Franken
Entstehung des Stammes -> wesentliche Merkmale der Bildung germanischer Großstämme
Tauchen 257 erstmals Namentlich auf -> Raubzug von Alemannen und Franken
Lebten ca. zwischen Köln und der Rheinmündung entlang des östlichen Rheinufers.
Es ist archäologisch belegbar, dass weder im 3. Jhdt. noch davor eine Zuwanderung stattgefunden hat. => Franken gibt’s schon länger, sind nur nicht unter diesem Namen bekannt (muß vor dem 3. Jhdt. anderen Stammesnamen gegeben haben)!
Tacitus’ Völkertafel ist hier sehr Aufschlussreich:
- Usipeterer, Tekterer, Karmaden(?), Amsewarier, Brukterer,… lebten am Rhein
Ende d. 1.Jhdts. n. Ch. Verschwinden die Stammesnamen, an ihre Stelle tritt der Name der Franken -> vermutlich sind ein Stammesverband (Zusammenschluß mehrerer kleiner germanischer Stämme am Unterlauf des Rheins)
Ethnogenese -> Traditionskern meist namensgebend für Neuformierten Stamm, aber Name Franken vorher unbekannt -> keiner der Einzelstämme bildet den Kern (sonst hätt ja der ganze Verband den Namen übernommen!)
Eine Ausnahme bildet der Stammesname der Sugambrer (Sigambrer), dieser Name taucht noch weit bis ins MA, quasi als Synonym für „Franken“ auf. Der Stamm selbst verschwindet aber bewiesener Maßen bereits 8 vor Ch. durch einen Krieg!!!
In gewisser Weise lebten sie aber weiter:
1) weil römische Dichter für die Rheingermanen traditionell 2 Begriffe verwenden: „Rheinwassersäufer“ und „Sugambrer“, egal um welchen Stamm es sich handelte -> im MA sind diese literarischen Quellen bekannt!
2) die kleinen Stämme am Rhein sind in einem Kultverband (Tamphana = Fruchtbarkeitsgöttin) vereinigt! Kultzentrum liegt beim Stamme der Marser (=kleinster Stamm) -> Die Sugambrer dürften ursprünglich der Mittelpunkt gewesen sein, nach der Zerstörung sind die Marser der Rest der Sugambrer, weshalb dort auch das Heiligtum verbleibt. Die kleinen Stämme werden auch immer wieder gemeinsam gegen Rom aktiv. Die Versammlungen an der Kultstätte sind auch wichtig für die Kontakte der Stämme untereinander! -> Absprachen zwischen den Tamphana-Stämmen (belegbar für das 1. Jhdt.) Inwiefern die Existenz des Kultverbandes für die Entstehung der Franken eine Rolle spielt ist nicht belegbar.
Germanische Gefolgschaft = zentrale Organisation die über den Stamm hinausgreift. Gefördert durch die kultischen Zusammenkünfte (Kommunikation) im 2. – 3. Jhdt. immer wieder Plünderungen durch Gefolgschaften auf römischem Gebiet über längere Zeit => Bindung der Gefolgschaftsleute an den Führer wird enger als zum eigenen Stamm -> Stammesunterschiede verschwinden zunehmend! -> nur so ist es erklärbar, dass letztlich keiner der Stammesnamen (außer geographisch -> Siedlungsgebiet der ehemaligen Brukterer bis ins MA bekannt auch wenn die Menschen schon lange anders heißen) überblieb, keiner der Stämme ein Übergewicht ausmacht.
=> Neuer Name: Franken; bedeutet frech, mutig, tapfer; ein typischer „Hybridname“ der zur Stärkung des Selbstbewusstseins dienen kann.
Ab der Mitte des 3. Jhdts tauchen die Franken am Rhein auf, gemeinsam mit den Alemannen.
Vermutlich 259: weite Gebiete des östlichen Galliens heimgesucht und bald darauf Vorstoß ins Gebiet der Stadt Taragona (Nordspanien) einer einzelnen Kriegertruppe! Sie ziehen relativ ungehindert wieder nach Hause.
Ab den 60er Jahren des 3. Jhdts dürften die Überfälle auf Gallien auch Personanzahlenmäßig zugenommen haben (Hortfunde -> Bewohner hatten Besitztümer vergraben und kamen um)
Zahlreiche Gruppen und sehr große Kampfverbände, aber immer nur einzelne fränkische Kampfverbände die unabhängig von einander kooperierten.
Lange Zeit keine politische Einheit der Franken!! (Große Anzahl mächtiger Gefolgschaftsführer, nennen sich aber alle Franken!)
Die Kampfverbände wurden auch von Rom als Söldner angeheuert, besonders U….. P….. versammelte viele fränkische Söldner unter sich, die sehr wohl auch gegen andere Franken kämpften.
Über 20 Jahre war Gallien das „Aktionsgebit“ der Franken. Erst im ausgehenden 3. Jhdt. (Kaiser M. A. Probus) -> geordnete Zustände in Gallien, Franken ziehen sich zwischen 278/288 über den Rhein zurück.
Gesamtes Ende des 3. Jhdts (ab 288) gekennzeichnet von Dauerkrieg!
-> Einige Franken bleiben auf römischem Gebiet und siedeln sich an (tels wild, teils geduldet), v.a. im Raum um Trier lassen sich große Mengen von Franken nieder -> als „Laeti“ bezeichnet; sind römische Untertanen (nicht wie die späteren Foederati!)
