Der Fall der Wachkomapatientin Terri Schiavo

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Kate McGee

W:O:A Metalgod
Aug 13, 2002
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Kronach
franconianpsycho.blogspot.com
KaeptnKorn said:
Atmen tut die doch noch selbstständig, oder?


Also wäre beim Geräteabschalten der Hungertod die Folge.
Eher der Verdurstungstod, weil durch die Magensonde ja auch Flüssigkeit zugeführt wird. Wurde.



Ja...die Sache dass eben DOCH immer mal wieder ein Komapatient nach vielen Jahren wieder aufwacht, das machts mir noch schwerer. Aber wenn man schon einem solchen Patienten die Entscheidung über sein Lebensende abnimmt, find ichs einfach nicht gut ihn dann langsam verdursten zu lassen...

ich weiß net, mich macht die Geschichte traurig
 

Hex

W:O:A Metalgod
Mar 4, 2004
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Ich denke das ist eine sehr schwere Entscheidung und ich verstehe beide Seiten...
die Eltern die ihre Tochter am Leben erhalten wollen und die meinen das sie um ihr Leben kämpft und die sicher auch ein inniges Verhältnis zu ihrem Kind haben...
aber auch den Ehemann der nicht mitansehen möchte wie sie weiter dahinvegetiert und ihr dieses Siechtum das ja alles andere als ein würdiger Lebensumstand ist zu nehmen.
Was tun in einer solchen Situation? Ich möchte das nicht erleben müssen. Das schlimme ist das kann jeden treffen und dann steht man vor einer solchen Entscheidung und hat wohl seine feste Meinung darüber, aber wie sieht es im Ernstfall aus? Vor allem wenn es um einen Menschen geht den man liebt. Ode gerade weil man ihn liebt, dann richtig und sinnvoll handeln.
In erster Linie sollte halt das Wohl des Menschen der davon betroffen ist und seine Lebenswürde erhalten werden.
Sterbehilfe sollte auf humane Art und Weise erfolgen.
Ich weiß nicht ob das hier der Fall ist.
Es sind halt auch viele Fragen offen.
Zum Beispiel, inwiefern leidet die Patientin? Was kriegt sie mit und was nicht? Warum muß es gerade auf diese Art und Weise erfolgen sie möglicherweise zu erlösen? Wessen Recht steht im Vordergrund? Wer sollte für sie entscheiden dürfen? Und...Und...Und....
Ich möchte nicht sowas entscheiden müssen.
Ich weiß nur eins, ich möchte nicht eines Tages dahinvegetieren müssen. Ich würde mir Sterbehilfe wünschen, wenn ich in einer nicht mehr lebenswürdigen Situation aushalten müßte ohne Aussicht auf Besserung.
 

Hex

W:O:A Metalgod
Mar 4, 2004
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Kate McGee said:
Und wie definierst du diese Situation?

Wenn ich nur noch durch künstliche Hilfe am Leben erhalten werden muß und es keine Hoffnung mehr gibt auf Änderung oder Besserung und ich tagaus und tagein nur noch hilflos ans Bett gefesselt dahinsiechen muß, dann würde ich mir wünschen das mir jemand Sterbehilfe leistet. So etwas kann ich dann aber nicht mehr selbst entscheiden, es sei denn ich lege es vorher fest, aber dann müßte es auf illegalem Weg erfolgen, denn die Sterbehilfe ist ja nicht erlaubt in Deutschland soviel ich weiß, oder liege ich da falsch? :confused:
 

Kate McGee

W:O:A Metalgod
Aug 13, 2002
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Kronach
franconianpsycho.blogspot.com
Hex said:
Wenn ich nur noch durch künstliche Hilfe am Leben erhalten werden muß und es keine Hoffnung mehr gibt auf Änderung oder Besserung und ich tagaus und tagein nur noch hilflos ans Bett gefesselt dahinsiechen muß, dann würde ich mir wünschen das mir jemand Sterbehilfe leistet. So etwas kann ich dann aber nicht mehr selbst entscheiden, es sei denn ich lege es vorher fest, aber dann müßte es auf illegalem Weg erfolgen, denn die Sterbehilfe ist ja nicht erlaubt in Deutschland soviel ich weiß, oder liege ich da falsch? :confused:
Lass mich überlegen............ist nicht erlaubt, denke ich, kann aber unter ganz bestimmten Umständen straffrei bleiben...........oder so...........korrigiert mich wenn ich nicht richtig liege @ all.....hab das jetzt net nachgeschaut.

