Verteufelter Heavy Metal

Dieses Thema im Forum "Talk" wurde erstellt von E'Lell, 13. April 2005.

  1. E'Lell

    E'Lell W:O:A Metalmaster

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    Sagt Euch das Buch was? Muß gestehen: bisher noch nix von gehört. :rolleyes:
    Hört sich jedenfalls interessant an.

     
  2. Gorefield

    Gorefield W:O:A Metalmaster

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    Klingt nicht uninteressant, wobei es sicherlich keine leichte Kost ist.
    Und 37,50 EUR ist auch nicht gerade geschenkt.
     
  3. Gorefield

    Gorefield W:O:A Metalmaster

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    Hat eigentlich sonst noch jemand Empfehlungen bezüglich Metal-Literatur?
    Burgwächter ist ja quasi Pflichtlektüre.
    Über's RockHard-Buch habe ich unterschiedliche Stimmen gehört.
    In der Buchhandlung hatte ich zuletzt mal "Höllen-Lärm" in der Hand. Sah eigentlich nicht übel aus.
    Für Freunde der härteren Gangart kann ich "Choosing Death: The Improbable History of Death Metal and Grindcore" von Albert Mudrian empfehlen.
     
  4. GRRRR!!

    GRRRR!! W:O:A Metalmaster

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    :D Wenn man sich der Reihenfolge der Bands innerhalb des Satzes anguckt und dann mit dem letzten Satzteil vergleicht... :D
     
  5. monochrom

    monochrom W:O:A Metalmaster

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    Bettina Roccor: Heavy Metal - Kunst, Kommerz, Ketzerei
    Sowie auch von ihr: Die Bands, die Fans, die Gegner


    Ist von einer sehr netten Volkskundeprofessorin. Gut gemacht - das erste ist die Dissertation, das zweite sozusagen eine kürzere Zusammenfassung.
     
  6. KaeptnKorn

    KaeptnKorn W:O:A Metalmaster

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  7. Kate McGee

    Kate McGee W:O:A Metalgod

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    von eben genanntem Link:


    2 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:

