- 21 Juli 2016
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Gerne möchte ich eine offene Diskussion starten, wie sich der Fetsivalhorizont verändern wird oder verändern kann. Dieses Thema habe ich in anderen Threads bereits angeschnitten, ich denke aber, dass es passender wäre das hier zu diskutieren.
Grundlage für meine Aussagen ist eine interne Präsentation und interne Dokumente von F********* und E****** in die ich und andere (unabsichtlich) Einsicht hatte. Es sind zwei Konzert- und Festivalverantstalter, die im jahr 2024 fusioniert haben. Ich habe mich bewusst dazu entscheiden die Firmen hier zu zensieren, da ich niemanden möchte in Schweirigkeiten bringen. Die Präsentation war zwischenzeitlich auch in einem anderen Forum öffentlich zugänglich, wurde aber unterdessen leider wieder gelöscht.
Die Dokumente sind das Ergebnis einer sehr umfassenden Analyse der Konzert- und Festivalstrukturen in ganz Europa. Es wurde zuerst eine Bestandesaufnahme erstellt, die Herausforderungen für alle Festivals und die eigenen Franchises analysiert und am Ende werden Massnahmen getroffen. Ich werde hier nicht alles 1:1 wiedergeben, aber möchte das wichtigste zusammenfassen.
Bestandesaufnahme:
- In Europa gibt es rund 20'000 Festivals ab 10'000 Besucher. Zählt man die kleineren dazu kommt man auf 80'000+
- Rund 20% der Festivals sind in den letzten Jahren verchwunden. Dies betrifft hauptsächlich kleinere und mittlere Festivals. Aber auch grössere Franchises wurden verkleinert oder sind komplett verschwunden. (Sonisphere, Download)
- Bei den Major-Festivals befinden sich rund 90% der Festivals im Eigentum grosser Veranstalter oder befinden sich zu Mindest in einer strategischen Partnerschaft mit denen
- Das Festival-Publikum ist älter geworden. Festivals ziehen bei jüngeren nicht mehr gleich wie noch vor 20 Jahren.
- Seit Corona gehen die Menschen beim Kauf von Festivaltickets bedachter um.
Herausforderungen:
- Die Inflation setzt in zwei Bereichen zu. Es wird teurer ein Festival zu veranstalten (Band-Gagen, Infrastrukturkosten). Durch teurere Tickets können sich immer weniger ein festival leisten. Wärend früher noch mehrere Veranstaltungn im jahr besucht wurden, sind es heute oftmals nur noch eine.
- Immer weniger Firmen sponsoren Festivals. Der Sponsorenmarkt ist hart umkämpft.
- Viele Bands sind mittlerweile auch direkt bei Veranstalter und Promotern unter Vertrag. Genannt wird Live Nation, die ein Grossteil hiesiger Headliner unter Vertrag haben. Der Zugang zu diesen Acts ist für Drittparteien sehr schwer und teuer.
- Amerikaner haben ebenfalls Festivals entdeckt. Diese drängen immer mehr in die Zeit der europäischen Festivals.
- Die Festivalbesucher fühlen sich mittlerweile eher von einem Line-Up als vom Festival angezogen. Die Marken der Festivals haben gelitten. Man geht nicht ohnehin ans Festival XY wegen Stimmung, Freunden, etc. Sondern reist eher auch als ganze Gruppe zu einem anderen Festival wenn das Line-Up besser ist.
- Tagesticket sind meist hinderlicher wie förderlicher. Ein Tagesgast verursacht überproportional viele Kosten in Bezug auf die Festivalinfrastruktur.Schaff man es an allen Einzeltagen etwa gleichviele Tagesticket zu verkaufen, gleicht sich dies wieder aus.
Massnahmen:
- Die einzelnen Marken sollen gestärkt werden, indem man eine klare Zielgruppe bedient. Heisst das Line-Up soll spezifisch sein, man soll keinen Genres-Mix anbieten. Bei einem Genre-Mix sollte man immerhin tageweise die gleichen genres bedienen.
- Wenn möglich sollte man das ganze Line-Up auf einmal bekannt geben, im Idealfall inkl. Timetable und sämtlichen Glamping-Angebote. Dadurch sei man der Konkurenz voraus. Wer schon ein Ticket hat, muss sich nicht zwischen mehreren Festivals entscheiden.
- Ganz offen wird vorgeschlagen, dass auch Line-Ups bereits 1.5 Jahre oder 2 Jahre im Voraus präsentiert werden sollen. Inkl. VVK. So liessen sich auch unterschiedliche Genres alle 2 Bedienen. Hier seien aktuell aber die Bandmanagements noch sehr zurückhaltend.
- Bekannte, grosse Major-Festivals sollen direkt angegriffen werden. Insbesondere die wenigen unabhängigen.
- Schaffung zusätzlicher Angebot generiert einen zus. Cashflow. (Glamping, VIP-Programme, Aktivitäten mit Bands)
- Man möchte einen Gegenpol zu Live Nation schaffen und möglichst viele Bands selbst unter Vertrag nehmen.
Wichtig: Ich möchte hier weder Gerüchte streuen, oder irgendetwas behaupten. Ich weiss, dass die Dokumente echt waren. Ich finde die angerissenen Themen sehr spannend, auch wenn ich nicht allen Analysen so zustimmen würde. Vieles hat aber auch seine Richtigkeit.
