Meine 5 Cent

Dieses Thema im Forum "W:O:A 2013<br>Lob & Kritik / praise & criticism" wurde erstellt von RemizZ, 07. August 2013.

  1. RemizZ

    RemizZ Newbie

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    Tja dann will ich auch mal mein Feedback abgeben. Dies ist ein Statement meinerseits und spiegelt wieder, was mir aktuell so durch den Kopf geht. Mir ist bewusst, dass Kritik hier teilweise ins Lächeriche gezogen wird von Leuten, denen die nachfolgenden Punkte nicht so wichtig sind wie anderen, aber das ist mir egal, denn es ist mir wichtig, dies alles loszuwerden, auch wenn es schon 100 Mal gesagt wurde. Also...

    Ich war dieses Jahr zum 9. mal auf Wacken und möchte hier den in meinen Augen stattgefundenen "Verfall" dokumentieren.

    Bevor ich irgendwas schreibe, möchte ich aber vorab sagen, dass mir persönlich egal ist, was du für Musik hörst oder an was du glaubst. Dennoch werde ich auch einige Dinge über "metalfremde" Besucher sagen müssen, was leider verallgemeinernd klingen kann. Wenn du dich angesprochen fühlst, weißt du warum, wenn nicht, bist du nicht gemeint.

    Also dann mal los:

    1. Die Bands und die Mischung der Stile

    Wie schon von anderen beschrieben, ist die so hoch gelobte "Mischung der Musikstile" quasi nicht mehr vorhanden, bzw. hat seine Bedeutung radikal verändert. Früher hieß eine gesunde Mischung noch, dass zu ausgewogenen Teilen Death/Black/Folk/Heavy/Power/...-Metal angeboten wurde. Wenn ich mir die Mischung heute ansehe, bezieht sie sich auf das Gesamtspektrum der alternativen Musikwelt.

    Nur als Bespiel: Was haben Bands wie ASP, Bob Wayne oder Eskimo Callboy auf dem Wacken verloren?

    - Wenn ich ASP sehen will, fahr ich zum M'Era Luna
    - Wenn ich Bob Wayne sehen will, geh ich auf ein Country Fest
    - Wenn ich Eskimo Callboy sehen will, fahr ich zum With Full Force

    Der harte Kern der Metalszene, welcher dieses Festival zu einem der geilsten Orte gemacht hat, um unsere gemeinsame Musik zu feiern wird vertrieben von szenefremden agressiven Besuchern, die auf einem Metal Festival nichts verloren haben. Der Grundpfeiler unserer Szene ist die Toleranz und der einzigartig freundliche Umgang miteinander, doch das verstehen Leute außerhalb der Szene nicht.

    Dies gilt leider auch für viele Fans von Metalcore Bands, welches dieses Jahr eindeutig die am stärksten vetretene Stilrichtung war, obwohl sie eigentlich garnicht nach Wacken gehört. Derb ausgedrückt: Ich fahre auch nicht zum With Full Force und erwarte dort eine Black Metal Starbesetzung, weil sie dort nicht hingehört.
    Für Außenstehende mag in den Musikrichtungen eine gewisse Ähnlichkeit bestehen, jedoch repräsentieren sie gänzlich andere Arten von Fangruppen und Einstellungen dazu, wie ein solches Festival abzulaufen hat, was für mich und meine Mitfahrer seit einigen Jahren darin resultiert, dass man sich Bands lieber auf der Leinwand ansieht, weil man schlicht keine Ellbogen in den Rippen oder Stiefel am Hinterkopf haben möchte von Besuchern, die sich dafür nicht einmal entschuldigen oder es einsehen dann damit aufzuhören. Und leider sind dies viel zu oft die Träger der weißen Shirts...

    Circle Pit, Wall of Death und Violent Dancing sind Dinge, die erst durch den Corebereich auf das Festival gekommen sind. Die Dinge, die schon seit Jahren in der Überlegung stehen, sie zu verbieten. Du findest das cool? Dann fahr bitte aufs WFF, da gibt es ein komplettes Publikum, was genau das will. Ich wage zu behaupten, dass die allermeisten Besucher lieber in Ruhe ihre Haare schwingen lassen, die Musik genießen und ein wenig moshen würden, als ständig aufpassen zu müssen, nicht verletzt zu werden. Sollte dem nicht so sein, spreche ich eben nur für eine Minderheit, welche trotzdem aus genau diesen Gründen (und anderen) seit ein paar das Infield meidet und somit keine Gelegenheit hat, seine Lieblingsband hautnah zu sehen.

