Nicht die große, die Angst vor den Naturgewalten,
die einen klein und verwundbar werden lassen.
Keine Angst vor etwas, das von außen kommt.
Nein, keine solche Furcht, sondern eine,
die auf den ersten Blick weit harmloser scheint,
und doch so viel grausamer ist.
Eine Angst, die aus mir selber kommt.
Mich überfällt, wenn ich, des Starkseins müde
und überdrüssig der Einsamkeit bin.
Dann kommt sie in den Nächten, da ich wachliege,
und dringt von innen in mich ein; steigt hoch in mir,
und droht, die Seele zu zerreißen.
Die Angst, etwas Kleines, Wertvolles zu zerbrechen,
einen Schatz, von dem ich nicht einmal weiß,
ob ich ihn je besitzen werde. Ich weiß es nicht.
Und doch fürchte ich, daß ich, um Gewißheit
zu erlangen, etwas anderes aufgeben müßte.
Etwas, das mir lieb und teuer ist.
Und was, wenn sich herausstellte, daß der Schatz,
den ich vor mir sehe, nur ein Hirngespinst ist?
Dann stünde ich alleine da, und hätte wieder
einmal alles verloren. Wie schon so oft - wie schon
zu oft bisher. Ertrüge ich das noch einmal?
Ich weiß es nicht zu sagen.
Und so sitze ich hier, und die Angst dringt
in mich ein und verdunkelt mir das kleine Licht,
das ich zu sehen glaube.
Ich schelte mich selbst einen Feigling.
Und doch wage ich nicht den Schritt zu tun,
der die Angst besiegen - und doch auch alles zerstören könnte.
Ich bleibe stumm und starr, nur wartend
auf ein Zeichen, das mir die Kraft und den Mut gibt,
jenen Schritt zu tun.