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Bloodtrain

W:O:A Metalhead
1 Nov. 2012
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Japp und dann versteht man hier öfters unter Digitalisierung, dass es ein Formular im Netz gibt, während in den Behörden das Zeug dann ausgedruckt wird und das Papier zu der nächsten Abteilung hochgetragen wird, damit die das dann wieder abtippen.

Hier ist einfach vieles vom Datenformat her nicht kompatibel. Man hat es versäumt verbindliche Schnittstellen zu definieren etc. Jedes Unternehmen, was spezielle Verwaltungssoftware anbietet macht so sein eigenes Süppchen und kann ordentlich Kasse machen, wenn ein Update erforderlich ist.

Und wir sind hier so krass unpragmatisch, weil alles von Anfang an perfekt und aufgebläht sein muss.

Alleine, dass immer noch keine Direktzahlungen an Bürger gemacht werden, obwohl das Tooling dafür angeblich fertig ist, zeigt auch, dass man sich nicht mal traut es im kleinen Rahmen auszuprobieren. :ugly:

Dabei wäre das schon sehr hilfreich das knappe Steuergeld bei z.B. Krisenhilfen gezielt an bedürftige Bürger auszuzahlen anstatt Gießkannentankrabatte, Mehrwertsteuerdinge oder ähnliches zu machen...wo wir doch langsam alle wissen sollten, dass das Geld dann überwiegend bei den Konzernen landet.

Das ewige Problem bei der Digitialisierung. Man ist soweit hinten an, das man auf Hauruck irgendwas komplett fertig raus haben will und wundert sich dann dass es scheitert.....

Das "Digitale Rathaus" ist bei uns eine Formularsammlung. Man kann sich die PDF runterladen mit der man dann wieder da andackeln darf. Es wäre in Teilen wirklich so lächerlich einfach hier besser zu werden.
 

Blake

Schnucki
5 Aug. 2014
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Das ewige Problem bei der Digitialisierung. Man ist soweit hinten an, das man auf Hauruck irgendwas komplett fertig raus haben will und wundert sich dann dass es scheitert.....

Das "Digitale Rathaus" ist bei uns eine Formularsammlung. Man kann sich die PDF runterladen mit der man dann wieder da andackeln darf. Es wäre in Teilen wirklich so lächerlich einfach hier besser zu werden.
Freunde aus Hannover haben den Antrag fürs Kindergeld online auf der Homepage von der Stadt ausgefüllt abgeschickt.
Nur um dann zu erfahren, dass die Verwaltung damit nichts anfangen kann. Sie sollten alles nochmal ausdrucken und per Post schicken.
 
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Revalon

THAT GUY
27 Apr. 2007
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Japp und dann versteht man hier öfters unter Digitalisierung, dass es ein Formular im Netz gibt, während in den Behörden das Zeug dann ausgedruckt wird und das Papier zu der nächsten Abteilung hochgetragen wird, damit die das dann wieder abtippen.

Nein nein, wir sind hochmodern, wir drucken aus und legen's dann aufs Fax, um das Formular zwei Räume weiter zu bekommen, wo der Bums dann wieder eingescannt wird :o
 
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MasterChu19155

Moderatorin
6 Aug. 2003
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Die Lage der Nation hatte da ja schonmal was zu. Da wurd das dann wirklich beschrieben, dass Digitalisierung bei manchen Behörden so aussieht ,dass Formulare an einer Stelle eingescannt werden, um ein zwei Stockwerke weiter unten zur Weiterverarbeitung wieder ausgedruckt werden.

Darauf habe ich mich bezogen.
Großartiger Podcast.

Einem schlechten Prozess einfach 1:1 zu digitalisieren ist auch eine tolle Idee.
Hat man halt einen schlechten, digitalen Prozess. (Aber da sind wir ja nicht mal...) :ugly:
 

Hurrabärchi

nur zum Pöbeln hier
9 Okt. 2012
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Japp und dann versteht man hier öfters unter Digitalisierung, dass es ein Formular im Netz gibt, während in den Behörden das Zeug dann ausgedruckt wird und das Papier zu der nächsten Abteilung hochgetragen wird, damit die das dann wieder abtippen.
Anekdote, als ich Frau Bärchin und mich in der gemeinsamen Wohnung angemeldet habe:
Der Vermieter hat dem Einwohnermeldeamt eine Wohnungsgeberbestätigung per Email geschickt. Als Scan eines Ausdrucks mit Unterschrift. Diese wurde ausgedruckt, eingescannt und dem Profil meiner Partnerin beigefügt, weil sie zu dem Zeitpunkt glücklicherweise schon in der Stadt gemeldet war. Ich gehe hin, Sachbearbeiterin fragt nach der Wohnungsgeberbestätigung. Haben sie nicht. Ok, ich hab die digital, kann ich Ihnen schicken. Nee, geht nur vom Vermieter selbst. Und für mich gibt's ja gar keine Akte, weil ich in einer Landkreisgemeinde gemeldet bin, da dürfen sie ja auch nicht reingucken. Ein Glück hatte ich die Vollmacht samt Ausweis dabei, da haben sie dann in die Akte von Frau Bärchin gucken dürfen, da war sie dann, mein Name steht auch drinne. Was machen die? Drucken das nochmal aus, scannen das nochmal ein und pappen das an meine Akte. Das Ding war so lesbar wie die Quellentexte eines 60-jährigen Gescichtslehrers, der seit 30 Jahren dieselbe Stunde hält. Aber das ist vOrScHrIfT, sonst sind die Dokumente ungültig. Aha. :ugly:
 

