"Vielleicht bekommen wir ja irgendwann Windeln gestellt"
"Schwarzbuch Lidl" nennt sich das Werk, an dem Mitarbeiter von Ver.di zwei Jahre lang gearbeitet haben. Hunderte Zeugenaussagen sollen beweisen, dass der zweitgrößte deutsche Discounter Mitarbeiter auf "menschenunwürdige" Weise schikaniert. Von unbezahlter Nacharbeit ist die Rede, von Spindkontrollen, Verhören und willkürlichen Kündigungen.
DPA
Lidl-Schwarzbuch: "Brutaler Druck"
Berlin - Ver.di-Vorstandsmitglied Franziska Wiethold warf dem Konzern am Freitag in Berlin vor, ein Klima der Angst und Unterdrückung bei den Beschäftigten zu schaffen sowie Mitbestimmungsrechte mit Füßen zu treten. "Von den 2.500 Lidl-Filialen mit rund 30.000 Mitarbeitern gibt es bisher nur in sieben Betriebsräte", hielt Wiethold der wirtschaftlich erfolgreichen Kette vor.
Für sein Schwarzbuch hat Ver.di über mit hunderten von Beschäftigten Gespräche geführt und durch Mitarbeit von Rechtsanwälten versucht, das Firmenkonglomerat um den Unternehmensgründer Dieter Schwarz, zu dem auch Kaufland gehört, aufzuschlüsseln. Durch gezielte Ausgründung von Unternehmensteilen wurde nach Gewerkschaftsangaben die Gründung von Betriebsräten und Auszubildendenvertretungen verhindert. "Wir halten es für ein Menschenrecht, sich Arbeitnehmervertreter wählen zu können", sagte Wiethold. Ver.di schätzt, dass nach diesem verschachtelten System insgesamt 600 Firmen geschaffen worden seien.
Lidl: "Anonyme Denunzierung"
DPA
Lidl-Markt: "Wirtschaftlicher Erfolg, miese Arbeitsbedingungen"
Lidl wies die Vorwürfe der Gewerkschaft als Diskriminierung und Diffamierungskampagne" zurück. Der Konzern warf ver.di "anonyme Denunzierung" vor. Nach Firmenangaben gibt es in der Schwarz-Gruppe 314 Betriebsratsgremien. In 80 Prozent der Lidl-Lagergesellschaften seien solche Gremien tätig.
Wiethold kritisierte einen "besonders brutalen Umgang" mit Beschäftigten und Lieferanten bei Lidl. Angst, Leistungsdruck und eine permanente Kontrolle bis in intimste Bereiche seien kennzeichnend für die Unternehmenspolitik des Discounters. Wiethold stellte fest, dass systematisch langjährige Mitarbeiter gegen jüngere und billigere ausgetauscht würden. Mit ständigen Taschenkontrollen und auch Überprüfungen der Privat-Pkw der Mitarbeiter würden diese unter einen "Generalverdacht" gestellt. "Die Arbeitsbedingungen bei Lidl machen krank", sagte Wiethold.
Billig nur durch Schikanen? Diskutieren Sie mit anderen SPIEGEL-ONLINE-Usern!
AP
Lidl-Einkaufswagen: Schattenseiten des schnellen Wachstums?
In dem "Schwarzbuch" kommen Mitarbeiter zu Wort, die angeben, unter einem ständigen Zeitdruck beim Abkassieren zu arbeiten. 40 Artikel müssten pro Minute gescannt werden. Schon ein Gang zur Toilette sei für viele Kassiererinnen Luxus, heißt es. Eine Mitarbeiterin schildere ihre Erfahrungen so: "Ich hatte nicht mal Zeit, auf die Toilette zu gehen. Wenn ich die Kasse verlassen hätte, hätte es eine Abmahnung gegeben. Manchmal kam ich nach Hause und hatte einen nassen Schlüpfer." Eine andere Mitarbeiterin schreibt zum Mangel an echten Pausen: "Vielleicht bekommen wir ja irgendwann Windeln von Lidl gestellt."
Missliebigen Mitarbeitern würden mit Testkäufen Fallen gestellt, um sie loszuwerden. Falls sie nicht hineintappten, werde den Mitarbeitern auch Diebstahl unterstellt. In einem Fall sei eine Mitarbeiterin in einem dreistündigen "Verhör" fälschlich beschuldigt worden, Pfandgeld unterschlagen zu haben. Dann habe man sie aufgefordert, auf eigene Initiative zu kündigen. "Ich war fix und fertig", wird diese Frau im Schwarzbuch zitiert. "Ich hätte in dieser Situation sogar mein eigenes Todesurteil unterschrieben."
