Unregelmäßger Gedichtthread für Starlight

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honey

W:O:A Metalhead
Nov 26, 2001
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Kiel
das habe ich mir vorher auch angeguckt....deswegen war ich etwas überrascht dass der nicht gepushed werden sollte?! Hatte aber keinerlei Bedenken...
 

TALKHEAVY

W:O:A Metalgod
Nov 1, 2002
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Muenster, Deutsche Kulturhauptstadt
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Megatherion said:
Hier mal ein seltsames Gedicht vonrosemaria Jahnkaln:

Tiergesicht (Dämon)

Nachts tritt das Tier um mein Dach Nachts tritt mein Tier aus meinem Kopf

meine Lippen öffnen sich
und sprechen mit dem Tiere
wunder Laut

ich drehe meinen Kopf
und als ich gefragt
geht das Tier zu den Bildern in den Wänden
es kriecht in das Bein, in das Auge
sie seien sein, so spricht das Tier
in die Grotte der Kammer
zieht es unter die Lilie
und steht glotzend am feuchten Pollen
Ocker um seinen Mund
die Sichel des Blattes nackt
sie sei sein, so spricht das Tier

Durch die Kammer zieht es um mein Lager
mitten durch die kalte Hockende
zum Tod -- zum Tod
tritt nicht um mein Gesicht namenlos
öffne dich und sage wer du seist.







Abstrus was ? *g*

Yo: Kurz Bearbeitung:

Nachts tritt das Tier
aus meinem Kopfe
sein Begehren oeffnet sich
und bespricht sich mit Welt in tierischem Laut

Es draght seinen Kopf
instinktiv erfaehrt Ich
dass lediglich sensus
den welteindruck bricht

der Schrei meines Tieres
Unstillbar vor Lust
und kurz vor dem Chaos
greif Ich ein - bin bewusst.
 

Judas

W:O:A Metalmaster
Aug 6, 2003
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Akielpulco, nicht weit weg von Kalifornien
Eien sehr gute Freundin von mir hat Goethes "Gefunden" unglaublich passend parodiert:

Ich ging in den Garten
Mit ner Axt in der Hand
Zerstörung zu suchen
Die ich bald fand

Ein Bäumchen stand dort
mit welken Blättern
Ich begann nun ganz eifrig
Es zu zerschmettern

Ich schlug darauf ein,
Da sprach es zu mir:
"Warum bist Du so böse,
Was tat ich Dir?"

Ich lachte laut auf
Und hackte es froh
Da sprach es noch einmal
Ich antwortete so:

"Es stört mich nicht
Wenn ich Leben vergeude
Denn ich bin ein Mensch
und der Tod macht mir Freude!"
 

starlight

W:O:A Metalmaster
Jul 23, 2002
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NRW / Germany
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Judas said:
Eien sehr gute Freundin von mir hat Goethes "Gefunden" unglaublich passend parodiert:

Ich ging in den Garten
Mit ner Axt in der Hand
Zerstörung zu suchen
Die ich bald fand

Ein Bäumchen stand dort
mit welken Blättern
Ich begann nun ganz eifrig
Es zu zerschmettern

Ich schlug darauf ein,
Da sprach es zu mir:
"Warum bist Du so böse,
Was tat ich Dir?"

Ich lachte laut auf
Und hackte es froh
Da sprach es noch einmal
Ich antwortete so:

"Es stört mich nicht
Wenn ich Leben vergeude
Denn ich bin ein Mensch
und der Tod macht mir Freude!"
hört sich gut an! deine freundin hat ja echt talent :)
 

monochrom

W:O:A Metalmaster
Aug 15, 2002
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Hamburg
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Hui, wie schön, ein alter Thread von mich. Da muss ich ja glatt mal wieder was reinschreiben, aber nicht mehr heute, da zu besoffen um nach Gedichten zu suchen.
 

Krieg

W:O:A Metalhead
Oct 20, 2004
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Auf dem Schlachtfeld...
Hier mal eins von mir....


