Karikaturen: Millionen-Kopfgeld auf dänischen Künstler ausgesetzt
Polizisten haben bei Protesten in Libyen mindestens zehn Menschen erschossen. Ein Provinzminister in Indien rief unterdessen offen zum Mord auf.
Diese Zahl habe ihm die Polizei selbst mitgeteilt, sagte der Erste Sekretär der italienischen Botschaft in Tripolis, Dominico Bellatoni. Nach seinen Angaben hatten rund tausend Demonstranten nach dem Freitagsgebet das Konsulat der östlich von Tripolis gelegenen Stadt angegriffen. Dabei hätten sie das erste Stockwerk des Gebäudes in Brand gesetzt. Mitarbeiter des Konsulats seien nicht verletzt worden.
Unterdessen hat nach einem islamischen Geistlichen in Pakistan nun auch ein indischer Provinzminister ein Millionen-Kopfgeld auf die dänischen Zeichner der Mohammed-Karikaturen ausgesetzt. Mohammed Yaqoob Qureshi, Minister für Minderheiten im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, setzte eine Belohnung in Höhe von 11,5 Millionen Dollar (9,7 Millionen Euro) für die Enthauptung eines jeden der Karikaturisten aus, wie mehrere indische Tageszeitungen berichten.
Der Täter werde zudem in Gold aufgewogen, sagte Qureshi nach dem moslemischen Freitagsgebet in Meerut vor einer aufgebrachten Menge, die "Tod Frankreich, Tod Dänemark" rief. Das Geld werde von den Einwohnern Meeruts zur Verfügung gestellt. Meerut liegt rund 400 Kilometer nordwestlich des Regionalhauptstadt Lucknow.
In Pakistan hatte der Vorbeter der Mohabat-Khan-Moschee in Peshawar, Maulana Yousaf Qureshi, am Freitag ebenfalls ein Kopfgeld auf die Zeichner der Mohammed-Karikaturen ausgesetzt. Er versprach für die Tötung eines jeden der Karikaturisten mehr als eine Million Dollar und ein Auto. Die zwölf Zeichnungen waren im September in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" erschienen und wurden später von zahlreichen Zeitungen und Magazinen nachgedruckt. In der arabischen Welt lösten sie Empörung und Proteste aus.
Quelle:
http://www.gmx.net/de/themen/nachrichten/ausland/afrika/1949632,cc=000000160300019496321kWiZx.html