Lidl: Niemand schafft mehr Arbeitsplätze als wir
Bei Lidl sei die Angst groß, "dass die Verkäuferinnen klauen." So gebe es die Anweisung, dass die Filialleiter einmal in der Woche die Spinde des Personals kontrollieren sollten. Bei so genannten Spätkontrollen würden nach Feierabend Kontrolleure alle Taschen der Mitarbeiter durchsuchen. Fänden sich Lidl-Artikel in den Taschen, müssten die Mitarbeiter per Kassenbon nachweisen, dass sie die Waren tatsächlich bezahlt haben.
mm
Stiftungslabyrinth: Die Struktur der Schwarz-Gruppe
Lidl kritisiert, dass Ver.di Mitarbeiter wiederholt zur "Denunzierung" aufgerufen habe. Das Vorgehen sei ein Ausdruck der Tatsache, dass die Gewerkschaft bei dem wachstumsstarken Discounter kaum Zuspruch finde. Eigene Mitarbeiterbefragungen hätten ergeben, dass das Betriebsklima positiv bewertet werde und nicht schlechter sei als bei anderen Handelsunternehmen. Lidl weist zudem darauf hin, dass die Schwarz-Gruppe insgesamt in den letzten drei Jahren 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen habe. Nach Lidl-Darstellung hat kein anderes deutsches Unternehmen ähnlich umfangreich neu eingestellt.
Ver.di ermunterte die Beschäftigten bei Lidl sich gegen die Arbeitsbedingungen zu Wehr zu setzen und ihr Recht auf Wahl einer Interessenvertretung wahrzunehmen. Unter der Hotline 01802 - 22 00 55 könnten Betroffene Informationen erhalten und Ansprechpartner erfahren. Die Gewerkschaft sicherte allen Anrufern absolute Diskretion zu.
Ob Ver.dis Ermittlungsarbeit schnell zu Ergebnissen führt, ist zweifelhaft. Auf ähnliche Weise sind die Gewerkschafter bereits gegen die Drogeriekette Schlecker vorgegangen. Dort dauerte es zehn Jahre, bis Arbeitnehmervertretungen zugelassen wurden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,332115,00.html
-------------
ich hab den bericht gesehn vorkurzem ich glaub monitor oder sowas in der art!
es ist erschrekend mit welchen mitteln der konzern arbeitet!
und wie die arbeiter dort unterdrückt werden....
und mit welchen dreisten krassen aussagen die leute vor die wahlr gestellt werden hopp oder top!
hier mit möchte ich zum boykott von lidel aufruffen!
"Schwarzbuch Lidl" nennt sich das Werk, an dem Mitarbeiter von Ver.di zwei Jahre lang gearbeitet haben. Hunderte Zeugenaussagen sollen beweisen, dass der zweitgrößte deutsche Discounter Mitarbeiter auf "menschenunwürdige" Weise schikaniert. Von unbezahlter Nacharbeit ist die Rede, von Spindkontrollen, Verhören und willkürlichen Kündigungen.
DPA
Lidl-Schwarzbuch: "Brutaler Druck"
Berlin - Ver.di-Vorstandsmitglied Franziska Wiethold warf dem Konzern am Freitag in Berlin vor, ein Klima der Angst und Unterdrückung bei den Beschäftigten zu schaffen sowie Mitbestimmungsrechte mit Füßen zu treten. "Von den 2.500 Lidl-Filialen mit rund 30.000 Mitarbeitern gibt es bisher nur in sieben Betriebsräte", hielt Wiethold der wirtschaftlich erfolgreichen Kette vor.
Für sein Schwarzbuch hat Ver.di über mit hunderten von Beschäftigten Gespräche geführt und durch Mitarbeit von Rechtsanwälten versucht, das Firmenkonglomerat um den Unternehmensgründer Dieter Schwarz, zu dem auch Kaufland gehört, aufzuschlüsseln. Durch gezielte Ausgründung von Unternehmensteilen wurde nach Gewerkschaftsangaben die Gründung von Betriebsräten und Auszubildendenvertretungen verhindert. "Wir halten es für ein Menschenrecht, sich Arbeitnehmervertreter wählen zu können", sagte Wiethold. Ver.di schätzt, dass nach diesem verschachtelten System insgesamt 600 Firmen geschaffen worden seien.
Lidl: "Anonyme Denunzierung"
DPA
Lidl-Markt: "Wirtschaftlicher Erfolg, miese Arbeitsbedingungen"
Lidl wies die Vorwürfe der Gewerkschaft als Diskriminierung und Diffamierungskampagne" zurück. Der Konzern warf ver.di "anonyme Denunzierung" vor. Nach Firmenangaben gibt es in der Schwarz-Gruppe 314 Betriebsratsgremien. In 80 Prozent der Lidl-Lagergesellschaften seien solche Gremien tätig.
