Wacken kann alles außer Regen - Die Schlammdiskussion

Dieses Thema im Forum "W:O:A 2015<br>Lob & Kritik / praise & criticism" wurde erstellt von PopoMetal, 03. August 2015.

  1. PopoMetal

    PopoMetal W:O:A Metalhead

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    War erstaunt zu sehen dass es noch keinen Fred gab mit dies zum Thema also hab ich mal einen aufgemacht.

    Zuerst möchte ich sagen dass mir das diesjährige Wacken trotz weniger Bands die ich sehen wollte als sonst (einfach mal Lineup mit https://graspop.be/en/poster vergleichen) und dem Schlamm wieder sehr gefallen hat. Wie 2005 und 2012 habe ich auch dieses Jahr überlebt und hatte meinen Spaß und ich möchte mich bei allen an der Organisation und Durchführung des Festivals beteiligten bedanken die das möglich gemacht haben.

    Trotzdem kann man ja mal konstruktiv diskutieren ob man an der aktuellen Situation etwas ändern kann dass das Wacken absäuft sobald es größere Regenmengen über mehrere Tage gibt. Ich selbst kann das überleben mit der richtigen Ausrüstung und bin auch weniger zart beseitet aber ich habe viele getroffen die die Situation 2015 sehr betroffen hat. Ein paar Punkte hier gesammelt:

    - Schwer begehbare Wege führen zu weniger Besuchen der Festivalarea

    - Schlammseen vor den Frühstückszelten/Supermärkten oder Metal Market verringern den Umsatz der Händler dort und die Servicequalität bei Wackenbesuchern die das gerne in Anspruch nehmen würden

    - Schwer begehbare Wege zu Duschcamps und Dixies sowie die Schlammsehen davor verschlechtern die Hygenesituation immens ebenso wird weniger ausgepumpt wenn die Wege schlechter sind da der Auspumpwagen langsamer vorran kommt

    - Extreme Ungerechtigkeit gegenüber behinderten Menschen für die diese Situation untragbar ist und nur teilweise durch extremen Einsatz und Hilfsbereitschaft anderer wettgemacht werden kann. Übrigends sind nicht nur Rollstuhlfahrer betroffen sondern auch leicht gehbehinderte zudem wird das Wacken Publikum immer älter da sind schon einige nicht mehr so gut zu Fuß

    Ihr seid gerne noch angehalten Punkte hinzuzufügen. Wichtig ist mir aber dass dies kein Gemeckerthread bleibt hoffentlich kommt es auch zu einer Diskussion ob und wie an der Situation etwas geändert werden kann.

    Ist es möglich zumindest die Hauptwege zum Festival und Teile der Festivalarea baulich so zu verändern dass sich die Situation verbessert? Ich rede nicht davon alles zuzubetonieren das will sicher niemand.

    Gibt es Optionen für die Wege wie Trassen aufzuschütten Kieswege oder andere Maßnahmen? Welche Vor und Nachteile hätten diese Maßnahmen und wie hoch wären die Kosten? Gibt es jemanden der in dem Bereich arbeitet und hier mal aus dem Nähkästchen plaudern kann?
    Wenn ihr das Argument bringt, dass der Bauer dann das Gelände nicht mehr nutzen kann bitte erläutert das mal bitte ich höre das dauernd verstehe aber nicht was die Kühe an ein paar befestigten Wegen stört.
    Gibt es noch Optionen während des Festivals außer das was bereits getan wird wie Holzschnipsel?

    Freue mich auf eine konstruktive Diskussion.
     
  2. Wetter

    Wetter W:O:A Metalhead

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    Ich sehe es so: Es ist halt ein Ackerplatz.

    Kies usw. sind nachteilig für die Wiederherstellung des Ackers. Letztendlich gehört sie immer noch nen Bauern und den Kühen.

