Eine Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace

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Metalhead of switzerland

W:O:A Metalmaster
Da war die Zeit ja früh dran. Die Depeschen sind ja auch kein Problem gewesen - die wirklich bösen Sachen wurden ja gar nicht hochgespielt.


Natürlich hat die Waschmaschine den Frauen Zeit geschenkt - aber die Emanzipationsbewegung fand ihren Ursprung nicht in der Hausfrauengemeinschaft, sondern in der intellektuellen Elite (also StudentInnen).
Das Problem am Netz ist, dass der Umbruch nur über 3 Ecken am User ankommt. Die Rolle der Kunst wurde neu bewertet, die Rolle der Arbeit ebenso, und das soziale Engagement hat auf einmal nicht mehr nur Saufen zum Triebmotor. Und dann sieh dir an, was mit dem Datenschutz auf einmal passiert - vor 15 Jahren kannte kaum jemand die Bedeutung des Wortes.

Wenn man sich mal umsieht, muss man aber feststellen, dass das Netz noch zu jung ist, um eine realistische Abschätzung zu ermöglichen. Wie schon gesagt ist Tunesien jetzt mal ein Beispiel, bei dem gerade die Generation Internet auf einen Schlag einen Umbruch initiierte. Wie das weitergeht, wird man sehen.

Beim Buchdruck dauerte es auch hunderte Jahre, bis sich der tatsächliche Impact eingestellt hat.

Praktisch alle Umbrüche fanden ihren Ursprung in der geistigen Elite, aber es ist immer noch das "Fussvolk" welches diesen austrägt. Emanzipatorische Gedanken gab es schon realtiv lange, aber erst, als die Frauen auch die Zeit hatten, sich mit diesen zu beschäftigen, entstand eine breite Bewegung. Unterschätze niemals die Kraft eines Kaffeekränzchens.;)
Das würde mich aber jetzt interessieren, inwiefern Kunst und Arbeit neu bewertet werden, ausserhalb der einschlägigen Kreise (Internetkünstler, Informatiker usw.). Und das soziales Engagement vor dem Internet nur Saufen als Triebkraft hatte, dass bezweifle ich jetzt aber massiv. Der Mensch ist an sich ein soziales Wesen, und dementsprechend gibt es alle möglichen Gründe, die zu einem Engagement führen.
Und Datenschutz wurde nun mal erst mit der entsprechenden Technologie zu dem Goliath, das es heute ist. Eine Begleiterscheinung der Entwicklung.

Und das man die Auswirkung erst in ein paar Jahrzehnten wirklich abmessen kann, dem stimme ich zu. Aber das Internet ist an und für sich einfach ein neues, schnelleres Medium, als es das Pamphlet war, wenn es um die Organisiation von Protesten usw. geht.

Und das mit dem Buchdruck stimmt, hauptsächlich, weil es verdammt lange ging, bis die Technologie weit genug war für Massenproduktionen.
 

Donngal

W:O:A Metalhead
12 Jan. 2010
2.961
0
61
Münster Gremmendorf
www.festivalisten.de
verlegt aus dem was denkt ihr grade Thread:

Nein, das INternet hat sich keinen Gesetzen zu unterwerfen... Die MENSCHEN, die sich darin rumtreiben haben sich Gesetzen zu unterwerfen!
Ein Auto (Internet) hat sich ja auch keiner StVO zu unterwerfen, sondern der Fahrer (Internetnutzer)... Und wenn das Auto mit seinem Fahrer in Italien unterwegs ist, hat sich der Fahrer auch an die dortige StVO zu halten... Das

Genauso strafbar ist es, wenn ich im Netz jemanden beleidige, bedrohe oder sonstwas mache. Ob man mich kriegt ist die andere Sache, weil ich ja theoretisch sonst welchen MÜll bei der Anmeldung angeben kann...

Für WEN ist es denn strafbar? Wenn ich als deutscher in Kirgirsistan ins Netz gehe, welche Gesetze gelten für mich? Oder wenn ich mich als Kirgise auf einer deutschen Website befinde? Diese Dinge sind bisher nur unzureichend geklärt...
 

