Liebes Wacken-Team,
ich möchte Euch hiermit mein ehrliches Feedback zu meiner Teilnahme am diesjährigen Wacken Open Air geben. Leider war mein Erlebnis in diesem Jahr in vielerlei Hinsicht enttäuschend, vor allem im Hinblick auf die Barrierefreiheit und den Umgang des Personals mit meiner Einschränkung.
Ich bin gehbehindert, habe aufgrund eines Unfalls 32 Operationen am Fuß hinter mir, eine Fußheberschwäche sowie ein versteiftes Sprunggelenk. Das Gehen fällt mir besonders auf unebenem oder matschigem Gelände sehr schwer. In diesem Jahr war das Festivalgelände – wie ihr selbst wisst – durch die Witterungsbedingungen extrem schwierig zu begehen. Trotz meiner Einschränkungen habe ich mich bemüht, das Festival zu genießen. Leider stieß ich bei mehreren Versuchen, Unterstützung zu bekommen, auf Unverständnis oder Ablehnung seitens des Sicherheitspersonals.
Besonders enttäuschend war eine Situation am Samstag beim Zugang zu Wheels of Steel. Ich bat einen Guard freundlich, mir eine Abkürzung zu ermöglichen, da mir der normale Weg im tiefen Schlamm kaum möglich war. Die Reaktion war sehr unfreundlich und abweisend. Ich fühlte mich nicht ernst genommen. Im Gegensatz dazu hatten mir die Guards im Vorjahr sehr hilfsbereit Zugang über Notausgänge gewährt, als sie sahen, dass ich große Schwierigkeiten beim Laufen hatte. In diesem Jahr war ich zudem gezwungen, Gummistiefel zu tragen, wodurch ich meine Orthese – die meine Behinderung sichtbar macht – nicht tragen konnte. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass meine Einschränkung in Frage gestellt wurde, als sei sie „unsichtbar“ gleich „nicht existent“.
Zum Vergleich: 2019, als ich schwanger war und ebenfalls eingeschränkt mobil, wurde mir vom Team vorbildlich geholfen. Ich durfte mein Zelt in der Nähe der Sanitäranlagen bei Camp S aufbauen – das war eine echte Erleichterung und gelebte Inklusion.
Dieses Jahr dagegen fühlte ich mich allein gelassen, unverstanden und stellenweise sogar als lästig empfunden. Ich konnte aufgrund der Bedingungen und fehlender Unterstützung nur sehr wenig vom Festival erleben, was mich ehrlich gesagt tief enttäuscht hat.
Ich wünsche mir von Euch eine Stellungnahme zu meinem Anliegen und einen konstruktiven Ausblick, wie Wacken künftig inklusiver gestaltet werden kann – sowohl in der Infrastruktur als auch im Verhalten des Personals. Menschen mit sichtbaren wie unsichtbaren Behinderungen sollten sich auf einem Festival wie Wacken willkommen und unterstützt fühlen – nicht ausgegrenzt.
Mit freundlichen Grüßen
Angie
ich möchte Euch hiermit mein ehrliches Feedback zu meiner Teilnahme am diesjährigen Wacken Open Air geben. Leider war mein Erlebnis in diesem Jahr in vielerlei Hinsicht enttäuschend, vor allem im Hinblick auf die Barrierefreiheit und den Umgang des Personals mit meiner Einschränkung.
Ich bin gehbehindert, habe aufgrund eines Unfalls 32 Operationen am Fuß hinter mir, eine Fußheberschwäche sowie ein versteiftes Sprunggelenk. Das Gehen fällt mir besonders auf unebenem oder matschigem Gelände sehr schwer. In diesem Jahr war das Festivalgelände – wie ihr selbst wisst – durch die Witterungsbedingungen extrem schwierig zu begehen. Trotz meiner Einschränkungen habe ich mich bemüht, das Festival zu genießen. Leider stieß ich bei mehreren Versuchen, Unterstützung zu bekommen, auf Unverständnis oder Ablehnung seitens des Sicherheitspersonals.
Besonders enttäuschend war eine Situation am Samstag beim Zugang zu Wheels of Steel. Ich bat einen Guard freundlich, mir eine Abkürzung zu ermöglichen, da mir der normale Weg im tiefen Schlamm kaum möglich war. Die Reaktion war sehr unfreundlich und abweisend. Ich fühlte mich nicht ernst genommen. Im Gegensatz dazu hatten mir die Guards im Vorjahr sehr hilfsbereit Zugang über Notausgänge gewährt, als sie sahen, dass ich große Schwierigkeiten beim Laufen hatte. In diesem Jahr war ich zudem gezwungen, Gummistiefel zu tragen, wodurch ich meine Orthese – die meine Behinderung sichtbar macht – nicht tragen konnte. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass meine Einschränkung in Frage gestellt wurde, als sei sie „unsichtbar“ gleich „nicht existent“.
Zum Vergleich: 2019, als ich schwanger war und ebenfalls eingeschränkt mobil, wurde mir vom Team vorbildlich geholfen. Ich durfte mein Zelt in der Nähe der Sanitäranlagen bei Camp S aufbauen – das war eine echte Erleichterung und gelebte Inklusion.
Dieses Jahr dagegen fühlte ich mich allein gelassen, unverstanden und stellenweise sogar als lästig empfunden. Ich konnte aufgrund der Bedingungen und fehlender Unterstützung nur sehr wenig vom Festival erleben, was mich ehrlich gesagt tief enttäuscht hat.
Ich wünsche mir von Euch eine Stellungnahme zu meinem Anliegen und einen konstruktiven Ausblick, wie Wacken künftig inklusiver gestaltet werden kann – sowohl in der Infrastruktur als auch im Verhalten des Personals. Menschen mit sichtbaren wie unsichtbaren Behinderungen sollten sich auf einem Festival wie Wacken willkommen und unterstützt fühlen – nicht ausgegrenzt.
Mit freundlichen Grüßen
Angie