So, jetzt ist es wiedermal Zeit für eine Märchenstunde!

*Buchaufschlägt*
Das Märchen ist rein fiktiv und hat keinerlei Bezüge zu real existierenden Personen.


*anfängtzulesen*
Es waren einmal drei sexy Freundinnen namens Angelina, Jessica und Salma, die machten einen langen ausgedehnten Waldspaziergang, sie waren immer weiter in den Wald gegangen und gingen nun auf Wegen, die sie noch nie gegangen waren. Die Bäume kamen ihnen riesig vor und hin und wieder knackte irgendetwas im Gebüsch. Die Sonne war auf einmal hinter ein paar Wolken verschwunden und dadurch wurde die Umgebung noch dunkler. „Ganz schön unheimlich hier“, fand Jessica. „Manche Leute nennen diesen Wald auch den Zauberwald.“
Schweigend gingen sie weiter, doch als sie an einer Gruppe von Tannen vorbeikamen, fiel Jessica als erster etwas auf.
„Hört ihr es, ich meine, hört ihr es nicht? Die Vögel zwitschern überhaupt nicht mehr!“
„Lasst uns lieber zurück gehen“, schlug Salma vor.
Die anderen waren auch dafür, nur: welcher Weg führte zurück? Es war ja das erste Mal, dass sie so tief in den Wald gegangen waren. Selbst Salma wusste hier nicht mehr, wo sie waren.
„Was wollen wir jetzt aber machen“, sagte Angelina „wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. Vor uns scheint ein ausgetretener Pfad zu sein, wie wäre es, wir folgen ihm?“
Die beiden anderen hatten nichts dagegen einzuwenden und so folgten sie dem Pfad, denn selbst ein kleiner Weg muss ja irgendwo hinführen. So kämpften sie sich durch dorniges Gestrüpp und unwegsames Gelände, bis sie auf eine kleine Lichtung stießen. Auf dieser Lichtung stand ein kleines Haus mit einem Garten. Der Garten sah recht verwildert aus und dem Dach des Hauses fehlten ein paar Ziegel. Die Fenster waren auch schon lange nicht mehr geputzt worden, aber es musste jemand zu Hause sein, denn aus dem Schornstein kam Rauch.
„Na also“, triumphierte Salma, „wir sind gerettet!“
„Oder auch nicht“, wandte Angelina ein, „irgendetwas gefällt mir hier nicht.“
Während die drei Freundinnen noch unschlüssig auf der Lichtung standen, ging plötzlich die Tür des Hauses auf.
„Eine alte Frau trat zur Tür hinaus. Sie trug ein langes, dunkles Kleid, ihre grauen Haare wirkten ungepflegt und ihr fehlten ein paar Zähne. Die Frauen waren vor Schreck wie gelähmt, aber die alte Frau grüßte ganz freundlich: Ahhh, Besuch, das ist aber nett. Kommt doch herein auf eine Tasse Kakao! Kommt ruhig, ich beiße nicht, hihihi.“
Salma ging vorweg, dann Jessica und als letzte Angelina. Es war ihnen wirklich nicht wohl zumute, aber die Alte schien harmlos zu sein. Außerdem, ein heißer Kakao war genau das Richtige, denn es war doch recht kühl geworden. So ließen die Frauen sich auch nicht weiter bitten und machten es sich in der kleinen Küche des kleinen Hauses bequem, so weit es ging, denn die Stühle schien auch schon einmal bessere Tage gesehen zu haben. Angelina jedenfalls hatte das Gefühl, als sie den Kakao trank, als würde der Stuhl jeden Moment zusammenbrechen. Sie war auch nicht überrascht, als er es tatsächlich tat. Genauer gesagt, als sie umkippte und auf den Boden fiel. Sie bemerkte nicht, dass Salma und Jessica ebenfalls zu Boden fielen.
Als sie wieder erwachten, war es dunkel. Angelina versuchte, sich zu erinnern, was geschehen war. Der Kakao! Die alte Frau musste etwas hineingemischt haben, aber warum? Angelina rieb sich den dröhnenden Kopf und überlegte. Warum sollte die nette alte Frau sie vergiften wollen, es sei denn es war eine... Angelina schluckte und schlagartig war sie wach. Ja, eine Hexe, aber das konnte doch nicht möglich sein, Hexen gab es doch nur in Märchen.
„Eine Hexe“, flüsterte sie vor sich hin.
„Was hast du gesagt, eine Echse? Was ist passiert?“
Jessica neben ihr war aufgewacht und auch Salma bewegte sich wieder.
