Meldung des Tages

Dieses Thema im Forum "Talk" wurde erstellt von Banshee, 22. Dezember 2002.

  1. MetallKopp

    MetallKopp W:O:A Metalmaster

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    Dass die Löhne niedrig gehalten werden, hat eigentlich weniger was mit freiem Wettbewerb zu tun, sondern mit Spekulation und Profitmaximierung. Es sind allermeist Ketten mit aggressiver Preisgestaltung und dem entsprechenden Kapital dahinter, die in die jew. Märkte drängen und dann die Bedingungen durch Preis- und Lohngestaltung diktieren.
    Den Friseuren wird ja außerdem wieder die Wahl genommen. Wenn sich alle beim Lohn unterbieten, kann sich der Friseur natürlich aussuchen, da nicht zu arbeiten. Bleibt er halt arbeitslos. Das hält er aber nur nicht lange durch, weil der Rubel ja rollen muss, und wenn das Arbeitsamt/Jobcenter das hört, dass man einen Job abgelehnt hat...

    Ich sage ja nicht, dass man Löhne staatlich festlegen soll. Aber es braucht Schutzmechanismen, weil die Marktgesetze immer nach dem Recht des Stärkeren gehen. Und das ist letzten Endes mit einer sozialen und solidarischen Gesellschaftsordnung nicht vereinbar. Deswegen braucht es einen Mindestlohn. Deswegen braucht es soziale Fangnetze, die in der Lage sein müssen, Menschen oberhalb des Existenzminimums zu halten.
    Ich habe auch schon für 4,10€ die Stunde Pizzas ausgeliefert und für 5,80€ die Stunde Supermarktregale eingeräumt. Spätabends. Ist echt nicht einfach, sich damit über Wasser zu halten.

    Dass sie einen durchschnittlichen Lebensstandard haben sollen, sagt doch keiner. Aber Existenzminimum ist gleich Armut. Oder waren wir zwischenzeitlich woanders? Man kann doch auch die sozialen Fangnetze so gestalten, dass man bei einem unterdurchschnittlichen Lebensstandard liegt, der immerhin noch ein bisschen Luft zum Existenzminimum lässt.

    Habe den fraglichen Satz hier mal herausgestellt:

    Nein, nicht ausschließlich, deswegen bringe ich ja mehrere Beispiele an, die zusammengenommen auf eine ziemliche Menge Leute zutreffen.

    Es kann keine Pflicht zur Rebellion geben. Man ist vielleicht nicht gezwungen, aber viele Jahre Erziehung, Sozialisation etc. bringen einen vielleicht dazu, nicht rebellieren zu können oder zu wollen.

    Es geht bei dem konkreten Punkt darum, dass die Gesellschaft im Leben keine Zeit vorsieht, sich selbst über seine Fähigkeiten und Wünsche richtig klar zu werden. Wer z.B. ein Jahr lang aus dem Rahmen fällt, hat geringere Jobchancen, eine Lücke im Lebenslauf, weniger Rentenansprüche, und, und, und. Und ständig ist der Druck da: Mach irgendwas. Geh arbeiten. Sonst bist Du schlimm dran.
    Die Entscheidung ist dann nicht mehr wirklich frei.

    1. Satz stimmt nicht. Ich meine das anders, das weißt Du eigentlich auch, passt Dir aber grad so gut in die Argumentation.

    In der Theorie ist das ja alles schön und gut, logisch und alles. Geht nur vollkommen an der Realität vorbei. Das sind Ansprüche, die jemand stellen kann, der in der Hinsicht privilegiert ist. Sich einem äußeren Druck zu beugen ist kein Zeichen von Schwäche und auch nichts, was man jemandem vorwerfen sollte. Es ist vielleicht mehr ein Zeichen, dass ein äußerer Druck bei manchen stärker und bei manchen weniger stark ist und verschiedene Menschen auch verschiedene Mengen Druck aushalten.
     
  2. evilCursor

    evilCursor W:O:A Metalhead

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    Bei allen Anglizismen, die für uns selbstverständlich geworden sind, höre ich von diesen Begriff zum ersten mal. Ist auch nicht schade drum, wie ich finde.

    Ich habe nichts gegen pointierte Meinungen, aber die sind sinnlos wenn bei den angesprochenen Themen offenkundig einfach zu viel Wissen fehlt, um überhaupt ein schlüssiges Argument abzuliefern.

