenig, also hat man ihn noch mal zurückgebettelt - mit gemischtem Erfolg, denn der ganz große Zizou ist er halt nicht mehr. Aber klar, geiler Regisseur. Hinter Zidane pflügt Patrick Vieira (Juventus Turin) über den Rasen, die einzige wirkliche Konstante in Frankreichs Mittelfeldspiel. Links neben Zidane zieht der wohl beste indischstämmige Fußballer aller Zeiten, Vikash Dhorasoo (FC Paris St.Germain) , seine Bahnen. Dhorasoo hat mit über 30 etwas überraschend nochmal den Weg zurück ins Team geschafft, und wird fast sicher von Beginn an ran dürfen. Die absicherung für diese drei Herren, besonders für Zidane, ist Claude Makelele (Chelsea London). Seitdem er von Real Madrid weg ist, läuft es dort nicht mehr, was wohl alles über Makeleles Kämpferqualitäten sagt. Soll über links noch mehr Druck gemcht werden, kann Dhorasoo auch mittiger rücken, und Florent Malouda (Olympique Lyon) eine Chance erhalten. Malouda steht für viel Spektakel, was dem manchmal etwas öden französischen Spiel gut tut. Soll hinten dicht gemacht werden, wechselt man fast immer Alou Diarra (RC Lens) ein, mal wieder so ein athletischer, senegalesischer Vieiraklon. Und dann hat man mit Franck Ribery (Olympique Marseille) tatsächlich noch einen echten rechten Mittelfeldspieler mitgenommen, eigentlich ist auf dieser Position zuletzt immer Sylvain Wiltord (Olympique Lyon) zum Zuge gekommen. Ribery ist die nächste faustdicke Überraschung, auch er hat noch kein Länderspiel. Wiltord dagegen bekanntlich ne Menge, allerdings bisher als Sturmallrounder. Man darf gespannt sein ob der junge Ribery eine Chance erhält. Prinzipiell liest sich das Mittelfeld gar wunderbar, wer Frankreich in der Quali gegen Israel, die Schweiz und Irland gesehen hat, bzw. die Freundschaftsspiele gegn Deutschland oder die Slowakei, weiß aber das wenig rund läuft. Viel zu tun so kurz vor der WM.

Sturm: 9,0
Wiltord wurde ja schon erwähnt, er könnte natürlich genauso gut im Sturm auflaufen. Gottkaiser im Sturm ist aber immer noch Thierry Henry (Arsenal London), auch letzte Saison wieder Fließbandtorschütze. Neben ihm buhlen vor allem zwei Herren um den Platz im Sturm - Djibril Cisse vom FC Liverpool, bekannt für seine gefärbten Kinnbärte, gegen Ende der Saison richtig in Schwung gekommen, und David Trezeguet von Juventus Turin, der war die ganze Saison in Schwung. Der letzte Platz ging, auch zumindest etwas überraschend, an Louis Saha (Manchester United), nach Verletzuns- und anderen Sorgen eigentlich schon ziemlich au0en vor gewesen. Warum dieser Wahnsinnssturm in den zwei letzten Jahren so wenig getroffen hat, ist ziemlich irre, und liegt vor allem an der fehlenden Unterstützung durchs Mittelfeld - allerdings auch etwas daran, das Henry und Trezeguet ihre Vereinsleistungen im Nationalteam nicht immer abrufen können.

Chancen:
Die Franzosen haben ein Wahnsinnsteam zusammen, mit dem sie sehr schön die dritte unangenehme Überraschung hintereinander erleben könnten. Wie man sich in der Schweiz oder unlängst gegen die Slowakei an die Wand hat spielen lassen, war schon irre zu beobachten. Domenech muß jetzt schon einen ausgezeichneten Crashcurs in Teambildung hinbekommen, sonst wird das nichts. Zum Glück für Frankreich ist die Vorrundengruppe mehr als machbar, zwar trifft man schon wieder auf die Schweiz, aber Togo wird hoffnungslos überfordert sein und Südkorea - tja, das ist wohl das Knackspiel, sollte man im ersten Spiel gegen die Schweiz nicht gewinnen. Die Südkoreaner werden zumindest rennen wie blöde. Sollte man den Gruppensieg einfahren, geht es wohl mit Tunesien oder der Ukraine erträglich weiter. Theoretisch ein wie gemalter Weg ins Viertelfinale, aber dazu muß man sich jetzt endlich mal finden.
 

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W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Spanien

Die große Turnierversagernation schickt sich mal wieder an, endlich den immer wieder kehrenden Vorschlusslorbeeren gerecht zu werden. Die Qualifikation war dabei holprig, eine Stammformation wurde wie immer nicht gefunden (Ich glaube das letze Mal hatte man sowas 1984), die Hoffnungen, das diesmal alles anders wird, sind einem anderen Umstand geschuldet: Die heimische Saison ging mal nicht direkt bis vor das turnier, so das man eher halbfit anreist, nein, man hat zum selben Zeitpunkt aufgehört wie die anderen großen Nationen auch. Wir werden also endlich sehen ob die spanische Lieblingsentschuldigung vielleicht schon immer Quatsch war.

Was man spielt:
Alles und nichts, aber die Ausgangslage ist meist ein 3-4-3 oder 3-5-2. Man bildet sich aber ein, alles spielen zu können, deshalb gab es schon die unmöglichsten Formationen. Man spielt ziemlich offensiv, und ziemlich hart. Effektiv geht aber anders, und obwohl viele ausgezeichnete Mittelfeldspieler im Kader sind, fehlt etwas der Leader. Das Uraltproblem, das rivalsierende Grüppchen der einzelnen großen Vereine das Gesamtspiel zerstören, scheint hingegen ziemlich ausgemerzt.

Das Personal

Torwart: 9,0
Iker Casillas von Real Madrid ist große Klasse, das beste seit vielen Jahren im spanischen Tor. Kaum Schwächen, hält vielleicht ein paar unhaltbare weniger pro Saison als die Allerbesten. Santiago Canizares, Veteran vom FC Valencia, ist ein ausgezeichneter Mann für Notfälle. Keine Probleme auf dieser Position. Auch auf den dritten Mann, Jose Reina (FC Liverpool), ist bekanntlich Verlass.

