Kommerz ohne Ende

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BastiSito

W:O:A Metalhead
6 Juni 2010
2.543
16
63
Da hinten, wo es so riecht.
Sie..

Und ich meinte, dass Wacken durch den ganzen Kommerz nicht mehr das ist was es ursprünglich mal war, da war die Idee nicht "Komm, wir scheffeln jetzt nen Haufen Kohle :o"

*kicher*

Sorry.
Spätestens nachdem der unternehmerisch bescheuerte Stunt mit den Onkels in den Neunzigern nicht in die Grütze geballert ist und die GmbH gegründet wurde, würde ich "Geld scheffeln" durchaus als Hauptgrund fürs WOA sehen.

Klar, macht auch Spass, coole Nummer, lecker Massen von Bier. Aber die Veranstalter wollen schon Geld mit verdienen und nicht ihr Seelenheil im Rahmen des trve metal holy mother fucking ghost reinwaschen.
:D
 

Northern Death

W:O:A Metalmaster
1 Mai 2004
15.850
2
83
Dlm am Wildpferd
hairniteout.blogspot.de
*kicher*

Sorry.
Spätestens nachdem der unternehmerisch bescheuerte Stunt mit den Onkels in den Neunzigern nicht in die Grütze geballert ist und die GmbH gegründet wurde, würde ich "Geld scheffeln" durchaus als Hauptgrund fürs WOA sehen.

Klar, macht auch Spass, coole Nummer, lecker Massen von Bier. Aber die Veranstalter wollen schon Geld mit verdienen und nicht ihr Seelenheil im Rahmen des trve metal holy mother fucking ghost reinwaschen.
:D
Das Festival ist in den Zweitausendern trotzdem kontinuierlich und kontinuierlich schneller gewachsen, es hat vor allem was das Publikum betrifft eine zunehmende Trendwende gegeben und verschiedenen Leuten ist das an verschiedenen Punkten so stark angefangen auf den Keks zu gehen, dass sie nicht mehr hinfahren. Diese Trendwende ist das, was eigentlich immer wieder bedauert und fälschlicherweise als "Kommerz" betitelt wird. Es darf bezweifelt werden, dass das allein den Veranstaltern zuzuschreiben ist, die Ursachen sind wohl vielmehr in der allgemeinen Entwicklung der Musikrichtung zu suchen. Was kommerziellere Ausrichtung angeht, haben zunehmende Besucherzahl und zunehmende Berichterstattung in den Massenmedien eine Wechselwirkung erzeugt, die letztendlich in einem Sammelsurium für ein bunt gemischtes und nicht immer (eher fast nie) ansprechendes Publikum gegipfelt ist. Das zu kritisieren ist aber völlig legitim.
 

BastiSito

W:O:A Metalhead
6 Juni 2010
2.543
16
63
Da hinten, wo es so riecht.
Das Festival ist in den Zweitausendern trotzdem kontinuierlich und kontinuierlich schneller gewachsen, es hat vor allem was das Publikum betrifft eine zunehmende Trendwende gegeben und verschiedenen Leuten ist das an verschiedenen Punkten so stark angefangen auf den Keks zu gehen, dass sie nicht mehr hinfahren. Diese Trendwende ist das, was eigentlich immer wieder bedauert und fälschlicherweise als "Kommerz" betitelt wird. Es darf bezweifelt werden, dass das allein den Veranstaltern zuzuschreiben ist, die Ursachen sind wohl vielmehr in der allgemeinen Entwicklung der Musikrichtung zu suchen. Was kommerziellere Ausrichtung angeht, haben zunehmende Besucherzahl und zunehmende Berichterstattung in den Massenmedien eine Wechselwirkung erzeugt, die letztendlich in einem Sammelsurium für ein bunt gemischtes und nicht immer (eher fast nie) ansprechendes Publikum gegipfelt ist. Das zu kritisieren ist aber völlig legitim.

Unbestritten ist das legitim. Und unbestritten um Längen substantiierter als die alte "Ach, Kommerzkacke" und "Früher war alles besser" Totschlag-Keule.

Aber hey, unterfüttern wir mal:

Kontinuierlich gewachsen ist es immer, es gab nie einen Rückgang an Besuchern. Kein niemals ohne Ausnahme: 2004 auf 2005 gab es einen Einbruch um über 15%.