    2 von 5 Sternen Gefährliche Verharmlosung, 19. September 2004
    Rezensentin/Rezensent: klausmiehling aus Freiburg
    Was dem Titel nach eine nüchterne Bestandsaufnahme zu sein scheint, erweist sich als Verteidigung des Heavy Metal und als ein Plädoyer gegen Zensur überhaupt.
    Gleich zu Beginn argumentiert Wehrli (S. 2): Der Lieblingsschriftsteller Adolf Hitlers war Karl May, der Terrorist Andreas Baader las gerne „Asterix"-Hefte, und zwei der drei Jugendlichen, die 1993 in Sondershausen einen andern Jugendlichen erdrosselten, spielten in einer Black-Metal-Gruppe. Nun würde man weder behaupten wollen, Karl May wäre für den Nationalsozialismus verantwortlich, noch, „Asterix" für die terroristischen Taten Baaders. Warum also sollte man den Black Metal für die Morde von Sondershausen verantwortlich machen? „Diese Überlegungen", so Wehrli, „sollen auf die Tatsache aufmerksam machen, dass Kunstprodukte oft willkürlich mit sehr unterschiedlichen Ellen gemessen werden." Dabei hat er erstens nicht bedacht, daß Musik eine wesentlich intensivere Wirkung ausübt als Literatur - sie ist „der stärkste Reiz für neuronale Umstrukturierung, den wir kennen", so der Hirnforscher Eckart Altenmüller. Zweitens hat er nicht die Rolle berücksichtigt, welche die jeweilige Kunstform im Leben der Personen spielte. Die Sondershausener Mörder waren in der Musik aktiv, während Hitler und Baader nur Rezipienten der Literatur waren. Und schließlich bekannte einer der Sondershausener Mörder vor Gericht selbst, daß die Musik die Tat beeinflußte.
    Vieles geht am Kern der Sache vorbei. So wenn Wehrli sagt, der „satanische Gruß" habe ursprünglich einmal die Funktion gehabt, den „bösen Blick" abzuwehren (S. 62). Das mag sein, aber wird er von den Rockgruppen und ihren Anhängern auch so verstanden? Und wenn Wehrli schreibt, das Bild auf der LP „Highway to Hell" von „AC/DC" mit einem gehörnten und teufelsschwänzigen Gruppenmitglied „will keinen Satanismus propagieren, sondern illustrieren, dass Hardrocker mit Wonne böse Buben sind" (S. 79), dann frage ich, wo im Ergebnis der Unterschied sein soll.
    Immerhin nennt Wehrli auch Fälle, in denen Heavy-Metal-Musiker tatsächlich satanistische Ideologien verkörpern, doch sei das meiste nur Schau, Attitüde, Kalkül oder Spaß. Er mag manchmal recht haben, nur ist es verhängnisvoll, daraus die Harmlosigkeit der Musik und ihrer Texte ableiten zu wollen. So streitet Wehrli ab, daß das Ich-Subjekt des Liedes „Hell's Bells" von „AC/DC" Satan sei. Doch diese Frage ist nebensächlich. „Sobald du auf Böses stehst, bist du ein Freund von mir" heißt es in dem Lied, und darum geht es: Rockmusiker geben ein schlechtes Vorbild ab; ob im Namen Satans oder nicht.
    Auch die Kritik, daß Heavy Metal Hörer in den Selbstmord getrieben hat, wird von Wehrli zurückgewiesen. Gewiß bringt sich niemand nur deswegen um, weil er gerade ein bestimmtes Musikstück gehört hat. Doch Rockmusik schaltet das rationale Denken aus und kann sehr wohl eine emotionale Kurzschlußhandlung hervorrufen. Außerdem haben die Selbstmörder ihre Gehirne schon seit langem mit dieser Musik programmiert und Aggressionen aufgebaut, die sich auch gegen die eigene Person richten können.
    Freilich meist gegen andere. Wehrli erwähnt selbst die Serie von Kirchenbrandstiftungen in Norwegen durch den „Circle of Black Metal" und von Heavy-Metal-Musikern verübte Morde. Die Mitglieder des „Circle" hätten, wären sie zehn Jahre früher jung gewesen, „vermutlich zum Punk gegriffen und wären dennoch bei denselben antisozialen Aktivitäten gelandet" (S. 329), meint Wehrli. Ja, vielleicht hätten sie zum Punk gegriffen. Aber eben zu einer anderen Art aggressiver Musik! Die Tatsache, daß ein Mörder in Ermangelung eines Revolvers zum Messer gegriffen hätte, beweist nicht die Harmlosigkeit des Revolvers.
    Jeglicher Grundlage entbehrt auch Wehrlis Behauptung, es sei „gerade das schwere Ausmaß dieser Straftaten, das simple Ursachenzuschreibungen zu Lasten medialer Einflüsse verhindert" (S. 336), sind doch auch für schwere Straftaten mediale Ursachen in zahlreichen Untersuchungen festgestellt worden. Selbstverständlich sind es immer mehrere Faktoren, die zu einer Straftat führen; das darf uns aber nicht daran hindern, jede dieser Ursachen ernst zu nehmen.
    Die Tatsache, daß die meisten Heavy-Metal-Kritiker Christen oder Anthroposophen sind, veranlaßt Wehrli zu erbitterter Häme; ihre Glaubenssysteme werden zerpflückt, ihre Bücher „Schundbücher" oder „perfide Pamphlete" genannt. Wenn man einerseits einen rockmusikkritischen Roman als „erbärmliches Elaborat" und „Pfuschwerk" bezeichnet, jedoch andererseits Texte in Schutz nimmt, die von der Lust am Foltern oder am Sex mit Leichen handeln, disqualifiziert man sich selbst.
    Sogar ideologisch unabhängige, wissenschaftlich fundierte Werke wie „Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen durch Medien" von Werner Glogauer („Pfuschband") und „Gefährliche Musen" von Hartmut Heuermann und Matthias Kuzina finden vor Wehrli keine Gnade. Wo Heuermann/Kuzina resümieren, mediale Gefahren seien „Gefahren sui generis" und daher nicht mit Hinweis auf andere Gefahren aus „moralischen, politischen, wirtschaftlichen u.a. Fehlentwicklungen" zu entschuldigen, wirft Wehrli (S. 191) ihnen Inkonsequenz darin vor, daß sie andererseits konzedieren, die „Schnittstelle zwischen Subjekt und Objekt" sei zu berücksichtigen. Das ist jedoch keine Inkonsequenz, sondern es sind zwei gleichermaßen reale Aspekte des Problems: Gewaltverherrlichende und pornographische Medieninhalte sind eine Gefahr, die auf jeden Menschen wirken kann - ob er sich dieser Gefahr aussetzt, und auf welche Mit- und Vorbedingungen sie bei ihm stößt, stellt die Gefahr als solche nicht in Frage.
    In den drei Jahren seit dem Erscheinen von Wehrlis Buch sind weitere Erkenntnisse über die Entwicklung des Gehirns und über die Wirkungen von Musik publik geworden, welche die Gefährlichkeit aggressiver Musik bestätigen. Doch schon in den 80er Jahren wies Paul King einen Zusammenhang zwischen Heavy-Metal-Konsum, Gewalt- und Drogenkriminalität sowie frühreifer Sexualität nach. Wehrli erklärt diese Studie für ungültig, da sie an Psychiatriepatienten erfolgt sei. Mit gleichem Recht könnte man eine Studie zurückweisen, die einen Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Lungenkrebs zeigt, nur weil sie an Krankenhauspatienten erfolgte.
    Überraschenderweise führt Wehrli den seit den 90er Jahren in der Schweiz und in Deutschland zu verzeichnenden Anstieg der Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen auf „das reale Vorbild der gewaltbereiten 'Posses' der Rap- und HipHop-Szene in den USA" zurück, das „sich sehr viel nachhaltiger auswirkte als jedes fiktive Kunstprodukt." (S. 220). Dabei gibt es auch unter Heavy-Metal-Musikern zahlreiche „reale Vorbilder" für kriminelles Verhalten. Warum leugnet Wehrli beim Heavy Metal, was er beim Rap bereitwillig zugibt?
    So wird also im Widerspruch zu empirischen Erkenntnissen und wissenschaftlichen Studien ein vorgefaßtes Weltbild verteidigt, in welchem medialer Gewalt eine Wirkung von vornherein abgesprochen wird. Für die „Freiheit der Kunst" - soweit man hier von Kunst sprechen kann - einzutreten, mag ein hehres Ziel sein; doch man sollte dann auch zu den Folgen stehen. --Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Unbekannter Einband.