~Nil~

There was a time
when moments were swallowed by aeons
and aeons were swallowed by moments

The vessel of life
was floating through the empty void
and no haven to enter

Reality trembled with fear
Mourning for its death to come
and nothingness

Even the sun hid from view in agony
Slowly disappearing
and shone with black light

Thoughts were wandering around
but there was no-one to think them
and hope turned into fear

Divine darkness was
enshrouding us eternally
and the last light died forever...​
 

Axel2

W:O:A Metalmaster
Apr 26, 2003
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Emscher-Castle
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Ma wat lustiges von Ehrhard:

Es war einmal ein Rgenwurm
der kam in einen Wirbelsturm
Der trug ihn bis zum Himmel
Nun dient er oben - nein, wie fein -
dem allerliebsten Engelein
als Klöppel einer Bimmel :)
 

honey

W:O:A Metalhead
Nov 26, 2001
4,942
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46
Kiel
Wenn ich betrunken bin, dann merkt man das nicht gleich:
Mein Redefluß wird glatt und meine Sprache blumenreich,
Ich fang nicht an zu nerven und aus der Rolle zu fallen,
Ich fang nicht an zu labern, zu krakeelen und zu lallen.
Dann schwinden ganz allmählich meine Gleichgewichtsstörungen,
Der Nebel in mir lichtet sich, ich red mit Engelszungen.
Dann find ich all die Worte, die mir fehlen haargenau,
Dann sprech ich schön, wie Dagmar Berghoff einst in der Tagesschau
Und was ich sag hat Hand und Fuß und Kopf und einen Sinn,
Wenn ich betrunken bin.

Wenn ich betrunken bin, dann such ich keinen Streit,
Dann kommt mein bess'res Ich, das alles versteht und verzeiht.
Ich werde nicht beleidigend, ich muß auch nicht rumpöbeln,
Brauch nicht zu grapschen und wildfremde Leute zu vermöbeln.
Dann wird der inn're Schweinehund zur inn'ren Schweinehündin,
Der dunkelste Abgrund in mir zur lichtesten Abgründin.
Dann bricht das Gute aus mir raus, das sich schon lang aufstaut,
Dann halt ich auch die andre Backe hin, wenn einer haut.
Dann wird die Niete, die mich vollquatscht doch noch ein Gewinn,
Wenn ich betrunken bin.

Wenn ich betrunken bin - da merkst du nichts davon -
Dann seh nur ich den kleinen Mann mit dem Akkordeon
Der spielt so überirdisch schön, so rein und so kristallen
Da muß ich wie ein Schloßhund heuln und fast ins Koma fallen.
Und dann seh ich ein Rudel Fabeltiere mich umringen,
Ein Dutzend haar'ge Burschen, die aus voller Kehle singen,
'Nen schleppend, schleim'gen Schlager, ja, tatsächlich, vor mir stehn
Zwölf Yetis und brummen: Ich hab Reinhold Messner gesehn..."
Manchmal glaub ich, ich seh zuviel, manchmal glaub ich, ich spinn!
Wenn ich betrunken bin.

Wenn ich betrunken bin, werd ich aufklärerisch,
Dann sitz ich mit Admiral van Snyder am selben Tisch
Mit Winterbottom, Pommeroy, Sir Toby und es kostet
Mich ein Lächeln zuzugeben, daß mein Intimpiercing rostet.
Dann geb ich meine Unzulänglichkeiten zu vor allen:
Ja, seht mich an, mir ist mein Soufflé zusammengefallen!
Dann sprech ich offen aus, was keiner sich zu sagen traut:
Ich steh gar nicht auf Sushi, ja ich hab Orangenhaut,
Und Grass kann ich nicht lesen! Ja, das ist alles in mir drin.
Wenn ich betrunken bin.

Wenn ich betrunken bin, dann werde ich ganz still,
Dann schaue ich nach innen und da seh ich, was ich will.
Dann lächl' ich scheinbar grundlos und dann steh ich kerzengrade
Die Erdenschwere an den Füßen und spüre die Gnade:
Ich brauch, um irgendwann beseelt unter den Tisch zu sinken,
Weil ich naturbetrunken bin, überhaupt nichts zu trinken.
Vielleicht bin ich, wie Obelix als Kind in Zaubertrank
Hineingefallen und das hält jetzt vor, ein Leben lang?
Manchmal bin ich in Wirklichkeit stocknüchtern in mir drin
Wenn ich betrunken bin.



Reinhard Mey, grandios wie ich finde