Abwehr: 8,0
Kopf der Defensive ist Carles Puyol vom FC Barcelona, der Kämpfer mit dem Lockenkopf. Er spielt entweder das rechte Glied einer Viererkette, oder, häufiger, einen von zwei oder drei Innenverteidigern. Auch auf rechts spielen kann Michel Salgado (Real Madrid), Typ unbarmerherziger, kleiner Gemeinling. Zentral einen Platz sicher zu haben scheint Carlos Marchena (FC Valencia), wobei der manchmal auch als Abräumer vor der Abwehr eingesetzt wird. Oder Pablo Ibanez (Atletico Madrid) übernimmt eine der zentralen Positionen, auch er ein richtig harter Hund, und extrem kopfballstark. Der nominelle Mann für die linke Seite, Asier del Horno (Chelsea London), hat sich leider gerade verletzt, und Spanien bittet die FIFA ihn ersezen zu dürfen. Da wird man abwarten müssen, die Verletzung trifft Spanien auf jeden Fall hart, del Horno schien endlich die Probleme links gelöst zu haben. So wird wohl Antonio Lopez (Atletico Madrid) zum Zuge kommen, eigentlich eher ein Mann fürs linke Mittelfeld, aber da hat man eher Alternativen als hinten. Der junge Sergio Ramos hat sich bei Real Madrid schnell unentbehrlich gemacht, so das er als Ersatz für die Innenverteidigung und ganz links mit nach Deutschland reist. Sergio Ramos spielt so überragend, das er eigentlich einen Platz im ertsen Team verdient hätte - ist allerdings dermaßen unberechenbar hart wie schon lange kein Verteidiger mehr im Weltfußball, und so wird Luis Aragones sich wohl scheuen ihn von Beginn an zu bringen. Der 20-jährige ging diese Saison viermal mit rot vom Platz, völlig neue Maßstäbe für einen so jungen Mann. Als letzter ist noch ein Mann für die zentrale dabei, da man gerne mal mit Dreierkette spielt braucht man ja auch viele Innenverteidiger. Juanito von Betis Sevilla ist ein sehr eleganter, sicherer Verteidiger, etwas unspektakulär und vielleicht gerade deshalb eine gute Option. Spanien hat hinten kräftig umgekrempelt in den letzten Jahren, und eine sehr spielstarke, agressive Truppe beisammen. So ganz eingespielt scheint sie allerdings noch nicht.

Mittelfeld: 7,5
In Ermangelung eines echten Spielmachers setzt man auf Xavi (FC Barcelona) als zentralen Ballverteiler. Der war über lange Strecken der Saison verletzt, und scheint noch nicht wieder völlig in Form zu sein. Der kleine Flitzer ist extrem wichtig für die Ankurbelung des schnellen Kurzpasspieles, würde er ausfallen so wäre das kaum zu kompensieren. David Albelda (FC Valencia) unterstützt Xavi vor allem defensiv, als extrem harter Abfangjäger und Spielzerstörer. Rechts außen ist Joaquinland, der schnelle Spieler von Betis Sevilla ist die Definition eines modernen Flügelstürmers, und ein wahrer Flankengott. Jose Reyes (Arsenal London) ist sein Pendant auf der linken Seite, noch offensiver als Joaquin und extrem vielseitig einsetzbar, hat auch schon Rechtsaussen und den zentralen Mann hinter den Spitzen gespielt. Falls man mit einem verstärkten 5-er Mittelfeld aufläuft, kommt wohl Xabi Alonso (FC Liverpool) als zweiter zentraler Mann neben Xavi hinzu, in diesem Mannschaftsteil hat Aragone wirklich die Qual der Wahl. Er hat allerdings auf eine ganze Reihe arrivierter Spieler verzichtet, um drei eher überraschende Spieler mit ins Aufgebot zu nehmen. Andres Iniesta (FC Barcelona) hat gerade erst sein erstes Länderspiel absolviert, er kommt als zentraler Mann wohl nur bei Verletzungen in betracht. Ebenfallls erst dieses Jahr hat der gebürtige Brasilianer Marcos Senna (FC Villareal) sein Debüt gegeben, er ist wohl als ehester ein echter Spielmacher, ob er allerdings die Akzeptanz im Team besitzt, ist völlig unklar. Und zu guter letzt hat Francesc Fabregas (Arsenal London) noch den Sprung geschafft, als defensivere Variante zu Joaquin im rechten Mittelfeld, oder für den Platz hinter den Spitzen. Alles gute Leute, viel Talent, aber zusammengepasst hat da vieles nicht in den letzten Jahren, und ein bißchen risikoreich ist die Auswahl auch. Ob man den Vicente auf links nicht doch brauchen wird?

Sturm: 8,5
Nur vier Mann, aber die haben es in sich. Je nach Taktik kann der Sturm sehr unterschiedlich aussehen, und aus einem bis drei Mann bestehen, wobei dann Reyes meist der dritte ist. Raul (Real Madrid) spielt eigentlich immer, sei es knapp hinter en Spitzen oder auf einer der Außenpositionen. Seine Saison bei Real war allerdings eine seiner schwächsten, und ein bißchen fragt man sich schon wann, wenn nicht jetzt, der große spanische Stürmer mal was mit dem Nationalteam reissen will. Zentral scheint Fernando Torres (Atletico Madrid) gestzt zu sein, vielleicht der Kompletteste unter den jungen Mittelstürmern. Luis Garcia (FC Liverpool) ist der Allroundmann - bei Liverpool spielt er schon alle Mittelfeldpositionen, in der Nationalmannschaft kommen dann noch alle Sturmpositionen dazu. Kommt fast immer von der Bank, kommt aber halt auch fast immer. Als letzter ist mit David Villa (FC Valencia) noch der erfolgreichste spanische Torjäger der Primera Division in dieser Spielzeit im Team, der einzige der Sammy Eto'o ernsthaft im Kampf um die Torjägerkanone herausforderte. Er ist ein Liebling von Aragones, der gerade in der Offensive sehr auf versatile Spieler setzt, die viel die Position verändern. Wohl erstmal nicht Stammspieler, könnte aber eine der ganz großen Nummern bei der WM werden. Absolu vorzügliche Offensive, die auch viel trifft, hier liegen die Probleme auch eher nicht.

Chancen: Man hat eine der leichtesten Gruppen erwischt, trifft bei einem Gruppensieg wohl auf machbare Gegner - aber das soll bei Spanien nichts heissen, die sind schon ganz anders ausgeschieden. Im ersten Spiel gegen die ukraine wird sich schon zu einem guten Teil entscheiden, ob man die Spanier ernstnehmen muss. Dann noch ein halbwegs unangenehmer Gegner mit Tunesien, die Saudis wird man ja gerade noch schlagen können. Trotzdem ein Wackelkandidat, vor allem weil sie mal wieder nicht wissen wie sie spielen wollen.
 