King-of-Darkness

W:O:A Metalmaster
3 Mai 2008
8.244
1
83
127.0.0.1
Dann wird das Internet da ja super weiterhelfen.
Naja, die Schweden haben es schon erfahren, dass die USA an ihrem Gesetz vorbei mit ihrer Regierung einen Geheimdienst aufgezogen haben. Wird wohl in der nächsten Wahl ne Quittung geben. Und einige Leute haben ihre Sachen auch packen dürfen. Zumal ja nur ein Bruchteil der Cables bisher veröffentlicht wurde...
Das würde mich aber jetzt interessieren, inwiefern Kunst und Arbeit neu bewertet werden, ausserhalb der einschlägigen Kreise (Internetkünstler, Informatiker usw.).
Ein illegaler Download kümmert niemanden, digitale Musik wird nur noch als Centware wahrgenommen. Ebenso verhält es sich mit Bildern (guck dir mal die Google Bilder Assoziation an - streng genommen alles "Raubkopien"). Und die Wikipedia und Linux habe ich ja als soziale Projekte schon genannt. Das eine ist halt für Programmierer, das andere für jeden.
Für WEN ist es denn strafbar?

...und vor Allem was und wo wird verhandelt?
Das ist ja der Grund, warum das Internet derartige "Rechtsunsicherheit" bietet. Zumal die Staaten nicht gerade sinnvoll agieren, was Strafverfolgung angeht (probier das mal aus, nachdem du dich von einem Osteuropäer bescheißen lassen hast ;) )
 

FromTheToedden

W:O:A Metalmaster
15 Mai 2007
39.903
47
93
Wald von Dunwyn
Naja, die Schweden haben es schon erfahren, dass die USA an ihrem Gesetz vorbei mit ihrer Regierung einen Geheimdienst aufgezogen haben. Wird wohl in der nächsten Wahl ne Quittung geben. Und einige Leute haben ihre Sachen auch packen dürfen. Zumal ja nur ein Bruchteil der Cables bisher veröffentlicht wurde...


Immer noch die Frage, ob das nih ohne Internet auch passiert wäre ;)
 

King-of-Darkness

W:O:A Metalmaster
3 Mai 2008
8.244
1
83
127.0.0.1
Immer noch die Frage, ob das nih ohne Internet auch passiert wäre ;)

Schwerer. Man ist im Netz zwar nicht automatisch anonym (auch wenn das von den meisten Nutzern gedacht wird), aber man kann anonym werden und damit ohne Angst vor Verfolgung Kontakte knüpfen und Informationen austauschen. Dass Manning erwischt wurde, lag ganz einfach daran, dass er seinen Mund nicht halten konnte und prahlen musste (bei Lamo).
 

Frostgrinder

W:O:A Metalhead
6 Nov. 2002
2.906
0
61
46
Nexus von Sominus
Website besuchen
Ich darf doch mal schwer lachen und dich auf http://de.wikipedia.org/wiki/Internet verweisen.
Wenn du einen KERN hast, dann sind es Genossenschaften wie DENIC, ICANN und die anderen Registerdienste. Man kann das Netz nicht einfach ausknipsen...


Nun, dieses illusorische Gedankengut ist tatsächlich streitbar. Es ist aber zweifelsfrei erwiesen, dass das Internet dazu geführt hat, dass viele Leute in Freiwilligenarbeit große Projekte ans Laufen bringen und diese der Allgemeinheit zugute kommen. Beispiele dafür wären die Linux-Community, die wikipedia und die OpenSource-Gemeinde. Das ist zumindest sozialer als die Realwelt.
Zudem braucht der Mensch Ideale, um eine Entwicklungsrichtung vorgeben zu können. Sie mögen nie erreicht werden, aber ohne Ziel marschieren führt im Gegenzug zu gar keinem Fortschritt.

Der Punkt "sozialer als die Realwelt" stört mich.
Das ist doch nicht wirklich messbar.
Lange vor dem Internet gab es soziale Projekte und Bewegungen die viel erreicht haben. Und natürlich ist die Kommunikation dank dem Internet viel einfacher.
Und dank dem Internet ist es u.a. möglich, soziale Dienste und Hilfsprojekte evtl. vereinfachter zu koordinieren.
Aber die Arbeit von Mensch zu Mensch und an der Basis kann das Netz nicht ersetzen.
Womit das Internet meiner Meinung nach nicht per se als sozialer als die Realwelt anzusehen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

King-of-Darkness

W:O:A Metalmaster
3 Mai 2008
8.244
1
83
127.0.0.1
Der Punkt "sozialer als die Realwelt" stört mich.
Das ist doch nicht wirklich messbar.

Das ist richtig, es ist nicht messbar. Genauso wenig wie Glaube oder Hoffnung.

