Lange Rede, kurzer Sinn:
Das Vorhandensein einer Deutschlandfahne ständig als "rrrächts" zu framen, weil es in unserer wechselhaften Geschichte die unsäglich böse Zeitspanne von 12 Jahren, 3 Monaten und 9 Tagen (wohlgemerkt, unter einer ganz anderen Fahne) gegeben hat, nervt hart.
Ich frame das hissen einer Deutschlandflagge nicht als rechts. Und schon gar nicht wegen der "bösen Zeitspanne".
Aber ich wiederhole mich gern: In der aktuellen politischen Situation in DE hat das Hissen der Deutschlandflagge einfach einen Vibe. Und das ist kein angenehmer. Und das hat etwas mit der Realität HEUTE zu tun.
Ja, das mag man vielleicht nicht sehen und das ist auch in Ordnung, wenn man das nicht so sieht. Hier möchte ich aber gern sensibilisieren:
Ich spreche hier jetzt aus der Position von einem schwulen Mann. Die Menschen, die mich und meine Existenz bedrohen, stellen diese Flagge in den Vordergrund. Das ist ihr Zeichen. Darüber definieren sie sich.
Das heißt nicht, dass jeder, der die Flagge hisst rechts / rechtsextrem ist. Das ist die gleiche Konsequenz wie bei "Not all men" - Natürlich sind es nicht alle Männer, aber es sind IMMER Männer. Das kann man so auf die DE-Flagge in der heutigen Zeit finde ich gut übertragen. Und ich finde dafür kann man sensibilisieren.
Natürlich ist es scheiße, dass die das für sich geclaimt haben, dagegen würde ich niemals argumentieren. Aber in mir persönlich erzeugt es inzwischen ein Unbehagen, die deutsche Flagge gehisst zu sehen, ganz einfach, weil ich bin, wer ich bin.
Und queere Menschen sind da bei weitem nicht die einzige Gruppe, die davon betroffen ist.
Dazu: Sicher ist das nicht überall in DE so, ich wohne halt derzeit in Sachsen-Anhalt. Das ist nochmal eine andere Situation als in S-H. Ist mir alles bewusst.
Nebenbei: Ich hab auch etliche Leute mit Deutschland-Flaggen-Patches auf der Kutte gesehen. Das empfinde ich sogar nochmal ein wenig anders.