Ich denke nicht, dass das Wetter da eine große Rolle spielt, zumal man das selbst 'ne Woche oder zwei Wochen davor nicht wirklich absehen kann. Der Ticketpreis ist mittlerweile eben an einem kritischen Punkt angekommen, an dem sich mehr potenzielle Besucher als früher zu Recht fragen werden, ob sie das noch finanzieren wollen oder eben nicht. Hinzu kommen ja auch noch Anreise, Verpflegung, etc. pp.. Ich habe letztens kurz eine Diskussion darüber gehabt, was mich der Spaß ungefähr kosten würde, wenn ich dieses Jahr hinfahren wollte. Ca. 600€ wären das, und ich gehe auf Festivals i.d.R. eher nicht so verschwenderisch mit meinem Geld um. Theoretisch könnte ich mir das sogar noch leisten, aber wozu? Es verbessert sich doch nichts in einem für mich spürbaren Rahmen. Ich hatte 2022 knapp 45 Minuten zu den Hauptbühnen - und da war's nicht mal schlammig. Bei anderen Festivals brauch ich je nach Größe 10 (M'era Luna z.B.) oder 15 Minuten (Summer Breeze). Die Preisgestaltung für Verpflegung ist sicherlich auch auf anderen Festivals gaga, aber halt immer noch nicht so extrem wie auf dem Wacken - von den Ticketpreisen ganz zu schweigen. Da zieht dann irgendwann halt auch das Argument, dass man für sein Geld ja etwas geboten bekomme, nicht mehr, weil man a) sowieso nicht alles sehen kann und b) schon beim Grundpreis weit drüber ist.
Das ist jetzt nur meine Sicht der Dinge, die logischerweise nicht allgemeingültig ist, aber je höher der Preis, desto intensiver die Überlegung, ob man nicht lieber woanders aufschlägt. Für den Ticketpreis des Wacken komm' ich dieses Jahr wieder auf die zwei o.g. Festivals und leb' unter dem Strich auch wesentlich entspannter. Ein Festival sollte schlussendlich keine Arbeit, sondern Vergnügen sein, und schon 2022 war das für mich eindeutig kein Vergnügen mehr.
Ich wünsch' jedem, der weiterhin dort sein wird, aufrichtig viel Spaß. Aber ich kann's auch verstehen, dass immer mehr Menschen lieber zwei- oder gar dreimal darüber nachdenken, zumal die Lebenserhaltungskosten im "echten Leben" ja auch unerbittlich erhöht. Klar, der Veranstalter muss auch von irgendetwas leben, aber ich glaub schon, dass man sich da in den letzten Jahren womöglich ein bisschen verzockt bzw. in eine Sackgasse manövriert haben könnte. Jeder will was vom Kuchen abhaben und bloß keine Abstriche machen, aber die Geldbeutel vieler Besucher sind dadurch am Ende des Monats auch nicht praller gefüllt.