    Die wenigen Straßen/Zuwege wurden und müssen freigehalten werden für Rettungsdienste und sonstiges dienliches. Nein, Wackener Zuschauer gehören da nicht dazu. :ugly:

    Wacken tat ja einiges um die Wege soweit in Schuss zu halten:
    Die beste Lösung war sie so wenig wie möglich mit Fahrzeugen und Treckern zu belasten. Die Sonne am Freitag und Samstag taten dann den Rest.
    Die Hauptwege waren oder sind eh nicht mehr zu retten, weil die Anzahl an "Füßen" einfach zu viel sind, um da irgendeine Art von Erholung zu gewährleisten.
    Außerdem gabs da noch die Leute die unbedingt Freitag wieder das Acker verlassen mussten, um dann per Trecker herausgezogen wurden -> Weg wieder kaputt.

    Letztendlich war einfach der Regen ab Mittwoch Abend "schuld" am Desaster. Wäre er nicht gewesen, wäre schon Freitag alles wieder halbwegs im Schuss gekommen, aber so... no Chance.

    Im Infield kann man eh nichts machen, weil einfach zu viele Leute. Stahlplatten usw. versinken dann einfach wieder im Schlamm und würden je nachdem sogar eine Gefahr für die Leute darstellen, wenn sie sich "bewegen" oder andere Gliedmaßen darunter einklemmen können. Da muss man höllisch aufpassen.

    Das einzige was ich mir denke ist, das man Stahlplatten erst ab einer bestimmten Zeit am Samstag auf die Übergangswege aufbaut, die zwischen Straße und Camping Platz sind und am schnellsten "kaputt" gehen und fürs Steckenbleiben verantwortlich sind. Dann kommt man dann leichter mit Auto weg und sie versinken nicht sofort im Schlamm, sofern es nicht wieder regnet.

    Die Holzsplitter haben ja den Nachteil, das es drunter nicht richtig trocknet. Da weiß ich nicht, ob die Idee, es erst nach dem Regen zu verteilen, eine Gute ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 03. August 2015
  3. FabHH

    FabHH Newbie

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    Gut, dass du diese Diskussion anstößt. Ich find da kann man ruhig mal den
    geilen Zusammenhalt der Festivalbesucher hervorheben!!!

    Ich habe MEHERE Helfer gesehen die z.B. Rollstuhlfahrer durch den
    Schlamm gezogen haben oder andere aus dem Schlamm gezogen haben.
    Samstag Abend ist auf der großen Grasfläche vor dem Festival ein
    Krankenwagen steckengeblieben und sofort sind locker 20 Mann hingerannt,
    um das Ding freizusetzen. Leider erfolglos, aber es geht mir um den Zusammenhalt
    und die Hilfsbereitschaft von der man im "normalen Leben" nicht mehr
    so viel mitbekommt, außer mal einem Ellenbogen.

    Hätte man in dieser Extremsituation nicht das THW oder die BW um Hilfe
    bitten können ? Immerhin müssen Rettungswege zumidnest frei und
    zugänglich sein, da hätte man auch mit schwerererem Gerät den Schlamm
    abpumpen/abtransportieren können.

    Der Weg zwischen S & V war doch mit Gehwegplatten für PKW-Verkehr
    ausgelegt, kann man so keine Infrastruktur schaffen ?
    Was ist mit Bewässerungsgräben ? Die könnte die Landwirtschaft dort das
    Jahr über nutzen und würde das viele Wasser leichter abfliessen lassen.

    Was die Dixis angeht. Die müssen unbedingt frequentierter geleert werden.
    Ebenso die Pissoirs, die teilw. überliefen. Wacken ist die letzten Jahre immer
    mal wieder abgesoffen und das einzige was ich aus dem Gelände als
    Reaktion sah sind 4 Trecker ggü. 1000er PKWs die abgeschleppt werden
    müssten und hin und wieder etwas Holzschnitzel. Ich bin mir sicher, dass
    das Wacken-Team aus der Situation das bestmöglich mit ihrem Gerät und
    Ausstattung herausgeholt hat, aber auf sowas muss man vorbereitet sein.

