und das steht heute im Abendblatt:
Männer habens schwer
Das Kennenlernen - warum Frauen stets erfolgreicher sind
Von Gabriele Prochnow
Hamburg - Ein lauer Sommerabend im Café, am Elbstrand oder an der Bar. Und schwupp! - ist es passiert, der Blick bleibt hängen: ein toller Mann, eine wunderbare Frau. Immer wieder treffen sich die Blicke wie zufällig. Und nun? Ansprechen? Wer traut sich?
Für Frauen kommt hier die gute Nachricht: Sie können kaum etwas falsch machen. Der Sozialpsychologe Manfred Hassebrauck stellt in seinem Buch "Warum wir aufeinander fliegen" die Studie eines amerikanischen Kollegen vor. Dieser schickte männliche und weibliche "Lockvögel" in eine Bar. Sie sollten Vertreter des jeweils anderen Geschlechts auf unterschiedliche Art und Weise ansprechen. Ergebnis: Egal, wie Frauen Männer ansprechen, ob ganz direkt, eher unverbindlich oder schnodderig-frech, zu über 80 Prozent ist die Reaktion positiv. Ein unverbindlicher Einstieg à la "Wie heißt die Band, die hier spielt?" führt sogar in 100 Prozent der Fälle zum Erfolg.
Für Männer ist die Situation brisanter. Ein falscher Einstieg kann alle ihre Chancen gleich zunichte machen. Mit einer schnodderig-frechen Anmache ernten sie bestenfalls Bewunderung von ihren Kumpels - bei drei von vier Frauen kommen sie damit aber gar nicht an. Auch hier ist die unverbindliche Ansprache der beste Weg zum Erfolg. Immerhin 70 Prozent der so angesprochenen Damen reagierten positiv.
Im Vergleich zu den Erfolgsquoten der Frauen ist das trotzdem verhältnismäßig wenig. 100 Prozent Treffer, also freie Auswahl, ist das Privileg der Damenwelt. Offensichtlich spielt auch bei der Partnerwahl des Menschen "female choice", die Wahl des Weibchens, eine entscheidende Rolle.
Wen wunderts? Schließlich hat sich diese Methode in weiten Teilen des Tierreichs seit Jahrtausenden bewährt.