Nach 12x WOA: die Quintessenz der Meckerthreads

Dieses Thema im Forum "W:O:A 2009<br>Lob & Kritik / praise & criticism" wurde erstellt von Herr Jott, 04. August 2009.

  1. Herr Jott

    Herr Jott W:O:A Metalhead

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    Es kann noch so viel geschrieben werden über den Verlust des "wahren Wackens", aber im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass eben die Veranstalter ca. Anno 2003, 2004 hätten Ernst machen müssen mit der (jedes Mal angekündigten) Begrenzung der Ticketverkäufe auf etwa die Hälfte der heutigen Besucher.

    Danach lief es eindeutig aus dem Ruder, und die Wandlung der Fankultur hängt eben auch damit zusammen, dass es allg. ein anderer Schlag Mensch ist, der es sich gefallen lässt, kilometerweit entfernt in Holstenniendorf einquartiert zu werden. Der typische Besucher im Jahr 2000 hätte den Vogel gezeigt, wenn er auch nur in der geographischen Mitte des heutigen Camps hätte zelten sollen, abgesehen davon dass er beim Andrang vor den Bühnen rückwärts wieder rausgestolpert wäre.

    Zur Erinnerung: das WOA war mal u.a. so einzigartig, weil es zwar wenige Besucher gab, aber mit der ehemaligen Aerosmith-Bühne trotzdem eine riesige Main Stage, vor der sich das Publikum außer beim Headliner fast verlor. Bühnenshow wie bei einem großen Festival, aber ohne den Stress!

    Seit spätestens 5 Jahren ist der Stress da, und die entspannten Leute, die ihr früher um euch hattet, sind zum großen Teil weg. Ich fahre z.B. nur noch, weil der Weg kurz ist und ich nicht campen muss. Ich kenne keinen mehr, der noch eine längere Anfahrt macht - und das waren mal dutzende Leute.

    Ich lese fast jedes Jahr die Meckerthreads.. manche kamen auch von mir selbst, z.B. als man 99 oder 2000 die großen Dixibatterien entfernt und dafür die überflüssigen Bezahlklos hingestellt hat (es gab tatsächlich 1998 für den Bruchteil der heutigen Besucher wesentlich mehr Dixies, aber an denen wird halt nichts verdient).
    Es hilft aber alles Meckern nichts, wenn wir über ein Festival mit 77000 Besuchern reden. Das ist und bleibt nervig & sehr kommerzorientiert, egal ob hier oder dort dran herumgedoktert wird.

    Und die Nervigkeit nehmen solche Leute, wie ihr sie hier nicht gern haben wollt, offenbar eher in Kauf. Pech! Daran wird sich nichts mehr ändern.
     
  2. Lord-Helmchen

    Lord-Helmchen Member

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    Bitte was, Nervigkeit? Ich finde Wacken ist trotz der Größe eines der stressfreisten Festivals überhaupt, daher komme ich auch immer wieder gerne. Du warst noch nicht auf einem wirklich schlechtem Festival oder?

    Und wegen dem Meckern... in Foren wird immer nur gemeckert und das wird auch so bleiben, denn es melden sich nur die Leute die was auszusetzen hab und keiner von denen, die alles toll fanden.
    Im Prinzip darf man Foren nicht ernst nehmen, da ist alles schlecht.

    Von den 80.000 Leuten äußert sich nur ein kleiner Teil, daran etwas fest zu machen ist schwer bis unmöglich.
    Der eine fand die Fischbrötchen lecker, der nächste fand die pappig, ein anderer fand den Sound links scheiße, der nächste behauptet da wäre er gut aber rechts kacke gewesen...

    Mit Wacken ist es doch jedes Jahr das selbe: Erst wird gemeckert und am Ende sind dann doch alle da :rolleyes:
     
  3. hatetfw

    hatetfw W:O:A Metalhead

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    nein nicht alle, nur andere!
     
