Sehr sehr guter Artikel!!!

Dieses Thema im Forum "Talk" wurde erstellt von Geisteskrank, 12. September 2006.

  1. Geisteskrank

    Geisteskrank W:O:A Metalmaster

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    Bin begeistert:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,436348,00.html

    ABBAU DES SOZIALSTAATS
    Dolchstoß durch den Konsumenten

    Von Gabor Steingart

    Der normale Käufer bei Karstadt, Metro und Lidl ist ein regelrechter Globalisierungsfanatiker: Er vergleicht Preis und Leistung und will immer das Billigste. So vernichtet er massenweise Jobs in Europa - am Ende auch den eigenen.

    Der Sozialstaat ist im Grunde nichts anderes als ein Kartell. Der Unterschied zwischen dieser Schutzvereinigung und den üblichen Kartellbrüdern in den Konzernspitzen besteht darin, dass der Sozialstaat nicht nur wenigen, sondern vielen nützt. Eigentlich fast allen Bürgern, die in seinen Grenzen leben. Vereinfacht kann man es auch so sagen: Der moderne Sozialstaat hat uns alle zu Kartellbrüdern gemacht. Wir profitieren von seinen Schutzrechten wie von seinen finanziellen Zuteilungen.

    Ansturm bei Media Markt: Den Kunden interessiert der gute Deal - nicht das schmutzige Geschäft, das ihm anderswo auf der Welt vorausgeht
    Wir nehmen gern die getrennten Betriebstoiletten in Anspruch, die unsere Arbeitsstättenverordnung für Mann und Frau vorsieht, akzeptieren die gesetzlich festgeschriebenen Urlaubstage, den Kündigungs- wie den Krankheitsschutz, und wenn alles schief läuft im Leben, greifen wir auf die Sozialhilfe zurück, die sich samt Wohnungs- und Kindergeld bis auf die Höhe eines Verkäufergehalts summieren kann.

    Wenn dieses Schutzkartell, das den Preis der Arbeitskraft um einen Sozialaufschlag verteuert, mit einem Wirtschaftsraum konkurriert, der eine solche Schutzvorrichtung und damit auch einen derartigen Sozialaufschlag nicht kennt, wirkt das Kartell nicht mehr beschützend, sondern bedrohlich. Denn einer der Gründe für die Preisdifferenz zwischen den neuen und den alten Mitgliedern des Weltarbeitsmarkts ist der Sozialstaat, dessen Früchte die einen genießen, derweil die anderen ihn nur vom Hörensagen kennen. Die Mitglieder der Sozialbruderschaft sind von Stund an in Gefahr, ihrer beruflichen Existenz beraubt zu werden. Was gestern noch eine Errungenschaft westlicher Zivilisation war, wirkt nun wie ein Klotz an ihrem Bein.

    Es sind die Gegner des Sozialstaats, die daher die weltweite Arbeiterinflation freudig begrüßen. Sie ist erwiesenermaßen die wirkungsvollste Methode, den Sozialstaat zu schleifen. Man muss seinen Abbau nicht mehr fordern und braucht ihn auch nicht zu betreiben, seine Zersetzung passiert scheinbar von allein. Man kann den Sozialstaat einfach ignorieren, zum Beispiel dadurch, dass man beim sozialstaatsfreien Anbieter in Asien bestellt. Das ist fast automatisch ein Votum gegen getrennte Toiletten und ein Plädoyer für niedrigere Löhne.

    Es sind andererseits die Freunde des Sozialstaats, die bis heute nicht wahrhaben wollen, dass es diese Nebenwirkung der Globalisierung ist, an der sie leiden. In der Absicht, die Nation gegen die Zumutungen der neuen Zeit zu verteidigen, hat selbst ein so kluger Mann wie Lord Dahrendorf die Augen vor der Wirklichkeit verschlossen. Es gebe eine legitime öffentliche Sphäre, die nicht direkt mit der anderer Länder und Regionen konkurriere, schreibt er. Zu dieser Sphäre gehörten die Bildung, die Steuer und die Sozialleistungen. Man dürfe den Weltmarkt nicht gegen alles ins Feld führen.

