Subjektives Hamster Tagebuch ´07

Dieses Thema im Forum "W:O:A 2007<br>Lob & Kritik / praise & criticism" wurde erstellt von Stachel, 14. August 2007.

  1. Stachel

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    Wacken 02.08.2007
    Es ist 6:47h am zweiten Tag (Donnerstag).Alles ist noch verhältnismäßig ruhig. War grad pullern und schlummer nun wieder n büschen auf dem zurück geklappten Beifahrersitz des geliehenen FIATs in meinem Schlafsack vor mich hin. Die Anfahrt gestern hätte laut Navi-Werner 92 Minuten dauern sollen. Es waren dann aber doch 5 Stunden. Wacken ist dieses Jahr durch die Dauerregen Fälle total verschlammt und da die Leute gebeten wurden, erst am Mittwoch anzureisen, ist der Stau dann auch gleich doppelt so lang. Gestern wurde dann auch direkt vor den Bühnen noch mit nem Bagger rumgewühlt. Es wurden Stroh und Holzschreddergut verteilt.

    Natürlich haben mich auf der Hinfahrt gestern (Mittwoch) die Politessen kontrolliert, komischerweise kontrollieren die immer mich. Es gab nix auszusetzen und das vorne Links das Blinkerglas kaputt ist, wurde auch nicht von der Polizistin angesprochen.
    „Haben sie was geraucht oder getrunken“
    „Ein Orangensaft und ne Zigarette“
    „OK – weiß der Besitzer des PKWs das sie damit unterwegs sind?“
    Blöde Frage, wenn ich jetzt Nee sage, werd ich dann verhaftet? Ich bin friedlich und sag „Ja, weiß der“ … und darf weiterfahren.

    Der Pulk fährt grade aus, Richtung Hanerau-Hademarschen, mein Navi sagt, links gibt’s n Schleichweg, also blinke ich links und gurk durch die Wischen und Felder. Jetzt wieder rechts. Nun Links, wo bin ich? Egal, nach 10 Minuten bin ich mitten im Dorf WACKEN angekommen und mogel mich in die offizielle Stau-Warteschlange. Der Typ im Auto hinter mir steht schon seid 3 Stunden in dieser Schlange, Glück gehabt, ich erst seid einer Minute.

    Als ich dann also - Gestern endlich auf das Camp-Ground durchgestellt wurde (so langweilig war der Stau gar nicht, sind komischerweise irgendwie viele lustige Leute hier unterwegs…) gabs erst mal ein Bier. GRENZQUELLE, voll lecker, aus ´m Sonderangebot. Auto abschließen und erst mal die Runde über den Platz machen und das Festival-Band incl. Trash-Bag holen. Ich stelle fest, dass ich am Arsch der Welt parke und so ca. ne halbe Stunde bis zum Gelände latschen muss. Das Gelatsche wird aber nie langweilig. Auf der Fan Shopping Meile gibt’s T-Shirts im Sonderangebot, na ja, was man halt so Sonderangebot nennt und ich finde ein nettes von SOULFLY für 9,-€.

    Dann wieder zum Auto, mir geht’s gut, ein bisschen Einsam unter tausenden, aber das ist schon okay, da hab ich kein Problem mit. Dies Jahr bin ich alleine da, aber ich hab n kruden Sci-Fi Roman mit („Palast Der Unsterblichkeit“ von A.E. van Vogt) und schaffe noch 60 Seiten und 3 kleine GRENZQUELLEn. Dann wieder auf den Vorplatz nach vorne gelatscht und die WACKENER Feuerwehrkapelle und Mambo Kurt betrachten. Alles recht ausgelassen und lustig. Headbangen zur Marschmusik. Die Stimmung ist korrekt.
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    So jetzt aber genug geschrieben, muss noch mal in den Plan gucken, was heute ab geht und dann noch n büschen Bier trinken.
    Hab einen Kasten mit, das muss reichen. Halb GRENZQUELL, 0,3er und halb OETTINGER , 0,5l.
    Noch was für die Statistiker:
    Gegessen gestern (Mittwoch), 3 Eier, hartgekocht, von zu Hause, 1 Doppelstulle mit Käse, 1 Pk. Reis-Thai-Cräcker (120g), Bier (2kleine+1halben), Wasser.
    Wetter: Sonnig/bewölkt, trocken, warm, windig.
    Firewater – burn.

