Ich möchte übrigens mal schnell darauf hinweisen, dass es sich bei diesen Taten NICHT um einen Amoklauf handelt. Amokläufe laufen in allen Fällen spontan und ungeplant ab und die Opfer werden wahllos getötet. Die BEzeichnung Amoklauf ist sowieso die falsche Bezeichnung für diese Taten, da der Amoklauf ursprünglich (im indonesischen Raum) etwas Ehrenvolles war, vergleichbar mit den Duellen in Europa. Man ist in der Forschung dazu übergegangen, so etwas als S.M.A.S.H. (Sudden Mass Assault Syndome with Homicide) zu bezeichnen. Littleton, Erfurt und der Fall jetzt werden als "shool shootings" bezeichnet Im Gegensatz zum S.M.A.S.H. sind diese allerdings bis ins Letzte durchgeplant und somit im Grunde ein simpler Massenmord!
Aber an der Stelle kommen nun die CS ins Spiel. Die shootings sind von den Tätern wie ein Computerspiel aufgebaut. Die Art, wie sie sich während der Tat verhalten, ähnelt der Vorgehensweise in Computerspielen. Allerdings kann man hier sagen, dass die Computerspiele zwar oft das Muster vorgeben, aber auf gar keinen Fall Hauptauslöser der Tat sind, sonder eher im Sinne des "Schlüssel-Schloss"-Prinzips zu sehen sind also quasi der bekannte "letzte Tropfen".
Dass die Täter meistens soziale Außenseiter sind, ist unbestritten, aber es stellt sich doch die Frage, ob sie von vornherein diese Außenseiterposition innehaben, ober sich absichtlich in diese Position begeben, um negative Aufmerksamkeit zu bekommen. Also im Grunde sind sie Egozentriker. Eine Abwärtsspirale. Sie denken, sie seien Außenseiter und ziehen sich deswegen schwarze Mäntel und Metalshirts an, weil sie genau wissen, dass sie dadurch Aufmerksamkeit bekommen. Nur können sie irgendwann mit dieser negativen Aufmerksamkeit nicht mehr umgehen und steigern sie sich irgendwann in einen paranoiden Wahn, der in diesen "school shootings" endet. Ich glaub, sowas könnte man im weitesten Sinne als "self-fulfilling prophecy" bezeichnen. Nur so eine Theorie, die noch weiter erforscht werden müsste.
Das sieht man aber daran, dass in den letzten Tagen bestimmt wieder jede Mange kleine Kinder mit schwarzen Mänteln und Manson-Shirts in die Schule gerannt wären, wenn wir keine Ferien hätten.
Übrigens ist innerhalb der ersten 10 Tage nach einem solchen Vorfall auf Grund der Berichterstattung mit Nachahmern zu rechnen.
Rein korrelativ sehe ich den Einfluss medialer Gewalt allerdings nicht. Schließlich wird immer wieder vergessen, dass sich auch Leute nach der Lektüre vom "Werther" umgebracht haben. Aber trotzdem nur eine kleine Kausalität in einem Haufen anderer. Dazu kommt allerings die Theorie, dass sich Jugendliche oft mediale Vorbilder suchen, die ihre Probleme häufig gewaltsam lösen. Fehlt jetzt der vernünftige soziale Unterbau durch Familie und Gesellschaft ist diese Kausalität nicht mehr ganz so klein.
Ich finde es aber äußerst witzig, dass die Leute, die sagen, CS und Gewaltfilme hätten überhaupt keinen Einfluss, die gleichen sind die sagen, dass Big Brother und co. dazu führen, dass die Bevölkerung immer dümmer wird, also hier den kausalen Zusammenhang als eindeutig bewiesen sehen...