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Lange kochte die Gerüchteküche, nun hat der US-Autokonzern General Motors die Sanierungspläne für seine europäischen Tochterunternehmen Opel und Saab veröffentlicht: 12.000 Menschen werden ihren Arbeitsplatz verlieren, teilte GM-Europa-Chef Fritz Henderson in Zürich mit. Die Kosten sollen damit um 500 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden.


Vor allem Produktion und Produktentwicklung der Adam Opel AG sind von den Sparmaßnahmen betroffen. Nach GM-Angaben sollen 90 Prozent der Stellenstreichungen bereits 2005 erfolgen. Für die kommenden beiden Jahre rechnt das Unternehmen mit Abfindungszahlungen, deren Höhe vom Ausgang der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern abhängt.

Über die Senkung der Strukturkosten hinaus kündigte der Vizepräsident von GM Europa, Carl-Peter Forster, Einsparungen bei den Materialkosten an, die den größten Kostenfaktor darstellten. Von der verstärkten Integration der Design- und Produktentwicklung bei Saab und Opel erhoffe sich das Unternehmen weitere beträchtliche Einsparungen.

Wie die Streichungen auf die Standorte verteilt werden, ist nach Auskunft der Konzernleitung noch nicht entschieden. Informationen des Betriebsrates, dass jeweils 4000 Arbeitsplätze in Rüsselsheim und Bochum wegfallen sollen, wollte die Adam Opel AG nicht bestätigen.
Clement sieht Unternehmen in der Verantwortung



Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat sich persönlich bei Opel eingeschaltet und ist zu Gesprächen nach Bochum gekommen. In der Tagesschau machte Clement aber klar, dass die Politik auf keinen Fall finanziell eingreifen werde. Das Unternehmen habe sich schließlich durch Fehlentscheidungen des Managements selbst in diese Lage gebracht. Allerdings hoffe er, dass die Krise ähnlich wie bei KarstadtQuelle im Einvernehmen zwischen Konzernleitung und Arbeitnehmern gelöst werden könne. Dazu wolle er auch sein möglichstes tun, so der Wirtschaftsminister.
Keine Finanzhilfen vom Land zu erwarten

Hessens Ministerpräsident Roland Koch forderte angesichts der Sparbeschlüsse eine Standortgarantie für den Opel-Stammsitz Rüsselsheim. "Jetzt gilt es das Schlimmste zu verhindern", sagte Koch in Wiesbaden. Die Landesregierung werde sich am Freitag mit Wirtschaftsminister Clement und dem Opel-Personalvorstand Norbert Küpper zu einem Krisengipfel treffen, um den Personalabbau "sozialverträglich zu bewältigen". Finanzielle Hilfen des Landes schloss Koch aus. "Wir können und dürfen keine finanziellen Mittel einsetzen. Das verbietet uns eiropäisches Recht."
Gewerkschafter: Management hat versagt

Der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB), Reinhard Kuhlmann, warf General Motors Europe und der Adam Opel AG "krasses Managementversagen" vor. Opel habe die Weiterentwicklung auf dem Automarkt verschlafen, sagte Kuhlmann im DeutschlandRadio Berlin. Gleichzeitig kritisierte er die Informationspolitik der amerikanischen Mutterfirma. "Der Aufsichtsrat der Adam Opel AG hat bis heute keine Unterlagen über die Planungen der General-Motors-Spitze in Europa." Dies sei rechtlich zweifelhaft, meinte der Gewerkschafter, der selbst im Opel-Aufsichtsrat sitzt.
Markt reagierte auf Qualitätsmängel

Auch der Auto-Experte der Fachhochschule Gelsenkirchen, Ferdinand Dudenhöffer, sieht Managementfehler als Ursache für die derzeitige Krise. Vor sieben oder acht Jahren seien die Produkte vernachlässigt worden, was bei den Kunden für Verärgerung sorgte, sagte Dudenhöffer im Gespräch mit tagesschau.de. Es habe Qualitätsmängel gegeben, die Fahrzeuge seien nicht so vielfältig und attraktiv gewesen. "Auf diese Schludrigkeit hat der Markt schnell reagiert und Opel den Rücken gekehrt."

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3697658_NAVSPM1_REF1,00.html



:mad: