
WARUM sagt mir das keiner
Buddhas Beine im Museum
Die Ausstellung anlässlich des zweitausendsechshundertsten Geburtstags des legendären Gründers der buddhistischen Lehre wird im Museum von Patna im Nordosten Indiens zu sehen sein. Das "Privileg", wie es der Museumsdirektor Madhuri Aggrawal ausdrückt, Buddha zu sehen, wird den Besucher 100 Rupien kosten (rund 3 Euro). Der Erfolg der Ausstellung dürfte gesichert sein. Bisher war es so gut wie unmöglich, einen Blick auf die Gebeine Buddhas zu werfen. Es bedurfte einer speziellen Genehmigung, die nur nach einem aufreibenden und langwierigen Gang durch die Behörden zu erhalten war. Die Museumsleitung hatte sich bisher erfolgreich einer öffentlichen Ausstellung widersetzt, weil angeblich die Gefahr für die Knochen zu groß sei. Die Experten scheinen dabei weniger die Zerstörung durch Umwelteinflüsse befürchtet zu haben, als die Gefahr durch Diebstahl. Die Überreste dürften zu den wertvollsten Reliquien überhaupt gehören. Eine Kurzausstellung im Januar hatte zu einem Massenansturm geführt.
Der jetzt zur Verfügung gestellte Ausstellungsraum ist besonders für den Anlass ausgerüstet. Er verfügt über spezielle Lichtquellen und modernste Sicherheitseinrichtungen. Die Knochen wurden im Zuge einer Ausgrabungskampagne zwischen 1958 und 1962 in Vaishaligarh nahe Patna gefunden, der Hauptstadt des Bundesstaates Bihar. Sie waren in einer aufwändig gearbeiteten, mit Gold, Zinkmünzen und Glasperlen verzierten Steinkassette verwahrt gewesen. Archäologen haben die Authentizität bestätigt.
Von mehreren Seiten wurde Einspruch erhoben gegen die Ausstellung. Buddhistische Verbände sähen die Ausstellung lieber an einem der Bedeutung der Person entsprechenden Ort verwahrt. Vorgeschlagen wurde die Einrichtung einer speziellen Gedenkstätte im Mahaboddhi-Tempel ? jenem Ort, an dem der Legende nach Buddha seine Erleuchtung erfuhr. In Anbetracht der Bedeutung und des Wertes der Ausstellungsstücke hat die Bundesregierung in Patna allerdings entschieden, das Museum sei der einzige sichere Ort.