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W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Tschechische Republik

Das kleine Land mit der großen Fußballtradition steht am Ende einer sehr erfolgreichen Zeit. Nach dem Auseinanderbrechen der Tschecheslowakei hatte man schnell eine starke, eingeschworene Truppe beisammen, deren Reste auch heute noch das Rückgrat der Mannschaft bilden. Man gehört also zu den sehr erfahrenen Teams - vielleicht zu erfahren, da noch nie eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von über 28 Weltmeister werden konnte (Diese Statistik würde neben den Tschechen auch die Brasilianer, Franzosen und Italiener als Weltmeister ausschließen). In der Qualifikation merkte man die Probleme, die Mannschaft hatte ihren Zenit wohl schon 2004 erreicht, und scheint zwar immer noch stark, aber nicht mehr zu solchen Irrsinnstaten fähig wie in den letzten Jahren. Einige der besten Fußballer Europas der vergangenen Dekade bitten noch einmal zum großen Tanz, und nachdem die Mannschaft ihre Brillanz seit der Unabhängigkeit nur bei Europameisterschaften zeigen durfte, freut man sich sehr auf den lange ersehnten Auftritt auf der Weltbühne.

Was man spielt:
Fußball total, System egal. So haben die Tschechen die arrivierten Teams Europas regelmäßig vorgeführt. Der Schlüssel liegt dabei in der kreativen Mittelfeldzone, wo man so viel Spielstärke aufzuweisen hat wie kein anderes Team der Welt, Brasilien eingeschlossen. Die Tschechen sind berühmt dafür, taktisch seit Beginn des 20.Jahrhunderts immer an der vordersten Front zu kämpfen. Schlüssel zum tschechischen Spiel sind Dominanz und Arroganz - man tut einfach so als wäre man eine Riesennation wie England oder Argentinien, und spielt fast immer so als wäre man klarer Favorit. Dies führt oft zu verhehrenden Niederlagen, noch öfter führte es in den letzten Jahren aber zu ganz, ganz gwunderbarem Fußball. Begriffe wie 3-5-2 oder 4-4-2 sind im großen und ganzen sinnlos als Beschreibung für den tschechischen Stil, erstens legt Karol Brückner die Taktik für jedes Spiel neu fest, zweitens ist es fast unmöglich Spieler wie Poborsky, Jankulovski, Polak, Heinz oder Jiranek auf eine Position festzulegen. In dem Augenblick, in dem man den Poborsky zum Beispiel als rechten Mittelfeldspieler bezeichnet, ist man eigentlich schon auf die Tschechen reingefallen.

Das Personal

Torwart: 9,5
Traditionell standen gerne immer mal wieder völlige Gurken im tschechischen Tor, so das die Entdeckung von Petr Cech (Chelsea London) vor vier Jahren wie eine Erlösung kam. Der teuerste Torwart der Welt kam, sah und hielt wie ein Einser. Vielleicht derzeit der beste seines Faches. Ausfallen sollte er besser mal nicht, denn mit den Veteranen Jaromir Blazek (Sparta Prag) und Antonin Kinsky (Saturn Ramenskoye, Russland) stehen ansonsten eher die typischen tschechischen Durchschnittskräfte (Remember Petr Kouba?) zur Verfügung. Deswegen gibt es die 10 auch nicht.

Abwehr: 8,0
Man tendierte in der Qualifikation eher zur Dreier- als zur Viererkette, hat aber beides drauf. Links spielt fast immer Tomas Ujfalusi (AC Florenz), das Olmützer Lauf- und Konditionswunder. Nach einer schlichtweg überragenden Saison in der Serie A kann man wohl auch bei der WM einiges vom Ex-HSVler erwarten. Zentral oder rechts steht Zdenek Grygera (Ajax Amsterdam), ein technisch ganz feiner Spieler, der allerdings gerne mal seine verwirrten fünf slawischen Minuten nimmt, und die Saison über nicht immer ganz fit war. So wird wohl David Rozehnal (FC Paris Saint Germain) die Rolle des zentralen Mannes in der Dreierkette übernehmen, der war klar der beste Mann in einer ansonsten ziemlich verwirrt agierenden Pariser Mannschaft und scheint sich in der Form seines Lebens zu befinden. Vielleicht der kopfballstärkste Abwehrspieler in der gesamten französischen Liga. Marek Jankulovski (AC Mailand) spielt eigentlich jede Position auf der linken Seite, sollte er in die Viererkette rücken, so bildet Ujfalusi das zentrale Pärchen mit Rozehnal. Bei Milan ist Jankulovski diese Saison nicht wirklich glücklich geworden, viel zu selten durfte er seine aus Udinese noch bekannte Torgefährlichkeit beweisen. Ersatzmann für die linke Seite ist Martin Jiranek (Spartak Moskau), eine der wenigen fleißigen Arbeitsbienen im Team. Abgerundet wird das Team durch Pavel Mares, eine weitere Alternative für die linke Seite. Mares, der sein Geld bei Zenit Sankt Petersburg verdient, ist etwas überraschend im Team - er ist wegen seiner ausgezeichneten Technik zwar ein Lieblingsschüler von Brückner, man hätte allerdings doch noch wenigstens einen zusätzlichen Innenverteidiger erwartet. Brückner möchte anscheinend pokern, oder fühlt sich sehr, sehr stark. Ausgezeichnete Verteidigung, ziemlich mutig (vielleicht zu mutig?) besetzt, jede Menge Offensivpotential bei eigentlich allen Spielern - das klingt nach feinster tschechischer Arroganz. Es könnte aber gut sein, das ein, zwei harte Hunde fehlen.