    Es bleibt für einen Arbeitnehmer, der nur Mindestlohn bekommt i.d.R. nicht viel zu versteuerndes Einkommen übrig, wenn man Grundfreibetrag, ggf. Kinderfreibetrag und andere steuerliche Abzüge berücksichtigt. Was noch darüber liegt, wird dann mit einem Eingangssteuersatz von gerade mal 15% besteuert. Das fallen z.B. Sozial- und Krankenversicherung deutlich dicker ins Gewicht. Wir haben nicht so viele Aufstocker, weil die Einkommensteuern so hoch sind.

    Wer deutlich mehr zu versteuern hat, könnte den um 6.000€ höheren Freibetrag komplett nutzen und würde dementsprechend deutlich mehr profitieren. Das betrifft weite Teile der Arbeitnehmerschaft. Der Durchschnittsbruttolohn in Deutschland beträgt 3.703€ im Monat und würde dadurch kräftig entlastet. Dementsprechend gigantisch wäre das Einnahmeloch für den Staat.

    Deshalb sagte ich dass deine Idee an dem erklärten Ziel vorbei geht den Mindestlohn-Verdiener zu entlasten.
    Es macht hier keinen Sinn, wie du es tust, nur auf das eine Prozent mit dem höchsten Einkommen zu blicken, um das wegzureden.

    Der Haushaltsüberschuss 2017 betrug 23,7 Mrd Euro. Solche Zahlen kann man nachlesen. Warum also das "angeblich"? Das sind 0,7% des BIP oder auch ca 1% der aktuellen Staatsverschuldung. Hätten wir keinen Nullzins gäbe es diesen Überschuss nicht, also ist das auch kein Grund die Geldschleusen aufzumachen.

    Umverteilung ist in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften definierter Begriff, der sich i.d.R auf Einkommen und Vermögen bezieht.

    Also mich weckt so ein Ding.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. März 2018
  3. Sullivan

    Sullivan W:O:A Metalhead

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    Einfach mal "Kinderarmut Studie" googeln. Eventuell tauschst Du dann doch noch die Positionen der Wörter "meisten" und "einige".
     
  4. Quark

    Quark W:O:A Forumsstammgast

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    Der? Nee.
     
  5. b3nE

    b3nE W:O:A Metalhead

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    Wenn sich alle beim Lohn unterbieten, bekommt der, der das meiste Zahlt die meisten und besten Angestellten, wenn die anderen das auch wollen, müssen die Löhne steigen.

    Wenn du das machst, steigt aber wieder der Durchschnitt und wir sind wieder beim Anfang.

    In dem Satz sehe ich jedoch keine Behauptung, wie du mir unterstellst.

    Nein es muss keine Pflicht zur Rebellion geben, aber meiner Meinung nach bleibt es trotzdem die eigene Entscheidung doer nicht?

    Wer sagt das? Ich habe von noch niemandem gehört, dass z.B. ein Auslandsaufenthalt, FSJ oder dergleichen negativ ausgelegt wurde bei einer Bewerbung.

    Von wem kommt denn der Druck?

    Nein, aber auch nichts, wass man jemand anderm vorwerfen kann.

    Das stimmt, in Deutschland gibt es keine Kinderarmut sondern nur schlechte Eltern, die mit dem Geld was für die Kinder vorgesehen ist nicht umgehen können.
    Da sollte der Staat unbeding was unternhemen um diese Kinder vor ihren Eltern zu schützen.

    Inhaltlich stark wie immer.
     
  6. Sullivan

    Sullivan W:O:A Metalhead

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    Ich bin mir nicht sicher, ob Du den Teufelskreislauf verstanden hast. Die schlechten Eltern waren selbst mal Kinder, die schlechte Eltern hatten. Eventuell erkennst Du den Zusammenhang zur Armutsstudie.

    Immerhin findest Du auch, dass der Staat etwas unternehmen sollte. In den wirklichen Problemfällen, in denen Missbrauch und Ähnliches stattfinden, muss er auch die Kinder vor den Eltern schützen. Aber im Großteil der Fälle sollte er dafür sorgen, dass Kinder nicht irgendwann zu schlechten Eltern werden und die Eltern darin unterstützen, bessere Eltern zu sein.