Grundlage für meine Aussagen ist eine interne Präsentation und interne Dokumente von F********* und E****** in die ich und andere (unabsichtlich) Einsicht hatte. Es sind zwei Konzert- und Festivalverantstalter, die im jahr 2024 fusioniert haben. Ich habe mich bewusst dazu entscheiden die Firmen hier zu zensieren, da ich niemanden möchte in Schweirigkeiten bringen. Die Präsentation war zwischenzeitlich auch in einem anderen Forum öffentlich zugänglich, wurde aber unterdessen leider wieder gelöscht.
Die Dokumente sind das Ergebnis einer sehr umfassenden Analyse der Konzert- und Festivalstrukturen in ganz Europa. Es wurde zuerst eine Bestandesaufnahme erstellt, die Herausforderungen für alle Festivals und die eigenen Franchises analysiert und am Ende werden Massnahmen getroffen. Ich werde hier nicht alles 1:1 wiedergeben, aber möchte das wichtigste zusammenfassen.
Bestandesaufnahme:
- In Europa gibt es rund 20'000 Festivals ab 10'000 Besucher. Zählt man die kleineren dazu kommt man auf 80'000+
- Rund 20% der Festivals sind in den letzten Jahren verchwunden. Dies betrifft hauptsächlich kleinere und mittlere Festivals. Aber auch grössere Franchises wurden verkleinert oder sind komplett verschwunden. (Sonisphere, Download)
- Bei den Major-Festivals befinden sich rund 90% der Festivals im Eigentum grosser Veranstalter oder befinden sich zu Mindest in einer strategischen Partnerschaft mit denen
- Das Festival-Publikum ist älter geworden. Festivals ziehen bei jüngeren nicht mehr gleich wie noch vor 20 Jahren.
- Seit Corona gehen die Menschen beim Kauf von Festivaltickets bedachter um.
Herausforderungen:
- Die Inflation setzt in zwei Bereichen zu. Es wird teurer ein Festival zu veranstalten (Band-Gagen, Infrastrukturkosten). Durch teurere Tickets können sich immer weniger ein festival leisten. Wärend früher noch mehrere Veranstaltungn im jahr besucht wurden, sind es heute oftmals nur noch eine.
- Immer weniger Firmen sponsoren Festivals. Der Sponsorenmarkt ist hart umkämpft.
- Viele Bands sind mittlerweile auch direkt bei Veranstalter und Promotern unter Vertrag. Genannt wird Live Nation, die ein Grossteil hiesiger Headliner unter Vertrag haben. Der Zugang zu diesen Acts ist für Drittparteien sehr schwer und teuer.
- Amerikaner haben ebenfalls Festivals entdeckt. Diese drängen immer mehr in die Zeit der europäischen Festivals.
- Die Festivalbesucher fühlen sich mittlerweile eher von einem Line-Up als vom Festival angezogen. Die Marken der Festivals haben gelitten. Man geht nicht ohnehin ans Festival XY wegen Stimmung, Freunden, etc. Sondern reist eher auch als ganze Gruppe zu einem anderen Festival wenn das Line-Up besser ist.
- Tagesticket sind meist hinderlicher wie förderlicher. Ein Tagesgast verursacht überproportional viele Kosten in Bezug auf die Festivalinfrastruktur.Schaff man es an allen Einzeltagen etwa gleichviele Tagesticket zu verkaufen, gleicht sich dies wieder aus.
Massnahmen:
- Die einzelnen Marken sollen gestärkt werden, indem man eine klare Zielgruppe bedient. Heisst das Line-Up soll spezifisch sein, man soll keinen Genres-Mix anbieten. Bei einem Genre-Mix sollte man immerhin tageweise die gleichen genres bedienen.
- Wenn möglich sollte man das ganze Line-Up auf einmal bekannt geben, im Idealfall inkl. Timetable und sämtlichen Glamping-Angebote. Dadurch sei man der Konkurenz voraus. Wer schon ein Ticket hat, muss sich nicht zwischen mehreren Festivals entscheiden.
- Ganz offen wird vorgeschlagen, dass auch Line-Ups bereits 1.5 Jahre oder 2 Jahre im Voraus präsentiert werden sollen. Inkl. VVK. So liessen sich auch unterschiedliche Genres alle 2 Bedienen. Hier seien aktuell aber die Bandmanagements noch sehr zurückhaltend.
- Bekannte, grosse Major-Festivals sollen direkt angegriffen werden. Insbesondere die wenigen unabhängigen.
- Schaffung zusätzlicher Angebot generiert einen zus. Cashflow. (Glamping, VIP-Programme, Aktivitäten mit Bands)
- Man möchte einen Gegenpol zu Live Nation schaffen und möglichst viele Bands selbst unter Vertrag nehmen.
Wichtig: Ich möchte hier weder Gerüchte streuen, oder irgendetwas behaupten. Ich weiss, dass die Dokumente echt waren. Ich finde die angerissenen Themen sehr spannend, auch wenn ich nicht allen Analysen so zustimmen würde. Vieles hat aber auch seine Richtigkeit.
