Metal Festival ohne Metal?

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Klausi

W:O:A Metalmaster
17 Sep. 2019
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Hamburg
Man muss das mal klar formulieren: Wacken war dieses Jahr nix für mich, und ich bin seit 15 Jahren dabei.
Das lag absolut nicht an der Truppe, mit der ich da war, wir hatten mit unseren Leuten wieder an zwei Tagen sehr viel Spaß in der Old Metal Bar im Ort Wacken, dort triffste immer noch wie in jedem Jahr auf eine echt coole Musikauswahl und krasse Leute, aber das W:O:A Festival selbst konnte einfach nicht mehr punkten. Die Veranstalter können nix für’s Wetter, OK, und damit kann ich in der Regel sehr gut leben. Aber für die Musikauswahl ist der Veranstalter verantwortlich und mein Fehler war, ein Ticket gekauft zu haben, ohne zu wissen, welche Bands wo und wann spielen werden. Und dann haste BAP zur besten Sendezeit auf der Hauptbühne, ebenso wie einen schlecht singenden Axel Rose und die kaum bekannte Michael Schenker Group. Papa Roach und Clawfinger waren gut, ist aber auch kein Metal. Sicher, wenn Du suchst, findest Du zur Unzeit und auf Nebenbühnen gute Bands, mit Musik, die eben auch dem Metal Genre entsprechen. Aber als Randerscheinung. Davon sah ich leider wegen der schlechten Wetterprognose für Samstag Nacht und unserer damit verbundenen vorzeitigen Abreise am Samstag Nachmittag nichts mehr. So war ich auf dem größten “Metal“ – Open-Air-Festival, ohne eine einzige Metal Band gesehen zu haben. Ist mein eigenes Dingen, Aber dies war mal ein Metal Festival mit Exoten auf den Nebenbühnen, nicht umgekehrt. Das kann’s doch nicht sein. Wahre Metal Fans mit langen Haaren waren unter dem Publikum ebenso die Minderheit, dafür haste eher kölsche Gutbürger reiferen Alters, die sich darüber aufregen, wenn man ihren Musikgenuss dadurch stört, dass man die schlechten Konzerte wie das von Guns n Roses vorzeitig verlässt und sie einmal zur Seite treten müssen, oder Ballermann – Gruppen auf dem Camp-Ground, die mit Mallorca-Hits permanent Musik spielen, die noch nicht mal im Entferntesten was mit Metal zu tun hat.
Dazu kommt die 110%ige Kommerzialisierung, man muss die Bühnen vor lauter Verkaufsbuden schon suchen. Ne, steht man auf Metal Musik, muss man sich andere, bessere Open Airs suchen, Wacken wurde spätestens in diesem Jahr vom Merch, der Kommerzialisierung, dem Gigantismus und dem Mainstream gekapert. Wem das gefällt – gerne. Wie Wacken zu sein hat, sagt Dir ja mittlerweile auch die BILD-Zeitung: Angst, Hass Titten und der Wetterbericht. Für mich ist dat wohl nix mehr
☹
. Nicht mehr, ohne dass ich weiß, welche Bands spielen. Oder ich fahr nach Wacken ohne Karte und bleibe im Ort oder so.
Wenn du auf den ganzen guten Kram stehst, fährst halt zum KIT, Headbangers, Iron Fest... Wacken hat auch nette Bands, ohne Frage, aber ist halt kein kleines Festival das sich spezialisiert, sondern möglichst breit streut.
 

WardenOfSouls

Newbie
3 Aug. 2025
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Ich finde das ganze Thema immer sehr schwierig.

Musik ist im Grundsatz erstmal Geschmackssache aber das WOA ist ursprünglich definitiv ein "Metal" Festival. Jetzt ist Metal aber ein extrem weit gefächertes Genre. Wo hört also Metal auf und wie unterscheidet man das dann bei der Bandauswahl?
Du wirst immer jemanden finden der mit dir über die Genres einer Band diskutiert.

Ich denke das hat hier 2 Gründe:
1. Mit mehr Genres bekommst du mehr Leute ran -> Mehr Geld, mehr Reichweite, mehr Werbung in verschiedensten Communitys
2. Entzerrung auf dem Gelände. Also absichtlich recht unterschiedliche Genres gleichzeitig oder direkt nacheinander auftreten lassen damit nicht jedes Konzert auf jeder Bühne bis zur Kapazitätsgrenze des Geländes voll ist (wie z.B. bei Guns N Roses oder bei Schandmaul der Wackinger Bereich).

