Veranstalter zahlt Reinigung
Lengerich. Ob denn das Black-Metal-Festival in der Gempt-Halle eine einmalige Angelegenheit gewesen sei, wollte Björn Schilling (SPD) in der jüngsten Ratssitzung von den Verantwortlichen Wissen, die den Lokalplitikern den Quartalsbericht der Bürgerstiftung Gempt vorlegten (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite). Während Hallenmanager Michael Rottmann sich bereits im Vorfeld in dieser Frage eher skeptisch zeigte, meinte Thomas Klimek, Vorstandsvorsitzender der Stiftung: „Warum sollten wir es nicht wiederholen, wenn wir die Lehren aus dieser Veranstaltung ziehen? Einzig das Müllproblem muss gelöst werden“.
Er selbst sei in der Halle gewesen, wo er friedfertige, nette Menschen kennen gelernt habe, die ihrer Musikrichtung frönten. „Wir sind eine kulturelle Einrichtung und müssen auch diesem Klientel eine Chance geben“, meinte Klimek. Natürlich habe auch ihm der Müll nicht geschmeckt, der in der Stadt hinterlassen worden sei.
Lobende Worte für die Veranstaltung fand bei der weihnachtlichen Zusammenkunft des Rates auch Björn Schilling. „Ich bin bekennender Anhänger dieser Musik. Das ist mein einziger schwarzer Fleck“, lächelte der Sozialdemokrat. Er klärte auch die Ursache des Fehlalarms auf. Durch den starken Theaternebel sei die Anlage ausgelöst worden. Besucher aller Altersschichten aus dem In- und Ausland seien in der Halle gewesen. „Oftmals sind das gut situierte Menschen, die hinter den dunklen Kutten stecken“, gibt Schilling einen kleinen Einblick in die Szene.
Mächtig angestochen zeigte sich Veranstalter Oliver Gerfelmeyer von der Agentur „burning stage“ in Osnabrück darüber, dass in der Berichterstattung in dieser Zeitung zu sehr das Müllproblem herausgestellt worden sei. „Es war eine super Veranstaltung, die für das Image Lengerichs sehr gut war. Es waren viele Pressevertreter aus England, Frankreich, Holland, Schweden, Norwegen und Finnland vor Ort, die positiv über das Festival berichten“, schildert er seine Eindrücke. Und viele Lengericher hätten davon profitiert. Die Hotels seien ausgebucht gewesen, die Kioske, Imbissbuden und Tankstellenshops hätten Ausverkauf gemeldet.
Gerfelmeyer veranstaltet rund 15 Festivals dieser Art im Jahr. Das Lengericher sei ein absoluter Topact gewesen mit den besten Bands der Szene. „Das Müllproblem sehe ich nicht so dramatisch. Bei Rosenmontagszügen wird beispielsweise sehr viel mehr Dreck produziert, darüber redet keiner“, stellt der Agentur-Inhaber fest.
Das der hinterlassene Müll sehr wohl ein Problem gewesen ist, bestätigt Michael Rottmann. „Das haben wir im Vorfeld so nicht erkannt. Sonst wäre sicherlich schon am Sonntagmorgen der Städtereinigungsdienst in Gang gesetzt worden“, erklärt der Hallenmanager. Das große Problem seien die vielen Umbauphasen gewesen. Sechs Bands seien aufgetreten, die ihre eigenen Anlagen mitgebracht hätten. „Die tote Zeit wollten die Besucher nicht in der Halle verbringen und sind in die Stadt gezogen“, stellt Rottmann fest. Er hat in der Sitzung des Stadtrates am Dienstag auch gleich noch eine gute Nachricht im Koffer: „Die Reinigungskosten übernimmt der Veranstalter“.
Rottmann betont die gute Zusammenarbeit mit Oliver Gerfelmeyer und dessen Mannschaft. Das Festival sei absolut friedlich verlaufen. „Im Gegensatz zu vielen Abifeten“, so der Hallenmanager. Die Polizei habe nur einmal zugeschaut, zum Ende der Veranstaltung. Auch hätten sich alle immer strikt daran gehalten, dass die Hallentüren während der Auftritte der Bands geschlossen gewesen seien und keine Lärmbelästigung entstanden sei.