-> Ab den ausgehenden 80er Jahren: immer stärkere Aufnahme von Germanen in die römischen Auxiliarverbände ( -> dauerhafte Beschäftigung! Nicht wie bisher nur zeitweilig!) besonders unter Kaiser Konstantin. Germanen machen zunehmend im römischen Heer Karriere (siehe Skriptum S. 26).
357 „Invasion“: 1000e Franken überschreiten den Rhein! Nur wenige Plünderungen und Zerstörung, sie schonen das Land => wollen bleiben und ansiedeln!!
Die Invasion wird aufgehalten von Julian Apostata. Er besiegt die Franken, es sind aber zu viele um sie zu vertreiben.. Er muß sie als Föderaten (politisch selbständig lediglich durch Verträge an Rom gebunden, leben in Geschlossenem Gebiet -> nördlich der Maas bis zum Rhein, das Gebiet heißt Toxandrien) ansiedeln!
Der Name der Salier taucht erstmals auf! Oft taucht auch die Zweiteilung in salische Franken und ripuarische Franken (Franken die noch am Rhein siedeln) auf.
Salier sind Föderaten die auf gallischem Boden siedeln; wesentlich straffere Ordnung und stärkerer innerer Zusammenhalt als die Stämme am Rhein!
Die salischen Franken kommen in erster Linie aus dem Mündungsgebiet den Rheins in die Nordsee. Beim salischen Adel spielt die Reiterei eine große Rolle. Der Kern der Salier ist vom alten Stamm der Battawa! Nicht beteiligt an der Bildung der Salier sind große Stämme wie z.B. die Brukterer…
Battawa-Stamm hatte lange Tradition mit der Kooperation mit Rom (Söldner, Verträge & Co, aber auch vehement Verfechter ihrer Unabhängigkeit!)
Die Salier sind auf gallischem Boden äußerst aktiv; ständiger Zuzug, breiten ihr Gebiert vehement aus, v.a. unter Kaiser Valentinian .
3 Gruppen von Franken im Gebiet:
Laeten: kleinräumig angesiedelte, wehrpflichtige germanischen Bauern unter römischer Herrschaft. Dienen als Wehrbauern und wirtschaftlicher Faktor für Rom. Zahlen Abgabenn. Leisten wichtigen Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung für Truppen und Provinzialstädte. Sins ähnlich d. spätantiken System des Colonates (-> bindet den Bauern fix an sein Land; darf es nicht verkaufen!); leben in kleinen geschlossenen Siedlungsverbänden; so gut wie keine Fluchtbewegungen dieser Leute bekannt -> dürfte ihnen gut gegangen sein! => bei den „freien Brüdern“ jenseits des Rheins dürften die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht so gut gewesen sein!
Föderaten: nicht unterworfen, leben als freie Germanen auf römischem Boden unter ihren Führern, sind aber wehrpflichtig (müssen ihr Gebiet verteidigen).
Freie fränkische Verbände: jenseits den Rheins (Ripuarier)
Gleichzeitig starke Infiltration von Franken ins römischen Heer ( in erster Linie) und langsam auch die Verwaltung. Vor allem Franken aus dem Gebiet der Laeten und Föderaten (dort begannen sich verstärkt Einzelfürsten herauszubilden) -> gehen teils in diesen röm. Ämtern so auf,dass sie die Verbindung zu den Franken aufgeben und romanisiert werden.
Manche (z.B. Childerich) nutzen es auch umgekehrt!!
Childerich ist jahrelang in römischen Diensten tätig (5. Jhdt), erringt viele Siege für Rom, kehrt aber immer wieder in sein Gebiet in Toxandrien zurrück -> stärkt seine Stellung innerhalb der salischen Franken! (Einzelne Fürsten der Salier bereits als Reguli (Kleinkönige) bezeichnet!). Childerich erringt eine führende Stellung unter den Saliern (ist nicht der einzige salische Rex, aber quasi primus inter pares und ist Sprachrohr, wenn’s um Rom geht!)
Childerich ist der Begründer des Königshauses der Merowinger!!!
(Childerich lebt in der Mitte des 5. Jhdts, ab ihm ununterbrochene Königslinie bis die Merowinger von den Karolingern abgelöst werden!)
Chlodwig (Enkel von Childerich?) ist der eigentliche Begründer des fränkischen Königshauses und Einheitsbringer des fränkischen Stammes!
Er lässt den letzten Rest römisch-zentraler Macht in Gallien verschwinden (nach Ende des römischen Reiches haben sich die Römer unter dem Dux noch ca. 30 Jahre gehalten, zuerst von salischen Franken unterstützt)
486: Ausweitung des salisch-fränkischen Gebietes bis an die Loire!
496: Chlodwig: Ripuarier gewaltsam unter seine Herrschaft gebracht (nachzulesen in Gregor von Thurs „Frankengeschichte“); ging extrem brutal vor, sein wichtigstes „politisches“ Mittel ist Mord, sein Vorgehen stärkt aber seine Position, schreckte auch vor eigenen Verwandten nicht zurrück.
497: Sieg über die Alemannen
507: Schlacht bei Vougle (Vouille?): Chlodwig besiegt Alarich II, Ende des Westgotischen Reiches auf gallischem Boden; Franken beherrschen ganz Gallien.
511: Chlodiwig stirbt: Ras Reich ist inzwischen riesig, Chlodwig verhindert als eine erneuerung des „röm. Reiches“ unter germanischer Herrschaft -> unter Theoderich! ?
Teilung des Frankenreichs unter Theuderich, Chlodomer, Childebert und Chlothar.
fränkische stammesgeschichte in kürzestforum und mit vielen tippfehlern

wenn ich mich schon damit plagen muß, sollen die verursacher auch was davon haben