Ich persönlich finde extrem viele Genres spannend und mag die Vielfalt hier aber ich kann es auch verstehen wenn man frustriert ist wenn als Metal-Fan auf einem metal-Festival keine wirkliche Band dabei ist die einem gefällt.

Am Ende hilft da eigentlich nur vorab informieren wer alles so kommt und dann entscheiden. Klar, Tickets schnell ausverkauft etc. aber die Ticket Börse funktioniert ziemlich gut für mich bisher jedes Jahr. Ich muss auch immer bis 1-2 Monate vorher warten bis ich Tickets kaufe.

Also ja ich kann dich verstehen, das wird sich aber sehr wahrscheinlich nicht ändern.
 

IDontKnow

W:O:A Metalhead
18 Aug. 2012
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Hamburg
Wacken war noch nie ein reines Metal Festival, wie kommen Leute immer darauf? Schon auf den ersten Ausgaben waren die Headliner Rockbands...

Ansonsten habe ich natürlich auch dieses Jahr wieder zu quasi jedem Zeitpunkt irgendwo mindestens eine Thrash, Death oder Black Metal Band spielen gesehen. Vielleicht mal nicht nur im Camp hocken, dann stellt man auch fest dass Metal Bands anwesend sind :ugly:

Aber eigentlich ist es müßig, wieso antworte ich überhaupt darauf...
 

Herr Jott

W:O:A Metalhead
7 Aug. 2007
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Hamburg
Wacken hat sich verkauft . Ist halt nicht mehr Wacken.
Das fällt dir früh auf. ;)
Es war mal ein Festival auch für Leute, die normalerweise nicht auf Festivals gehen. Das ist lange her. Inzwischen weiß man doch, was einen erwartet?

Und zum Verkauf, Metal ist eben kein ideologisch unterbauter Punk oder Ska. Metal war von Anfang an auch kommerziell. Ich fand immer nur, dass die Macher offener dazu hätten stehen sollen.
Zumindest die üblichen "wir müssen als Firma auch profitorientiert denken"-Antworten erwarte ich halt, anstatt immer nur diese Metalfamilie-Phrasen zu wiederholen.

Oder einfach mal "ja, wir haben damals gesagt, hier spielen niemals Maiden, aber wenn der Erfolg winkt, würde ihn sich jeder greifen". Wäre Aufgabe der Journalisten, endlich mal die richtigen Fragen zu stellen, aber wahrscheinlich erwarten die gar keine solche Tiefe des Themas beim "Wackön".
 