    2. Die Menschenmasse

    Es ist zu voll und das schon seit Jahren. Dies hat sich dieses Jahr bei Rammstein bestens gezeigt, hat aber schon vor einigen Jahren begonnen.
    Bis vor einigen Jahren musste man sich auch bei Headlinern keine Sorgen darum machen, ob man von der Security überhaupt noch auf den Platz gelassen wird. Es war immer Platz im Infield, vielleicht nicht unbedingt erste Reihe, aber in erträglichem Abstand immer.
    Es werden von Jahr zu Jahr mehr Menschen. Es kann mir wirklich niemand erzählen, dass wir noch immer bei 75000 Besuchern sind, es kann schlicht nicht sein.
    Seit Jahren heißt es "sold out", aber seitdem sind noch neue Campingflächen hinzugekommen und dennoch werden wir in immer engere Parkmuster gedrängt mit gerade einmal genug geplantem Platz, dass am besten alle 5 Mann eines Autos in ein einziges Igluzelt passen und keinen Pavillion mitbringen.
    Es ist immer die gleiche Anzahl an Besuchern, aber das Infield wird niemals leerer, nur immer voller und das obwohl die Menschenmassen bewusst durch das hinzugekommene Wackinger Village und Bullhead City breiter auf dem Festivalgelände verteilt werden. Das Gelände verträgt nicht mehr als 50000-60000 Menschen, das haben die Jahre 2006 und 2007 gezeigt, wo es noch angenehm war.
    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Duisburg in Wacken wiederholt und wir die ersten Toten durch zerquetschen zu beklagen haben.

    Warum so viele Menschen? Glaubt ihr, wir finden das geil? Nein, tun wir nicht, es ist die Hölle.


    3. Die Preise

    Zum Thema Wasser muss ich denke ich nichts weiter sagen, denn die Getränkepolitik dieses Jahr war einfach nicht in Ordnung. Stinknormales Wasser für 3€ zu verkaufen an Tagen von 38°C im Schatten und dann auch noch das Mitnehmen eigener Getränke auf das Infield zu verbieten ist schlicht falsch und entbehrt jeder Menschlichkeit. Ich weiß nicht, ob es Absicht war, dass es so gelaufen ist oder nicht, aber es spricht vieles dafür. Inbesondere die neuen "Checkpoints" durch die wir mussten, um überhaupt irgendwo in die Nähe von Bühnen zu kommen, schienen am Ende doch lediglich Stationen zum Abnehmen von festivalfremden Getränken zu sein.

    Ein weiterer Punkt dieses Jahr war das Anpassen der Bechergrößen von 0,4l auf 0,3l bei gleichzeitigem Beibehalten der Preise. Auch wenn sich an der verkauften Menge an Getränken aufgrund von durstigen und betrunkenen Menschen vermutlich nichts geändert hat, ist es uns trotzdem nicht entgangen.

    Benötigt das Festival wirklich solche "Tricks", um finanziell am Ende noch etwas rauszubekommen? Sollte man da nicht lieber an anderer Stelle sparen? Ich dachte da an all die Zirkusattraktionen.
    Kein Mensch braucht den ganzen Kinderzirkus! Wir sind da, um mit Freunden und Gleichgesinnten zu feiern und unsere Lieblingsmusiker zu sehen. Ich fahre nicht nach Wacken um Poker zu spielen, mich auf nen Mast zu setzen, Fußball zu spielen oder Filme zu gucken und es liegt wirklich nicht in meinem Interesse, Wacken in 3D auf Film zu sehen, denn ich bin live da gewesen. Alles was dieser Film erreichen wird, ist dass noch mehr Metalfremde das Festival besuchen werden.