Mittelfeld: 9,5
Über allen strahlt Pavel Nedved (Juventus Turin), der überragende tschechische Spieler seit - tja, vielleicht seitdem Tschechen Fußball spielen. Nominell ist er zentraler Spielgestalter, genauso oft spielt er aber einen echten linken Mittelfeldspieler, oder agiert quasi als dritte Spitze. Nedved kann alles, und gehört wohl schon jetzt zu den großen Fußballegenden. In dieser Saison hat er uns aber noch ein neues Gesicht gezeigt - zwei rote Karten, ein Dutzend gelbe, holla Herr Nedved, sie lernen ja noch das Treten im Alter! Eigentlicher Spielgestalter ist inzwischen Tomas Rosicky (bald Arsenal London) geworden, da Nedved anscheinend eher Lust hat eine Art zweiten (Zur Nummer 1 kommen wir gleich) freien Mittelfeldmann zu spielen. Rosicky spielt bekanntlich bei Dortmund gut, für sein Heimatland brillant. Dritte offensive Kraft, nominell auf rechts, ist Karel Poborsky. In Wahrheit ist Poborsky der rechte, linke, zentrale Außenmittelfeldverteidiger mit offensiven Aufgaben. Klingt wahnsinnig, ist aber nun mal so, und funktioniert immer noch blendend, jede zweite Mannschaft fällt drauf rein. Poborsky hatte sich in der Saison mit dem Trainer von Sparta Prag gestritten, und ist daraufhin zu seinem Heimatverein Dynamo Ceske Budejovice in die zweite Liga gewechselt - und selbstverständlich aufgestiegen, Ehrensache. Es wird das letzte Mal sein, das wir den wohl beklopptesten Fußballer Europas im Rampenlicht ehen, gerade ihm wäre ein würdiger Abschluss wirklich nur zu gönnen. Bei so vielen Offensivkräften (vor einer, wie gesagt, sehr offensiven Verteidigung) braucht es einen sehr, sehr starken Mann um das ganze noch defensiv zusammenzuhalten. Wenn Nedved das Hirn des tschechischen Spiels ist, und Poborsky das Herz, so ist Tomas Galasek (Gerade von Ajax Amsterdam zum 1.FC Nürnberg gewechselt) die Lunge. Er muss all das ausbügeln und zusammenhalten was die ganzen offensiven Jungs um ihn herum verbocken, und er tut das zuverlässig und bizarrerweise sogar fair, was eigentlich nicht gehen sollte. Spielübersicht, dein Name ist Galasek. Der fünfte Platz im Mittelfeld ist noch ziemlich unklar, und wird je nach Gegner besetzt. Will man über rechts oder offensiv mehr Druck machen, so kommt oft Vladimir Smicer (Girondins Bordeaux) zum Zuge. Der hat mal als Stürmer angefangen, gerade in seiner Liverpooler Zeit als Lieblingseinwechselspieler aber so gut wie jede Offensivposition gespielt. Will man einen weiteren Spielmacher (Jawohl, manchmal spielt man mit drei Spielmachern) bringen, um den Gegner endgültig in den Wahnsinn zu treiben, dann kann Brückner auch noch Jan Polak (1.FC Nürnberg) bringen. Damit erhöht er gleichzeitig das kämpferische Element, was ja Rosicky Leichtgewicht schon mal vernachlässigt. Jaroslav Plasil (AS Monaco) ist ein echter rechter Mittelfeldspieler, eher bieder für einen tschechischen Mittelfeldmann, damit natürlich eine hochinteressante Option. Der erste richtige defensiv ausgerichtete Spieler ist Radoslav Kovac (Spartak Moskau), auch ein möglicher Innenverteidigerersatz, wird allerdings meißtens eingewechselt um ein positives Ergebnis zu halten. Kovac ist sicherlich der derzeit härteste tschechiche Spieler, was soviel bedeutet wie das er in Paraguay wohl eine Mädchenschule besucht hätte. Ebenfalls defensiv eingesetzt werden kann David Jarolim vom Hamburger SV, aber eigentlich fühlt der sich zentral überall gut aufgehoben. Zu diesem Mittelfeld fällt einem eigentlich nur eines ein - Wow! Ob der Verzehr von Sevettienknödeln, Bier und fettigem Fleisch in brauner Sauce zwangsläufig die Produktion von kreativen Mittelfeldspielern fördert? Man weiß es nicht, man weiß lediglich das wohl jeder dieser Herren den Sprung in die deutsche Mannschaft schaffen würde. Bärenstark, wenn auch zwei Ticks zu alt.
 

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W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Sturm: 7,5
Hier hat es zuletzt etwwas gekriselt, Verletzungen haben einige Spieler zurückgeworfen, bei anderen hat die Form nicht gestimmt. Milan Baros ist bekanntlich beim FC Liverpool nicht so ganz glücklich geworden, im Abstiegskampf für Aston Villa hat er allerdings sein großes Kämpferherz bewiesen, und war Hauptverantwortlicher für die Mission Nichtabstieg. In der Nationalef ist er sowieso erste Wahl, dank seiner Schnelligkeit und Technik ohne irgendeine Positionsvorgabe. Er ergänzt sich ideal mit dem Gentle Giant, Jan Koller (als nächstes in Monaco), dem erfolgreichsten tschechischen Torschützen aller Zeiten. Koller war bekanntlich fast die gesamte Saison verletzt, ist aber gerade rechtzeitig wieder in Form gekommen. Er spielt natürlich zentral vorne, alles andere wäre ja auch sinnlos. Auf der Bank sitzen dazu drei aus der Bundesliga gut bekannte Alternativen. Marek Heinz dürfte den Bundesligafans eher in unguter Erinnerung sein, bei Galatasaray Istanbul hatte er auch eher eine durchwachsene Saison. Nachdem er aber praktisch genau dasselbe spielt wie Milan Baros, ist es einfach sinnvoll in mitzunehmen, da man bei einer Einwechslung das Spielsystem nicht verändern muss. Und in der Nationalelf hat Heinz ja eh immer auf ganz anderem Niveau gespielt. Der Ersatzkoller ist auch seit Jahren derselbe, Vratislav Lokvenc von der SV Austria Salzburg. Der war, analog zu Koller, auch fast die ganze Saison verletzt, und hat in der Saison garnicht getroffen. Und schließlich ist da noch Jiri Stajner, der übertalentierte Bruder Leichtfuß von Hannover 96. Ein arger Chancentod, ein unklarer Spielertyp - aber halt einer der verrückte Dinge tun kann und manchmal ein Spiel alleine rumreißt. Wird von den deutschen Fernsehkommentatoren gerne mal runtergeredet, in mehr als der Hälfte der Fälle völlig zu Unrecht. Ein ganz schön wackeliger Sturm, bei dem Karol Brückner schon sehr darauf hoffen muss das das mit der Form noch hinhaut. Theoretisch natürlich eine Macht, da die Jungs super eingespielt sind, und aus dem Wahnsinnsmittelfeld selbstverständlich jede Menge Unterstützung bekommen.

Chancen: Die Tschechen haben ihre Titelchance wohl vor zwei Jahren in Portugal verpasst. Damals waren sie das beste Team, heute gehören sie zwar immer noch spielerisch zum internationalen Tafelsilber, es fehlt aber die Souveränität und auch etwas an Durchschlagskraft. Dazu hat man eine äußerst saftige Vorrundengruppe erwischt. Die USA, Ghana und Italien sind allesamt extrem spielstarke Mannschaften, die, genau wie die Tschechen, genau wissen was sie auf dem Platz machen wollen. Der Gruppenzweite trifft noch dazu höchstwarscheinlich auf Brasilien (Was mir persönlich, falls es dazu kommen sollte, den schönsten oder schrecklichsten Tag meines Fußballgucklebens bescheren wird) - ärger geht es eigentlich nicht mehr. Wer allerdings so ein Mittelfeld zu einer WM schickt, der will nicht nur mitspielen. Kein Favorit, aber sicherlich einer der stärksten Außenseiter.
 

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W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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England

Das Mutterland des... na, wer ist jetzt schon eingeschlafen? Reden wir doch mal nicht den üblichen Schmonz über England, sondern Tacheles. Die ewig erfolglosen Inselbewohner sind gerade dabei, mit der begabtesten Generation von Fußballern, die das Land seit den 60ern hatte, mal wieder nichts zu reissen. Schon in der Qualifikation lief es nicht rund, Tiefpunkt war eine spielerische Bankrotterklärung bei der Niederlage in Nordirland. Die Mannschaft scheint wieder einmal instabil, nervenschwach und sehr abhängig von der Form einiger Schlüsselspieler. Man kann jede Menge Druck erzeugen, hat eine unbarmherige, knochenharte Verteidigung - und doch verschenkt man mit schöner Regelmäßigkeit ganz leichte Spiele. Und so erfüllt sich vielleicht die Hoffnung eines jeden wahren Fußballfans - David Beckham gewinnt mit England einfach garnichts.