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  2. Stachel

    Stachel Newbie

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    Teil II

    TAG DREI IN WACKEN

    Freitag 03.08.2007, 07:53h
    Gestern war ein feiner Festivaltag: Amen! Es war warm, aber nicht zu heiß, es gab ab und zu einen klitzekleinen Schauer, tagsüber hab ich gelesen, drei Halbe verputzt und noch n büschen feste Nahrung und im Autochen gepennt. Um 17:46h bin ich los gelaufen, in Richtung Festival Gelände. Am Ticket Schalter stapeln sich die Donnerstag – Anreisewilligen, es ist voll. Ich muss auf den Platz – die Bagger sind weg, alles ist soweit plan, bis auf ein paar Matschi-Gruben.
    BLITZKRIEG hab ich leider grade verpasst, hab auf dem Weg zu sehr getrödelt. Im Headbangers Ballroom (Zeltbühne) spielen WARGASM = sehr geil! Dann zieht s mich wieder zur Black Stage, hier sollen demnächst ROSE TATTOO aufspielen und ich bin schon ganz gespannt, weil ich die doch letztes Jahr verpasst hab. Die alten Australier rocken dann auch fleißig ab und der Sänger faselt dauernd was von „Love“ meint aber „Sex“. Dann düdel ich noch n büschen rum, im H-Ballroom Zelt ist es Rappelkatze voll und ich komm nicht rein: Mist! Blöder.

    Also marschiere ich nach rechts zur Hellfest Stage. Am schmalen Durchlass matsch ich mir den Weg an den Ständen vorbei. Das letzte Lied von NEARA krieg ich noch mit, schade, aber vllt. kommen die ja nächstes Jahr wieder, hörte sich gut an. Nun soll laut Tourplan ne norwegische Neuentdeckung mit Frontfrau spielen. Während ein Haufen großer Kinder sich im Stroh eine Halm-Schlacht liefert, geht’s auch schon los. ANIMAL ALPHA treten an und ich drück mir erstmal die Oropaxe rein: Iiiih! Was ist das denn ekliges?
    Seid wann singt denn Frau Tank Girl Metal in Mickey Mouse Tonlagen. Urgz. Nix wie weg, das ist mir zu schrill, ich mags mehr dumpf. Von weitem sehe ich SODOM auf der Black Stage, die sind mir aber zu langweilig. Im H-Ballroom ist auch ne geile Band am Werkeln, ich komm aber nicht durch. Zu voll.
    Na gut, dann jetzt aber fix wieder zurück, zur Hellfest Stage ALL THAT REMAINS machen mich glücklich – ja, so soll das sein! Danach erst mal n büschen runterkommen und Sit In im Strohhaufen, Kaffee schlürfen und auf den Plan gucken. Im H-Ballroom spielen ein paar Schlitzaugen mit dem mir unbekannten Namen ELECTRIC EEL SHOCK, aber das kann ich mir sparen, da komm ich nie rein. Kein durchkommen. Schade, aber watt solls, auf geht’s, richtig FIAT. Nach 5 Stunden Musi und Hackengas bin ich auch ziemlich durch. Es ist 23:00h als ich am Auto ankomme und des Sandmännchen war ooch grad da. Ikke penn sofort ein.
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    Jetzt gibt’s aber erstmal Frühstück ohne Kaffe, ich bin heute zu faul, den Gaskocher anzuschmeißen oder zu einem der gastlichen Frühstücks Zelte in WACKEN zu spazieren. Meine guten Morgen SMSen abschicken und abfragen und dann wellnessen, bis der Trubel weiter geht.
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    WAS? SCHON DER VIERTE TAG?
    Puh, wie die Zeit wieder vergeht? Heute ist Samstag und es wird Zeit, von gestern zu berichten. Die Sonne geht über einem kleinen Wäldchen auf, ich hab die hinteren, mit Zeitungen verhängten Fenster des Fiat halb runter gekurbelt und ein laues Lüftchen umweht meine schmutzige Nase. Gestern, genau, nachdem ich gut ausgeschlafen hatte gab´s den üblichen Sani-Klo Besucht. Die Sani Kisten hier sind einwandfrei und sauber. Gibt’s kein Mekkern und wenn Frau nicht grad in der Rush Hour auf m Topf will, geht´s auch ziemlich fix. Das ist das Gute, wenn man AADW (noch hinter Zeltcamp „S“) campiert. Mit nem halben Bier im Magen und nem guten Frühstück aus Stulle, Gewürzgurke und Milchpulver-Milch wackelte ich also zum heute Festival Gelände.

