Nordlichter-Thread

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Gyfu

W:O:A Metalmaster
26 Aug. 2003
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eala frya fresena -HH-
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Original geschrieben von monochrom
Die Geschichte der Elektroschocktherapie ist die Geschichte von unermesslichem Grauen und Sadismus. Man zweifelt stark an einer im 19.Jahrhundert vorhandenen Ethik des Teils des Ärztestandes der sich mit psychisch Kranken auseinander zu setzen hatte. Das ist die höfliche Formulierung. Anders formuliert waren Irrenhäuser bis vor sehr kurzem bis auf wenige Ausnahmen die Spielwiesen für die Mengeles dieser Welt.

da stimm ich dir voll und ganz zu

ich profitiere davon, das muss ich zugeben, aber die art und weise, in der früher medizin betrieben wurde, lehne ich ab
und es kann mir dazu auch keiner erzählen, dass heutzutage solche methoden nicht noch angewandt würden

ethik ist immer noch eine sehr wackelige angelegenheit in der forschung und leider auch in der praxis
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Original geschrieben von Gyfu
was meinst du mit "im gegenteil zu den chemischen hämmern"?

also unser prof. ist ein sehr anerkannter psychiater und sagt selbst, dass ihm diese therapie nie zugesagt hat, er sie aber anwendet, wenn übliche maßnahemen versagen, also nach strenger indikationsstellung und nur nach einverständnis des patienten
aber das ist auch eine uniklinik, da wird schon sehr auf die finger geschaut

es war dann in einer vorlesung auch ein depressiver patient und hat von seiner elektrokrampftherapie berichtet (langer schwerer krankheitsverlauf, keine dauernden remissionen)
und er war äußerst zufrieden damit: "das erste mal merke ich, dass es mir gutgehen kann"

Manche von den chemischen Hämmern sind eigentlich völlig unverantwortlich, aber dennoch notwendig. Das psychiatrische Dilemma.

Hmm, lasse mich da gerne eines besseren belehren und lese noch mal nach was sich da in den letzten Jahren so getan hat. Freiwilligkeit und strenge Indikation hört sich für mich schon mal gut an. Ein verzweifelter Patient hat meines Erachtens irgendwann sowieso das Anrecht auf Experimente.
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Original geschrieben von Gyfu
da stimm ich dir voll und ganz zu

ich profitiere davon, das muss ich zugeben, aber die art und weise, in der früher medizin betrieben wurde, lehne ich ab
und es kann mir dazu auch keiner erzählen, dass heutzutage solche methoden nicht noch angewandt würden

ethik ist immer noch eine sehr wackelige angelegenheit in der forschung und leider auch in der praxis

Ich empfinde es trotzdem so als sei die Situation in den letzten 50 Jahren unendlich viel besser geworden. Die Patienten immer mündiger, und die Therapien immer menschenfreundlicher.

Generell ist es ja auch völlig richtig bei Nervenkrankheiten auch an Strom zu denken. Nerven funktionieren nun mal mit Strom.
 

Gyfu

W:O:A Metalmaster
26 Aug. 2003
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eala frya fresena -HH-
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zu psychopharmaka:
natürlich sind das hämmer
du greifst schließlich in ein komplexes system ein, das noch dazu krank ist
du benötigst eine sehr hohe dosierung, um erfolge zu erzielen
es sind starke nebenwirkungen vorhanden
es bedarf kontinuierlicher kontrolle, da die körperlichen auswirkungen, wie die psychischen auswirkungen sehr individuell ausfallen

ich empfinde die situation auch als gebessert, besonders in der umgebung, wo ich studiere
eine sehr stark hervorgehobene methodik dort ist die "psychoedukation": auflärung, selbstverantwortung, unterstützung und zusammenarbeit...alles zur erleichterung für beide seiten
ethische kontrolle ist natürlich auch weitaus deutlicher gegeben, aber durchgesetzt hat sich das noch lange nicht
und damit wären wir beim üblichen problem der medizinischen berufe: billig soll's sein, effektiv soll's sein...