  4. Lord-Helmchen

    Lord-Helmchen Member

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    Naja okay nicht alle vielleicht, aber ich erlebe das jetzt schon seit Jahren sehr oft, teilweise auch bei mir selber...

    Ich hab mir auch gesagt, ach das Lineup ist nicht so überragend und Kosten viel zu hoch, lass mal dieses Jahr nicht hinfahren - was war? Ich war natürlich da, genauso wie meine Kumpels, die vor ein paar Wochen auch noch ähnliches verlauten ließen :D
     
  5. Lexington

    Lexington W:O:A Metalhead

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    Selektive Wahrnehmung?
    Oder du bist einfach alt geworden?
    Oder dein Bekanntenktreis hat sich verändert?
    Oder deine Bekannten haben das interesse verloren,
    Familie und Kinder bekommen?

    Nur zur Erinnerung..es waren 75.000 Menschen auf dem Festivalgelände, davon gut 30% nicht aus Deutschland
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. August 2009
  6. Herr Jott

    Herr Jott W:O:A Metalhead

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    Nein, keiner deiner Gründe. Sondern es ist den Leuten einfach zu nervig geworden und es gibt inzwischen viele bessere Alternativen. Und ich rede nicht von 1, 2 Bekannten sondern von ganzen Clubs, die mit 40 Mann angereist sind und letztes Jahr die Segel gestreckt haben.

    Man beachte mal die Ergebnisse der "wie oft warst du schon dabei"-Umfragen: die meisten fahren nämlich wohl doch nur 1, 2x hin. Das Publikum tauscht sich zweifellos aus - gegen ein deutlich unkritischeres, wie man auch an manchen Posts hier sieht.
     
  7. DerIncubus

    DerIncubus W:O:A Metalmaster

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    Naja stimmt so nicht ;)

    War 2004 das erste mal da war supergeil, dann hatte ich ne kurze pause und bin 2007 wieder hin und das wars für mich mit wacken. Alles zu groß, zu assozial und zu teuer. Ich geh seitdem lieber auf kleinere festivals wie z.b. das legacy, war zwar ein wenig unkoordiniert dieses jahr, aber dafür billig (und damit meine ich nicht nur die ticketpreise, sondern auch das essen bzw. trinken)
    Vor allem is das familiäre einfach noch da, was mir 2007 schon ein bisschen fehlte, wie es jetzt ist will ich auch gar nicht mehr wissen
     
  8. Herr Jott

    Herr Jott W:O:A Metalhead

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    Ich geh da nur noch hin, weils nah dran ist, ich im Dorf übernachten kann und keine Karte brauche.
    Also normaler Besucher wäre ich schon lange nicht mehr da, selbst mit der kurzen Anfahrt aus Hamburg nicht. Mehr gibts dazu kaum noch zu sagen.

    AUSSER:
    Nervige Bedingungen ziehen auch nervige Leute an. Wem es egal ist, dass er 3 km zur Bühne latschen muss, dem ist halt auch einiges anderes vielleicht egal. Soll sich also mal keiner über das jetzige Publikum wundern.
     
  9. Lord-Helmchen

    Lord-Helmchen Member

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    Was können denn die Orgas dafür, wenn du nicht früh genug anreist...

    Egal auf welchem Festival solcher Größenordnung du bist, wenn du zu spät ankommst, dann musst du laufen - ist eben so!

    Wenn dir das nicht passt, musst du dir ein Festival mit <25.000 Leuten suchen, aber keines mit über 70.000 á la Wacken, Rock am Ring, Hurricane, etc...
     
  10. harry1980

    harry1980 W:O:A Metalhead

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    Oh, jetzt kommt aber auch gleich "Die Arschlöcher kommen ja auch ne Woche zu früh... " Kommen sie zwar nicht ,aber als Argument kommt es immer wieder :D
     
  11. Metalstratege

    Metalstratege W:O:A Metalhead

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    Also ich muss sagen - ich bin erstaunt. Und zwar darüber, dass hier auch mal wieder klar wird, wie sehr und unterschiedlich Leute "das alte Wacken" oder "was oder wer ist der wandernde Wacken Tourist?" definieren und dann als Quintessenz der Problematik betrachten.