    Schon als ich – nach dem Sani Klo – über die Kuppe spaziere, höre ich: „Es brennt“ – „Guck mal, da hinten!“ usw. Eine fette Rauchschwade steht über dem Festival Gelände, na das kann ja lustig werden. Mist Blöder, müssen die immer alles ankokeln? Um 12:55h kommen NAPALM DETH und die darf ich unbedingt und ganz bestimmt nicht verpassen! Die fangen auch pünktlich an, und ich steh mit einem Haufen murrender Metal Freaks vor der Absperrung und darf ned rein. Das Stroh vor den Tribünen hatte Feuer gefangen (Kippe?) und die Feuerwehr ist noch am Machen und Tun um alles wieder in den Plan zu kriegen. Danke Feuerwehr.

    Ne halbe Stunde ist der Platz (angeblich) gesperrt. Die Fans stapeln sich, ich in der ersten Reihe. Die Security braucht sich aber nicht weiter anzustrengen, bis auf ein paar verbale Entgleisungen sind alle friedlich. Ein Holländer krakeelt ordentlich rum, na ja, er ist halt sauer. Versteht halt Jeder hier, nur ändern kann man da grad nix dran. Dann – der Startschuss, der Run auf die Black Stage geht los und ich schmeiß mich auch ins Getümmel – Juchhuu: NAPALM DEATH.
    Voll geil, das die schon über 20 Jahre unterwegs sind, wusste ich auch nicht, aber der Sänger erzählt´ s und alle feiern mit.
    Nach NAPALM DEATH kann ich wieder abrücken, und n büschen pausieren. In den H-Ballroom ist immer noch kein reinkommen. Am Frühstückszelt leiste ich mir einen großen Kaffee für 2,50 und ein Gespräch mit ein paar Vom-Feuer-Frustrierten. Am FIAT leiste ich mir noch ein paar OETTINGER, heut ist schließlich Groß-Kampf-Tag. Und ne Mütze Schlaf. Meine Platznachbarn berieseln mich mit Musik. Um 15:30h geht’s wieder auf die Piste, auf dem Gelände krieg ich noch den Schluss von POSSESSED mit nem Sänger im Rollstuhl mit, geiler Metal.

    Um 17:30 gehen TURBONEGRO ab und alles ist gut. Ich gönne mir tatsächlich ein paar Biere vom Stand für 3,-€. Beim rumhoppsen fliegt mir ne Luftgitarre an den Kopf, die ich gleich weiterverschenke. Und mir noch n Bier hol.
    Ich werde ständig als Spiderschwein bezeichnet, was dann wohl, wie mir eine angetrunkene Metallerin erklärt, an meinem Barney & Homer T-Shirt liegen muss, ich selbst hab ja den Film noch nicht gesehen. Frau lernt nie aus. Hach ist das alles lustig hier. Da die Nachfolgebands auf den großen Bühnen (JBO, GRAVE DIGGER, blah) mich jetzt grad nicht unbedingt nass machen, und im H-Ballroom immer noch kein durchkommen ist, zieht ´s mich mal wieder zur Hellfast Stage. ENSLAVED – achnöh, öde, also ab zu Mambo Kurt, da ist immer was los im Biergarten. Cobain und Co werden von Kurt´s Hammond-Orgel technisch und gesanglich komplett durch den Kakao gezogen, ist einfach nur lustig! Die Menge brüllt mit.

    Dann wieder hinein, am Einlass schnorr ich mir ein Bier, da man Dosen und Flaschen ja nicht mit rein nehmen kann, ich aber einen Becher hab, geht das ganz fix und bevor das goldgelbe Nass den Boden knuutscht – dann immer erstmal in meinen Becher - rein damit. Irgendwer will mich heiraten. Auch okay, aber bitte nicht heute und weiter geht’s. Die SCHEISS Sonne geht langsam unter, ich bin kaputt gespielt und hab noch nicht mal die Hälfte geschafft. Gleich kommen DIMMU BORGIR und danach noch die APOKALYPTISCHEN REITER. Bei den DIMMUs steh ich in der vierten Reihe, vorne links und werde zerdrückt wie eine Made im Speck. Nach 2 Songs gebe ich auf, ist mir dann doch zu Hardcore hier vorne. Ich wusel mich mit vorsichtigem Ellenbogen und stocherndem Zeigefinger wieder zurück. Es ist kaum ein rauskommen, die Menge steht Press fast bis zu den Bierständen. 71Tausend sollen angeblich hier sein und alle wollen DIMMU. Ich kann ´s voll verstehen! Die sind aber auch einfach zu geil, meine Ohren klingeln trotz Stöppseln und ich pooge noch n büschen hinten weg herum. Dann sind meine Akkus lehr, die REITER müssen ohne mich feiern, Mist! Heul, die hab ich auch schon letztes Jahr verpasst, hoffentlich kommen die ´08 und geben mir noch ne Chance. Büdde!!!