MasterChu19155

Moderatorin
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Anekdote, als ich Frau Bärchin und mich in der gemeinsamen Wohnung angemeldet habe:
Der Vermieter hat dem Einwohnermeldeamt eine Wohnungsgeberbestätigung per Email geschickt. Als Scan eines Ausdrucks mit Unterschrift. Diese wurde ausgedruckt, eingescannt und dem Profil meiner Partnerin beigefügt, weil sie zu dem Zeitpunkt glücklicherweise schon in der Stadt gemeldet war. Ich gehe hin, Sachbearbeiterin fragt nach der Wohnungsgeberbestätigung. Haben sie nicht. Ok, ich hab die digital, kann ich Ihnen schicken. Nee, geht nur vom Vermieter selbst. Und für mich gibt's ja gar keine Akte, weil ich in einer Landkreisgemeinde gemeldet bin, da dürfen sie ja auch nicht reingucken. Ein Glück hatte ich die Vollmacht samt Ausweis dabei, da haben sie dann in die Akte von Frau Bärchin gucken dürfen, da war sie dann, mein Name steht auch drinne. Was machen die? Drucken das nochmal aus, scannen das nochmal ein und pappen das an meine Akte. Das Ding war so lesbar wie die Quellentexte eines 60-jährigen Gescichtslehrers, der seit 30 Jahren dieselbe Stunde hält. Aber das ist vOrScHrIfT, sonst sind die Dokumente ungültig. Aha. :ugly:

Bei uns im Unternehmen arbeiten Leute aus aller Welt. Kommen nach Deutschland und sind hart schockiert über die Rückständigkeit im Land, weil sie dachten Deutschland sei modern. :ugly:

Hab gehört es fühle sich für sie an wie eine Zeitreise um mehrere Jahrzehnte.
 

steff

W:O:A Metalhead
29 Nov. 2007
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Werder (Havel)
Unis sind da auch ganz großartig drin:
Fall 1: E-Hiring soll seit Jahren eingeführt sein. Allerdings will jede einzelne Fachbereichsverwaltung ihre jeweiligen Vorgänge dort dann eins zu eins abgebildet haben. Anstatt dann als zentrale Verwaltung zu sagen "Gibt's nicht, gewöhnt euch um.", versinkt man im Chaos von 15 Einzellösungen und stellt dann fest, dass das wohl zu teuer wird.
Fall 2: Dienstreisen müssen immer schlecht digitalisierte Formulare eingetragen werden und durch das Dekanat bestätigt werden, selbst wenn ich nur zwei Tage nach Rostock fahre. Schön in anderen Standorten gibt es pauschale Genehmigungen für innerdeutsche Reisen und man rechnet am Ende nur die Kosten ab. Der Ansatz eines digitalen Verfahrens gab es mal für zwei Monate, dann wurde es wieder eingezogen.
Fall 3: Arbeitszeiterfassung passiert in einer Excel-Tabelle, die nicht darauf ausgelegt ist, wechselnde Wochenarbeitszeiten abzubilden, was aber im akademischen Mittelbau durch zeitweise Aufstockungen für Projekte sehr regelmäßig vorkommt. Dann muss man halt jedes Mal eine neue Datei anfangen. Kümmert sich auch keiner drum, irgendwann soll ja was richtig Neues kommen - wenn der Personalrat nicht wieder wegen Datenschutz jammert.

Argh!
 

MasterChu19155

Moderatorin
6 Aug. 2003
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Unis sind da auch ganz großartig drin:
Fall 1: E-Hiring soll seit Jahren eingeführt sein. Allerdings will jede einzelne Fachbereichsverwaltung ihre jeweiligen Vorgänge dort dann eins zu eins abgebildet haben. Anstatt dann als zentrale Verwaltung zu sagen "Gibt's nicht, gewöhnt euch um.", versinkt man im Chaos von 15 Einzellösungen und stellt dann fest, dass das wohl zu teuer wird.
Fall 2: Dienstreisen müssen immer schlecht digitalisierte Formulare eingetragen werden und durch das Dekanat bestätigt werden, selbst wenn ich nur zwei Tage nach Rostock fahre. Schön in anderen Standorten gibt es pauschale Genehmigungen für innerdeutsche Reisen und man rechnet am Ende nur die Kosten ab. Der Ansatz eines digitalen Verfahrens gab es mal für zwei Monate, dann wurde es wieder eingezogen.
Fall 3: Arbeitszeiterfassung passiert in einer Excel-Tabelle, die nicht darauf ausgelegt ist, wechselnde Wochenarbeitszeiten abzubilden, was aber im akademischen Mittelbau durch zeitweise Aufstockungen für Projekte sehr regelmäßig vorkommt. Dann muss man halt jedes Mal eine neue Datei anfangen. Kümmert sich auch keiner drum, irgendwann soll ja was richtig Neues kommen - wenn der Personalrat nicht wieder wegen Datenschutz jammert.

Argh!

Hauptsache unser Bundeskanzler verlangt nach mehr Arbeitszeit. Die Bürger sollen bitte mehr schuften und per wünschdirwas weniger krank sein. :o

Dass durch mehr vom selben nur selten mehr Wert rauskommt...egal.
Überzeugende Wirtschaftskompetenz. :ugly:

Und alle schreien sie nach weniger Bürokratie. Aber in einem Prozess eine Prüfung streichen oder gar den Ausdruck einer 3x kopiert-gescannten Beigabe nur digital vorhanden...naiiiiiin.
Und jedes Bundesland für sich bitte, wo kommen wir sonst hin...haben wir immer so gemacht. :o