    Ums mal kurz abzuhandeln:
    - latschen zum Gelände: ist mir seit jeher ziemlich egal, ich hab auch vor Jahren schon auf Campgrounds gezeltet, von denen ich gefühlte Ewigkeiten zum Gelände latschen musste und auf denen teilweise nicht mal Dixies gestanden haben (Montezumas Rache im Maisfeld ist echt keine hübsche Sache :D)
    - der "typische" Besucher, den ich die Jahre über in Wacken kennengelernt habe, hat nicht ein Wort über Laufwege verloren
    - der "typische" Besucher, wie ich ihn aus meiner eigenen kleinen Perspektive kennengelernt habe, hat niemals auf nur irgendeinem Wacken ein Wort über die Größe der Bühne verloren - mir selber ist in all den Jahren noch nie in den Kopf gekommen, das "Besondere von Wacken" in der Bühnengröße zu sehen

    Kurzum - für mich persönlich liest sich Dein Text nicht wie die Quintessenz der Meckerthreads generell, sondern wie die Quintessenz eines Eventbesuchers. Sorry - ich lasse mich gerne eines besseren belehren, aber Schlagworte wie:
    - Laufwege zu weit
    - Sanitär doof
    - schön große Bühne = schöööön
    und dergleichen mehr würde ich - egal ob "damals" oder heute - eher irgendjemandem zuschreiben, der als reiner Eventgast nicht die Gemeinde im Vordergrund sieht, sondern seine eigentliche Sorge in umgebenden Faktoren begründet.

    Aber so definiert halt jeder selber Wacken. Leuten, denen Wacken immer zu unbequem oder unspektakulär war, hab ich früher immer gesagt: Wacken is halt kein Kindergeburtstag. Eigentlich würde ich Deine Argumentation eher vom "heutigen" Publikum erwarten und nicht, wie Du es wahrgenommen hast, von der "damaligen" Gemeinde. "Damals" war es geil, Teil der ganzen Sache zu sein und wenn man dafür laufen musste, mal ins Feld kacken oder sonstige Nervigkeiten am Rande zu ertragen, dann war das halt so, Hauptsache, man war Teil der "ganzen, großen Bewegung" Metal und das grandiose Volk hat mich jedenfalls jahrelang mehr als entschädigt dafür, was es am Rande für Dinge zu ertragen gab.

    Ums mal provokativ (!) zu formulieren - warum nicht die ganzen Bequemlichkeiten wieder abschaffen? Keine Spülklos, keine Duschen, kein Zinnober - ob dann wieder die Leute kommen, die gerne Widerlichkeiten in Kauf nehmen, um einfach nur "Teil des Ganzen" zu sein? Wird natürlich niemals passieren, ist aber durchaus ein interessanter Gedankenansatz ;).

    Gutgehn

    stratege :)
     
  12. primevil

    primevil W:O:A Metalhead

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    dafür habe ich dieses jahr aber viele leute mit W:O:A 2000-2006 t-shirts gesehn (mich eingeschlossen^^)
     
  13. Herr Jott

    Herr Jott W:O:A Metalhead

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    Also erstmal, ich campe da wie gesagt nicht, also ist auch nix mit "eher anreisen" o.ä.

    Erstens hab ich von langjährigen Besuchern, die dann "am Arsch der Heide" campen mussten, jede Menge Klagen darüber gehört. Warum hat man denn früher immer das "kleine, gemütliche" Festival beschworen, und warum hat man schon zu Zeiten von 20.000 Besuchern immer wieder beteuert, nicht mehr wachsen zu wollen? Weil die Größe egal ist?
    Zweitens gehts nicht unbedingt darum, dass man lange laeuft, sondern eben dass es vorn zu voll ist. Das Riesencamp verdeutlicht das nur anschaulich.

