blöder Link......egal
Vom Sinn des Unsinns: Wie Menschen sich die Welt erklären
Dozent/in
Dipl.-Psych. Sven Hoyer
Angaben
Seminar, 2 SWS
obligatorische Lehrveranstaltung
Zeit und Ort: Fr 10:00 - 12:00, M3/K13
Inhalt
"Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" lautet ein Buchtitel des bekannten Psychologen Paul Watzlawick. Er will mit dieser Frage darauf hinweisen, dass wir Menschen die Welt nicht als 1:1-Abbildung wie sie ist sehen, sondern uns ein Bild von ihr machen. Wir versuchen unser Leben als sinnvoll zu konstruieren, auch wenn sich ein solcher Sinn vielleicht objektiv nicht angeben lässt. Selbst Unglück, das einem zustößt kann so Sinn haben - es war eben Schicksal! Wichtig scheint für Menschen dabei vor allem zu sein, dass sie ihr Leben irgendwie als kontrollierbar erleben, selbst wenn die Kontrolle bei einer höheren Macht liegt, die man aber selbst wieder beeinflussen kann. Im Seminar sollen folgende Fragestellungen behandelt werden:
I. Ursachenerklärung 1. Wie erklären Menschen sich Ereignisse? 2. Gibt es überhaupt so etwas wie eine objektive Wirklichkeit, oder konstruieren wir sie nur? 3. Wie ensteht Aberglaube und magisches Denken?
II. Kontrolle 4. Welche Rolle spielt dabei das Bedürfnis nach Kontrolle über das eigene Schicksal? 5. Wie schaffen Menschen es, in scheinbar unkontrollierbaren Situationen (z.B.KZ),trotzdem Sinn zu finden? 6. Kann man absichtlich Kontrolle aufgeben, wie im ZEN gefordert?
III. praktische Konsequenzen 7. Welche Paradoxien können sich aus dem Versuch der Kontrolle beim Lösen von Problemen aller Art ergeben?
8. Ausblick: Welche praktischen Antworten liefert die aktuelle Psychologie und Philosophie bei der Suche nach Lösungen für die Paradoxien?
Es wird erwartet, dass die TeilnehmerInnen für jede Stunde einen Text vorbereiten, der dann diskutiert wird. Es wird außerdem auch die Bereitschaft vorausgesetzt, sich aktiv zu beteiligen und ggf. eigene Ideen und Beispiele mit einzubringen.
Empfohlene Literatur
Fehige, C., G. Meggle, et al., Eds. (2004). Der Sinn des Lebens. München, dtv. Flammer, A. (1990). Erfahrungen der eigenen Wirksamkeit. Bern, Huber. Gaarder, J. (1999). Sofies Welt. München, dtv. Gumin, H. and A. Mohler (1985). Einführung in den Konstruktivismus. München, Oldenbourg Verlag. Harms, H. (1999). Weltbild, Handeln und Kultur: Der Umgang mit der Komplexität des Alltags in Deutschland und Indien. Institut für Theoretische Psychologie. Bamberg, Universität Bamberg.
Herrigel (1999). Zen in der Kunst des Bogenschießens. Berlin, Otto Wilhelm Barth Verlag. Schmid, W. (1999). Philospophie der Lebenskunst. Frankfurt am Main, Suhrkamp. Stumpf, A. K. (1993). Weltbild, Kompetenzempfinden und Handlungsregulation. Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie. Bamberg, Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Urban, M. (2002). Wie die Welt im Kopf entsteht. Frankfurt, Eichborn. Watzlawick, P. (1974). Lösungen. Bern, Huber. Watzlawick, P., Ed. (1981). Die erfundene Wirklichkeit. München, Piper. Watzlawick, P. (1995). Vom Unsinn des Sinns. München, Piper. Watzlawick, P. (2005). Wie wirklich ist die Wirklichkeit? München, Piper.
Zusätzliche Informationen
Erwartete Teilnehmerzahl: 20
Institution: Institut für Theoretische Psychologie