Die liebe SONY wollte wissen wie's war, fuer alle die noch nichts gelesen hatten, hier ne Zusammenfassung aus meiner Sicht:
Kurzer Konzertbericht:
Die Band zeigte sich erfreulicherweise spielfreudig und ganz besonders Herr Halford hatte einen Bombentag erwischt: sowohl gesanglich wie auch von der Spielfreude her. Seine Stimme hat sich naturgemaess im Alter etwas gewandelt, die ehemals klaren spitzen Schreie wurden nun zunehmend von hohen Kreischern der Extraklasse abgeloest--der pure Wahnsinn. Von Verschleisserscheinungen-zumindest in Essen beim Auftakt der Deutschlandtour-keine Spur!
Es gab lediglich zwei kleinere Fehlerchen zu bekritteln - der ruhigere Zwischenteil von Victim of Changes war gesanglich komischerweise sehr drucklos gesungen und die Acousticversion von Diamonds... wurde von RIPPER doch deutlich intensiver interpretiert. Ausserdem kann man sich darueber streiten ob das ''poppige'' Turbo Lover den Altklassiker Exciter ersetzen sollte. Gut war allerdings, dass fuer Turbo Lover nicht, wie bei einigen Scandinavien Gigs, ein Song des neuen Albums dran glauben musste.
Aber das ist alles Erbsenzaehlerei: das Konzert war gigantisch! Der Sound war toll: die Gitarren waren stark nach vorne gemischt ohne dass der Gesamtsound und der klare Gesangssound darunter litten. Das muss man erst mal hinbekommen--obwohl mir bei einer Soloeinlage von Herrn Tipton fast das Trommelfell ob der spitzen Gitarrentoene geplatzt waere - und ich bin einiges gewoehnt!
Die Stimmung entwicklte sich von erwartungsvoll ueber freudig zur Priest-Party, was natuerlich immer stark am Frontman, also Herrn Halford, haengt. Doch an diesem Tage kommunizierte er ausgiebig mit dem Publikum, machte das eine oder andere ungewoehnliche Gesangsspielchen und grinste (!)-Wir sprechen hier tatsaechlich von Herrn Halford--nicht nur einmal ueber beide Spitzoehrchen. Das gipfelte dann sogar in einem Kuesschen fuer Herrn Tipton waehrend eines Gitarrensolos! Kurzum: nach einer Warmwerdphase des Publikums hatte Halford die Fans mit knappsten Gesten voll im Griff, da reichte mitunter ein einzelner Fingerzeig und das Publikum reagierte.
Nach dem letzten Song verteilte Herr Tipton reichlich Plektren ans gierige Publikum und Herr Travis ueberrechte zwei gluecklichen Neubesitzern seine Sticks.
Und tatsaechlich: als ich draussen nach dem Konzert noch ein bisschen Werbematerial und Promo-Cds verteilte, sah ich, dass sich die nach und nach aus der Halle kommenden Musiker sogar etwas Zeit nahmen, den zunehmend mehr werdenden Fans jeweils (!) zwei/drei Autogramme zu geben. Alle! Auch der sonst eher fanscheue Herr Halford.
Somit war das Konzert und das drumherum ein wirklich voller Erfolg, was in Zeiten von Ticketpreisen solcher Bands bei nun staendig ueber 40 Euro auch so sein MUSS. Wenn die Band jetzt neben der musikalischen Leistung auch noch die Basisarbeit -wenigstens temporaer- etwas verstaerkt (z.B. die eine oder andere Autogrammstunde in irgendeiner Cd-Handelkette oder auf einem Festival wie Wacken sowie es Dio letztes Jahr getan hat, Fanaktionen vom Management oder der Plattenfirma), steht einer Wiedergeburt als Monsterband -und somit ausverkauften Hallen- nichts mehr im Wege!
Unter den Gaesten waren Goetz Kuehnemund, Doro Pesch (Ex-Warlord) sowie eine ca. 60 jaehrige Dame, die schon 2001 Portraitfotos der damaligen Besetzung vor einem Hotel machen durfte, die sie nun 2005 fuer ihr poesiealbumaehnliches Buechlein voller Autogramme signieren liess... Sachen gibts!
Zusatz: Die hohen Preise bei Merchandise artikeln (T shirt ab 30€, Kapuzensweater 70€) fuehren vermehrt dazu, dass die Merchandise Staende leer bleiben. Ich stand direkt daneben an einem tisch und konnte das gut beobachten Vor dem Konzert haben wenige sich irgendwas gekauft, nach dem Konzert, wahrscheinlich durch die Euphorie, begruendet, ein paar mehr. allerdings kam die vierkoepfige Verkaufscrew nie auch nur ansatzweise ins Schwitzen. in Zeiten des Internets und des somit zunehmenden Informationsaustausches, sollten sich diese Verkaeufer mal klar darueber werden, dass nun auch der hirnloseste Fan mitbekommen hat, dass es die meisten Artikel bei Merchandise-Versand-Firmen wie z.B. EMP fuer etwas mehr als die Haelfte gibt (T-Shirts bei ca. 18 Euro). Ein Ansturm auf Merchandise-Staende habe ich anders in erinnerung und das argument ''Das durchweg aeltere Publikum arbeitet ja und hat das Geld dafuer und ist bereit es auszugeben'' ist bei eh schon hohen Ticketpreisen plus Anfahrtkosten plus Verzehrkosten sowie in Zeiten andauernder Konjunkturflaute und Massenentlasungen nicht (mehr) haltbar.
Playlist, Essen, 10.3.2005
Hellion/Electric Eye
Metal Gods
Riding on the Wind
The Ripper
Touch of Evil
Judas Rising
Revolution
Hot Rockin'
Breaking the Law
I'm a Rocker
Diamonds and Rust
Deal with the Devil
Beyond the Realms of Death
Turbo Lover
Hellrider
Victim of Changes
The Green Manalishi (with the two pronged crown)
Painkiller
Zugaben:
Hell Bent for Leather
Living after Midnight
You've got another thing coming