Was man spielt:
Eriksson hat England defensiven Langweilerfußball verordnet, mit schnellen Kontern und jeder Menge Gefahr bei Standardsituationen. Damit fuhr man ganz gut, inzwischen ist der Stil aber bei den Fans gründlich verhasst. Kein Wunder, im Endeffekt spielt man wie Deutschland in den 80ern, nur nicht so erfolgreich. In den letzten Jahren hat der eigensinnige Schwede viele Leute ausprobiert, nur um bei der WM noch mal einen ganzen Schwung ganz neuer Kräfte zu bringen. Taktisches Genie, oder doch eher Verzweiflungstaten eines Mannes der eigentlich schon mit seinem Team abgeschlossen hat? Einige Entscheidungen in Bezug auf den Kader, besonders im Sturm, lassen eher die zweite Variante warscheinlich erscheinen. Ein Team mit großem Potential, daß sich aber schon jetzt zig Varianten des Scheiterns scheunentorweit offen lässt.

Das Personal

Torwart: 7,5
Paul Robinson (Tottenham Hotspurs) ist sicherlich der seit langem beste Mann zwischen Englands Pfosten, kein Wunder bei all den Schießbudenfiguren die man dort nach Shilton ertragen musste. Robinson gehört keineswegs zu den Topleuten der Welt, aber er ist wenigstens ruhig und auch nicht nur auf der Linie brauchbar. Sein Ersatzmann, David James von Manchester City, ist dagegen schon die klassische Seaman-Varioante, in jedem Spiel ein Klops. Scott Carson, Nachwuchsmann vom FC Liverpool (allerdings ausgeliehen an Sheffield Wednesday), soll wohl einfach etwas Turnierluft schnuppern.

Abwehr: 9,5
Man spielt fast immer mit Viererabwehrkette, und die Grundformation scheint dabei klar zu sein. Auf links Ashley Cole (Arsenal London), fast die ganze Saison verletzt, aber eigentlich auf der Seite unersetzlich. Zentral geht ein Platz an Rio Ferdinand (Manchester United), der andere wohl an John Terry (Chelsea London), derzeit in überirdischer Form. Ferdinand kann auch vor die Viererkette rücken, falls Ericksson, wie so oft, extra Beton anrühren möchte. Gary Neville (Manchester United) kämpft auf der linken Seite, nicht so spektakulär wie Cole, sondern eher von der zuverlässigen Sorte. Alternative auf allen (!) Positionen ist Jamie Carragher (FC Liverpool), der zuletzt immer stärker ins Team drängte, da er immer Leistung bringt. Eriksson hat ihn sogar im defensiven Mittelfeld eingesetzt, irgendwo findet er wohl seinen Platz. Sol Campbell (Arsenal London) ist inzwischen sowohl im Verein als auch der Nationalelf etwas ins zweite Glied gerutscht, für eine WM nimmt man so einen Kanten aber natürlich mit. Letzter Verteidiger ist noch ein Mann für die linke Seite, Wayne Bridge, von Chelsea an den FC Fulham ausgeliehen und eher überraschend im Aufgebot. Klar der beste Mannschaftsteil, weswegen Eriksson gerne auch mal fünf Verteidiger einsetzt.

Mittelfeld: 9,0
Jahrelang hatte man hier enorme Probleme, bis man irgendwann endlich eingesehen hat das Posh Beckham niemals ein Spielgestalter wird - in dem Moment viel einem plötzlich auf das es da ja Frank Lampard (Chelsea London) gibt, und alles wurde schon mal deutlich besser. Lampard geht dahin wo es weh tut, übernimmt Verantwortung und wird von Jahr zu Jahr immer noch stärker. Klarer Chef in der Zentrale, gibt auch das Tempo vor. Auf rechts der Mann von Posh Spice (Real Madrid), kann Freistöße schießen. Dort könnte auch Steven Gerrard (FC Liverpool) spielen, aber da dort Poshy T-Shirts verkaufen muss, wird Gerrad in die Mitte zu Lampard geschoben. Die beiden wechseln sich offensiv und defensiv schön ab, und sorgen für ne Menge Torgefahr - was allerdings bei dem Ein-Mann-Sturm, mit dem Eriksson derzeit operiert, auch dringend nötig ist. Für Joe Cole (Chelsea London) ist so oft kein Platz mehr in der Startformation, was schade für den wohl elegantesten englischen Spieler ist. Möglich ist sein Einsatz von Beginn an vor allem wenn Lampard mit in die Spitze rücken sollte. Die anderen Optionen im Mittelfeld kommen zum Teil sehr überraschend, eigentlich waren alle bisher höchstens Ergänzungsspieler. Da wäre zunächst Jermaine Jenas, ein schneller Mann von den Tottenham Hotspurs, der für Beckham rechts spielen kann, oder auch in der Zentrale. Da ist Owen Hargreaves von Bayern München, ein klassischer defensiver Mittelfeldmann. Ein ähnlicher Typ ist Michael Carrick (Tottenham Hotspurs), guter Passgeber und sehr mannschaftsdienlich spielend. Wenigstens einen klassischen linken Mittelfeldspieler hat man auch noch an Bord, Stewart Downing vom FC Middlesbrough, hochbegabter Flügelflitzer, aber auch er mit schwerer Verletzung in der Saison. Könnte gut sein das die linke Seite von einem Abwehrspieler oder sogar Joe Cole übernommen wird, Downing wirkt doch noch etwas grün. Obwohl man rechts schon ziemlich gut besetzt ist, fährt als letzter Mittelfeldspieler der 19-jährige Aaron Lennon (Tottenham Hotspurs) mit nach Deutschland. Der kleine Rennfloh ist aber wohl eher für den einen oder anderen Kurzeinsatz gut. Ein ganz schönes Vabanque-Spiel, auf das sich Eriksson da einlässt, hinter den arrivierten Kräften steht eine international doch recht unerfahrene Mannschaft. Und dann die große Frage - warum müssen es denn gar so viele Mittelfeldspieler sein, wenn von vier Stürmern, die man mitnimmt, einer verletzt, und ein zweiter völlig unerfahren ist? Naja, die erste Besetzung hat auf jeden Fall schon Klasse.