    Welch ein Irrtum. Niemand führt den Sozialstaat ins Feld. Er steht längst längst da, umtost von den Winden der neuen Zeit. Der Irrtum ist erklärbar nur dadurch, dass die Angreiferstaaten sich ja nicht mit Gebrüll auf den westlichen Sozialstaat stürzen. Der Angriff findet leise und zumeist sogar in freundschaftlicher Atmosphäre statt, was vielen das Verstehen der Wirklichkeit erschwert.

    Dabei sind es keine Unbekannten, die ihn attackieren: In freien Märkten mit freien Konsumenten wird ihm der entscheidende Dolchstoß von seinen Freunden versetzt. Wo auch immer ihr politisches Herz schlägt, links oder rechts, kaum dass die Kunden den Supermarkt oder das Kaufhaus betreten, sind sie nicht bereit, einen Sozialaufschlag zu zahlen.

    Automobilproduktion deutscher Hersteller - wachsender Auslandsanteil
    Der normale Käufer bei Karstadt, Metro und Lidl ist ein regelrechter Globalisierungsfanatiker, der Preis und Leistung vergleicht, aber nicht Nationalitäten und ihre sozialen Sicherungssysteme. Er will Rabatte bekommen und nicht Aufschläge zahlen. Der gute Deal interessiert ihn, nicht das schmutzige Geschäft, das ihm irgendwo auf der Welt vorausgegangen ist. Er ist ein Materialist, wie er im Buche steht, auch wenn er sich selbst für einen Romantiker hält. Nur außerhalb der Geschäftszeiten befallen ihn zuweilen idealistische Zweifel. Dann wundern sich viele, wie es denn sein kann, dass so große Teppiche für so kleines Geld zu haben sind, und dass auch die Preise von Computern und Mobiltelefonen zuweilen nur noch einer Art Schutzgebühr gleichen.

    Mit jedem Kauf eines fernöstlichen Produkts erteilen die Käufer dem heimischen Sozialkartell und seinen Lieferbedingungen eine Absage. Sie vergleichen Preis und Leistung des Produkts, aber sie bedenken nicht Preis und Leistung der das Produkt erzeugenden Nation. So wurden die Konsumenten in allen Ländern des Westens zu Vollstreckern der Globalisierung. Im Weltkrieg um Wohlstand sind sie die wichtigsten Kombattanten der Angreiferstaaten. Wenn ihnen keiner in die Arme fällt, vernichten sie mit ihrer Kaufentscheidung kühlen Herzens die heimische Industrie. Denn fast alles, was man kaufen kann, kann man mittlerweile auch ohne diesen Zusatzstoff erstehen, den wir Sozialstaat nennen.

    Wer möchte, kann sein Auto bei General Motors bestellen; dann sind 1500 Dollar Sozialkosten mit eingebaut, wie der Vorstandschef seinen Arbeitern erst kürzlich vorrechnete. Preiswerter wäre es, beim Hyundai-Händler vorzufahren, denn ein vergleichbarer Sozialaufschlag wird den Arbeitern in Korea nicht gezahlt. Es gibt an jeder Ecke Waschmaschinen mit eingebautem Sozialstaat, dann kommen sie von AEG aus Nürnberg, sind im Rhythmus der 38 Wochenstunden produziert, zu höheren Löhnen und unter Aufsicht des Betriebsrats. Aber gleich nebenan gibt es die Waschmaschine pur, dann stammt sie aus Taiwan, China oder Polen, wo die Wochenstundenzahlen hoch und die Löhne niedrig sind. Ein Sozialstaat unserer Prägung existiert dort nicht.

    Noch immer besitzen 75 Prozent der Weltbevölkerung keine Arbeitslosenversicherung, was ihnen zum Nachteil, ihren Produkten aber zum Vorteil gereicht. Das Risiko von Krankheit, Armut und Alter tragen sie selbst und eben nicht die Produkte, die sie herstellen. Im Westen ist es umgekehrt.