Von 1998 - 2003 stieg die Besucherzahl kontinuierlich von 20.000 auf 30.000 Leute, also in geschmeidigen 5 Jahren um 30%. Das ist - zumindest im Gesamtvergleich - eher lahmarschig.

Extreme Besuchersprünge gab es:

1997 auf 1998: 100% Zuschauerwachstum
2006 auf 2007: 50% Zuschauerwachstum.

Das mit 2007 ist wohl extrem leicht zu erklären, wenn man sich das line-up ansieht. Ansonsten sehe ich keine Konzentration auf "die Zweitausender" mit Größenwachstum. Von 2007 auf 2010 ists von 72.000 auf 82.000 gewachsen - 4 Jahre für 14,5% sind nicht gerade ein "beschleunigtes Größerwerden".


Nackte Zahlen sind wie alkoholfreies Bier mit Tofu-Grillwürstchen, hm? Was unbestreitbar ist, ist natürlich die subjektive Wahrnehmung. Insbesondere die von Dir angesprochene Medienpräsenz (Was immer Herrn Carstensen da hingetrieben hat), die "sideshows" wie Wrestlingzelt, Tittenbaden und Zirkuszelt sowie die Aufmerksamkeit großer Sponsoren (Jägermeistergedöns) geben einem zumindest das Gefühl, sich zu nem Rock am Ring für Kuttenträger zu begeben.

Nur darf man sich nicht der Illusion hingeben, ein solches Festival wie Wacken - das durchaus eine Marktlücke und eine Bedürfnis nach einem solchen Festival in den 90ern fand - würde auf alle Zeit diese familiäre Atmosphäre bewahren. Mundpropaganda, Zugkraft der Bands etc - klar zieht es MEHR Leute, bis eine Beschränkung durch zB Behörden erfolgt ("Ey, auf dem Acker aber nicht mehr als 80.000, okay?") oder die maximalen Metalheads dorthin gehen (und wir sind mehr als man glaubt). Will man das beschränken? WOA 2017 mit 10.000 Exklusivkarten würde soviel Zorn bei den Metalheads erzeugen, dass WOA in 2 Jahren tot wäre.

Und die WOA-Touris - die lauteste und präsenteste Gruppe ist nicht immer die umfangreichste. ;)

Scheisse, ich kling wie n BWLer.
 

Undomiel

W:O:A Metalmaster
27 Dez. 2001
39.051
1
83
56
Hamburg
Unbestritten ist das legitim. Und unbestritten um Längen substantiierter als die alte "Ach, Kommerzkacke" und "Früher war alles besser" Totschlag-Keule.

Aber hey, unterfüttern wir mal:

Kontinuierlich gewachsen ist es immer, es gab nie einen Rückgang an Besuchern. Kein niemals ohne Ausnahme: 2004 auf 2005 gab es einen Einbruch um über 15%.

Von 1998 - 2003 stieg die Besucherzahl kontinuierlich von 20.000 auf 30.000 Leute, also in geschmeidigen 5 Jahren um 30%. Das ist - zumindest im Gesamtvergleich - eher lahmarschig.

Extreme Besuchersprünge gab es:

1997 auf 1998: 100% Zuschauerwachstum
2006 auf 2007: 50% Zuschauerwachstum.

Das mit 2007 ist wohl extrem leicht zu erklären, wenn man sich das line-up ansieht. Ansonsten sehe ich keine Konzentration auf "die Zweitausender" mit Größenwachstum. Von 2007 auf 2010 ists von 72.000 auf 82.000 gewachsen - 4 Jahre für 14,5% sind nicht gerade ein "beschleunigtes Größerwerden".


Nackte Zahlen sind wie alkoholfreies Bier mit Tofu-Grillwürstchen, hm? Was unbestreitbar ist, ist natürlich die subjektive Wahrnehmung. Insbesondere die von Dir angesprochene Medienpräsenz (Was immer Herrn Carstensen da hingetrieben hat), die "sideshows" wie Wrestlingzelt, Tittenbaden und Zirkuszelt sowie die Aufmerksamkeit großer Sponsoren (Jägermeistergedöns) geben einem zumindest das Gefühl, sich zu nem Rock am Ring für Kuttenträger zu begeben.