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    teilweise gut argumentiert, aber zu restriktiv...weiß nicht was ich dazu sagen soll, außer dass ich persönlich sexuell nicht frühreif war (zumal ich zu dem Zeitpunkt eh noch kein Metal.....aber lassen wir das), Drogen nicht mehr missbrauche als ein Nichtmetaller, und bisher noch kein Gewaltverbrechen begangen habe bisher. :confused:
     
  8. PowerMetaler

    PowerMetaler W:O:A Metalmaster

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    Genau an dem Punkt hab ich auch geschluckt, zumal ich auch noch nie irgendwie Gewaltbereitschaft gespürt habe seit ich Metal höre.
    Ich bin eh nich so der Freund von solcher "Fachliteratur", denn sobald es da in die Argumentation reingeht wird man eh vom Autor und dessen Meinung beeinflusst. Bei solchen Bücher muss man wirklich selektiv lesen und für sich das rausholen was man bracht, und das sind für mich dann Fakten. Dafür brache ich aber keine 40 Euro ausgeben...
     
  9. Gorefield

    Gorefield W:O:A Metalmaster

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    Ich könnte mir vorstellen, dass Herr Miehling aus Freiburg spätestens nach dieser Rezension einige Erfahrungen mit gewaltbereiten Metallern machen musste. :D
     
  10. Kate McGee

    Kate McGee W:O:A Metalgod

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    Ich würde gerne wissen wieviel Gewalt auf nem Hiphop-Konzert so üblich ist. Und wieviel Drogen in der Szene konsumiert werden im Durchschnitt. Würd ich gern wissen. Weiß ich aber nicht. Deswegen mach ich keine Aussagen drüber.
     
  11. moonchild

    moonchild W:O:A Metalhead

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  12. moonchild

    moonchild W:O:A Metalhead

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    Also, so wie ich das bisher in den Medien verfolgt habe, ist auf einem HipHop Konzert meist mehr bereitschaft für Gewalt vorhanden als auf einem Metal Konzert. Ich kann da auch aus eigener Erfahrung sprechen, da es mal Zeiten gab, wo ich dieser Musik nicht ganz so abgeneigt war wie heute.
     
  13. KaeptnKorn

    KaeptnKorn W:O:A Metalmaster

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    Oh, Mann! :eek:




    Tja, und schon braucht man nicht weiterlesen, da hier klar wird, daß unser guter Professor total parteiisch ist.



    Juhu, Bibelzitate...




    Mir reicht das jetzt.


    Wehrli hat sein Buch wegen genau solcher Leute wie dem geschrieben.

    Wie die Faust aufs Auge.

    :D
     
  14. Schweinchen

    Schweinchen W:O:A Metalmaster

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    Erinnert mich morgen mal dran diesem Musikprofessor ne Mail zu schicken... Muss heut erst noch lernen.
     
  15. Kate McGee

    Kate McGee W:O:A Metalgod

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    und was willst du dem schreiben? :confused::D
     

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