"Wenn ich nur noch durch künstliche Hilfe am Leben erhalten werden muss"
okay, das ist relativ klar definiert

"und es keine Hoffnung mehr gibt auf Änderung oder Besserung"
das ist eben nicht so klar definiert. Denn es GIBT eben ab und an mal jemanden der nach 10 Jahren im Koma plötzlich wieder aufwacht.
 

Krautsalat

W:O:A Metalhead
Sep 19, 2004
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Langen / Frankfurt
www.pixum.de
Kate McGee said:
Ja...die Sache dass eben DOCH immer mal wieder ein Komapatient nach vielen Jahren wieder aufwacht, das machts mir noch schwerer. Aber wenn man schon einem solchen Patienten die Entscheidung über sein Lebensende abnimmt, find ichs einfach nicht gut ihn dann langsam verdursten zu lassen...

ich weiß net, mich macht die Geschichte traurig

Ich dachte, dass sie schon schwere Hirnschäden erlitten hat, als sie ins Koma fiel :confused:

ab und zu wach auch einer mal wieder auf, aber viele davon erleiden danach ein sozialen und phychologisches Trauma, weil sie mit der Umwelt nicht mehr zurecht kommen. In einem Bericht, den ich schon vor einiger Zeit, zu diesem Thema hieß es, dass die Betroffenen nicht selten suizitgefährdet sind.
Stell dir mal vor was du machen würdest, wenn du wieder aufwachst und es nicht der nächste morgen ist sondern der des 18.10.2021. Viele Bekannte werden dich schon für Tod erklärt haben, deine Muskeln sind verkümmert, also musst du wieder Laufen lernen, wenn dies überhaupt noch möglich ist, du musst nochmal eine Ausbildung machen und noch vieles mehr. ............würdest du alles nochmal von neuem versuchen, nach dem du alles verloren hast?
 

Hex

W:O:A Metalgod
Mar 4, 2004
239,997
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158
Kate McGee said:
Lass mich überlegen............ist nicht erlaubt, denke ich, kann aber unter ganz bestimmten Umständen straffrei bleiben...........oder so...........korrigiert mich wenn ich nicht richtig liege @ all.....hab das jetzt net nachgeschaut.

"Wenn ich nur noch durch künstliche Hilfe am Leben erhalten werden muss"
okay, das ist relativ klar definiert

"und es keine Hoffnung mehr gibt auf Änderung oder Besserung"
das ist eben nicht so klar definiert. Denn es GIBT eben ab und an mal jemanden der nach 10 Jahren im Koma plötzlich wieder aufwacht.

Das sind dann aber Einzelfälle und nicht absehbar. Ich meine damit eher den absehbaren Zustand. Aber es ist auch sehr schwierig sich da festzulegen.
Ich denke ab einem gewissen Stadion, wo auch die Ärzte sagen, es besteht keine Hoffnung mehr, sollte man die Lebenswürde wahren. 10 Jahre lang dahinsiechen müssen versteh ich darunter nicht, nur für die Hoffnung doch eines Tages irgendwann mal vielleicht wieder aufzuwachen. Es ist eine verdammt lange Zeit unter solchen Bedingungen weiterleben zu müssen.
Unter bestimmten Umständen die aussichtslos sind sind sogar drei Jahre zuviel.
Das ist eben das schwierige an solchen Situationen. Ab wann gibt man auf? Ab wann entscheidet der Komapatient wann er aufgibt?
 

