Überlebensregeln fürs Schützenfest

Dieses Thema im Forum "Talk" wurde erstellt von MetalBasstard, 26. November 2003.

  1. MetalBasstard

    MetalBasstard W:O:A Metalmaster

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    also, wers scho kennt sorry

    für alle anderen könnte es mal wichtig werden*gg*

    Einmal im Jahr is in jedem Dorf der Ausnahmezustand. Diese Orgie heißt dann Feuerwehr-, Schützen-, oder Sängerfest oder meinetwegen auch Hühnerwämserball, is vollkommen egal, weil is alles dasselbe. Dann wird nen Zelt aufgebaut irgendwo und mindestens drei Tage getestet, wieviel Ballerbrühe die alte Karkasse noch aufsaugen kann. Fängt meist schon Tage vorher an, mit Kränzeflechten, Birkenbraken anne Verkehrsschilder nageln oder weiß der Henker: Haupsache mitn Trecker rumnageln und Kiste Bier dabei. Während die Männer in
    der Wildnis das gefährliche Tannengrün erlegen, sitzen die Weibchen im Kreis und basteln daraus meterlange
    Kränze. So wird die traditionelle Rollenteilung gefestigt und keiner
    kommt auf dumme Gedanken. Die Sitte des
    Kränzens is uralt. Früher bein Schützenfest kamen immer mehrere Leute zu Tode: Kaputtgesoffen, anner Theke
    totgetrampelt oder anner achten Bratwurst erstickt. Ja und weil das ganze Dorf nachn Zeltfest zu tattrig
    war, um nen Kranz für die Beerdigungen zu flechten wurden die vorher auf Vorrat fertiggemacht. Mußte man
    Montag dann bloß noch auf Ende schneiden das Gestrüpp, Papierblume dran
    und ab nachn Friedhof. Heute gibs ja
    kaum noch Tote bei Zeltfesten, nich mal mehr Schlägereien - die warn ja
    früher der Höhepunkt.

    Ein heimlicher Höhepunkt beim Zeltfest ist der spontane
    Geschlechtsverkehr
    an der Rückwand vom Festzelt.
    Wenn die Kerle zum Pissen irgendwo ins Gebüsch verschwinden, erinnern
    sie
    sich plötzlich, daß sie nich bloß
    ein Loch im Kopp haben, wo man Bier reinschütten kann, sondern daß es
    zwischen den Beinen auch wieder
    rauskann. Und mit dieser verkümmerten Restexistenz hatten sie früher
    doch
    auch immer viel Spaß. Und jetzt
    schlägt die erotische Phantasie gnadenlos zu: Sex ohne sich groß
    ausziehen
    zu müssen, is das allergrößte.
    Hose is eh noch auf vom Pissen, quasi die halbe Miete. Jetzt fehlt bloß
    noch die Gelegenheit. Doch da siehts
    dann finster aus: die Anzahl der willigen Tanten, die teilentblößt an
    der
    Zeltwand lehnen, hält sich doch in
    Grenzen. Und so laufen Dutzende von halbbesoffenen Typen mit offener
    Buchse hinterm Zelt rum und verstehen
    die Welt nich mehr. Müßt Ihr mal drauf achten, so ab 23 Uhr etwa gehts
    los: dann schleichen hier überall
    die Männer durchs Unterholz. Offiziell wollen sie natürlich nur zehn
    Liter
    Gerstenaufguß nach draußen
    bringen, in Wahrheit sind sie auf Suche nach erotischen Abenteuern.

    Es gibt auch Männer, die gehen zum Pinkeln in den Toilettenwagen, die
    haben die Hoffnung schon aufgegeben,
    daß da draußen in der Wildnis noch irgendwas zu löten wäre. Aber auch
    bei
    den andern sieht die Realität nich
    besser aus: nach dem Strullen kommen sie total gefrustet wieder zurück
    ins
    Zelt. Früher entlud sich dann der
    Frust in einer Homoerotischen Ersatzbefriedigung: der Massenschlägerei.
    Haben wir schon gesehen: gibs heute
    kaum noch.
     
