Wir haben uns auf W1 in Reihe F mit acht Leuten, 2 WoMos, drei Zelten und einem 3x3m Pavillon auf eine 10x10m-Parzelle gekuschelt. Das geht mit Fantasie und Improvisation!
Die Anfahrt war im Vergleich zu 2023 durch die klare Anfahrtsregelung tiefenentspannt. Wir kamen auch ohne die ausgelegten Metallplatten auf dem Zufahrtsweg am Montag bei schönen Wetter gut zu unserem Platz auf dem Camper Park. Die Bandausgabe dort ging ratzfatz, Stromausfälle hatten wir nur wenige, und die waren wirklich sehr schnell behoben. Wasserklos und Duschen gab es auch in der Nähe, und die wären bei schönem Wetter auch komfortabel gewesen. Da hört das Positive am diesjährigen Wacken für mich aber auch schon auf...
Klar: Gewisse Unannehmlichkeiten nehme ich bei einer solchen Massenveranstaltung gerne in Kauf, und für das Wetter können die Veranstalter nichts. Aber "Rain or shine" hat sich für mich als Motto wirklich ausgelutscht, denn der WC- und Duschbereich sowie der komplette Weg zum Infield hatten sich nach dem ersten stärkeren Regen am Mittwoch in eine komplett rutschige Schlammhölle verwandelt.
Und dafür können die Veranstalter sehr wohl was!
Als Alternative zu den Wassertoiletten in der Schlammhölle hatten wir am Ende unserer Reihe zwar drei Dixies, die aber überhaupt nicht ausgeleert wurden, sodass ich ab Freitag wirklich mit einem Brechreiz kämpfen musste, wenn es mit Wildpinkeln mal nicht getan war. Und zum Infield brauchte ich locker eine Stunde durch ordentlich anstrengenden und glitschigen Matsch.
Dass das Infield aufgewühlt ist, dagegen ist bei den Menschenmengen auf dem Wacken nichts zu sagen. Aber wenn man auf dem Camper Park schon extra Geld für eine Parzelle zahlt, sollte man zumindest erwarten können, dass
1. man nicht am Arsch der Welt landet,
2. die stark frequentierten Bereiche vor den Nasszellen und auf dem Weg zum Infield einigermaßen begehbar sind und
3. die Dixies auf dem Camper Park auch mal ausgeleert werden.
Statt ich weiß nicht wie viele Euro für die wirklich überflüssigen Guns 'n' Roses zu verbraten, wären Mulch oder weitere Metallplatten auf den Ballungswegen vor den Nasszellen und hin zum Infield eine viel bessere Investition gewesen.
Als mein Sohn und ich am Samstagmorgen entnervt abgefahren sind, waren die Reihe F und die Nachbarreihen im Camper Park schon ungefähr zur Hälfte leer, sodass wir uns mit unserem PKW über noch nicht plattgefahrene Wiesenwege schängeln konnten, ohne uns von einem Trecker abschleppen lassen zu müssen.
Das war positiv, aber vielleicht sollte man sich von Seiten der Veranstalter auch langsam mal Gedanken machen, wie man langjährige, treue Metalheads bei der Stange hält, statt alles Jahr für Jahr nur teurer und bombastischer, aber nicht wirklich besser zu machen...
Für mich heißt es nächstes Jahr auf jeden Fall "Rain or shine, but without me!", es sei denn, ich gewinne Tickets bei irgendeiner Radioshow. Ansonsten schaue ich mir lieber den Magenta Live Stream an und gebe kein Geld mehr für's Wacken aus.