    An der Stelle des Betriebsrats steht in Fernost ein gestrenger Vorarbeiter, der im besten Fall Gnade vor Recht ergehen lässt. Denn das Recht ist in den Produktionshallen der Billigkonkurrenz nicht der Freund der Beschäftigten. Sie dürfen arbeiten, aber nicht protestieren. Ihr Lohn wird festgesetzt, nicht verhandelt. Soziale Absicherung bietet die Familie, nicht aber die Firma. Den Verkaufschancen der von ihnen hergestellten Ware hat dieser Umstand sehr genutzt.

    Rund 60 Prozent aller in Deutschland verkauften Haushaltsgeräte werden heute außer Landes hergestellt. Die restlichen 40 Prozent dürften in absehbarer Zeit folgen. Der Weltmarktführer Electrolux plant von den westlichen Werken, die derzeit noch in Europa, Amerika und Australien betrieben werden, die Hälfte zu schließen. Eine Fabrik von der Größe der Nürnberger AEG spart 48 Millionen Euro jährlich - wenn sie denn in Polen steht. Monatelang zögerte der Vorstand, die deutsche Traditionsfabrik zu schließen und die Herstellung zu verlagern. Es ginge ihm um die Menschen, aber nicht nur, wie Firmenchef Hans Straberg freimütig zugibt: "Eine Schließung würde auch viel Kapital zerstören", sagt er.

    Bei Continental in Hannover, einem der größten Reifenhersteller der Welt, läuft das gleiche Spiel. Die Löhne machen 30 Prozent der Herstellungskosten aus, aber in Osteuropa lässt sich dieser Anteil noch deutlich nach unten drücken. Die Pkw-Reifenproduktion sollte daher am Stammsitz in Hannover geschlossen werden, was die Beschäftigten mit einer kostenlosen Verlängerung ihrer Wochenarbeitszeit zu verhindern suchten. Der Verzicht nutzte nichts. "Die Mitarbeiter haben ihren Beitrag geleistet, aber es hat trotzdem nicht gereicht", meint Firmenchef Manfred Wennemer. Betroffen sind vor allem einfache Produktionsarbeiter, denen in Kürze die Akademiker folgen dürften, sagt er: "Wir beschäftigen heute bei Continental rund 5000 Ingenieure, die meisten davon in Hochlohnländern. Das wird sicher einer der nächsten Schauplätze, wo wir auf die Kosten sehen müssen."

    Bevor wir Firmenmanager und Schnäppchenjäger beschimpfen, sollten wir innehalten. Es wäre töricht, ihnen den Eigennutz vorzuhalten. Es war ein doppelter politischer Wille, der die Staaten Asiens und Osteuropas an die internationale Arbeitsteilung anschloss - ihrer und unserer. Sie wollten Teil des westlichen Produktionsnetzwerks werden und ihr eigenes knüpfen. Wir haben sie ermuntert, unterstützt und oft genug auch angefeuert.

    Deutsche Importe: Anteil aus Niedriglohnländern
    Es geht hier nicht um falsch oder richtig. Wichtig ist an dieser Stelle nur die Erkenntnis, dass der weltweite Arbeitsmarkt, so wie wir ihn bisher konzipiert haben, ein einheitliches Hoheitsgebiet für die Ware Arbeitskraft geschaffen hat. Die Arbeitsnachfrage wechselt nun von einem Staat zum anderen und natürlich bevorzugt sie solche Staaten, die ihr möglichst geringe soziale Zusatzkosten zumuten.

    Viele hielten die Soziale Marktwirtschaft für das Endstadium der Geschichte und müssen sich nun einen kolossalen Irrtum eingestehen. Der Kapitalismus hat mit Hilfe eines globalen Arbeits- und Finanzmarkts seine Reichweite gesteigert, derweil das Soziale an Reichweite verlor. Der Markt hat an Kraft, Geschwindigkeit und scheinbar auch an Unvermeidbarkeit gewonnen. Der soziale Triumph von gestern aber ist verblasst. Der Kapitalismus erhält seine Ursprünglichkeit zurück.
     
  2. baerbael

    baerbael W:O:A Metalmaster

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    :rolleyes:

    dieser artikel stimmt traurig!

    traurig, daß sogar der spiegel diese tatsachen erst jetzt erkennt!

    is es dem normalsterblichen nicht mehr möglich von alleine auf tatsachen zu kommen?

    ist es für deutsche normal einen bericht über den niedergang deutschlands zu sehen...und im anschluß in der gleichen sendung tips zu notieren, wie man in polen billiger nen neu wagen kauft als in deutschland?

    naja...dann kann es ja nicht mehr lange dauern, bis das "deutsche siegel" ala made in germany wieder gespräch wird...
     