  2. MetalBasstard

    MetalBasstard W:O:A Metalmaster

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    2. Teil

    Was bleibt also:

    Das EINE: Körper stillegen durch Alkoholzufuhr. Das hört sich einfach
    an, isses aber nich, weil beim
    Zeltsaufen gibt es festgelegte Rituale, die man unbedingt beachtet muß:

    1. Ein Bier bestellen geht gar nich. Damit sagt man, daß man ne
    knickrige Sau is, keine Freunde hat oder Antialkoholiker, quasi das
    allerletzte.

    2. Also immer mindestens zehn Stück, einen Meter oder ein ganzes Tablett.
    Nie vorher abzählen, wieviel Leute um einen herumstehen und dann genau die
    Anzahl
    bestellen. Am besten irgendeine Zahl über die Theke grölen und ab dafür.

    3. Ganz falsch: Die Umstehenden fragen, ob sie überhaupt noch ein Bier
    haben wollen.
    Wichtige Regel: gefragt wird nich. Saufen ist schließlich kein Spaß.

    4. Wenn der Stoff da is, nich blöd rumgucken und überlegen, wem man denn
    eins
    in die Hand drücken soll. Am besten die Gläser wild in der Umgebung
    verteilen, denn
    nur so zeigt man seine Großzügigkeit. Nur der kleinkarierte Pisser stellt
    sich da an.

    5. Wer zahlt wann welche Runde? In der Regel kommt jeder der Reihe nach
    dran. Ganz
    miese Wichser saufen die ersten neun Runden an der Theke mit und wenn sie
    an der Reihe
    wären, müssen sie plötzlich pissen. Der erste Besteller bestimmt meist die
    Dauer des
    Projekts: Wenn er zwölf Bier bestellt, müssen alle solange warten, bis
    zwölf Runden
    durch sind. Wichtig ist, daß der Strom nie abreißt. Also wenn alle noch die
    Hälfte
    im Glas haben, sofort die nächste Runde ordern und das neue Glas in die
    Hand drücken.
    Was voll peinlich ist: Mit zwei Gläsern in der Hand an der Theke stehen,
    deshalb is Tempo
    angesagt beim reinschütten, is schließlich kein Kindergeburtstag.

    6. Richtig fiese Schweine bestellen zwischendurch noch ne Runde Korn
    oder die absolute Hölle "Meyers Bitter", eine Art grünes Schlangengift, daß
    mit dem
    Eiter von toten Fröschen verfeinert wurde. Hier wirds ernst. Sollte sich
    sowas andeuten,
    kann man bloß noch die Flucht ergreifen. Merke: Biersaufen kann man
    überleben aufm Zeltfest
    mit etwas Planung und Glück; nach Meyers Bitter weigert sich sogar der
    Notarzt,
    diese Schweinerei wiederzubeleben.

    7. Konsequent durchgezogen, bist Du normalerweise aufm Zelt um halb Neun
    stramm wie die
    Kesselflicker. Geht natürlich nich, weil Du kannst ja noch nich Hause,
    wegen Verdacht auf
    Weichei. Was also dann?

    Pausen machen! Dafür sind in der Regel zwei Sachen vorgesehen:

    Bratwurstfressen und Tanzen.

    Erstens: Bratwurstfressen

    Vorteil: an der Bude gibs kein Meyers Bitter, da bist Du also ne
    zeitlang
    sicher vor der Alkoholvergiftung
    durch andere. Nu sind die Bratwurststände auf Zeltfesten immer so
    Konzipiert, daß die Nachfrage immer größer
    ist als das Angebot. In der Bude arbeiten auch meistens Fachkräfte,denen
    man
    beim Grillen die Schuhe besohlen kann. Einzige Qualifikation: sie können
    mit
    einem Sauerstoffanteil in der Luft von unter 1% überleben, deswegen wirken
    sie
    auch so scheintot. Nu sagt der Laie: watn Scheiß, das könnte man doch viel
    besser organisieren: zackzack kämen die Riemen übern Tresen.
    Falsch: die mickrigen Bratwurstbuden mit den Untoten am Grill stehen da
    nich
    aus Versehen, sondern absichtlich. Hier kann man Asyl beantragen von der
    Sauferei
    und je länger man auf den verkohlten Prengel warten muß, desto
    größer die Überlebenschance.