    Ich mag mir nicht ausmalen, wenn man mal nen echten Notfall auf den
    Campingplätzen oder im Schlamm hat und dann niemanden erreicht, weder
    per Handy ( bei O2 ging nichts !!! ) noch zu Fuß und selbst wenn man einen
    Ordner erreicht, heisst es noch lange nicht, dass der Krankenwagen
    rechtzeitig vor Ort ist. Wie oben schon beschrieben, blieb selbst ne Art
    OFFroad version davon stecken.

    Im Jahre 2015 muss sowas nicht sein.

    Was das Lineup vom Graspop angeht ... Oha! So ein Lineup wünsche ich mir
    für Wacken !!!!
     
  4. Sorrownator

    Sorrownator W:O:A Metalhead

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    Ich arbeite nicht in dem Bereich, aber das Problem bei Kies - oder generell allem was nicht Hackschnitzel ist - wird sein, dass man das Zeug dann auch wieder entfernen muss. Die Hackschnitzel werden einfach untergepflügt und vergammeln dann und düngen den Boden sogar noch. Kies musst du danach wieder wegbaggern, was wohl einen enormen Aufwand darstellen dürfte.

    Wirklich eine alternative wären wohl nur mobile Straße - so, wie sie bei den Hauptbühnen ja genutzt werden - wobei hier im Forum ja schon zu hören war, dass man die auf dem Campground auch schon ausgetestet hat und die sich wohl nicht bewährt haben. Ich denke selbst wenn man alle Wege mit Platten zupflastern würde wäre nach einem Tag wieder alles verschlammt. Die Leute tragen den Kram ja mit ihren Stiefeln auf die Platten drauf und dann verteilt es sich dort immer weiter. Der Effekt ist dann marignal und vor allem der Rückbau wird dann wieder zu einem wahren Kunststück.

    Ich gebe dir durchaus recht - schön ist es nicht. Aber ein Festival auf einem Acker wird bei so einem Wetter IMMER eine Schlammschlacht werden. Dagegen ist kein Kraut gewachsen.
     
  5. Jan_Talon

    Jan_Talon W:O:A Metalhead

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    Ja, Slipknot, Marilyn Manson, Korn, da kocht die Begeisterung beim ja immer älter werdenden Publikum bestimmt über. :ugly:

    Und was die Rollstuhlfahrer etc. angeht: Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie wissen, wodrauf sie sich bei so einem Wetter einlassen und es wurde sich ja auch alle Mühe gegeben die Situation für sie noch so erträglich wie möglich zu machen. Solange ich da nicht von Betroffenen höre, dass es Scheiße lief und es dan den Veranstaltern und nicht höherer Gewalt lag, halte ich das für einen vorgeschobenen Grund nichtbeeinträchtigter Heulsusen, deren Campingurlaub mit Saufen und Musik ins Wasser gefallen ist.

    Und die Alternative bei dem Wetter ist halt im Zweifel der Abbruch und das wahrscheinlich ohne Kostenerstattung. Bei Festivals abseits von befestigten Flugfeldern etc. muss man halt mit Einschränkungen bei Mistwetter rechnen. Mehr als Drainagen verbuddeln und sämtliche Holzschnitzel Norddeutschlands ordern geht halt auch nicht.

    Und die Bundeswehr und das THW rufen? Die kommen beim Katastrophenschutz und nicht für die Bequemlichkeit von Metalheads. Da kann man drüber nachdenken, wenn der Platz mal so absäuft wie beim Glastonbury.
     
  6. PopoMetal

    PopoMetal W:O:A Metalhead

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    Danke für deine anderen Ausführungen den Punkt verstehe ich aber immer noch nicht. Was stört das die Kühe oder den Bauern wenn ein paar Wege zwischen den Grünflächen Kieswege sind?
    Hier in meinem Heimatort haben wir auch Landwirtschaft da sind auch die Wege zwischen den Weiden sogar teilweise zubetoniert.
     
  7. Skargon89

    Skargon89 W:O:A Metalhead

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    hab sie selber gesehen und die Bilder in der Festival Zeitung den mehrere Fahrzeuge von Kanalreinigungen und Umweltservice Firmen waren im Einsatz um Schlamm abzupumpen.
    Die Mobilen Straßen bringen nichts den an der Krezung bei C und D lagen welche was nichts brachte da sie selbst im Schlamm versunken sind
     
  8. Jan_Talon

    Jan_Talon W:O:A Metalhead

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    Dürfte beim Mähen der Wiesen stören. Und weiter hinten sind ja auch noch Getreidefelder.
     