Sturm: 6,5
Man schüttelt den Kopf und fasst es nicht. Okay, nur vier Stürmer, das machen ein paar Trainer so. Aber die Auswahl ist schon recht wahnsinnig. Michael Owen ist ein klarer Fall, zwar von Real Madrid zu Newcastle United abgeschoben, aber trotz sicherlich nicht besonders guter Form wenigstens einer mit viel internationaler Erfahrung. Hängt sich immer voll rein für England, toller Fußballer. Wayne Rooney (Manchester United) wäre sein logischer Partner, vor allem da Owen ja gerne zentral spielt, während Rooney eher über die Flügel kommt. Leider ist Rooney aber verletzt, und die Chancen der Engländer, ihn spielen zu sehen, stehen wohl erst ab Achtelfinale einigermaßen gut. Peter Crouch, der spielstarke Riese vom FC Liverpool, spielt eigentlich auch am liebsten zentral, und ist deshalb vielleicht trotz Rooney-Ausfall zunächst nur Ersatz. Ein Jammer, Crouch ist in wirklich guter Form. Erster Anwärter auf den zweiten Stürmerplatz ist somit Frank Lampard, oder vielleicht sogar Jamie Carragher. Denn als vierten Stürmer hat Eriksson den 17-jährigen Theo Walcott im Aufgebot, während der Saison vom FC Southampton aus der zweiten Liga zu Arsenal London gewechselt, und dort noch eine Einsatz im ersten Team. Nun ist Walcott zwar ein klassischer Flügelstürmer, aber wohl doch etwas sehr unerfahren für die erste Elf. Kein Jermain Defoe von Tottenham, kein Bent von Charltopn Athletic - dabei ist das ein 22-jähriger Flügelstürmer, der mit 18 Treffern auch noch bester englischer Torschütze in der abgelaufenen Premier League-Saison war. Eriksson hat ihn zu Hause gelassen, weil er ihm zu unerfahren war. Um dann Walcott für dieselbe Position mizunehmen. Bekloppt, und das gehört auch bestraft. Mit dem Sturm darf eigentlich nichts gehen.

Chancen:
Die Chancen wären eigentlich gut gewesen, wenn man in den letzten zwei Jahren ein festes Team aufgebaut hätte, und wenn man die besten Leute mitnehmen würde. Beides hatte man anscheinend nicht nötig, also kann es eigentlich auch diesmal nichts werden. Hauptfrage ist wohl eher ob sie schon in der Vorrunde an Paraguay und Schweden scheitern, oder dann an Deutschland, Holland oder Argentinien im Achtel- oder Viertelfinale. Theoretischer Topfavorit, der zumindest mich kein Jota überzeugen kann, aber ich lasse mich gerne überraschen.
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Niederlande

Nachdem die letzte Wundergeneration der Holländer bei allen Turnieren der letzten Jahre aufs schönste versagte, übernahm vor der letzten Quali mit Marco van Basten einer der größten Fußballhelden unserer Nachbarn den undankbaren Job des Bondscoaches. Dieser krempelte das Team sehr erfolgreich um, schmiss fast die gesamte Wundergeneration raus und baute dafür jede Menge junge Leute und die Kämpfer vom AZ Alkmaar in die Mannschaft ein. Und siehe da, Holland spielte wie vom anderen Stern. Die Qualifikation war ein Witz, obwohl man die schwerste Gruppe Europas zu bewältigen hatte. Der Herausforderer von Brasilien schien endlich gefunden - aber man kann sich ja bei Holland darauf verlassen das sie sich sofort selber im Weg herumstehen wenn es mal richtig gut läuft. Inzwischen haben wir schon wieder die typische Nörgelstimmung, Cruyff weiß mal wieder alles besser, die daheimgelassenen Stars schießen Giftpfeile, und die Souveränität ist schön dahin. Ein Jammer, aber halt auch mal wieder sehr lustig.

Was man spielt:
4-4-2 auf Holländerart, das heißt also Ajax Anfang der 90er statt Frankreich Ende der 90er. Man spielt nicht mehr ganz so ballverliebt und egozentrisch wie sonst, liegt daran das van Basten konsequent, wie schon angedeutet, Spieler eingebaut hat die nicht von den drei großen Vereinen kommen, sondern aus der holländischen Fußballprovinz (=alle anderen Vereine). Der Höhenflug des AZ Alkmaar hat die Holländer kämpferisch stark gemacht, und fast ein halbes Dutzend Rackerer und Wasserträger in den Dunstkreis der Nationalmannschaft gespült. Dies macht die Holländer extrem stark, zum ersten Mal seit langem hat man das Gefühl das da eine echte Mannschaft zusammenwächst. Man bleibt taktisch, im Gegensatz zu den Franzosen, extrem flexibel, manchmal setzt man auf beiden Außenbahnen echte Stürmer ein, das ist dann definitiv die offensivste Variante die derzeit überhaupt im internationalen Fußball gespielt wird.

Das Personal

Torwart: 9,0
Zum wohl letzten Mal im Tor von Holland steht Edwin van der Sar von Manchester United, einer der wirklich fast durchgängig guten Torhüter der letzten zehn Jahre. Henk Timmer, ein uns recht unbekannter Haudegen aus Hollands Ligabetrieb, hat sich mit dem AZ Alkmaar ins Blickfeld von van Basten gespielt und ist wohl die Nummer 2. Der Mann für die Zukunft heißt Maarten Stekelenburg (Ajax Amsterdam), er hat sich diese Saison bei Ajax endgültig durchgesetzt und gilt wohl zurecht als eine der großen Torwarthoffnungen in Europa. Gute Leute, wie eigentlich immer.

Abwehr: 8,0
Die linke Abwehrseite ist seit langem die Domäne von Giovanni van Bronckhorst (FC Barcelona), wobei der auch im linken Mittelfeld agieren kann. Technisch und vor allem taktisch ein Riese, spielt schnell, effektiv und fair. Zentral dürfte wohl auf jeden Fall Khalid Boulahrouz vom Hamburger SV spielen, bis auf gelegentliche Aussetzer auch ein richtig Guter. Der zweite Platz in der Innenverteidigung scheint dagegen noch nicht sicher gefunden, am häufigsten kam noch der junge John Heitinga (Ajax Amsterdam) zum Einsatz, der allerdings eigentlich eine eher durchwachsene Saison hatte. Rechts ist Jan Kromkamp (FC Liverpool) erste Wahl, hatte nach seinem Weggang vom AZ Alkmaar zunächst bei Villareal kein Glück, für Liverpool lief es zunehmend besser. Braves Arbeitstier. Sowohl links als auch zentral kann Joris Mathijsen (AZ Alkmaar) eingesetzt werden, der seine Sache in der Nationalelf meistens ziemlich überzeugend gemacht hat. Wohl erste Wahl wenn van Bronckhorst weiter vorne spielen soll. Ähnliches gilt für Andre Ooijer, nur das der zentral und rechts spielt. Der körperlich beeindruckende Ooijer ist sowas wie der ewige Ersatzverteidiger Hollands, seit Jahren kommt er rein wenn sich die Kollegen verletzen. Ein reiner Linksverteidiger ist Tim de Cler, der nächste Mann aus Alkmaars Kämpferhaufen. De Cler ist ein spätberufener, der wohl nur bei Verletzungen von Kollegen eine Chance erhalten wird. Und auch der letzte Mann in der Abwehr kommt aus Alkmaar, Kew Jaliens, ein brettharter Typ, normalerweise zentral eingesetzt aber auch schon Notnagel auf rechts gewesen. Das sind fast alles ziemlich neue Gesichter, gut zusammengestellt, noch nicht fehlerfrei - aber viel stärker als so manche Abwehrreihe mit der Holland dachte einen Blumentopf gewinnen zu können.