Ich kann mich jedoch nicht an irgendeine Zeit erinnern, in der mehr Menschen mehr Arbeitskraft unentgeltlich der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt haben, als es durch das Internet der Fall ist. Hier geht es nicht allein um Koordination oder Kommunikation, sondern um Bereitstellung von Informationen und Dienstleistungen.

Pick dir mal irgendein Problemthema raus und suche mal, wie viele Foren du dazu findest.

Im Gegenzug sehe ich mir mein Dorf an und muss mit Bedauern feststellen, dass sowas wie Feuerwehr oder DRK (was ja eigentlich Sozialdienste bis zum Äußersten sind) hauptsächlich als Entschuldigung für gemeinsames Saufen gelten. Und nein, ich lasse hier nicht den militanten Antialkoholiker raus, mir ist es scheißegal, wie viel Leute saufen, aber betrunken zum Einsatz rausfahren ist fahrlässig, wenn nicht gemeingefährlich (und das gab es schon). Ein sozialer Gedanke ist da kaum zu finden (es geht auch anders, ja, hatte ich auch schon zwei Feuerwehren).
Kleiner Tipp: Geh mal mit offenen Augen durch die Stadt. Sieh mal, wie zuvorkommend die Menschen in der Bahn sind, wie hilfsbereit gegenüber Fremden und wie höflich an der Kasse des Ladens. Es gibt nicht umsonst öfter mal Dokumentationen, wo man einfach mal testet, ob einer angegriffenen Frau in der Fussgängerzone geholfen wird oder nicht. Und die Bilanz ist erschreckend, selbst wenn nur die Hälfte stimmt.
 

woa-klappstuhl

W:O:A Metalmaster
12 Apr. 2004
20.551
61
103
POYENBERG
Website besuchen
Es ist aber zweifelsfrei erwiesen, dass das Internet dazu geführt hat, dass viele Leute in Freiwilligenarbeit große Projekte ans Laufen bringen und diese der Allgemeinheit zugute kommen. Beispiele dafür wären die Linux-Community, die wikipedia und die OpenSource-Gemeinde. Das ist zumindest sozialer als die Realwelt.
Zudem braucht der Mensch Ideale, um eine Entwicklungsrichtung vorgeben zu können. Sie mögen nie erreicht werden, aber ohne Ziel marschieren führt im Gegenzug zu gar keinem Fortschritt.

Ja, Freiwilligenarbeit gab/gibt es ja außerhalb des internets nicht Und VOR dem internet gab es Freiwilligenarbeit schon gar nicht...
Die Trümmerfrauen haben natürlich mit vorgehaltenem Gewehr gearbeitet.... War mir entfallen...

Und erst seit Bestehen des Internets hat sich der Mensch von einem asozialen Haufen Scheiße zu einer "Zivilisation" erhoben... War mir auch ganz entfallen...

Und davon zu reden, dass das Internet vielleicht Regeln verinnerlicht hat, die es zuvor auch schon gegeben hat, DAS wäre VÖLLIG vermessen...
Das Netz hat halt die Welt erfunden... Vorher war alles kosmischer Staub hier...


Aber ich versteh ja auch nix vom Netz von daher bin ich eigentlich auch unwürdig, was hierzu zu schreiben...
Vergeßt es doch bitte..
 

woa-klappstuhl

W:O:A Metalmaster
12 Apr. 2004
20.551
61
103
POYENBERG
Website besuchen
Schwerer. Man ist im Netz zwar nicht automatisch anonym (auch wenn das von den meisten Nutzern gedacht wird), aber man kann anonym werden und damit ohne Angst vor Verfolgung Kontakte knüpfen und Informationen austauschen. Dass Manning erwischt wurde, lag ganz einfach daran, dass er seinen Mund nicht halten konnte und prahlen musste (bei Lamo).


Die meisten wie auch ich Ahnungsloser meinen mit anonym wohl eher die Tatsache, dass man sich nicht von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzt und somit einige Internet-Rambos meinen, den ganz großen markieren zu können, einfach, weil sie so nicht greifbar sind...;)
 

Bärtel

W:O:A Metalmaster
2 Juli 2010
5.991
1
83
Zentralschweiz
Da triffste den Kern. Das Ganze kommt bei dir religiös rüber...
Die Leute werden in der Bahn auch nicht netter, nur weil es
vielleicht 50 Foren über unfreundliche Menschen in der Bahn gibt...
Ja, Freiwilligenarbeit gab/gibt es ja außerhalb des internets nicht Und VOR dem internet gab es Freiwilligenarbeit schon gar nicht...
Die Trümmerfrauen haben natürlich mit vorgehaltenem Gewehr gearbeitet.... War mir entfallen...
Und erst seit Bestehen des Internets hat sich der Mensch von einem asozialen Haufen Scheiße zu einer "Zivilisation" erhoben... War mir auch ganz entfallen...
Und davon zu reden, dass das Internet vielleicht Regeln verinnerlicht hat, die es zuvor auch schon gegeben hat, DAS wäre VÖLLIG vermessen...
Das Netz hat halt die Welt erfunden... Vorher war alles kosmischer Staub hier...
Aber ich versteh ja auch nix vom Netz von daher bin ich eigentlich auch unwürdig, was hierzu zu schreiben...
Vergeßt es doch bitte..
Ahaha.
 

woa-klappstuhl

W:O:A Metalmaster
12 Apr. 2004
20.551
61
103
POYENBERG
Website besuchen
jetzt les ich mir erstmal den ersten Beitrag komplett durch....:D

Interessant finde ich schonmal den Senf, der Cyberspace wäre ein "Akt der Natur"...
Soso... Die Natur hat den Cyberspace also erschaffen....:rolleyes:



auch interessant:
Wir GLAUBEN, dass unsere Ordnung durch Ethik, erleuchtetem Selbstinteresse und dem sozialen Ganzen entstehen wird.
Wer hat denn ethische Grundsätze beschlossen? Der Cyberspace sicher nicht...



Goldene Regel:
Geprägt im Mittelalter... Also komisch, erst sich von der Realwelt offen abspalten und dann eine von der Realwelt geprägte Regel aufgreifen...
Paßt eigentlich nciht so ganz zusammen...


Der Absatz mit den „Kindern“ ist zusammenhangloses Gefasel…
Immigranten? Sind diejenigen, die in die Cyberwelt einsteigen keine Immigranten?
Sicher ist die Reale Welt ohne uns weiter lebensfähig, der Cyberspace aber nicht… Aber irgendwo sind wir nun mal körperliche Wesen, die sich nur THEORETISCH im Cyberspace befinden.
Die reale Welt ist nun mal die Welt, in der man sich körperlich bewegt… Ohne die geht’s nicht… Ohne den Cyberspace geht’s sehr wohl!


Das globale Netz der Gedanken benötigt Eure Fabriken nicht mehr, um zu funktionieren.
Kann mir das globale Netz der Gedanken auch was zu Fressen und zu Saufen geben??
Oder wie soll ich ohne was zu essen und trinken überleben, um das globale Netz der Gedanken zu bereichern?

Wir werden uns über den ganzen Planeten verteilen, sodaß niemand unsere Gedanken verhaften kann.
Unfug!
Abschließend möchte ich sagen, dass GEDANKEN auch außerhalb des Cyberspaces frei und unverhaftbar sind!
Um mir Gedanken zu machen, brauche ich keinen Cyberspace, nur einen gemütlichen Platz an der Sonne und Ruhe… BEIDES finde ich im Cyberspace nicht… Nur in der realen Welt…
Und sobald man GEDANKEN äußert, sind es keine GEDANKEN mehr… Egal ob schriftlich im Cyberspace oder in irgendeiner Form in der realen Welt…
Gedanken spielen sich ausschließlich im Kopf ab. Alles andere sind „Äußerungen“, das kommt von „nach Außen tragen/für andere zugänglich machen“…




Wenn ich den Text aus Sicht des Philosophen in mir betrachte, muß ich sagen, dass er fast großartig ist…
Aber eigentlich muten die Ausführen wie die eines Sektenanführers an, der leichtgläubige Schäfchen gewinnen will….
Der Text grenzt schon fast an Verrat an den Wurzeln…


Tut mir Leid, dass ich Ahnungsloser wieder mal meinen Senf dazugegeben habe….
Wie gesagt, theoretisch finde ich den Text schön geschrieben… THEORETISCH…
 

Bärtel

W:O:A Metalmaster
2 Juli 2010
5.991
1
83
Zentralschweiz
Ihr redet komplett am King vorbei. Ausserdem ist Sarkasmus ja toll, aber das war schon eher kindisches blödstellen. Nicht böse gemeint, aber ihr mach den Eindruck, als hättet ihr im Grundsatz nicht verstanden was King eigentlich sagen will, seid aber trotzdem vehement dagegen.
Aber eigentlich muten die Ausführen wie die eines Sektenanführers an, der leichtgläubige Schäfchen gewinnen will….
Ist das nicht die etwas angepasste amerikanische Unabhängigkeitserklärung? :D