    4. Das Publikum

    Wie bereits oben erwähnt, hat sich das Publikum seit einigen Jahren massiv verändert. Die Klamotten werden heller, die Kopfbedeckungen gerader, die Zugehörigkeit zu Szene sinkt und damit auch die Agressivität der Menge. Wenn ein völlig aufgetakeltes Mädel in weißen Klamotten von einer Wasserpistole (mit Wasser drin) angespritzt wird und sich beschwert, was das solle und dass sie keine Sachen zum Wechseln dabei habe, dann läuft was falsch. Wacken in den Medien so ernorm zu vermarkten war so ziemlich die schlimmste Idee aller Zeiten. Außenstehende (besonders Jugendliche) haben Dinge wie "Full Metal Village" gesehen und sich gedacht: "Alter, guck mal! Da kann man sich so richtig asozial benehmen, Müll durch die Gegend schmeißen und tun was man will! Da fahren wir hin!". Ja, sowas hat es immer gegeben, aber was die Leute nicht verstehen ist, dass es Grenzen gibt. Früher wars witzig nen Baum mit Klopapier und Flaschen zu schmücken, heutzutage kriegt man Bilder von zerschlachteten Wohnmobilen und ganzen Wohnzimmern geliefert, die dagelassen wurden und hört die Stories von Menschen, die mit Motorsägen die Bäume fällen.
    Aber das Problem ist hausgemacht und wird immer weiter gefördert durch das Einladen von szenefremden Bands und den immer neuen Auftritten in den Medien, wo wir von den meisten Journalisten noch immer als Wilde dargestellt werden, die keine zivilisierten Regeln kennen. Manchmal wünschte ich, die Leute hielten uns noch immer für teufelsanbetende Satanisten die Ritualmorde begehen, dann blieben die "Normalos" wenigstens fern.

    Soviel also zu meiner Meinung. Ich habe bestimmt einiges vergessen, was ich eigentlich noch schreiben wollte, aber ich denke, die Kernbotschaften sind rübergekommen. Ich hoffe, es versteht niemand diesen Beitrag als Hetzjagd gegen Metalcore. Ihr müsst einfach verstehen, dass unsere Szenen sich im Kern sehr fremd sind und wir nur schwerlich zusammenpassen.
     
  2. RemizZ

    RemizZ Newbie

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    Wie man diese Probleme lösen kann? Ich weiß nicht, ob es überhaupt noch umkehrbar ist, was geschehen ist, aber hier sind ein paar Ideen:
    - Tickets auf 50000-60000 begrenzen
    - Kein Einladen von szenefremden "Kultbands" mehr
    - Zurückfahren der Entertainmentindustrie
    - Tim Mälzer... ernsthaft? Denkt mal drüber nach.
    - Müllpfand, auch gerne bis zu 50€ pro Sack. Da überlegt jeder zweimal, ob er müllt
    - Viel mehr Mülltrucks, welche häufiger die Säcke am Camp abholen oder wahlweise mehr Müllstationen zum Abgeben des Mülls.
    - Mehr Dixies und ordentlich Reinigung
    - Kieswege statt Schlammgruben
    - Stopp dieser gigantischen Medienpräsenz, es kennt eh jeder Wacken, der es kennen sollte.


    Sollte dann doch jemand von offizieller Seite diesen Beitrag lesen und sich denken: "Ach, der vertritt ja nur eine Minderheit, allen anderen scheints ja zu gefallen, sie kaufen ja die Tickets wie bekloppt.", dem sei gesagt: Ja, ich vertrete eine Minderheit, aber diese Minderheit war euer treues Publikum bis ~2008, bevor der Tourismus begann... und genau diese Menschen kommen jetzt nicht mehr zu euch, teilweise seit Jahren.Ich warte auf den Tag, an dem vor den Bühnen bei echten Metalbands keiner mehr steht, weil kein Besucher sie kennt, dafür aber Justin Bieber mit seinem neusten Cover von Rammstein das Infield füllt.

    Von mir und meiner Truppe, die teilweise seit 2003 jedes Jahr bei euch gefeiert haben, wünschen wir euch viel Erfolg mit dem, was auch immer ihr da vorhabt, wir werden nicht mehr dabei sein, denn wir wollen ein Metal Festival, kein Volksfest.
     
  3. hombre

    hombre W:O:A Metalhead

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    Vielleicht sollten überall auf dem Infield Schweineköpfe rumliegen. :cool:
     
  4. RemizZ

    RemizZ Newbie

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    Das wird aber teuer :ugly:
     
  5. hombre

    hombre W:O:A Metalhead

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    Dafür der Aufpreis. :D
     
  6. OrdO

    OrdO W:O:A Metalhead

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    Oh nein, die Musik hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt :rolleyes:

    Natürlich dürfen Bands wie Eskimo Callboy dann auf keinen Fall einen Slot auf dem Wacken bekommen.

