Filbinger oder die mangelnde Distanz der Konservativen zu Altnazis

Dieses Thema im Forum "Talk" wurde erstellt von Karsten, 21. Mai 2004.

  1. Karsten

    Karsten W:O:A Metalgod

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    Die CDU entblödet sich nicht den wegen Todesurteilen gegen Deserteure zurückgetretenen ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden- Würtemberg Hans Filbinger als Wahlmann für die Bundespräsidentenwahl aufzustellen. Es ist mir unbegreiflich wie sich eine große Volkspartei immer und immer wieder irgendwelchen Ewiggestrigen an den Hals schmeißt um am rechten Rand zu fischen. Ob nun Hohmann oder Filbinger. Echt zum kotzen wie ich finde. Hier mal der dpa- Bericht dazu:



    Scharfe Kritik an Filbinger-Teilnahme bei Präsidenten-Wahl

    Berlin/Los Angeles (dpa) - Die Kritik an der Teilnahme des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU) an der Wahl des Bundespräsidenten am Sonntag wird schärfer.

    Das Simon Wiesenthal Center forderte die Abberufung Filbingers als Unions-Wahlmann. «Seine Beteiligung an der Präsidentenwahl würde ein falsches Zeichen zur falschen Zeit setzen. Sie wäre ein Schandfleck der deutschen Demokratiegeschichte», kritisierte die jüdische Menschenrechtsorganisation am Freitag. «Was für ein Signal wird damit nach Deutschland und in die Welt gesandt, wenn ein Mann, der seine Todesurteile gegen Deserteure in der NS-Zeit noch heute rechtfertigt ... geehrt wird.»

    Filbinger war 1978 nach der Aufdeckung seiner Vergangenheit als Marinerichter in der NS-Zeit als Ministerpräsident zurückgetreten.

    Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sagte der Berliner Tageszeitung «B.Z.» (Freitag): «Ich kann nicht nachvollziehen, warum die baden-württembergische CDU Herrn Filbinger überhaupt aufgestellt hat. Es gibt bestimmt Verdienstvollere, die nicht eine solche Vergangenheit haben.» Spiegel ist selbst CDU-Wahlmann.

    SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter empfindet die Aufstellung von Filbinger als Wahlmann als «Geschmacklosigkeit». «Das wird aber wohl nicht mehr zu ändern sein», sagte Benneter im ARD-«Morgenmagazin». CDU-Chefin Angela Merkel sei wieder in der gleichen Linie, «wie sie damals auch 'rumgeeiert ist, als es um ihren Fraktionskollegen aus dem Bundestag (Martin) Hohmann ging».

    Hohmann hatte Juden in Zusammenhang mit dem Begriff «Tätervolk» gebracht. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hatte am Freitag vergangener Woche Ermittlungen gegen ihn abgelehnt.
     
  2. viking

    viking W:O:A Metalhead

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    ....hm.....von der CDU erwarte ich mittlerweile nichts anderes mehr!!!
     
  3. MacDeath

    MacDeath W:O:A Metalhead

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    das muss ja wohl wirklich nicht sein...
     
  4. Karsten

    Karsten W:O:A Metalgod

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    Legendär ist heute noch sein Spruch den er als Rechtfertigung brachte: "Was damals Recht war kann heute nicht Unrecht sein." Damit kann sich jeder von jeglicher Untat des 3. Reichs reinwaschen. Was ein Arschloch...

    Ein Arbeitskollege von mir is Ortsvorsitzender der CDU in ´nem Kaff hier im Münsterland. Er sagte mir heute, daß er sich in Grund und Boden dafür schämt, daß dieser Kerl als Wahlmann nominiert wurde.
     
  5. dan666

    dan666 W:O:A Metalmaster

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    Allerdings! Erst schieben sie der Regierung die Schuld an der Scheiße im Irak in die Schuhe, obwohl SIE ja für den Krieg waren und nicht die Regierung und nun sowas...
    Wie sagte Franz Josef Strauß mal: "Rechts von der CSU darfs in Bayern nix geben!" Und so denken scheinbar noch viele andere in CDU/CSU... :rolleyes:
     
  6. dan666

    dan666 W:O:A Metalmaster

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    Ja, dieser Spruch ist mehr als ne Sauerei! Im Mittelalter war ja auch Hexenverbrennung rechtens... :rolleyes:

    Dann ist dein kollege abe rnoch einer der Helleren... ich kenne hier Vorstizende von Junge Union - Ortsvereinen, die das alles als "aufgebauscht" und "doch eigentlich egal" sehen!
     