und experimente
die schulmedizin im eigentlichen sinne verwäscht immer mehr
ich bin der überzeugung, dass auch grenzwertige sachen in die behandlung eines patienten gehören, wnn er es so wünscht und dies nicht der eigentlichen therapie entgegenwirkt
und wenn der patient nachts um das lagerfeuer tanzen muss mit einem schamanen: bitte, tue er solches!!!
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Original geschrieben von Gyfu


und experimente
die schulmedizin im eigentlichen sinne verwäscht immer mehr
ich bin der überzeugung, dass auch grenzwertige sachen in die behandlung eines patienten gehören, wnn er es so wünscht und dies nicht der eigentlichen therapie entgegenwirkt
und wenn der patient nachts um das lagerfeuer tanzen muss mit einem schamanen: bitte, tue er solches!!!

Hmm, ja, machen sollen die Leutz was sie wollen - aber die Krankenkassen sind meiner Meinung nicht dafür da esoterische Witzmedizin zu bezahlen, das Geld wird dringend für anderes benötigt. Homöopathie, Steinerscher Wahn, Heilen mit Steinen, Kinesiomüll und Schamanismus ist Luxus der aus der eigenen Tasche bezahlt gehört. Und nicht von der Allgemeinheit. Die soll bitte für echte Medizin bezahlen.

Ich hasse diese Verwässerung. Antiaufklärerischer Mist, bäh, pfui.
 

Gyfu

W:O:A Metalmaster
26 Aug. 2003
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das sehe ich auch so
zurück zur indikation
zu zahlen sind behandlungen, deren nutzen bewiesen ist und wo die indikation gestellt ist
absonderliche heilmethoden müssen nicht getragen werden
allerdings mach ich da auch unterschiede in präfinaler therapie, dort sehe ich schon einen nutzen
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Original geschrieben von Gyfu
das sehe ich auch so
zurück zur indikation
zu zahlen sind behandlungen, deren nutzen bewiesen ist und wo die indikation gestellt ist
absonderliche heilmethoden müssen nicht getragen werden
allerdings mach ich da auch unterschiede in präfinaler therapie, dort sehe ich schon einen nutzen

Muss jetzt mal los...

Schreibst du mir hier noch hin was präfinale Therapie ist?

*Das Gyfu knuddelt*
 

Gyfu

W:O:A Metalmaster
26 Aug. 2003
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Original geschrieben von monochrom
Muss jetzt mal los...

Schreibst du mir hier noch hin was präfinale Therapie ist?

*Das Gyfu knuddelt*

*knuddel*
*wink*
grüß die oktopi!! ;)


präfinal: dem tode vorausgehend
präfinale therapie: nur noch begleitende, erleichternde therapie bei sterbenden patienten....(ich meine nicht verlängernd...wäre neuer diskussionspunkt!!;))
wenn dieses sterben noch einige zeit dauern wird, finde ich unterstützende maßnahmen, die dem allgemeinen wohlbefinden des patienten zuträglich sind, vertretbar auch wenn sie nicht "schulmedizinisch" sind
 

Iscariah

Moderator
24 Juni 2003
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Braunschweig
Original geschrieben von monochrom
Moment, ich bin hier nur belesener Laie mit abgebrochenem Psychologiestudium, Gyfu ist hier die Expertin. ;)
naja von dem was du schreibst sieht es so aus als ob du doch ne menge ahnung hast!
nagut ich kann natürlich nicht beurteilen ob das richtig oder blödsinn ist was du schreibst!! aber klingt schon als ob du ahnung hast!!
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
15 Aug. 2002
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Original geschrieben von Iscariah
naja von dem was du schreibst sieht es so aus als ob du doch ne menge ahnung hast!
nagut ich kann natürlich nicht beurteilen ob das richtig oder blödsinn ist was du schreibst!! aber klingt schon als ob du ahnung hast!!

Hmm, habe gerade eben einige Sachen zu der Elektrotherapie gelesen und war da wohl etwas voreilig. Schau, niccht gut informiert und gleich losgeschossen. Denke eher da hat Gyfus Prof Recht. Naja, Meinung halt an den neuen Wissensstand anpassen, anders wird man ja nicht klüger...
;)