„Ich habe Hexe gesagt und außerdem sitzen wir in der Falle.“
Schlagartig waren auch ihre beiden Freundinnen wach und nun sahen sie sich erst einmal um. Sie lagen auf einem Bretterboden in dem sich die Holzwürmer scheinbar eingenistet hatten. Er war voller kleiner Löcher und an mehreren Stellen morsch. Hinter ihnen war eine Holzwand. Ganz oben war ein kleines Fenster durch das nur wenig Licht von draußen gelangte. Die anderen drei Seiten ihres Gefängnisses bestanden aus dicken Eisenstangen. Sie waren wie in einem Käfig eingesperrt.
Nun war guter Rat teuer. „Wir müssen hier irgendwie rauskommen.“ Angelina wirkte sehr entschlossen. „Lasst uns diesen Käfig doch einmal genau untersuchen.“
Nach einer Weile gaben sie es auf und setzten sich nebeneinander auf den Boden. Jessica unterbrach als erste das Schweigen.
„Die Gitterstäbe geben kein bisschen nach und die Wand ist zu dick. Das Fenster können wir vergessen; es ist zu klein und außerdem kommen wir da nicht dran.“
„Was ist mit dem Fußboden, können wir den nicht aufhebeln?“
„Das ist eine Möglichkeit, Angelina. Los, versuchen wir es gleich, bevor die alte Hexe wiederkommt.“
Jessica versuchte, die Bodenbretter ein Stück zu lösen, aber auch als die beiden anderen mithalfen, gelang es ihnen nicht.
„Zwecklos, wir brauchen einen Hebel oder so etwas.“
Salma sah sich um. In der Kochecke lagen ein paar große Messer.
„Schade, an die Messer kommen wir nicht heran.“
Angelina überlegte einen Moment, dann stand sie auf und löste ihren Ledergürtel von der Hose.
„Mal sehen“, sagte sie, „ob ich es mit meinem Lassotrick schaffe.“
Sie nahm den Gürtel und steckte ihn so zusammen, dass er eine Schlaufe bildete. Dann ging sie zu den Gitterstäben, hielt den Gürtel am Ende fest und schleuderte die Schlaufe in Richtung Messer. Beim ersten Versuch fielen scheppernd ein paar Essbestecke auf den Boden und erschrocken flüchteten die drei in die äußerste Ecke ihres Käfigs. Aber keine Hexe kam zur Tür herein.
Angelina versuchte es erneut und nach ein paar Würfen gelang es ihr, ein großes Messer zu sich heran zu ziehen. Erschöpft gab sie Jessica das Messer. Es dauerte nur ein paar Minuten und Jessica hatte das erste Brett gelöst. Dann folgten noch zwei weitere Bretter und das Loch im Boden war groß genug um durchzuschlüpfen. Nun mussten sie sich unter der Wand durchgraben und das geschah abwechselnd. Jede grub solange sie konnte und gab dann das Messer der nächsten weiter. Auf diese Art und Weise schafften sie es schließlich, die rettende Oberfläche zu erreichen. Aber als sie auf der anderen Seite herauskamen, gefror ihnen vor Schreck das Blut in den Adern: ein riesiger Wolf mit zwei Köpfen stand vor ihnen. Beide Köpfe fletschten die Zähne und knurrten furchterregend. Daneben stand die Hexe und lachte. Schnell krochen Salma, Angelina und Jessica zurück in den sicheren Käfig. Alle zitterten vor Angst, als die Hexe zur Tür hereinkam.
„So einen Spaß habe ich schon lange nicht mehr gehabt, ist das lustig. Den Ausgang könnt ihr vergessen, ich habe ihn mit einem Felsbrocken verschlossen.“ Sie lachte und lachte und hörte überhaupt nicht mehr auf.
„Dir wird dein blödes Lachen schon noch vergehen“, rief Angelina.
„Was?“ Die Hexe kam näher und beäugte Angelina wütend. „Wer bist du?“
„Ich heiße Angelina.“
„Den Namen brauche ich mir nicht zu merken, denn bald bist du in meinem Kochtopf.“
Wieder wollte die Hexe laut loslachen, doch Angelina entgegnete: „Das glaube ich nicht, du böse alte Hexe.“
„Wie kannst du es wagen...“ begann die Hexe, doch dann schien ihr etwas einzufallen. „Dein Glück, dass ich noch jemanden auf der Speisekarte habe. Warte, bis ich wiederkomme!“