    Mir war Wacken noch nie zu unbequem, bei meinen ersten Malen gabs ja außerhalb des Camps nicht mal Sitzgelegenheiten (bzw. nur ein einziges Freßzelt im Infield, das ständig voll war). Da hat man 2 Tage lang den ganzen Tag gestanden oder ist gelaufen, aber das war kein Problem. Die Menschenmassen jetzt sind ein Problem!

    Ja gern, gegen die Bezahlklos hab ich von Anfang an gestänkert und hab sie auch noch nie benutzt. Deshalb ja: Dixies her, und wem das zu eklig ist.. pech. Was machen Duschen auf einem Festival, ich verstehe es bis heute nicht.

    Aber statt dessen: kaum noch Dixies, viele Bezahlklos. Vermutlich, weil man da halt bezahlen muss und die Veranstalter indirekt daran verdienen. Schaut mal auf die Homepage der Firma Sani, was sehen wir? Ein Bild vom WOA-Camp. ;)

    Zur Bühne, die war in der Größe für so ein Festival eben schon was besonderes. Hatte man wohl mal billig geschossen, weil die angeblich nicht stabil sein sollte - deshalb hieß es ja immer "und sie steht doch". Mit ein paar Schritten war man ganz vorn und konnte sich Sound um die Ohren hauen lassen wie bei einem 75000-Leute-Festival, und das bei der familiären Atmosphäre. Ich denke nicht, dass nur ich das damals geil fand.
     
    Zuletzt bearbeitet: 05. August 2009
  14. oldschool49

    oldschool49 Member

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    Aaaalso: auch ich wohne nur 15 km entfernt, aber für mich ist das Campen einfach ein essentieller Part des Festivals. Natürlich kann man über sehr viele Dinge meckern, aber - seid doch mal ehrlich - wir kommen ja doch wieder! Wo by the hell haben wir über mehrere Tage hinweg solch eine Auswahl an geilen Bands für jeden Geschmack? Wo treffen wir immer wieder Freunde aus allen Teilen dieser fucking Erde? Wir jammern hier doch nur auf extrem hohem Niveau, oder etwa nicht? Wir fressen den teuren Fraß, saufen das teure Bier, meckern hinterher und kommen wieder! That`s it!
     
  15. b3nE

    b3nE W:O:A Metalhead

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    also is zwar auch erst mein 2. wacken gewesen, aber ich bin erst 18 und ging nicht früher sry erstmal dafür, dass ich nicht schon jahre vor meiner geburt zum wacken gegangen bin wie die ganzen echten fans-.-

    letztes jahr war ich auf U und ja, die wege waren lang, aber naund???
    ich hab ein camp von kumpels gesucht und bin dabei bei anderen bekanten am anderen ende des geländes gelandet^^

    dieses jahr hatten wir ein größeres camp mit kühlschränken und sofa, und sofort hat es von fremden netten leute gewimmelt und man hat mit ihrgendwelchen niederländern trinkspiele gespielt.

    Beim Aufbauen waren sofort leute da die uns fürn bier geholfen haben, völlig fremde die nochnichteinmal in der nähe gezeltet haben.

    Ich hab schon mittwoch mein portemonai verloren, und als wir am straßenrand sasen und uns ein typ völlig happy erzählt hat, dasser seins wiederbekommen hat und ich erzählt hab das ich meins immernoch vermisse, is er mit mir gleich los und hat mir ein belegtes brötch gekauft...

    Wir sind nachts rumgelaufen und haben einfach so leute kennengelernt die total nett waren. Bier ausgetauscht etc. Fremdwörter in anderen sprachen gelernt usw.


    Das publikum tauscht sich zwar aus, (was wohl auch gut da man die wege sonst für gehilfen prätarieren muss) aber nicht alles neue ist schlecht!!
     

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