Also ganz ehrlich, es gibt hier so einiges, was ich für extrem Schwachsinnig halte:
1) Zu viele Crowdsurfer.
Ja super, soll man jetzt vorher die Menge an Surfern zählen bevor man selbst anfängt?
Und wenn auf einmal viele an einer Stelle sind, dann liegt das zum einen mit an denen, die sich hier einen drauf keulen die Crowdsurfer zurückgegeben zu haben, zum anderen auch sonst an der tragenden Menge. Der Crowdsurfer selber hat ja wohl keinen Einfluss darauf, wo's hingeht.
1.1) Auf kleinen Konzerten ist das anders.
Am Arsch, da sind's zwar insgesamt weniger aufgrund der geringeren Menge an Menschen, aber relativ sind es teils sogar mehr. Ich möchte nur mal das Sacred Reich Konzert am 1.7. im Turock nennen. Da gab es kaum einen Moment in dem nicht mindestens einer auf den ersten Reihen hing.
2) Ständig umschauen müssen.
Ich war die letzten Jahre recht häufig in der Menge, dieses Jahr weniger, und da hat's immer super funktioniert, dass sich in meinem Umkreis jeder mal umgeschaut hat, und es wurde oft auch schon einige Sekunden bevor jemand ankam schon von hinten gewarnt.
3) Fliegende/fallende Crowdsurfer.
Wieder ein Punkt, an dem die Menge und nicht der Surfer schuld ist. Was sind das für Idioten, die einen Crowdsurfer weitergeben ohne die vornstehenden zu warnen? Und was für Wichser, die einen Crowdsurfer durch die Luft werfen?
4) Begrabschen von Frauen.
Gut, passt nicht ganz in die Liste, aber auch hier ist wieder die Menge schuld. Allerdings ist das etwas, womit eine Frau (in einem gewissen Maße) rechnen muss, wenn sie sich von einer (großteils männlichen und betrunkenen) Menge tragen lässt. Ist natürlich Scheiße, vor allem wenn's wirklich krass wird, aber meiner Meinung (und auch der mancher Frauen, mit denen ich schon drüber geredet habe - ist also nicht nur meinem Verständnis fürs eigene Geschlecht geschuldet) absehbar und weniger schlimm als Werfen/Fallenlassen von Surfern.
Ansonsten ist es tatsächlich scheiße, wenn sich Kerle, die sich nicht mehr an den Strand trauen aus Angst von Greenpeace ins Meer gerollt zu werden und auch eine entsprechende Körperspannung haben versuchen sich tragen zu lassen. Ich bin selber nicht leicht, weshalb ich Crowdsurfing für mich selbst ausschließe, aber sowas kann ich echt nicht verstehen.
Sonst versteh ich auch das Problem nicht, man könne das Konzert ja nicht genießen.
2007 bei Blind Guardian hatte ich zeitweise im 10Sekundentakt Crowdsurfer über mich hergehen und zähle das Konzert dennoch zu den besten die ich bisher gesehen habe, was eben auch an der klasse Meute um mich rum lag, die wirklich vernünftig mit den Crowdsurfern umgegangen sind.
Und an alle, die hier rumtönen, sie würden ja Crowdsurfer zurückgeben, ignorieren, absichtlich fallen lassen etc: Fickt euch ihr verdammten Arschlöcher. IHR gehört zu denen, die Crowdsurfen für die Surfer und die Menge gefährlich machen.
Kurz zusammengefasst:
Crowdsurfen ist klasse und bereitet auch mir, der es lediglich als Träger erlebt hat, in den meisten Fällen Spaß, vorausgesetzt beide Teile, Surfer und Träger, verhalten sich vernünftig und verantwortungsbewusst.
Und das sage ich als jemand, der sowohl mal unter einem fallenden Surfer begraben wurde (der locker 50kg mehr wog als ich, was aber dadurch, dass er einfach verdammt groß war, meiner Meinung nach sein Surfing noch legitimiert hat) sowie auch schon von einer Stagediverin mit voller Wucht einen Stahlkappenstiefel ins Gesicht bekommen hat (erste Reihe bei Sacred Reich, die springt über mich und haut mir die Kappe gegen die Nase - zum Glück nichts passiert).
Und noch so als Anregung, wenn ihr das Crowdsurfen schon verbieten wollt, warum nicht gleich das Headbangen oder das Ausstrecken der Arme.
Bei letzterem habe ich schon des öfteren einen Finger ins Auge bekommen, bei ersterem könnte man ja an den Haaren des bangenden Nebenmanns ersticken.