  3. Hex

    Hex W:O:A Metalgod

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    Das glaub ich nicht, Tim! ;)

    Die Tendenz geht eher zu noch mehr Billigware, noch mehr Gewinn machen, noch mehr Personalabbau. Im Verkauf ist das jedenfalls deutlich zu beobachten.
     
  4. Geisteskrank

    Geisteskrank W:O:A Metalmaster

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    1. Ist nicht vom Spiegel, sondern aus dem Buch des Autors.

    2. Denke, der Normalsterbliche macht sich die meiste Zeit (beim Einkaufen bspw.) einfach keinen Kopp....

    3. Ja, ist schon normal, das zu sehen...

    4. Made in Germany - mußte das nicht sogar ersetzt werden durch "Made in EU"?
     
  5. Hex

    Hex W:O:A Metalgod

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    Da kommt man wieder auf das leidige Thema: Einkaufen, wie am besten?

    Da den meisten nur eine gewisse Menge an Geld zur Verfügung steht, muß man eben kalkulieren. Kauf ich die Bioprodukte und verzichte dafür auf das ungesunde? Fahr ich sicher nicht teurer als wenn ich nur Billigware kauf. Ist aber ne Einstellungssache.
    Ernährung, Kleidung, Elektroartikel. Wo spar ich? Wo geb ich mehr aus? Wieviel kann ich investieren?
    Einiges hat halt nunmal eine Qualität und kostet seinen Preis, anderes wiederrum nicht und da kann man auch gut mit der Billigware leben.
    Muss ich ein schlechtes Gewissen haben weil ich damit den Billighandel unterstütze? usw...usw...usw......

    Andererseits werden öffentlich riesige Summen an Geldern veruntreut! So schlechte Beispiele lassen halt auch ein allgemeines Gleichgültigkeitsgefühl wachsen.
     
  6. baerbael

    baerbael W:O:A Metalmaster

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    :rolleyes:

    dann darf dieses land gerne zugrunde gehen!
     
  7. Geisteskrank

    Geisteskrank W:O:A Metalmaster

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    Man hat es als Konsument (bis zu einem gewissen Grad) aber auch irgendwo selbst in der Hand...ich habe mir im Zuge dieser Gammelfleisch-Sache auch überlegt, daß ich in Berlin 2004 auch dauernd Döner für 0,99 Cent gegessen habe (durchaus sehr lecker!). Da fragt man sich schon, wo da noch der Gewinn bleibt für Dönerbudenbesitzer, Fleisch- und Brotlieferant...aber Konsequenzen zieht man daraus doch nicht...
     
  8. Geisteskrank

    Geisteskrank W:O:A Metalmaster

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    Sind schon andere Zivilisationen ausgestorben und denen weint auch Keiner hinterher...halb so wild...
     
  9. Axel2

    Axel2 W:O:A Metalmaster

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    Jaja, schwierige Sache das.

    Bleibt wohl nur die Einführung eines Gütesiegels (wie bei dem Bio-Zeug) :

    "Waschmaschine aus kontrollierter deutscher Haltung der Herstellenden"

    oder

    "Deutsche Ware dem Deutschen Volk" oder so... :rolleyes:

    Achnee, ersetze "deutsch" durch "Westeuropa/westeuropäisch" (wegen pc).

    Aber schreit dann nicht Afrika wieder nach Eurozentrismus und Wettbewerbsverzerrung?

    Und was wird aus dem Zucker-Dilemma (Rohr vs. Rübe)?

    Neulich hab ich ein Bier getrunken, das wurde "abgefüllt im Auftrag der Hansa-Brauerei Dortmund". Ob das in Wahrheit auch aus Fernost kam? :confused:


    Oder gehts nur um Non-Food?

    Das Problem ist, man kann nicht einfach sagen:
    Billig = aus China = schnell kaputt,
    Teuer = aus Westeuropa = qualitativ hochwertig.
    Das gilt nur für bestimmte Produktgruppen.