Nur darf man sich nicht der Illusion hingeben, ein solches Festival wie Wacken - das durchaus eine Marktlücke und eine Bedürfnis nach einem solchen Festival in den 90ern fand - würde auf alle Zeit diese familiäre Atmosphäre bewahren. Mundpropaganda, Zugkraft der Bands etc - klar zieht es MEHR Leute, bis eine Beschränkung durch zB Behörden erfolgt ("Ey, auf dem Acker aber nicht mehr als 80.000, okay?") oder die maximalen Metalheads dorthin gehen (und wir sind mehr als man glaubt). Will man das beschränken? WOA 2017 mit 10.000 Exklusivkarten würde soviel Zorn bei den Metalheads erzeugen, dass WOA in 2 Jahren tot wäre.

Und die WOA-Touris - die lauteste und präsenteste Gruppe ist nicht immer die umfangreichste. ;)

Scheisse, ich kling wie n BWLer.

In der Tat. Aber halt alles richtig gesagt/erkannt :)
 

Seatiger

W:O:A Metalmaster
1 Dez. 2008
6.840
0
81
Unbestritten ist das legitim. Und unbestritten um Längen substantiierter als die alte "Ach, Kommerzkacke" und "Früher war alles besser" Totschlag-Keule.

Aber hey, unterfüttern wir mal:

Kontinuierlich gewachsen ist es immer, es gab nie einen Rückgang an Besuchern. Kein niemals ohne Ausnahme: 2004 auf 2005 gab es einen Einbruch um über 15%.

Von 1998 - 2003 stieg die Besucherzahl kontinuierlich von 20.000 auf 30.000 Leute, also in geschmeidigen 5 Jahren um 30%. Das ist - zumindest im Gesamtvergleich - eher lahmarschig.

Extreme Besuchersprünge gab es:

1997 auf 1998: 100% Zuschauerwachstum
2006 auf 2007: 50% Zuschauerwachstum.

Das mit 2007 ist wohl extrem leicht zu erklären, wenn man sich das line-up ansieht. Ansonsten sehe ich keine Konzentration auf "die Zweitausender" mit Größenwachstum. Von 2007 auf 2010 ists von 72.000 auf 82.000 gewachsen - 4 Jahre für 14,5% sind nicht gerade ein "beschleunigtes Größerwerden".


Nackte Zahlen sind wie alkoholfreies Bier mit Tofu-Grillwürstchen, hm? Was unbestreitbar ist, ist natürlich die subjektive Wahrnehmung. Insbesondere die von Dir angesprochene Medienpräsenz (Was immer Herrn Carstensen da hingetrieben hat), die "sideshows" wie Wrestlingzelt, Tittenbaden und Zirkuszelt sowie die Aufmerksamkeit großer Sponsoren (Jägermeistergedöns) geben einem zumindest das Gefühl, sich zu nem Rock am Ring für Kuttenträger zu begeben.

Nur darf man sich nicht der Illusion hingeben, ein solches Festival wie Wacken - das durchaus eine Marktlücke und eine Bedürfnis nach einem solchen Festival in den 90ern fand - würde auf alle Zeit diese familiäre Atmosphäre bewahren. Mundpropaganda, Zugkraft der Bands etc - klar zieht es MEHR Leute, bis eine Beschränkung durch zB Behörden erfolgt ("Ey, auf dem Acker aber nicht mehr als 80.000, okay?") oder die maximalen Metalheads dorthin gehen (und wir sind mehr als man glaubt). Will man das beschränken? WOA 2017 mit 10.000 Exklusivkarten würde soviel Zorn bei den Metalheads erzeugen, dass WOA in 2 Jahren tot wäre.

Und die WOA-Touris - die lauteste und präsenteste Gruppe ist nicht immer die umfangreichste. ;)

Scheisse, ich kling wie n BWLer.

Aber früher war wirklich alles besser. Ich war da, und du nicht, und deshalb weiß ich es besser, verstehst du?:o:p




Im Ernst, danke für deinen Beitrag. Super zusammengefasst.
 

Northern Death

W:O:A Metalmaster
1 Mai 2004
15.850
2
83
Dlm am Wildpferd
hairniteout.blogspot.de
Unbestritten ist das legitim. Und unbestritten um Längen substantiierter als die alte "Ach, Kommerzkacke" und "Früher war alles besser" Totschlag-Keule.

