Blasebärchen verzweifelt gesucht !!!

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lord of coffe

W:O:A Metalmaster
Nov 24, 2001
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Göttingen
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Fetty said:
Ist lehm nicht irgend ein Baustoff, oder so :confused: :D
Lehm

Bezeichnung für einen mit feinem Quarzsand gemengten Ton hellgelber bis dunkelbrauner Farbe. Lehm ist, weil feucht leicht formbar und in der Sonne zu hartem Körper austrocknend, einer der ältesten Baustoffe. Er kann als Ziegel zu Mauern geschichtet werden oder als Lehmstampfbau (Pisébau), bei dem der Lehm mit Stroh vermischt zwischen Bretter gestampft wird, zur Errichtung von Wänden genutzt werden.

Wegen seiner leichten Verfügbarkeit und der gutmütigen Verarbeitung bietet er sich als Rohmasse für den künstlerischen Entwurf ebenso an wie als Kinderspielzeug. Seine „ernsthafte” Verwendung reicht in die Urzeit zurück. Wo das Klima es zulässt, sind noch heute Lehmziegelbauten erhalten, etwa in der uralten Stadt Ur. Auch die Germanen kannten Lehmhütten, erst von den Römern erhielten sie Anregungen zur Ausfertigung steinerner Behausungen.

Die Fruchtbarkeit lehmigen Bodens spiegelt sich in seiner Gleichsetzung mit der nährenden Erde insgesamt nieder, wie sie die nordische Edda „höheren Mächten” bzw. dem Dvergr Alwis in den Mund legt:


Thor:
So sage mir, Alwis, da alle Wesen,
Kluger Zwerg, du erkennst,
Wie heißt die Erde, die allernährende,
In den Welten allen?

Alwis:
Erde den Menschen, den Asen Feld,
Die Wanen nennen sie Weg,
Allgrün die Joten, die Alfen Wachstum,
Lehm heißen sie höhere Mächte.
(Edda, Alwislied, 10 u. 11, Übersetzung Karl Simrock)


Aus diesem schlammigen Grundstoff werden gelegentlich Lebewesen erzeugt.
Am bekanntesten ist wohl die biblische Schöpfungsgeschichte, dernach Gott den ersten Menschen aus einem Erdenkloß formt (Genesis 2,7) oder der griechische Prometheus, der ebensolches tut.
Bereits von der akkadischen Erd- und Muttergöttin heißt es, sie habe aus Lehm den Wildling Enkidu geschaffen (BELLINGER, 49).
Noch älter ist die sumerische Mythe, wonach die Göttin Nammu aus Lehm auf Anregung ihres Sohnes Enki die Menschen schuf, die Göttin Ninmah aus gleichem Material die menschlichen Gebresten (UHLIG, 26f.).
Im Gilgamesch-Epos ist es die Göttin Aruru, die aus Lehm den Enkidu schuf (Gilgamesch-Epos, 1. Tafel, S. 18).
In der nordischen Mythologie sind es die Riesen, die aus Lehm den ungeheuren Mökkurkalfi schaffen, der dem Thor einen gehörigen Schrecken einjagt.
In jüngerer Zeit verwendete der Prager Rabbi Löw den uralten Rohstoff, um einen Golem zu kneten.
Man nahm auch an, der Aal entstehe aus schlammigen Lehm (WALTON, 135f.).

Angesichts dieser Tradition verwundert es nicht, daß der Lehm als gutes Mittel gegen mancherlei Unbill galt. Umschläge aus diesem Matsch und Essig verwendet man in der Volksmedizin gegen Geschwüre, Entzündungen und Kopfschmerzen (WEHR, 155).
Beliebte Kuren sind auch die verschiedenen Schlammbäder.