Wiethold kritisierte einen "besonders brutalen Umgang" mit Beschäftigten und Lieferanten bei Lidl. Angst, Leistungsdruck und eine permanente Kontrolle bis in intimste Bereiche seien kennzeichnend für die Unternehmenspolitik des Discounters. Wiethold stellte fest, dass systematisch langjährige Mitarbeiter gegen jüngere und billigere ausgetauscht würden. Mit ständigen Taschenkontrollen und auch Überprüfungen der Privat-Pkw der Mitarbeiter würden diese unter einen "Generalverdacht" gestellt. "Die Arbeitsbedingungen bei Lidl machen krank", sagte Wiethold.
Billig nur durch Schikanen? Diskutieren Sie mit anderen SPIEGEL-ONLINE-Usern!
AP
Lidl-Einkaufswagen: Schattenseiten des schnellen Wachstums?
In dem "Schwarzbuch" kommen Mitarbeiter zu Wort, die angeben, unter einem ständigen Zeitdruck beim Abkassieren zu arbeiten. 40 Artikel müssten pro Minute gescannt werden. Schon ein Gang zur Toilette sei für viele Kassiererinnen Luxus, heißt es. Eine Mitarbeiterin schildere ihre Erfahrungen so: "Ich hatte nicht mal Zeit, auf die Toilette zu gehen. Wenn ich die Kasse verlassen hätte, hätte es eine Abmahnung gegeben. Manchmal kam ich nach Hause und hatte einen nassen Schlüpfer." Eine andere Mitarbeiterin schreibt zum Mangel an echten Pausen: "Vielleicht bekommen wir ja irgendwann Windeln von Lidl gestellt."
Missliebigen Mitarbeitern würden mit Testkäufen Fallen gestellt, um sie loszuwerden. Falls sie nicht hineintappten, werde den Mitarbeitern auch Diebstahl unterstellt. In einem Fall sei eine Mitarbeiterin in einem dreistündigen "Verhör" fälschlich beschuldigt worden, Pfandgeld unterschlagen zu haben. Dann habe man sie aufgefordert, auf eigene Initiative zu kündigen. "Ich war fix und fertig", wird diese Frau im Schwarzbuch zitiert. "Ich hätte in dieser Situation sogar mein eigenes Todesurteil unterschrieben."
Lidl: Niemand schafft mehr Arbeitsplätze als wir
Bei Lidl sei die Angst groß, "dass die Verkäuferinnen klauen." So gebe es die Anweisung, dass die Filialleiter einmal in der Woche die Spinde des Personals kontrollieren sollten. Bei so genannten Spätkontrollen würden nach Feierabend Kontrolleure alle Taschen der Mitarbeiter durchsuchen. Fänden sich Lidl-Artikel in den Taschen, müssten die Mitarbeiter per Kassenbon nachweisen, dass sie die Waren tatsächlich bezahlt haben.
mm
Stiftungslabyrinth: Die Struktur der Schwarz-Gruppe
Lidl kritisiert, dass Ver.di Mitarbeiter wiederholt zur "Denunzierung" aufgerufen habe. Das Vorgehen sei ein Ausdruck der Tatsache, dass die Gewerkschaft bei dem wachstumsstarken Discounter kaum Zuspruch finde. Eigene Mitarbeiterbefragungen hätten ergeben, dass das Betriebsklima positiv bewertet werde und nicht schlechter sei als bei anderen Handelsunternehmen. Lidl weist zudem darauf hin, dass die Schwarz-Gruppe insgesamt in den letzten drei Jahren 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen habe. Nach Lidl-Darstellung hat kein anderes deutsches Unternehmen ähnlich umfangreich neu eingestellt.
Ver.di ermunterte die Beschäftigten bei Lidl sich gegen die Arbeitsbedingungen zu Wehr zu setzen und ihr Recht auf Wahl einer Interessenvertretung wahrzunehmen. Unter der Hotline 01802 - 22 00 55 könnten Betroffene Informationen erhalten und Ansprechpartner erfahren. Die Gewerkschaft sicherte allen Anrufern absolute Diskretion zu.
Ob Ver.dis Ermittlungsarbeit schnell zu Ergebnissen führt, ist zweifelhaft. Auf ähnliche Weise sind die Gewerkschafter bereits gegen die Drogeriekette Schlecker vorgegangen. Dort dauerte es zehn Jahre, bis Arbeitnehmervertretungen zugelassen wurden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,332115,00.html
-------------
ich hab den bericht gesehn vorkurzem ich glaub monitor oder sowas in der art!
es ist erschrekend mit welchen mitteln der konzern arbeitet!
und wie die arbeiter dort unterdrückt werden....
und mit welchen dreisten krassen aussagen die leute vor die wahlr gestellt werden hopp oder top!
hier mit möchte ich zum boykott von lidel aufruffen!
....aber meinen Eistee kauf ich weiter beim Lidl und die Riffelchips auch 