Aber hey, unterfüttern wir mal:

Kontinuierlich gewachsen ist es immer, es gab nie einen Rückgang an Besuchern. Kein niemals ohne Ausnahme: 2004 auf 2005 gab es einen Einbruch um über 15%.

Von 1998 - 2003 stieg die Besucherzahl kontinuierlich von 20.000 auf 30.000 Leute, also in geschmeidigen 5 Jahren um 30%. Das ist - zumindest im Gesamtvergleich - eher lahmarschig.

Extreme Besuchersprünge gab es:

1997 auf 1998: 100% Zuschauerwachstum
2006 auf 2007: 50% Zuschauerwachstum.

Das mit 2007 ist wohl extrem leicht zu erklären, wenn man sich das line-up ansieht. Ansonsten sehe ich keine Konzentration auf "die Zweitausender" mit Größenwachstum. Von 2007 auf 2010 ists von 72.000 auf 82.000 gewachsen - 4 Jahre für 14,5% sind nicht gerade ein "beschleunigtes Größerwerden".


Nackte Zahlen sind wie alkoholfreies Bier mit Tofu-Grillwürstchen, hm? Was unbestreitbar ist, ist natürlich die subjektive Wahrnehmung. Insbesondere die von Dir angesprochene Medienpräsenz (Was immer Herrn Carstensen da hingetrieben hat), die "sideshows" wie Wrestlingzelt, Tittenbaden und Zirkuszelt sowie die Aufmerksamkeit großer Sponsoren (Jägermeistergedöns) geben einem zumindest das Gefühl, sich zu nem Rock am Ring für Kuttenträger zu begeben.

Nur darf man sich nicht der Illusion hingeben, ein solches Festival wie Wacken - das durchaus eine Marktlücke und eine Bedürfnis nach einem solchen Festival in den 90ern fand - würde auf alle Zeit diese familiäre Atmosphäre bewahren. Mundpropaganda, Zugkraft der Bands etc - klar zieht es MEHR Leute, bis eine Beschränkung durch zB Behörden erfolgt ("Ey, auf dem Acker aber nicht mehr als 80.000, okay?") oder die maximalen Metalheads dorthin gehen (und wir sind mehr als man glaubt). Will man das beschränken? WOA 2017 mit 10.000 Exklusivkarten würde soviel Zorn bei den Metalheads erzeugen, dass WOA in 2 Jahren tot wäre.

Und die WOA-Touris - die lauteste und präsenteste Gruppe ist nicht immer die umfangreichste. ;)

Scheisse, ich kling wie n BWLer.
Eine Steigerung um 100% von 97 bis 98 bedeutet aber de facto trotzdem nur einen Bruchteil des reellen Ansteigs an Besuchern, den man in den 2000ern zu verzeichnen hatte, je nach Anfangswert von dem man im Vorjahr ausgeht. Klar, dass bei einer Besucherzahl von 30.000 keine Steigerung um 100% mehr zu erwarten ist. Die These des kontinuierlich (Ausnahme eingeräumt) zunehmenden Besucheranstiegs ist also durchaus haltbar...

Ansonsten gibt es nichts weiter zu widersprechen. Der Illusion, es würde auf ewig so eine familiäre Atmoshpäre bleiben gibt sich ja auch niemand hin, es wird lediglich bedauert dass es nicht mehr so ist und eine Konsequenz daraus gezogen, nämlich nicht mehr hinzufahren. ;)
 

woa-klappstuhl

W:O:A Metalmaster
12 Apr. 2004
20.550
58
103
POYENBERG
Website besuchen
Aber hey, unterfüttern wir mal:

Kontinuierlich gewachsen ist es immer, es gab nie einen Rückgang an Besuchern. Kein niemals ohne Ausnahme: 2004 auf 2005 gab es einen Einbruch um über 15%.

Von 1998 - 2003 stieg die Besucherzahl kontinuierlich von 20.000 auf 30.000 Leute, also in geschmeidigen 5 Jahren um 30%. Das ist - zumindest im Gesamtvergleich - eher lahmarschig.

Extreme Besuchersprünge gab es:

1997 auf 1998: 100% Zuschauerwachstum
2006 auf 2007: 50% Zuschauerwachstum.

Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast....:o