    Ich tappse zum FIAT zurück, auf Umwegen, puller ein letztes Mal in die Botanik, polke den Autoschlüssel aus der Hosentasche und mummel mich in meinen Mumiensack. Nebenan wird
    noch fleißig gesoffen und gegröhlt, mich störts nicht, ich schlafe dann auch fix ein.


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  3. Stachel

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    Teil III

    Puh, jetzt nuckel ich grad meinen obligatorischen O-Saft und knabber den Rest von den kalten Ravioli. Man muss sie nur lange kauen, dann werden die Ravioli im Mund warm, das spart Gas ohne Ende. Heute ist das Programm für mich nicht ganz so überbordend wie gestern. Gesoffen wird auch nicht, mein Kasten ist fast leer, wo die nur alle wieder hin sind? Ich hab mir ne dicke Blase an die Hacke gelaufen, aber immerhin keinen Sonnebrand, juchuu! Die Blase ist –Göttin-sei-dank- noch nicht aufgeplatzt und wird grad geschmiert und verpflastert. Pflaster gibt’s in der Verbandskasten-Apotheke reichlich und ich wickel auch noch gleich n Mull drum.

    Nun ist das Dosen-Ravioli alle. Es ist bedeckt, sehr schön und windig. Meine Kieler Nachbarn mit dem Riesen Festzelt (20-Mann?), hinter mir, und Generator, machen grade ihre Morgen-Kiste DITHMARSCHER auf. Prost! Die Slovaken oder Rumänen hinten links sind auch schon ganz fit unterwegs und am Frühstücken unterm Sonnendach. Gestern auf m Gelände hab ich mich noch stundenlang mit einer Finnin unterhalten, auf Englisch. Ich kann kein Englisch und sie konnte es auch nicht aber wir hatten viel Spaß. Und nun frag mich nicht – worüber, woher soll ich das wissen? Ich kann kein Englisch.

    Die meisten sind hier echt gut drauf, ab und an kommt der Alltags Frust durch, wird aber betäubt. Die Knallkörper gehen mir n büschen auf den Geist. Was solls. Ein Gentleman Deutscher hat mich doch gestern auch noch voll dicht geschwallert, das er doch so einen Samenstau hätte, und ich musste ihm dann leider gestehen, das ich ne ziemlich Faule Socke bin und ihm da auch echt nicht weiterhelfen könnte. Aber am Sanitäts-Zelt wäre doch ein netter Pfleger, der auch Pflaster verteilt und ob er denn den nicht um Hilfe bitten könne. Der sei ja schließlich ne versierte Fachkraft, gelt?

    Meine Dithmarscher Bier trinkenden Kieler Nachbarn hören zur Morgengymnastik immer KORN aus der Dose. Inzwischen sind sie aber bei PUNK angekommen, zum Bruce-Springsteen Hit BORN IN THE USA singt ein schnodderiger Punk grad die deutsch syncro Fassung: BORN IN DER NAAASE! Der Generator von denen ist kaum zu hören; Morgens, wenn die ihn anschmeißen, denk ich immer, ich bin zu Hause und mein Nachbar mäht grad mal wieder den Rasen. Die Pure-Metal-Fraktion ein paar Zeltburgen weiter vorne rechts, ebenfalls mit Generator ausgestattet, kann sich den Punk natürlich nicht antun. Gitarren heulen auf und übertrumpfen den Punk. Ein paar Zeltreihen vor mir – linke Hand – bei der Arte Fraktion: Den jonglierenden Franzosen ist eine Kreisch-Else vom Band zu hören, irgend so ein Melody-Metal-Scheiss. Kann aber auch n Typ sein, der da singt, ist nicht ganz auszumachen, bei dem Musikgewirr hier.

    Denn, ein Stück weiter hinten hat jemand seinen TV-Theme-Sampler entdeckt, das A-TEAM sowie 4 Fäuste Für Ein Halleluljah-Filmmusik kollern vom Band. Der Festival Hubschrauber kreist über uns. Ja – die Fangemeinde ist wach und tatendurstig. Die 3jährige ein Stück weiter mittig rechts am Familienzelt kräht lautstark dazwischen.

