Um die Diskussion mal wieder ein bisschen zu "erden", bevor für das nächste Wacken noch Tote prophezeit werden:
Wie viele Besucher waren an euren negativen Erfahrungen beteiligt bzw. haben sie verursacht? Ein paar Hundert, vielleicht 1000, wobei die Rollifahrer-Geschichte die Zahl sogar noch gewaltig in die Höhe treibt. Bei offiziell 75.000 eine sehr geringe Zahl, oder? Es ist natürlich ärgerlich, wenn man selber betroffen ist, aber trotzdem handelt es sich um Einzelfälle, so dass man die Kirche im Dorf lassen sollte.
Einen gewissen Prozentsatz an Idioten hat man immer dabei, wenn viele Menschen aufeinandertreffen. Aber, gemessen an der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung, ist der beim Wacken doch sehr gering.
Ich war von Donnerstag bis Sonntag während der Auftrittszeiten fast durchgehend im Infield und habe nichts von vollgepissten Bierbechern, Boxereien oder rücksichtslosem Verhalten gegenüber Rollifahrern mitbekommen. Im Gegenteil: Ich stand häufig im Bereich der Rollibühne und es wurde immer Platz gemacht. Bei Epica ist einer besoffen zusammengeklappt, und da alle Sanis und Secs bei In Flames rumliefen, haben sich einige Umstehende um ihn gekümmert, bis ich Hilfe geholt hatte.
Wo die ja schon im Ankündigungs-Thread wegen Callejon und Bullet For My Valentine befürchtete und hier auch wieder erwähnte Emo-Invasion war, hat sich mir ebenfalls nicht erschlossen. Bei dem WOA 2009, das ich besucht habe, ist sie jedenfalls ausgeblieben.
Das einzige, was mir wirklich auf den Sack gegangen ist, war die blöde Angewohnheit irgendwelcher Pickelbacken, händchenhaltend 20er- oder 30er-Ketten zu bilden und direkt nach den Auftritten quer zum "Hauptstrom" über das Gelände zu rennen. Das kann wirklich mal übel enden, weil die Leute hinten weiter nachdrücken, weil sie nicht sehen, wenn vorne wieder Kinderketten unterwegs sind. Ich habe wegen der Bälger nach In Extremo geschlagene 20 Minuten von der Black Stage zum Zelt gebraucht und die erste Viertelstunde von UK Subs verpasst...
Bei der Masse an Besuchern würde es meiner Ansicht nach Sinn machen, einen zusätzlichen Ein- und Ausgang zum Infield in die Mitte zu setzen oder zumindest den weniger stark genutzten Party Stage-Eingang mehr in Richtung der Hauptbühnen zu verlegen. So könnte man die Zuschauerströme nach publikumsträchtigen Bands besser verteilen. Aber das ist eine Sache der Organisation. Die Besucher haben sich, soweit ich das beobachten konnte, im Großen und Ganzen sehr rücksichtsvoll und vernünftig verhalten.