  9. PopoMetal

    PopoMetal W:O:A Metalhead

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    Haben wir hier Landwirte unter den Metalheads die da was zu sagen können?
     
  10. Wetter

    Wetter W:O:A Metalhead

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    Ich würde warten bis Japser was dazu sagt, er kann das eher im Erfahrung bringen. Weiter oben hat ja Sorrownator geschrieben wie Nachteilig Kies ist.

    Die Weide ist ja ein offenes Feld. Die Kühe oder whatever wären von Kies kontaminiert und das ist sicherlich nicht mit den Gesetzen vereinbar. Aber so genau weiß ich es auch nicht.
     
  11. He-man

    He-man Member

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    Hier ist einer das mit dem mähen stimmt schon es ist nahezu unmöglich Wege und Weide auf einer Höhe zu halten. Sagen wir mal man könnte einen Weg finden wo er nicht stört. Denn kommen die Kosten ins Spiel. Ich würde die Wege nicht bezahlen wozu auch ich selbst brauche sie ja nicht. Und Punkt 3 der am schwersten wiegt . du darfst es nicht! Du kannst nicht einfach irgendwo Wege hin betonieren oder schütten es gibt strenge Auflagen für die Landwirtschaft es wundert mich sowieso das das alles immer so geht grade dies Jahr mit den Gräben voller modder. Ich schãtze mal das die noch wieder alle ausgebaggert werden müssen. Und um das nur kurz klar zustellen ich wäre 110% für befestigte Wege. Und was noch ist die bearbeitbarkeit der Flächen die Parzellen sind ja nicht allzu groß sodass man die Flächen fast garnicht mehr bearbeiten kann (man kann nicht alle 100m den Pflug neu einsetzten). Und ja da wächst auch noch was anderes außer Gras zumindest zum Teil.
     
  12. MisterX

    MisterX Member

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    Uff, könntest Du den Beitrag vielleicht mit ein paar Kommas lesbar machen? Ich kann das nur zum Teil nachvollziehen.
     
  13. Ezekyle

    Ezekyle W:O:A Metalhead

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    Ich komme aus der gegend (30km entfernt) und ich kann euch sagen, das das Hauptproblem der Untergrund ist. Fast die komplette Westküste hat einen Marschboden. Sehr torfig und daher von Natur aus sehr Wasserhaltig. Wenn dann noch hinzukommt, das es schon seit Samstag Abend am Regnen war und dann noch Tausende Autos und Stiefel den Boden zusetzen hat man schnell nen Sumpf. Auch mit einkalkuliert werden muss, das nach jedem Festival der Acker umgepflügt und neu eingesätt wird. Es kann sich kein richtiges Wurzelgeflecht bilden, was den Boden noch verstärken könnte.
    Es gibt zwar Entwässerungsgräben, die haben aber auch nur eine Begrenzte kapazität. von daher denke ich mir, der Veranstalter hat sein bestes getan. Und ein gutes hatte der Sumpf: Jetzt weiß man, welche Stiefel was taugen und welche nicht.:D
     
  14. PopoMetal

    PopoMetal W:O:A Metalhead

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    Ja um die Ausrüstung zu ergänzen war es gut hab mir noch ne gute Lederhose besorgt und die Verkäufer im Metal Market waren sehr nett bei der Beratung und haben mir noch aus den Schuhen geholfen.
     
  15. defender19789

    defender19789 W:O:A Metalhead

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    Wäre es bei der Bodenbeschaffenheit nicht sinnvoll Campen und Parken zu trennen , vor allem auf den tief liegenden Wiesen . der gesammte bereich unter dem Duschcamp X säuft bei wenig regen schon ab . sind da 2013 sonntag nur mit mühe und not alleine herausgekommen weil wir quer über die wiese fahren konnten.
     

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