    Das "Made in" bezieht sich eh nur aufs Verpackungsland. Und Elektronik-Kram aus europäischer Produktion sieht man eher selten (finde ich, obwohl wir immerhin einen mp3-Player des deutschen Traditionsherstellers Schaub-Lorenz besitzen, der aber auch in Malaysia assembled wurde :rolleyes: )...

    Ich finde es übrigens genauso wichtig, Geräte dort zu kaufen, wo man umfangreich (und gut) beraten wird, statt dort, was Billiger-de, günstiger-de oder geizhals-de so rauswerfen.

    Ich glaub, das nennt sich Wirtschaftsethik. Is aber halt, wie gesagt, nich immer ganz einfach, nachzu vollziehen, wo etwas tatsächlich herkommt. Und solange Konzerne Stellen und Produktion ins Ausland verlagern TROTZ dicker Gewinne, kann man als Konsument auch nich wirklich was reißen...

    Btw: Waren wir nich immer noch Exportland Nr. 1? :confused:
     
  10. Geisteskrank

    Geisteskrank W:O:A Metalmaster

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    Das wird ja neuerdings auch häufig kritisiert...interessante Geschichte, das...
     
  11. Quark

    Quark W:O:A Forumsstammgast

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    Ihr braucht einen Supermarkt-Krieg wie in den Niederlanden. Da hat Albert Heijn (Ahold) die Preise gesenkt ohne an dem Statut der Arbeiter zu kommen. (d.h. die bekommen noch immer dieselbe Rechte die sie davor auch schon hatten) Konzequenz; andere Supermarkte wie Edah, Super, usw (die Konkurrenz) musste ihre Preise auch senken. Nur Aldi und Lidl bleibten wo sie waren. Billiger war für sie nicht (mehr) möglich.

    Metro gibt's bei uns nicht, aber Makro (was ein Teil von Metro scheint zu sein) ist nur für Händler, nicht für "Normalkunden" wie du oder ich. Die sind noch immer "teuer" im Vergleich zu Aldi/Lidl.

    Und hier in Belgien ist's noch immer Colruyt der am billigsten ist (neben Aldi/Lidl) nur weil sie 'ne "Tiefste-Preis-Garantie" haben. Ein Produkt irgendwo billiger gesehen, ruf an, und du kriegst und das Unterschied im Preis, und Kommunikationskosten zurück!

    Jaja, ich wohn in ein schönes Land :D
     
  12. PowerMetaler

    PowerMetaler W:O:A Metalmaster

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    Oh, super Kommentar!

    Hm, nicht so unwahrscheinlich, geh mal in die neuen Bundesländer, da werden bei vielen Geschäften (z.B. Netto) die Ostprodukte deutlich gekennzeichnet und mit ihnen geworben. Komischerweise ist das meist auch das billigste.

    Ja, das is schon alles verwirrend. Und nebenbei ne riesige Energie und Infrastrukturverschwendung! Wisst ihr wo die meisten Nordseekrabben herkommen wenn man sie z.B. in Hamburg kauft? Ha, falsch geraten, die kommen oft tatsächlich aus der deutschen Nordsee. Allerdings werden sie da von nem Holländer aufgekauft, mit Kühllastern zum Puhlen nach Marokko zum Puhlen gefahren, zurück nach Holland und dann dort verpackt und nach Hamburg geliefert. Wie sich das rechnet weiß ich nicht.

    Naja, also schon vor 30 Jahren wurden Elektronikprodukte in Fernost produziert, das is einfach traditionell so. Ich denke kaum dass da in Europa Arbeitsplätze verloren gehen. Und was die Montage angeht: Also ich meine da lassen sich viele einfach nur von ihren Chefs verscheißern. Ich meine die führen ihre Unternehmen doch heute nur noch für die Aktionäre und nicht für die Angestellten oder sich selbst, weil sie selbst machtlos sind und das Ruder aus der Hand und an den Betriebsrat abgetreten haben.

    Jaja, geiz ist geil, und wenn man dann Hilfe und Service will ist man verraten und verkauft, haben wir ja alle schonmal erlebt.