  7. Morgenurin

    Morgenurin W:O:A Metalmaster

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    Naja, vielleicht versauen sie's damit auf den letzten Drücker und wir kriegen ne Bundespräsidentin :D
     
  8. Karsten

    Karsten W:O:A Metalgod

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    Sehr groß ist auch die Bild. Ihre Sorge ist ob Gloria von Thurn und Taxis mitwählen sollte, weil sie mal gekokst und gekifft hat...:rolleyes:
    Das sacht der Spiegel dazu:


    Filbinger-Affäre macht die Wahl spannend


    Von Markus Deggerich

    Köhler oder Schwan? Erfrischende Kandidaten haben die von der Parteipolitik vereinnahmte Wahl des Bundespräsidenten bereichert. Durch den Streit über den CDU-Wahlmann und ehemaligen NS-Richter Filbinger wird es noch mal zusätzlich spannend - und eng. Ein Gewinner steht schon fest: die Meinungs- und Gewissensfreiheit.

    Berlin - Bei der "Bild"-Zeitung macht man sich große Sorgen um das Ansehen des kommenden Bundespräsidenten. Sünden der Vergangenheit von jenen, die am Sonntag Horst Köhler die Stimme geben sollen, könnten seine Wahl gefährden oder zumindest der Inthronisation einen schalen Beigeschmack verleihen. "Darf Fürstin Gloria jetzt noch den neuen Bundespräsidenten wählen?", fragte das Blatt heute besorgt, nachdem die CSU-Wahlfrau vor einer Woche im Fernsehen eine Drogenbeichte abgelegt hatte und frei über ihre Haschisch- und Kokain-Erfahrungen plauderte: "Es ist alles lustig."

    Weniger lustig und in der "Bild"-Zeitung unerwähnt bleibt die Debatte über den ehemaligen NS-Marinerichter Hans Filbinger, der als CDU-Wahlmann aus Baden-Württemberg nach Berlin fahren darf. Der 90-Jährige hatte wegen seiner NS-Vergangenheit heftige Proteste ausgelöst. Er war 1978 als Ministerpräsident zurückgetreten, weil er seine Beteiligung an Todesurteilen für Deserteure kurz vor Kriegsende mit dem Satz verteidigte: "Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein." Der Dramatiker Rolf Hochhuth befürchtet deshalb, Köhler stelle sich auf eine Stufe mit Filbinger, wenn er sich "von einem Soldatenmörder ins Amt hieven lasse".
     
  9. dan666

    dan666 W:O:A Metalmaster

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    Naja, ich find beide Kandidaten eigentlich nicht gerade sympathisch... abe rich hab mich auch bei Herzog getäuscht. Der Mann ist zwar ein alter Bayer, aber trotzdem hat er sich nichts von der CDU/CSU sagen lassen. Fand den echt passend.
     
  10. Karsten

    Karsten W:O:A Metalgod

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    Och die Schwan is doch ganz töfte. Unorthodox und mit Sicherheit kein Parteisoldat.
     
  11. dan666

    dan666 W:O:A Metalmaster

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    Sorry... aber die Wahlmänner bestimmen doch immer noch die Landes-Fraktionen der Parteien und nicht der Präsidentschafts-Kandidat, oder?
     
  12. dan666

    dan666 W:O:A Metalmaster

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    Ja schon und sowas brauchen wir ja auch. Aber ich mag dieses Quotendenken nicht, das hinter ihrer Nominierung sicher steckt!
     
  13. Karsten

    Karsten W:O:A Metalgod

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    Da kann sie nix für. Und mit der Argumentation kann man jede Frau diskrditieren.
     
  14. Karsten

    Karsten W:O:A Metalgod

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    Jep. Ich denke ehr, daß er meint, daß Filbinger als Wahlmann auf Köhler abfärbt. Ich halte diese Formulierung auch für überzogen.
     
  15. dan666

    dan666 W:O:A Metalmaster

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    Und jede(n) Ostdeutsche(n) ;) ich weiß...

    Ist einfach nur so ein Gefühl.
     

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