Es gab in Heidenau schon Stolpersteine und es waren weitere geplant.
Das war in München ja auch der Fall - insofern ist das durchaus vergleichbar.
Wenn die jüdische Gemeinde vor Ort keine weiteren gewollt hätte, dann würde es diese Diskussion nicht geben.
Das schreibt die Jüdische Allgemeine dazu:
Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen
www.juedische-allgemeine.de
Vor allem würden dann der Antrag nicht von der AfD kommen.
Nun, laut Bild sind in der Sitzung diese Äußerungen gefallen:
In der Sitzung sagte ein Stadtrat laut „Bild“: „Die Opfer werden hier mit Füßen getreten.“
Und:
Ein AfD-Stadtrat führte an: „In Berlin wird auf Stolpersteine gespuckt.“
Bemerkenswert finde ich folgende Passage aus dem Beschlussantrag:
Der Stadtrat der Stadt Heidenau beschließt, eine Gedenkfläche für die Opfer von Krieg, Terror, Diktatoren, Vertreibung und insbesondere des
Nationalsozialismus in Heidenau, vorzugsweise auf der bestehenden Gedenkfläche des Heidenauer Nordfriedhofs zu integrieren oder zu
schaffen. Die Integration hat so zu erfolgen, dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist. Dadurch soll ein würdevolles
Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror, Diktatoren, Vertreibung und des Nationalsozialismus gewährleistet werden.
So ich mich korrekt erinnere, war der Umstand, dass die Namen so "mit Füßen getreten" werden, aber auch schon ein Kritikpunkt, als der Künstler die Stolpersteine mitte der 1990er Jahre "erfunden" hat und seine Aktion bekannter wurde. Richtig Fahrt aufgenommen hat diese Diskussion dann 2004 mit dem Verbot in München.
Hier in der Region haben wir auch einen "Künstler", der gegen das Jodl-Familiengrab/Scheingrab auf der Fraueninsel im Chiemsee mit zweifelhaften Methoden angekämpft hat. Erreicht hat er durch seine Aktionen allerdings nur, dass die Existenz besagten Grabs einer deutlich breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde - also genau das Gegenteil.
Zur "Pilgerstätte" ist das Scheingrab trotzdem nicht geworden, Parken am Chiemsee und auch die Fähre auf die Insel sind doch relativ teuer.