Gedichtlich

Dieses Thema im Forum "Talk" wurde erstellt von Toffi Fee, 03. Februar 2003.

  1. Toffi Fee

    Toffi Fee W:O:A Metalgod

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    (...)
    Nun gut, wer bist Du denn?

    ............................................Ein Teil von jener Kraft,
    Die stets das Böse will, und stets das Gute schafft.



    Was ist mit diesem Rätselwort gemeint?

    Ich bin der Geist, der stets verneint!
    Und das mit Recht: denn alles, was entsteht,
    Ist wert, daß es zugrunde geht;
    Drum besser wärs, daß nichts entstünde.
    So ist denn alles, was ihr Sünde,
    Zerstörung, kurz das Böse nennt,
    mein eigentliches Element.


    Du nennst dich einen Teil, und stehst doch ganz vor mir?

    Bescheidne Wahrheit sprech ich dir.
    Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt,
    Gewöhnlich für ein Ganzes hält:
    Ich bin ein Teil des teils, der anfangs alles war,
    Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar,
    Das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht
    Den alten Rang, den Raum ihr streitig macht.
    Und doch gelingts ihm nicht, da es, soviel es strebt,
    verhaftet an den Körpern klebt:
    Von Körpern srömts, die Körper macht es schön,
    Ein Körper hemmts auf seinem Gange;
    So, hoff ich, dauert es nicht lange,
    Und mit den Körpern wirds zugrunde gehn.


    Nun kenn ich deine würdgen Pflichten!
    Du kannst im Großen nichts vernichten
    Und fängst es nun im Kleinen an.

    Und freilich ist nicht viel damit getan.
    (...)


    Goethe - Faust, I (Zeilen 1335-1362)


    ...ach, ich find das so herrlich!
     
  2. Cos'o'matic

    Cos'o'matic W:O:A Metalhead

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    eigentlich könnte man ja beide kompletten bücher zitieren, da sie einfach nur genial sind und so viel beinhalten. :D
    ...ich hätte doch germanistik studieren sollen... ;)

    ...
    DER HERR....
    Es irrt der Mensch, so lang er strebt.
    [...]
    Ein guterMensch in seinem dunklen Drange
    Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.
    (317 und 328-329)
    ...
    FAUST. Soll ich dir, Flammenbildung, weichen?
    Ich bin's, bin Faust, bin deinesgleichen!
    [...]
    Der du die weite Welt umschweifst,
    Geschäftiger Geist, wie nah fühl ich mich dir!

    GEIST. Du gleichst dem Geist, den du begreifst,
    Nicht mir! (Verschwindet)

    (Zeilen 499-500 und 510-513)

    ...
    FAUST...
    Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein! (940)
    ...

    FAUST...
    Gemeindrang eilt die Lücke zu verschließen.
    Ja! Diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
    Das ist der Weisheit letzter Schluß:
    Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
    Der täglich sie erobern muß.
    Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
    Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
    Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,
    Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
    Zum Augenblicke dürft ich sagen:
    Verweile doch, du bist so schön!
    Es kann die Spur von meinen Erdentagen
    Nicht in Äonen untergehn. -
    Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
    Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick.

    (Faust, Der Tragödie zweiter Teil, 11572-11586)

    ...
    MEPHISTOPHELES. Vorbei! ein dummes Wort.
    Warum vorbei?
    Vorbei und reines Nicht, vollkommnes Einerlei!
    Was soll uns denn das ew'ge Schaffen!
    Geschaffenes zu nichts hinwegzuraffen!
    >>Da ist's vorbei!<< Was ist daran zu lesen?
    Es ist so gut, als wär es nicht gewesen,
    Und treibt sich doch im Kreis, als wenn es wäre.
    Ich liebte mir dafür das Ewig-Leere.

    (Faust, Der Tragödie zweiter Teil, 11595-11603)
     

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