    Zweitens Tanzen

    Im Vergleich zu Bratwurstfressen natürlich die schlechtere Wahl, weil
    anstrengend
    und mit Frauen. Aber irgendwann geht halt kein Riemen mehr rein in den
    Pansen und
    Du mußt in den sauren Apfel beißen. Also zack, einen Rochen von den Bänken
    gerissen
    und irgendwie bescheuerte Bewegungen machen. Wenn Du Glück hast, spielt die
    Kapelle
    mehr als zwei Stücke und Du kannst Dir ein paar Bier ausse Rippen
    schwitzen. Hast
    Du Pech, kommt sofort nachm ersten Stück der Thekenmarsch und Du stehst
    wieder da,
    von wo Du gerade geflohen bist.

    Drittens: Sektbar

    Eine richtig gruselige Bude, quasi die Abferkelbox im Festzelt. Hier isses
    so voll
    und eng, hier bleibst Du auch noch stehen, wenns eigentlich nich mehr geht.
    Es soll
    schon Kriegsverletzte gegeben haben, denen hat man in der Sektbar beide
    Beinprothesen
    geklaut und sie habens nich gemerkt. Doch der Preis, den Du für die
    Stehhilfe zahlst
    is hoch: Du mußt Sekt saufen aus so mickrigen Blumenvasen, die man von der
    Spermaprobe
    beim Urologen kennt. Ziemlich eklig alles. Wenns keine Sektbar gibt, gibst
    meist ne
    Cocktailbar: Cocktail heißt im Zelt aber nich Caipirinha oder Margerita
    sondern
    Fanta/Korn oder Korn mit Fanta. Also vorsichtig. Hier kanns ganz schnell
    zuende gehen.

    Eine Alternative für den ganzen schnellen Weg ins Nirwana is noch der
    hannoversche
    Zaubertrank: Lüttje Lage. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her immer noch ne
    reelle
    Sache: So besäuft sich der kritische Verbraucher und hat es ruckzuck
    geschafft.
    Doch bevor Du nach Hause darfst, kommt noch ein ganz wichtiger Punkt,
    nämlich...

    Viertens: Kotzen

    Klingt scheiße, Du wirst aber dankbar sein, wenn Dein Körper, Dir dieses
    Geschenk
    bereitet. Du hast Platz für neue Bratwürste und vielleicht sogar Glück, daß
    Du die
    letzten zwanzig Bier noch erwischt, bevor sie Dein Gehirn erreicht haben.
    Der Profi
    jedenfalls kotzt oft und gern. - So jetzt wären wir auch schon bald beim
    Nachhause
    gehen. Haha. Wenn Du abers den Zeitpunkt verpaßt hast, und Du kommst vom
    Pissen oder
    Bratwurstkotzen wieder ins Zelt und es sind bloß noch zwanzig Mann übrig.

    Ätsch: Arschkarte gezogen. Denn
    jetzt heißt es:

    Fünftens: Die Letzten

    Ab jetzt geht es um so spannende Sachen wie Faßaussaufen - es is immer
    mehr drin, als Du denkst, oder
    Absacker trinken, wenns ein Meyers Bitter ist, kannst Du Dir gleich den
    Umweg über den Notarzt sparen und
    den Bestatter anrufen. Jeder paßt jetzt auf, daß keiner heimlich abhaut.
    Die ersten sacken einfach so vor
    der Theke zusammen, damit sie jedenfalls nich noch mehr saufen müssen.
    Vorteil dieser Phase des Zeltfestes:
    Du mußt nich mehr extra mehr nach draußen latschen für Pissen und
    Kotzen:
    geht jetzt alles vor Ort.

