Re: Haggard Security

Dieses Thema im Forum "Q&A" wurde erstellt von Mantelmann, 06. August 2002.

  1. Mantelmann

    Mantelmann Newbie

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    Seid mir gegrüßt!

    Ich war auch schon recht schnell weg, nachdem Haggard abgewürgt wurden. Das war zwar ziemlich schade, aber verständlich, da die Veranstalter ja tierisch Ärger kriegen, wenn auch nur eine Minute nach 3 noch Musik schallt.

    Aber was später mit den Fans abgezogen wurde, war eine Schweinerei. Hier die Kopie eine Threads aus dem Haggardforum unter www.haggard.de:

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    rainer
    Guest

    Re: Gig in Wacken
    « Reply #7 on: 05.08.02 at 18:34:51 »

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    Hallo zusammen,

    noch immer gehen in meinem Kopf die Ereignisse von Wacken umher, und was dort passiert ist berührt mich zu tiefst und wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben.

    Wie einen jeden von Euch hat auch mich irgendwann die Musik von Haggard in seinem Bann gezogen. Zuvor hatte ich einen Auftritt im Kunstpark in München gesehen, zu dem wir von Mannheim aus hingefahren sind, um diese Musik einmal „wirklich“ erleben zu können.

    Der Hauptgrund für mich nach Wacken zu fahren, war der Auftritt von Haggard.
    Dass dieser erst um 2.15, als letzte Gruppe stattfinden sollte empfand ich eher als gelungen denn als Problem, da ich denke dass diese Musik genau das Richtige ist, um ein Festival „friedlich“ zu beenden, um sein Seelenheil zu finden.

    Doch dann kam ja alles anders.
    Den Auftritt an sich war grauenhaft, wobei der Grund hier bei den Veranstaltern zu suchen ist, da durch die Anordnung der Hauptbühnen zur Nebenbühne („Partystage“) versucht wurde möglichst viel Leute auf engen Raum zu pferchen, als dem Musikgenuss genüge zu tragen.

    Dies an sich mag an sich ja auch kein Problem sein, wenn Bands der Nebenbühne dieses „akustische Manko“ durch dementsprechende Dezibel kompensieren können, doch dass es sich dann bei Haggard gegen Tom Angelripper ein klares Schachmatt zugunsten Tom Angelripper ausgeht war ja wohl allen im Vornhinein klar.
    Wenn ich in die Gesichter der Musiker geblickt habe, hatte es für mich das Gefühl eine Art Verzweiflung auszumachen (gerade bei Andreas), der auf mich wirkte als sei er den Tränen nahe.

    Als dann der Strom abgestellt wurde dachte ich das kann doch gar nicht sein, und hoffte sowohl wegen der lautstarken „Zugabe“ und „Haggard“ Rufe, als auch der Überzeugung der Veranstalter hätte ein Herz und würde den Leuten jetzt noch 10 - 15 Minuten Musikgenuss ohne Störeinflüsse (also ohne Tom Angelripper) zu gönnen.

    Doch dann kam das, was nicht hätte kommen müssen, und ich versuche jetzt das zu beschreiben, wie ich es erlebt habe:

    Nach langen „Haggard“ und „Zugabe“ rufen fingen die Securities langsam aber stetig, und zunächst noch friedlich an uns mit Absperrbändern vom Gelände zu bringen.
    Immer noch waren die „Haggard“ Rufe laut. Der Druck von Seiten der Security Leute wurde dann zunehmend stärker, Fans wurden abgedrängt bis sie fielen und dann die Situation eskalierte.
    Securities rannten plötzlich in die Menschenmenge und fingen an wahllos einzuschlagen. Ein Fan, der direkt von den Securities mit dem Absperrband gedrängt neben mir lief, und wie alle der Band zuwinkte und rief wurde von einem der Securities mit der Faust direkt ins Gesicht geschlagen und ging zu Boden. Meine Freundin wurde von einem der Securities zu niedergeschmissen und Leute wurden getregen.
    So ging das fort, bis wirklich jeder vom Gelände „verbannt“ war. Wir standen dann mit den Anderen noch vor dem Ausgang, doch auch dort waren die „Haggard“ Rufe nicht zu verstummen.
    Anscheinend fühlten sich die Securities dadurch derart provoziert, dass sie die Absperrgitter nahmen und mit diesen in die Menge rannten, dabei Menschen niederrissen in die Leute reinschlagen zu wollen.
    Dank der Polizei war verschwanden die Securities dann recht schnell wieder hinter ihrem „Eisenkäfig“.
    Im Gegensatz zu dem was „Nails“ schilderte, habe ich nicht gesehen, dass irgendwer die Absperrungen eingerissen hatten, sondern dass die Provokation von Seiten der Security kam, und die Polizei hat sich zum Schutz vor die Fans gestellt.
    Ich hatte dann noch einen der Polizisten gefragt, ob es denn eigentlich normal sei, dass auf Festivals eine „schlagende Security“ eingesetzt wird, darauf sagte er:
    „Dass die Leute von der Security sich manchmal nicht unter Kontrolle halten ist uns bekannt, deswegen sind wir ja hier“.

    Doch eines haben mir die Ereignisse von Wacken verdeutlicht:
    Wenn es eine Art und Weise gibt, wie Fans einer Band den Tribut zollen, ebenso wie eine Band ihren Fans den Tribut zollt, dann sind es die Ereignisse, die in Wacken vorgefallen sind.

    Ich möchte mich hiermit, zum Abschluss meines „Statements“ bedanken, bei:

    - Euch, Hggard, die Ihr mit „Acapella Final Victory“ und Bühnenpräsenz auch lange nach Auftrittsende gezeigt habt, dass Euch die Leute nicht egal sind und winkend gezeigt habe, dass Ihr sie nicht im Stich lasst.

    - Euch, der Gemeinschaft, die sich Haggard angeschaut haben, die gemeinsam von den Hunden zum Ausgang getrieben wurden.

    - Der Polizei vor Ort, die sich zum Schutz aller Fans vor die schlagende Securty gestellt haben.


    Ich hoffe, ihr werdet noch lange Eure Musik machen und dem Kommerz trotzen, da ich denke, dass Ihr seit „Awaking the gods“ gemerkt habt, dass ehrlich sein mehr bedeutet als versprochener Ruhm, und wünsche mir, dass wir uns alle auf „Rock against Cancer“ wiedersehen werden!!!

    Danke Euch allen:
    Rainer

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    Das sagt ja wohl alles. Der Thread von dem ich dies entlehnt hab findet Ihr unter:
    http://www.haggard.de/cgi-bin/forum/YaBB.pl?board=general&action=display&num=1028462731

    Besten Gruß: Mantelmann
     

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