fimbul117

Newbie
8 Aug. 2022
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Man muss das mal klar formulieren: Wacken war dieses Jahr nix für mich, und ich bin seit 15 Jahren dabei.
Das lag absolut nicht an der Truppe, mit der ich da war, wir hatten mit unseren Leuten wieder an zwei Tagen sehr viel Spaß in der Old Metal Bar im Ort Wacken, dort triffste immer noch wie in jedem Jahr auf eine echt coole Musikauswahl und krasse Leute, aber das W:O:A Festival selbst konnte einfach nicht mehr punkten. Die Veranstalter können nix für’s Wetter, OK, und damit kann ich in der Regel sehr gut leben. Aber für die Musikauswahl ist der Veranstalter verantwortlich und mein Fehler war, ein Ticket gekauft zu haben, ohne zu wissen, welche Bands wo und wann spielen werden. Und dann haste BAP zur besten Sendezeit auf der Hauptbühne, ebenso wie einen schlecht singenden Axel Rose und die kaum bekannte Michael Schenker Group. Papa Roach und Clawfinger waren gut, ist aber auch kein Metal. Sicher, wenn Du suchst, findest Du zur Unzeit und auf Nebenbühnen gute Bands, mit Musik, die eben auch dem Metal Genre entsprechen. Aber als Randerscheinung. Davon sah ich leider wegen der schlechten Wetterprognose für Samstag Nacht und unserer damit verbundenen vorzeitigen Abreise am Samstag Nachmittag nichts mehr. So war ich auf dem größten “Metal“ – Open-Air-Festival, ohne eine einzige Metal Band gesehen zu haben. Ist mein eigenes Dingen, Aber dies war mal ein Metal Festival mit Exoten auf den Nebenbühnen, nicht umgekehrt. Das kann’s doch nicht sein. Wahre Metal Fans mit langen Haaren waren unter dem Publikum ebenso die Minderheit, dafür haste eher kölsche Gutbürger reiferen Alters, die sich darüber aufregen, wenn man ihren Musikgenuss dadurch stört, dass man die schlechten Konzerte wie das von Guns n Roses vorzeitig verlässt und sie einmal zur Seite treten müssen, oder Ballermann – Gruppen auf dem Camp-Ground, die mit Mallorca-Hits permanent Musik spielen, die noch nicht mal im Entferntesten was mit Metal zu tun hat.
Dazu kommt die 110%ige Kommerzialisierung, man muss die Bühnen vor lauter Verkaufsbuden schon suchen. Ne, steht man auf Metal Musik, muss man sich andere, bessere Open Airs suchen, Wacken wurde spätestens in diesem Jahr vom Merch, der Kommerzialisierung, dem Gigantismus und dem Mainstream gekapert. Wem das gefällt – gerne. Wie Wacken zu sein hat, sagt Dir ja mittlerweile auch die BILD-Zeitung: Angst, Hass Titten und der Wetterbericht. Für mich ist dat wohl nix mehr
☹
. Nicht mehr, ohne dass ich weiß, welche Bands spielen. Oder ich fahr nach Wacken ohne Karte und bleibe im Ort oder so.
Dann ist es wohl besser das du irgendwo hingehst, wo halt genau deine Bands auftreten. Also ich hab dieses Jahr jeden Tag auf jeder Bühne zu verschiedenen Zeiten Metal gehört. Wenn natürlich für dich nur Black- und Thrashmetal wirklich Metal sind wirds mit Frstivals für dich schwierig, weil Musik sich halt entwickelt. Es gibt halt auch überall heute Power, Pagan, Nu, Metalcore und andere Cores. Dann ists wenigstens ein Miesepeter weniger. Bzgl. Anderer Kritikpunkte: Sure, lässt sich bloß meist nicht verhindern. Außer man hat halt Connections zu den größten Bands der Welt und kriegt die auf ein 100 Mann Festival eingeladen. (Ist nicht unmöglich, aber eher selten.)
 

grenelt

Newbie
3 Aug. 2025
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Was dieses Jahr praktisch vollständig fehlte waren wenigsten ein oder zwei Bands, die als NWOBHM/klassischer Metal durchgehen - nachdem Saxon abgesagt hatte war kein Headliner mehr für's Gefühl dabei. Ich glaube, dass ist das, was der OP meinte...
 

grenelt

Newbie
3 Aug. 2025
2
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Das ist wie Schweinebraten mit Knödeln und Kraut - und dann kriegste ein Schälchen Krautsalat. Nicht schlecht und die richtige Beilage - but where's the beef?
 

Hirnschlacht

Moderator
14 Mai 2007
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Oumpfgard
Heiliger Bimbam, ist der Thread ein Fiebertraum!

Ich weiß nicht, ob ich schon wieder für eine so trolliger "echte Mettla" Diskussion bereit bin...

Ich hab die Gesamttendenz halt anders erlebt (und beobachtet).

Metaller sind bei Frauen eher auf der unbeholfenen Seite, und murmeln dann im besten Fall schnell noch was über Bathory und bieten dir ein Bier an.

Ballermanns lassen tendenziell eher unsubtil durchscheinen was sie sich im Leerlauf so im Internet ansehen.

Und dass Metal/Goth/Schwarze Szene eine recht erkennbare Subkultur ist („endlich normale Leute“) wollen wir hier im Wacken-Forum jetzt nicht ernsthaft leugnen, oder?

Aber mir ging es hier erstmal ums allgemeine Thema Sicherheit bei einem traditionell chaotischen Festival.
Du hast doch eben erklärt, du wüsstest um der Bedeutung von Anekdoten?

Nein, Metaller sind keine homogene, schüchterne Gruppe, die nicht mit Frauen sprechen kann. Die sind am Ende genauso räudig gegenüber Frauen, wie der Durchschnitts(Baller-)mann.

Völlig egal, ob man den erkennt, oder nicht.