Ich war heute beruflich an einer Weiterbildung. Da gab es einige Erkenntnisse, die ich gerne hier mitgebe. Hat zwar nichts direkt mit Wacken zu tun. regt aber vielleicht den ein oder anderen Gedanken an. An manchen Punkten sah ich aber auch durchaus Parallel zu Wacken 2025.
Seit November 2025 gibt es in der Schweiz ein neues Gesetz. Die Kantone arbeiten nun an der Umsetzung auf Gesetzes- und Verfügungsstufe. (Ich möchte euch hier aber nicht mit dem Schweizer Föderalismus langweilen,) Das Wasserbaugesetz findet nicht nur bei Bauwerken, sondern auch bei der Bewilligung von Veranstaltungen Anwendung.
Wesentliche neue Bestanteile im Wasserbaugesetz ist das integrale Risikomanagement und der Oberfächenabfluss.
integrales Risikomanagment: an dieser Stelle nicht relevant.
Oberflächenabfluss:
Man hat festgestellt, dass nur etwa 10%-20% der Hochwasserschäden durch ausufernde Fliessgewässer emtstehen. Die viel grössere Gefahr stellt der sogennante Oberflächenabfluss dar. Also Hochwässer die aufgrund von Starkregenereignissen entstehen. Meist auf versiegelten oder gesättigten Flächen.
Somit ist Oberflächenabfluss per Gesetz eine Naturgefahr. Weder bei Bewerken, noch bei Veranstaltungen darf man nun Personen dieser Naturgefahr aussetzen.
Pro 1°C Klimaerwärmung steigt die Wahrscheinlichkeit für Starkregen um 10% an.
Besonders verheerend ist, dass somit auch die Häufigkeit ansteigt. Echte Ereignisse und Modelle zeigen, dass ein Erstniederschlag heufig keine wirklichen Auswirkungen auf den Oberflächenabfluss hat. Vielmehr sind es nacheinander auftretende Starkregenereignise. Durch die Sättigung (Vorfeuchte) gibt es keine Retention des Regenwassers und es kommt zu Oberflächenabfluss. Genau das ist 2025 in Wacken passiert.
Übrigens: Das Openair Gampel befindet sich in einer Region mit vielen Naturgefahren. Das neue Wasserbaugesetz birgt unsicherheiten in Bezug auf die Bewilligungsfähigkeit zukünftiger Ausgaben. Letzte Woche gab es ein Statement, dass man der Region trotz allem treubleiben wird und entsprechende Schutzkonzepte für die Festivalgäste ausarbeitet.