Ich glaub das ist auch ein bisschen ein Generationending... oder so.
Was ich meine: wer mit der new Wave of British Heavy Metal groß geworden ist mag auch das heute noch bevorzugen und fand z.B. Ende der 90er / Anfang der 2000er die Nu-Metal Welle eher etwas "naja".
Bei mir wars anders herum, ich bin damit groß geworden und kann heute was an dem NWOBHM finden, aber meine musikalische Heimat wars nicht.
Und heute feiern nun Leute, die noch mal 15-20 Jahre jünger sind halt BMTH, Architects, Poppy, Motionless in White, Ice Nine Kills oder Bad Omens.... (und wie sie alle heißen) Letzere beide hab ich bei RaR auch gesehen und muss sagen, vom Sound und Atmosphäre waren die echt top. Aber man hat auch gemerkt: Publikum dort war eher jünger, beim parallel laufenden Volbeat oder nächsten Tag bei Iron Maiden - die auch sehr gut drauf waren - war der Schnitt an Zuschauern älter.
Bei EC, Papa Roach und Linkin Park waren irgendwie alle da...
Also denke: ja da wird man die Jahre noch mehr von hören. Ist es was für jeden? Sicher nicht. Für Wacken? Unpassend nicht, aber bei der aktuellen Ausrichtung auch nicht Kernpublikum.
Und da muss man dann gucken, wie viele dieser neueren Bands, gerade der schon größeren man sich leisten will. Langfristig kommen da sicherlich mal die eine oder andere aus der "neueren" Welle an Bands (viele gibts ja 10 Jahre+) aber muss man dosieren und sich leisten wollen, gerade wenn der Kern noch eher was anderes hört.
Dieses Generationen Ding, verstehe ich irgendwie nicht ganz. Das es Bands und musikalische Richtungen gibt, die man gerade aus Nostalgie Gründen bevorzugt, kann ich noch nachvollziehen, aber aus dem Grund mit anderem Zeug nichts anfangen können, dann wieder nicht.
NWOBHM hat geile Sachen, genauso wie Nu Metal, oder eben genannte jüngere Bands wie BMTH, Bad Omens, etc.
Ich kann eher durch die Jahre und Musikrichtungen hinweg mit mehr Bands nichts anfangen, als dass ich das auf einen Ding runterbrechen könnte.
Ne, also dann verzichte ich lieber. Dieses "mal gucken kommen" finde ich furchtbar insb. für die Stimmung bei anderen Bands.
Als in den 90ern und frühen 00er Jahren der klassische Metal für tot erkärt wurde, kamen gegen alle Wahrscheinlichkeit junge Leute für _diese_ Musik auf den Acker. Nu Metal hat in Wacken nie eine bedeutende Rolle gespielt.
Während der sog. Nu-Metal-Welle der 00er Jahre gab es auch Metalheads, die jung nach Wacken kamen. Man muss nur in den alten Forumsteilen gucken. Viele mit Regdatum 2001-2005 sind jetzt um die 40-45 und waren also damals um die 20. Also z.B. ab Waldi oder ich. Oder einige Freunde von mir, die auch 2003 das erste mal da waren. Kaum jemand den ich kenne hatte damals mit Linkin Park angefangen oder mit Papa Roach. Eher mit Iron Maiden, Blind Guardian oder Halloween. Vor allem Blind Guardian war so eine Band, die irgendwie jeder Rollenspieler kannte.
Ich glaube auch nicht, dass heute alle Jugendlichen auf die gleiche Weise per TikTok ihre Events zusammenstellen.
(Architects hatten wir auch schon.)
Aber so fängt es doch häufig an. Ich glaube die viele Menschen kommen das erste mal "mal gucken". Sehe ich auch nichts schlimmes dran. Das ist in der Regel ein kleiner Teil im Publikum, der gar nicht auffallen sollte, wenn genug "feste" Fans da sind.
Klar, aber es ist aus meiner Sicht heraus ein eklatanter Unterschied, ob aus einem Tiktok-Event-Charakter heraus neue Leute kommen und eine Band entdecken und dann wieder zum nächsten Tiktok-Event weiterziehen oder ob mit weniger Social Media Hype geschieht.
Früher haben Metalheads ihre Musik auch eher nicht im Radio kennengelernt. Im Gegenteil war "radio-tauglich" nicht besonders nett gemeint.
Gern geschehen.
~ Gatekeeper-Chu
Es ist aber eben nicht mehr früher. Und Tik Tok ist kein Radio.
Man geht heute auch völlig anders an Musik ran. Früher war Metal hören eine Abgrenzung gegen den Mainstream und eine bewusste Positionierung in einer alternativen Subkultur.
Heute ist Metal zwar sicher noch im gewissen Sinne alternativ und eine Subkultur, aber schon lange nichts rebellisches, gegen den Mainstream gerichtetes, anti-Establishment Ding mehr. Klar funktioniert der Untergrund noch etwas anders, aber es ist halt niemand mehr geschockt, wenn man Metal Shirts trägt, oder auf Konzerte geht.
Mein Eindruck ist da, dass heute viel eher einfach Musik gehört wird, ohne dass man sich deshalb abgrenzend in der jeweiligen Subkultur einfinden muss. Jemand der heute zum Metal Konzert geht, geht Morgen zum Pop/Hip Hop Konzert und kommt trotzdem nächstes Jahr wieder.