    Noch ein Gedanke zu Deiner Art der Formulierung: "...in Deutschland gibt es keine Kinderarmut sondern nur schlechte Eltern, die mit dem Geld was für die Kinder vorgesehen ist nicht umgehen können." ist pauschalisierend, populistisch und inhaltlich falsch. Nur mal so als Denkanstoß, wie viele Deiner Ausführungen hier so rüber kommen.
     
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  7. WOAnders

    WOAnders W:O:A Metalhead

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    Ich komme mir hier langsam vor wie beim Meiser.
     
  8. b3nE

    b3nE W:O:A Metalhead

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    Ja, wenn ich es als Kind schwer hatte ist es nur logisch, dass ich das mir das gleiche auch für meine Kinder wünsche...

    Das fängt ja schon an, wenn angeblich kein Geld für gesundes Essen oder neue Kleidung der Kinder da ist... In diesen Fällen kann mir keiner erzählen, den Eltern wären die Kinder wirklich wichtig.

    Die Aussage, ist nicht inhaltlich falsch.

    Ich weiß zwar nicht, wo du schon in der Welt unterwegs warst, aber ich habe arme Kinder gesehen. Kinder die niemanden haben, der sich Kümmert und auf der Straße leben. Kinder mit Eltern, die alles für die Kinder tun würden und auf alles mögliche verzichten, damit die Kinder ab und zu mal was zu essen bekommen. Kinder, die Arbeiten müssen und nicht in die Schule können, weil es für sie wichtiger ist die Familie zu unterstützen.

    Wenn mir jetzt einer erzählt, in Deutschland gibt es arme Kinder, weil die gehänselt werden, dass sie nicht das neueste Smarphone haben, oder weil die Kinder kein Essen mit in die Schule nehmen können, weil die Eltern mit dem Geld, was für das Essen bestimmt sein sollte was anderes kaufen. Dann krieg ich wirklich 'nen Hals!
     
  9. b3nE

    b3nE W:O:A Metalhead

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    https://www.tagesschau.de/ausland/ahed-tamimi-103.html

    8 Monate haft für ein Kind, dass sich mit kleinigkeiten gegen Soldaten auflehnt, welche sich völkerrechtswiedrig in ihrem Land aufhalten.
    18 Monate haft für Mord durch einen Militärsanitäter an einem Kriegsgefangenen.

    Wie auch in der Türkei garantiert eine Demokratie keine Rechtstaatlichkeit, wenn der Großteil der Bevölkerung Nationalismus höher gewichtet als Recht.
     
  10. Sullivan

    Sullivan W:O:A Metalhead

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  11. Revalon

    Revalon W:O:A Metalmaster

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    Toll, mit der Argumentation könnten wir Armut in Deutschland (fast) grundsätzlich wegreden, denn man wird vermutlich für jeden Menschen in Deutschland zahlreiche Menschen wo anders auf der Welt finden, dem es schlechter geht.

    Ob das nun so sinnstiftend ist?
     
  12. Heisenmü

    Heisenmü W:O:A Metalgod

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    ist quasi dieselbe argumentation wie man´s gerne auch depressiven vorwirft. anderen geht´s ja viel schlechter und man soll sich an dem erfreuen, was man im gegensatz zu anderen hat.

    vermutlich haben sich chester bennington oder robert enke auch nur aus spaß an der freude umgebracht. :o

    :rolleyes:
     
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  13. Revalon

    Revalon W:O:A Metalmaster

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    Wenn man halt gerade nichts besseres zu tun weiß :o
     
  14. b3nE

    b3nE W:O:A Metalhead

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    Meiner Meinung nach ja.
    Ich habe es ja auch schon zu Anfang gesagt, dass jemand, der ein Dach überm Kopf, eine Heizung und genug zu essen hat nicht arm ist.

    Der Begriff der relativen Armut ist nicht sinvoll in soeiner Situation, da dieser immer prozentual betrachtet wird und daher diese Armut nie verschwinden kann.

    Und ob ein Kind arm ist oder nicht hängt sehr stark von den Eltern ab und nicht nir von deren Einkommen.
    Wenn ein Kind in Deutschland nichts zu Essen, kein Spielzeug oder keine Kleidung hat, liegt es nicht daran, dass kein Geld vorhanden ist, sondern daran, dass diejenigen, welche das Geld der Kinder verwalten nicht damit umgehen können.
     
  15. Nareklus

    Nareklus W:O:A Metalmaster

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