    Sechstens: Nach Hause

    Fällt aus. Mach Dir keine Illusionen: alleine schaffst Du s nich mehr,
    Taxis gibst nich aufm Land, und
    wenn, würden sie Dich nich mitnehmen. Deine Frau kommt nich, um Dich zu
    holen, die is froh, daß dieses Wrack
    nich inner Wohnung liegt und der Gestank in die Möbel zieht. Was bleibt
    ist..

    Siebtens: Der Morgen danach

    Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Ritzen in der Zeltfestplane.
    Du wirst wach von einem Zungenkuß,
    wie Du ihn noch nie in Deinem Leben gekriegt hast. Leidenschaftlich küßt
    Du zurück. Dann machst Du Deine
    verklebten Augen auf und blickst in das fröhliche Gesicht des zottigen
    Köters von dem Karusselfritzen. Und
    mit einem eigenen Beitrag zum Thema Würfelhusten fängt der Tag wieder
    an.
    Dein Kopf fühlt sich an wie nach
    einem Steckschuß. Jetzt hilft nur noch: Stützbier bis die Maschine
    wieder
    halbwegs normal läuft.

    Seid froh, dass die Schützenfest-Saison vorbei ist, wir alle hier können
    stolz und fröhlich sein, denn
    wieder einmal haben wir es überlebt.

    Bis zum nächsten Jahr !!!

    Munter bleiben.
     
  3. {WÐH*jRi$n0}

    {WÐH*jRi$n0} W:O:A Metalhead

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    also bei uns laufen die schützenfeste gesittet.. aber wir sind ja auch prüde norddeutsche
     
  4. FOREVER_MA

    FOREVER_MA W:O:A Metalgod

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    ROFL

    Das meiste stimmt sogar... und Meyer´s Bitter rult !!
     
  5. Viburnum opulus

    Viburnum opulus W:O:A Metalmaster

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    also mir kommt das ganze seehr bekannt vor, auch hing häng da meist als letzter fest, sauerei das.
    zum glück gibts bei uns kein meyers bitter, dafür aber steinhäger
     
  6. FallenUnicorn

    FallenUnicorn W:O:A Metalhead

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    lol jop die Norddeutschen wir benehmen uns noch zivilisiert *g*
     
  7. {WÐH*jRi$n0}

    {WÐH*jRi$n0} W:O:A Metalhead

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    genau!

    mei was hätt ich jez lust auf so ein fest, die intellektuellen fachgespräche und philosophierunden.... :D :D
     
  8. Reverend_odd

    Reverend_odd W:O:A Metalmaster

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    Ja, ich weiß schon warum ich mich von sowas fernhalte!

    Sach mal MB, Is sowas Standard in Haus Dülmen? ;)
     
  9. FallenUnicorn

    FallenUnicorn W:O:A Metalhead

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    Woran erkennt man ne Metalparty????
























    Die Treppe ist Vollgekotzt leute liegen rum und überall liegen kaputte Flaschen - Orginal LÜBECK
     
  10. grinsekatze666

    grinsekatze666 <span style="color:black">Moderator</span>

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    *lol* Das bringts echt auf den Punkt!

    Zum Glück muss ich auf den Schützenfesten wo ich so verkehre meistens Musik machen. D.h. Geld verdienen, Ballern für umsonst und wenns einem zuviel wird sagt man bei der nächsten Runde einfach: "Nee, lass ma, ich muss jetzt wieder hinters Schlagzeug". Ein weiterer Vorteil: man ist IMMER bis zuletzt da, und kommt trotzdem mit einem TAXI nach Hause. Und zwar für lau. :D
     
  11. wackenmike

    wackenmike W:O:A Metalmaster

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    japa genau so iss das und deswegen macht mir unser schützenfest immer so viel spaß!!!

    :D
     
  12. Bon

    Bon W:O:A Metalhead

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    ich geh gleich auf weihnachtsmarkt und wenn ich glückl hab erleb ich da ähnliches :D
     

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