Kate McGee

W:O:A Metalgod
Aug 13, 2002
76,490
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Kronach
franconianpsycho.blogspot.com
Krautsalat said:
Ich dachte, dass sie schon schwere Hirnschäden erlitten hat, als sie ins Koma fiel :confused:

ab und zu wach auch einer mal wieder auf, aber viele davon erleiden danach ein sozialen und phychologisches Trauma, weil sie mit der Umwelt nicht mehr zurecht kommen. In einem Bericht, den ich schon vor einiger Zeit, zu diesem Thema hieß es, dass die Betroffenen nicht selten suizitgefährdet sind.
Stell dir mal vor was du machen würdest, wenn du wieder aufwachst und es nicht der nächste morgen ist sondern der des 18.10.2021. Viele Bekannte werden dich schon für Tod erklärt haben, deine Muskeln sind verkümmert, also musst du wieder Laufen lernen, wenn dies überhaupt noch möglich ist, du musst nochmal eine Ausbildung machen und noch vieles mehr. ............würdest du alles nochmal von neuem versuchen, nach dem du alles verloren hast?
weiß ich jetzt grad gar net.....kann sein....

Dann wäre ich wieder wach und könnte DANN entscheiden ob ich weiterleben will unter den dann gegebenen Umständen.







Genug für heute........
 

Tapio

W:O:A Metalmaster
Dec 10, 2002
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Bamberg
Oh, eine wirklich mal ernsthafte und interessante Diskussion... ich enthalte mich bewusst für heute Abend, obwohl ich das Thema mal sehr besprechenswert halte, weil ich heute keinen vernünftigen Kommentar zu Stande bringen würde... vielleicht die Tage mal.
 

Gorefield

W:O:A Metalmaster
Nov 24, 2001
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Düsseldorf
Kate McGee said:
weiß ich jetzt grad gar net.....kann sein....

Dann wäre ich wieder wach und könnte DANN entscheiden ob ich weiterleben will unter den dann gegebenen Umständen.

Heute morgen wurde berichten, dass dort, wo früher Terri Schiavo's Gehirn war, sich heute nur noch eine Flüssigkeit befindet. Ein Aufwachen aus dem Koma ist daher ausgeschlossen.
 

Fyodor

W:O:A Metalmaster
Jun 2, 2003
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Besonders interessant ist, daß ausgerechnet die Leute, die bei Verbrechern die Todesstrafe befürworten, jetzt für "das Recht zu leben" kämpfen. Der Präsident hat sogar seinen Urlaub abgebrochen, um ein Eilgesetz verabschieden zu können! Und morgen läßt er wieder Unschuldige zu Mördern werden.

Sterbehilfe und Todesstrafe sind ein Punkt, wo sich die Geister scheiden. Und ich finde, man muß das immer in jedem Fall neu entscheiden. In diesem Fall sehe ich das so: Wachkoma bedeutet, daß das Herz schlägt und die unterste Ebene der Reflexe funktioniert. Bei Terry sieht es so aus, daß das Gehirn schwer beschädigt ist und zur Hälfte nur noch aus Wasser besteht. Da funktionieren nur noch die Reflexe, der Rest des Hirns ist einfach nicht mehr da! Außerdem hat sie angeblich vor dem Koma zu ihrem Mann gesagt, daß sie nicht durch Maschinen am Leben gehalten werden will. Ihre Eltern verlangen von ihr die Pflicht zu leben, aber sie hat auch ein Recht zu sterben, finde ich. Wobei verdursten wirklich ein sehr grausamer Tod ist, den ich ihr nicht zumuten würde. Giftspritzen habe sie doch in Florida genug, das wäre humaner.
 

starlight

W:O:A Metalmaster
Jul 23, 2002
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wer vermeiden möchte, dass er in eine ähnliche situation kommt, sollte - falls das hier noch keiner gesagt hab (keine zeit, alles zu lesen) - ... der sollte dies notariell beglaubigt hinterlassen.

sofort!
 

Gorefield

W:O:A Metalmaster
Nov 24, 2001
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Düsseldorf
FOREVER_MA said:
das einzige was ich wirklich zum kotzen finde ist das Politikum das daraus gemacht wird .. da werden plötzlich Gesetze geschaffen etc. nur um die Stimmen der erzkonservativen Wählerschaft auf sich zu ziehen ... das kanns nicht sein ...

Stimmt. Ebenso schlimm finde ich, dass natürlich auch wieder einige deutsche Politiker auf diesen Zug aufspringen müssen, die sich Jahrzehnte lang nicht für dieses Thema interessiert haben...