Mittelfeld: 8,5
Mittelfeldspieler und Stürmer sind bei den Holländern nicht alle ganz leicht zu trennen, ich gebe trotzdem mein bestes. Denny Landzaat (AZ Alkmaar, na, merkt ihr was?) ist wohl die Sensation im Spiel der Holländer. Er stand immer im Schatten der großen Auslandsstars, bis van Basten ihm das Vertrauen aussprach. Dieses Vertrauen hat Landzaat mit seiner Spielweise (er opfert sich komplett für seine Mitspieler auf, bizarres Verhalten für einen holländischen Mittelfeldspieler) zigmal zurückgezahlt. In der Nationalmannschaft spielt er meistens im zentralen oder defensiven Mittelfeld, oder rückt auf die rechte Seite. Dort, oder im offensiven Mittelfeld ist er im Verein zu Hause. Der kleine Mann ist halt ein echter Allrounder. Zentral oder links ist der uralte Philip Cocu (PSV Eindhoven), einer der wenigen Überlebenden nach van Bastens Säuberungsaktionen, vorgesehen. Falls er fit ist, dürfte Rafael van der Vaart (Hamburger SV) die Rolle hinter den Spitzen übernehmen. Oder Mark van Bommel (FC Barcelona) rückt auf diese Position, eigentlich ist er aber eher als Mann hinter van der Vaart angedacht. Dort (oder links) kann auch Wesley Sneijder (Ajax Amsterdam) spielen, bekanntlich ein Wahnsinnstalent aber derzeit nicht unbedingt in Bestform. Als defensive Variante hat schließlich Hedwiges Maduro (Ajax Amsterdam) noch den Sprung geschafft, aber das defensive Mittelfeld wird oft auch mal garnicht besetzt. Ist schade für Maduro, der auf dieser Position vielleicht das größte Talent Europas ist, aber er passt halt nicht so ganz ins System. Manchmal wird er als Innenverteidiger gebracht. Ein kleines, aber extrem feines Mittelfeld.

Sturm: 9,5
Eigentlich scheinen zwei Mann vorne gesetzt - Dirk Kuijt von Feyenoord Rotterdam, seit Jahren der dominante Torschütze in Hollands Eredivisie, und natürlich Ruud van Nistelrooy von Manchester United, der dort meißt nach Belieben trifft. Ganz klar, viel gefärlicher geht es eigentlich nicht mehr. Und wenn man sich anguckt, wer da sonst noch so mitfährt, dann kann einem Angst und Bange werden. Arjen Robben (Chelsea London) für die Flügel zum Beispiel, oder auch fürs linke Mittelfeld, falls es dort ganz offensiv zugehen soll. Oder Robin van Persie von Arsenal London, genauso vielseitig einsetzbar wie Robben, aber die Form ist wohl sogar noch einen Tick besser. Oder der 19-jährige Ryan Babel (Ajax Amsterdam), der offensiv alle Positionen spielen kann, in Hollands Spiel aber besonders gerne über rechts kommt. Und schließlich ist da noch Veteran Jan Vennegoor of Hesselink, Ersatzmittelstürmer und Mithauptverantwortlicher für die großen Erfolge von PSV Eindhoven in den letzten Jahren. Zum fürchten, diese Auswahl.

Chancen: Vor nem halben Jahr waren sie vielleicht sogar der Favorit auf den Titel, seitdem wurde aber öfters ganz schöner Murks gespielt. Jetzt scheint man sich gefangen zu haben. Mit dieser Truppe sollte das Minimalziel trotz allem Viertelfinale heissen, alles andere ist unglaubwürdig. Van Basten versucht ja gerade, die eigenen Chancen runterzureden - man kann ihn verstehen, die Auslosung war natürlich böse. Argentinien, Elfenbeinküste, Serbien, da kann halt jede Mannschaft der Welt ausscheiden. Trotzdem, wenn man sich einigermaßen fängt, ist man erster Anwärter auf den Brasilienärgerorden.
 

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15 Aug. 2002
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Brasilien

Der Weltmeister ist durch die Qualifikation spaziert, obwohl man einige unangenehme Rückschläge hinnehmen mußte. Die Selecao war in den letzten Jahren das Maß aller Dinge, gewann den Confedcup, ist Südamerikameister und ist praktisch zum Sieg verpflichtet. Die Mannschaft ist zum Teil etwas in die Jahre gekommen, und wirkt hinten gelegentlich anfällig. Das macht aber nichts, weil man alles wettmachen kann.

Was man spielt

Brasiliens Fußball wird hochgelobt, ist aber eigentlich stinkelangweilig und sofort erklärt. Die Mannschaft steht jetzt schon fest, Parreira hat seine Aufstellung fürs erste Spiel schon vor Wochen bekanntgegeben. Vorne hat man vier Überfußballer (Egal wer da spielt), die jede Mannschaft der Welt erledigen können. Der Rest verteidigt stur und gibt Pässe auf die vier Götter, ein bis zwei Mann dürfen hin- und wieder offensiv auch mal kurz aktiv werden. Wenn man hoch genug führt dürfen alle machen was sie wollen, damit Johannes B. Kerner und eine Milliarde solidarische Hausfrauen weltweit auch mal was vom Fußball haben. Taktik hat man ansonsten keine, wenn sie einen schlechten Tag erwischen und ein starker Gegner ernst macht (Argentinien beim 3:1 in Sao Paulo in der Quali zum Beispiel), können sie nur einwechseln und hoffen das einem von den neueingewechselten Spielern was einfällt. Hat mit Fußball nichts zu tun, sieht aber toll aus und verkauft sicher wieder ne Menge T-Shirts.

Das Personal

Torwart: 7,5
Die Zeiten der Pfeifen sind seit Dida leider vorbei, der Mann vom AC Mailand ist leider schon fast richtig gut, für einen Brasilianer also göttlich. Ersatzmann Rogerio Ceni (FC Sao Paulo) ist hingegen eine absolute Oberpfeife, kann nichts im Strafraum, motzt immer rum und schießt ansonsten jeden Elfmeter und so viele Freistöße wie möglich. Sollte Dida sich verletzen, bekommen wir eine tolle WM. Die Nummer drei ist Julio Cesar von Inter Mailand, kein kompletter Ausfall, schießt aber auch sehr gerne mal nen Bock.