    Tja, das Problem bei den meisten Dingen is ja wirklich, dass man nicht weiß wer alles mitverdient. Der Hersteller muss für einen immer günstigeren Preis liefern, weil zwischenhändler, Aktionäre, die Bank und nicht zuletzt der Staat mitverdienen will. Der Preis für den Verbraucher wird dabei auch eher höher. Viele Unternehmen haben diesem Preisdruck nicht standgehalten. Hab allerdings letztens mal gehört, dass es sich garnicht lohnt. Z.B. hab ich letztens einen Bericht über eine AEG/Siemens Waschmaschinenfabrik (die geräte sind gleich, is nur ein anderes Markenzeichen drauf) in China gesehen. Würde man die Geräte nach Europa verschiffen würde der Verbraucher den gleichen Preis zahlen.

    Hm, also wenn man das in Relation zur Bevölkerungszahl sieht sind wir immernoch gut dabei glaube ich.
    Wir müssen uns halt alle etwas darauf einstellen dass die fetten Jahre vorbei sind, auch andere Länder verdienen jetzt mit. Hauptproblem ist aber meines Meinung nach die aufgehende Gehaltsschere, noch nie gab es in Deutschland so viele arme und so viele super reiche.
     
  13. Netfreak63

    Netfreak63 Moderator

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    Ja sicher ... der Konsument is schuld ... :rolleyes:

    Klar is einzusehen dat die Produktionskosten in D höher sind als anderswo. Allerdings nötigt die grassierende Lohndrückerei in den Betrieben den Konsumenten ja dazu auf billigere Ware zurückzugreifen. Ein Grossteil der Bevölkerung kann sich wohl angesichts von 1 € Sklavenjobs, massiven Preiserhöhungen in allen Sparten (Miete, Nebenkosten, Strom, Öl, Gas ...), Produkte made in Germany getrost vonner Backe schmieren.

    Ein Teufelskreis, bei dem sich Hersteller und Konsument am Ende selbst in den Arsch ficken ... :rolleyes:
     
  14. Netfreak63

    Netfreak63 Moderator

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    :rolleyes: ... *lol* ... nieder mit den Betriebsräten, Wiedereinführung von Leibeigenschaft und Sklaverei ... :rolleyes:


    wie schon gesacht: Man wird zum geiz genötigt und gräbt sich im Prinzip selbst dat eigene Grab ... Lösungsvorschläge? Hat die Politik ja auch nich .. :o
     
  15. Baskerville

    Baskerville W:O:A Metalgod

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    Hab ich so einen Schundartikel hier nicht schon mal zerrissen?
    Ne, ich glaube das war ein anderer Autor.

    Zunächst einmal vorneweg: Das Ganze ist nichts neues, sondern seit über 50 Jahren bekannt. Aber sehen wir mal welche Neuauflage uns der Herr Steingart bietet:

    Ahja, wie haben wieder mal die Gelbe Gefahr im Osten oder gar in Polen - was uns näher ist -, die unseren Lebensstandart angreift, aber diesmal haben wir einen gar viel schlimmeren Sündenbock - den Konsumenten!
    Nur bedacht auf seinen eigenen Vorteil spart er kurzsichtig wie er ist sein ganzes Geld zusammen, sucht immerfort nach den billigsten Angeboten und versetzt somit dem eigenen Land den Dolchstoß in den Rücken.
    Zum Glück gibt es gut betuchte Herren wie Steingart, die, wenn sie mit ihrem Mercedes beim Supermarkt vorfahren, sich der schlimmen Folgen des billigen Einkaufes selig gewiß, lieber die teureren Bio-Eier aus dem Einzelhandel kaufen.
    Und uns zur Güte lassen sie uns teilhaben an ihrer tiefgreifenden Einsicht, fahren nach Hause, setzen sich an ihren Apple oder Dell Laptop und tippen uns das Ganze gleich in Buchform zur Ansicht.

    Und sollte es gar etwa Leute geben, die auf dieses Preisevergleichen angewiesen sind und sich einfach nicht mehr leisten können, so sollten die vielleicht einmal im Jahr weniger Urlaub machen, das sollte ja nun wohl gehen.
     

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