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  4. Stachel

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    Teil IV und SPAM-Ende

    TAG FÜNF UND NICHT MEHR IN WACKEN.

    Yeaph! Bin wieder zu Haus. Geschafft! Gestern hat mich dann noch wieder die Scheiß Sonne geärgert ich bin ihr aus dem Weg gegangen und um 16:00h zum Festival Platz los gezogen. Mit Wasser und Instant-Milch abgefüllt, wohl bemerkt. Nix Bier. Okay, eins, zum Frühstück und runterkommen. Vor ACHIMS MUSIK KUTSCHE, noch auf dem Camp-Platz, hat sich eine private Band häuslich niedergelassen und intoniert über Generator und Heimanlage ihre satanischen Hymnen. Mitten im Trubel sind die hier gut aufgehoben und ich schlürf einen Kaffee und schau zu. Der Sänger klingt rotzig wie Lemmy Kilmister, wenn er sich nicht grade in der Tonlage versteigt.

    Meine Uhr (die, die ich nicht mit hab) geht irgendwie falsch, oder ich bin zu früh, auf dem Festival Gelände sind noch DIR EN GREY zugange, die Schlitzaugen Metaller reißen ein paar ordentliche Gräben auf und sind gar nicht übel. Der Sänger erinnert ein bisschen an M. Manson, wie er sich die Brust zerkratzt und Löcher in sein Fleisch bohrt. Auf der True Metal Stage kommen dann RAGE – gähn – mit einem Sinfonie Orchester, als Background, Scheiße! Echt nicht mein Fall! Mir wird fad und ich zieh zur Hellfest Stage und begrab mein Hinterteil im Stroh.

    Ich schütte mich mit Leitungswasser zu und warte auf NORTHER. Die deprimieren mich auch mit ihrer Einfallslosigkeit sowie untragbarem Sänger und ich mach mich vom Acker. DESTRUCTION – machen mich auch nicht an, bin wohl noch in Kater-Laune. Der DESTRUCTION-Sänger faselt andauernd Bullshit in ´s Mikro, ich komm mir vor, wie in der Kirche. Endlich kommen TYPE O NEGATIVE und reißen mich mit ihrem deprimissmus und gurken-gestöhne wieder auf die Bahn! – Jupp: Das hatte grad gefehlt. Natürlich zicken die TYP O´s mal wieder ordentlich rum, mit ihrer nicht vorhandenen Spiel-Laune. Der Gitarrist animiert immerhin noch ein paar Durchhalte Sequenzen mit der Handy Kamera. Ich würde auch lieber CARNIVORE hier haben wollen, aber – wenn TYPE O NEGATIVE nun mal gebucht sind, nehm´ ich natürlich auch den depressiven Bruder.


    Die passen jetzt auch voll zu meiner Null Bock Laune, ganz klar! Beschwingt und in rosa schwarzen Wolken träumend taper ich zurück zum Auto und mache Schluss, für dieses Mal. Unterwegs gibt’s noch die üblichen Diskussionen – Jetzt gleich losfahren, oder morgen? Ich muss erstmal gucken, ob ich raus komme. WACKEN IST SO GEIL. Auf dem Rückweg sehe ich 2 Krankenwägen die grade 2 Volltrunkene o.ä. abtransportieren. Das hatten wir auch, letztes Jahr, ein Kumpel hatte n Herzinfarkt und musste abtransportiert werden.

    Dieses Jahr ist alles Gut gegangen und ich hab’s geschafft. Als ich an meinem Hinterletzten Parkplatz angekommen bin, check ich erstmal die Lage. Die Nachbarn sind noch am Feiern, die Church-Hate-Crew – Mitglieder vor mir unter ihrer Persenning sind fast immer locker drauf, während die Kieler Dithmarscher TrinkerInnen grade einen Disput am Bierkasten haben:
    „He – du hast mein Bier geklaut“ –
    „Hab ich nicht, hab nur n Leeres zurückgestellt!“ –
    „Eyh, verarsch mich nicht“ usw…

    Ich schau mir die Lage an, entdecke ein Loch zum durchfahren, mach den Navi-Werner klar und reiß die Zeitungen von den Fenstern runter. Fahrersitz frei räumen und Armaturenbrett - geschafft.

    Bye Wacken, war sooo geil, bin bald wieder da. Jep!
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