Abwehr: 8,5
Die Viererkette steht seit Jahren. Links der kleine Mann mit den Eisenbeinen, Roberto Carlos von Real Madrid. Nicht mehr ganz auf dem Niveau das er noch vor ein paar Jahren hatte, aber natürlich immer noch die Definition eines Linksverteidigers in einer modernen Viererkette. Auf der rechten Seite sein Pendant, die Legende Cafu (AC Mailand). Der ist nun aber definitiv etwas sehr langsam geworden, und vielleicht der erste Schwachpunkt in der brasilianischen Defensive. Zentral wird ein Bundesligaduo beginnen, der immer starke Lucio vom FC Bayern München und der, nun ja, in meinen Augen völlig mittelmäßige Juan von Bayer Leverkusen. Der ist zwar auch in der Nationalelf nicht immer fehlerfrei, aber bei Parreira anscheinend fest im Plan vorgesehen. Die zweite Anfälligkeit also. Deutlich stärker erscheint mir persönlich Luizao (Benfica Lissabon), ein großer, sehr athletischer Innenverteidiger, aber vielleicht ist der etwas zu rauh. Cicinho (Real Madrid) ist der Ersatz für die rechte Seite, bei den Königlichen hat der extrem schnelle Spieler eigentlich recht gut eingeschlagen. Der Ersatz für die linke Seite ist uns aus der Bundesliga gut bekannt, der Herthaner Gilberto hat sich hier etwas überraschend als Spätberufener durchgesetzt. Zuletzt ist da noch Cris, vor einigen Jahren bei Bayer Leverkusen noch untergegangen, heute bei Olympique Lyon ein Klassespieler. Einsatz eher unwahrscheinlich, da er Innenverteidiger Nummer vier ist. Sehr eingespielte Abwehr, sehr große Namen - aber wirklich schnell hört sich das nicht an. Stark, aber verwundbar, und vielleicht sind die alten Herren bei einem langen Turnier irgendwann überfordert.

Mittelfeld: 9,5
Vor der Abwehr sind in Brasiliens System zwei defensive Mittelfeldspieler vorgesehen. Da niemand in Brasilien defensiver Mittelfeldspieler werden will, sind diese rar gesät, und eigentlich viel offensivere Spieler müssen diesen Part übernehmen. Die große Ausnahme heißt Emerson (Juventus Turin), der zwar auch lieber etwas zentraler bzw. links spielt, aber den Defensivjob ganz hervorragend erledigt. Emerson ist das eigentliche Herz des brasilianischen Spieles, nicht Ronaldinho. Wenn Emerson schlecht spielt, wird es immer ganz kritisch. Sein Partner ist Ze Roberto (Bayern München), eigentlich ein Linksaußen, aber nicht stark genug um ins Offensivquartett einzubrechen. Dieses beginnt mit dem Duo Kaka/Ronaldinho. Beide wechseln sich im offensiven Mittelfeld und als hängende Spitze ständig ab, wobei Kaka (AC Mailand) überwiegend etwas hinter Ronaldinho (FC Barcelona) agiert. Beide sind unfassbare Fußballer, und zusammen sind sie eines der stärksten Duos im offensiven Mittelfeld das die Welt je gesehen hat. Klar das bei Brasiliens Klasse auch die Ersatzleute erste Sahne sind. Juninho Pernambucano von Olympique Lyon kann jederzeit einen zentralen Regisseur spielen, und in jeder anderen Mannschaft der Welt würde er das auch tun, zumal er auch extrem torgefährlich ist. Aber das sind sie ja fast alle. Defensiv steht Gilberto Silva von Arsenal London zur Verfügung, sicher auch einer der weltbesten Spieler auf dieser Position. Oder Veteran Ricardinho, der auch links auflaufen könnte, mittlerweile bei den Corinthians Sao Paulo. Warum man für den aber zum Beispiel nicht einen von den jungen, heissen Talenten mitgenommen hat, ist mir schon etwas schleierhaft. Für den verletzten Edmilson hat Parreira auch keinen jungen Mann nachnominiert, sondern Mineiro vom FC Sao Paulo, einen 30-jährigen der noch nie im Ausland gespielt hat. Wenig mutig, aber typisch Langweiler Zagallo halt. Ach ja, natürlich absolute Weltklasse, insgesamt aber vielleicht auch einen Tick langsam. Ronaldinho und Kaka reissen aber natürlich alles raus.

Sturm: 10,0
Der stärkste Sturm der jemals in der Geschichte von Weltmeisterschaften gesichtet wurde - das hier könnte er sein. Vor allem wenn man Ronaldinho noch dazurechnet, der ja eigentlich auch fast mehr Stürmer ist. Starten wird man jedenfalls mit Ronaldo von Real Madrid, der ein klein wenig ausser Form scheint (Was bedeutet das er "nur" 14 Treffer in 23 Spielen gemacht hat), und Adriano von Inter Mailand. Beide treffen seit Jahren wie bescheuert für die Selecao, Ronaldo steht bei 59 Toren in 92 Spielen, Adriano bei 22 in 32. Als Ersatz sitzen der junge Robinho von Real Madrid und Fred von Olympique Lyon auf der Bank. Uffz. Eine überzeugende Kriegserklärung an alle Abwehrreihen der Welt, und wohl nicht zu stoppen.

Chancen:
Auch wenn man völligen Kirmesfußball spielt, diese Offensive kann warscheinlich nicht gestoppt werden. Gerade Adriano wird durch die Pässe von Kaka und Ronaldinho zu einer Waffe, die wohl einfach nicht aufzuhalten ist. Die Mannschaft ist allerdings stark überaltert, und sollte alleine schon für das Daheimlassen von ungefähr allen heissen Jungtalenten unbedingt bestraft werden. Die Vorrundengegner (Kroatien, Japan und Australien) haben dazu wohl nicht ganz das Format, aber es sind drei sehr interessante Prüfungen, und zumindest die Japaner und Kroaten spielen richtig schnellen Fußball. Danach wird es aber schon interessant - weder Tschechen noch Italiener werden pomadiges Gekicke der Brasilianer unbestraft lassen. Man kann also hoffen das sie nicht Weltmeister werden, aber wohl besser nicht zu sehr.
 

TALKHEAVY

W:O:A Metalgod
Ich glaub trotzdem, dass due gegen GUT aufgelegte Japaner (so wie im Spiel gegen uns) und auch gegen dauerkaempfende Australier ganz schoeng gefordert werden und zu knabbern haben werden. Den Brasilianer haben es gar nicht gerne wenn einem kleine Maennlein dauernd auf den kotbaren Socken stehen. Hoffentlich findet Nippon noch rechtzeitig zurueck zur DauerKampfesForm.


Hopp Schwyz!