    Du wirst älter und fühlst dich den alten Klängen hingezogen.
    Neuere Generationen mögen eventuell den alten kram weniger gern und bedienen sich dem neueren Stil.

    Also entweder ein Festival für Senioren, eins für Jugendliche oder eines auf dem alle auf ihre Kosten kommen.
    Das hat Wacken gut gelöst wie ich finde
     
  7. Asmael

    Asmael Member

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    Ganz richtig beschrieben, allerdings muß ich sagen, daß die Schmerzgrenze bereits früher erreicht und 2002 das letzte gute Wacken war. Schon 2004 war es viel zu voll (2003 30.000->2004 48.000) und 2007 erst recht (2006 48.000-> 2007 72.000). Das Gelände ist ja immer wieder vergrößert und umgebaut, aber auch seitdem immer an der absoluten Kapazitätsgrenze gefahren worden. Mit insgesamt geringeren Besucherzahlen und nem weniger hohen Deppenfaktor war das noch erträglich - aber was ich 2007, meinem letzten Wacken, erlebt habe, das muß ich mir nicht nochmal antun. Das ist keine Entspannung mehr gewesen, das war ne Konzertfabrik mit Metallerintensivhaltung.
    Wenns Schweine wären und nicht Metaller, die man da zusammenpfercht, bis sie im Sozialstreß aufeinander losgehen, würde PETA in Wacken demonstrieren kommen.

    /Asmael
     
  8. nightrage

    nightrage W:O:A Metalhead

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    ich kann dem thread-opener nur beipflichten!

    seit 2003 rum habe ich immer mal wieder von diesem lenegdären ort namens wacken gehört, das mekka jedes metal-fans. und 2006, 07 und 08 konnte ich auch mal selbst vor ort sein. ich hab also grade noch so den "alten" flair dort erleben können bevor der kommerz los ging, und die ersten ernsten veränderungen live mitbekommen, wie es mit jedem jahr voller und ungemütlicher wurde. für mich und meine gefährten war deshalb auch 2008 schon der punkt erreicht, wo wir nicht unbedingt nochmal hin wollten.
    und in den medien zu sehen und hier vermehrt zu lesen was nun aus dem festival geworden ist macht einen schon traurig.

    zu meiner person: ich gehe auf die 30 zu, habe keine sehr langen haare und bin eigentlich auch nie bewusst ausschließlich in schwarzen klamotten rumgelaufen. trotzdem schätze ich den metal und das was ihn ausmacht. ich bin sehr tolerant was musik angeht, bin damals über rammstein und limp bizkit zu powermetal (und somit anderem "echten metal") gekommen und von da irgendwann über killswitch engage auch wieder weiter zu modernerem metalcore... trotzdem hab ich nie aufgehört die sachen von blind guardian, edguy, ammon amarth, dimmu borgir, subway to sally, children of bodom, arch enemy oder legion of the damned zu hören.
    so sehr ich mitlerweile fan von bands wie august burns red bin und the devil wears prada und wie sie alle heißen ziemlich gerne höre, so vermisse ich das ambiente von wacken 2006/07.

    ich würde mir keinesfalls zuletzt genannte bands auf wacken wünschen, die würde ich dort einfach nicht sehen wollen. was mich am festival damals so fasziniert hat war was anderes. vom campingplatz aus die doublebass einer blackmetalband im wind hämmern zu hören, nachts zwischen "spiderschwein"-rufen dem gekreische von kreator zu lauschen oder nachmittags gemütlich in adäquater nähe zur bühne angela bossow zu bewundern, dabei gelegentlich den kopf kreisen zu lassen und jederzeit zum nächsten bierstand und zurück kommen zu können um nachzutanken.
    auch bei ammon amarth als vorletztem act vor erschöpfung in mitten der genügsamen menschenmenge beinah einzuschlafen war ein erlebnis.
    nachts angeheitert quer über den campground zu spazieren und sich einfach mal zu wildfremden polen setzen, selbstgebrannten schnaps angeboten zu kriegen und ein andermal mit nem sternhagelvollen schweden über in flames zu lästern - das alles hat für mich wacken ausgemacht.
    und zwar ungeachtet meines aktuellen musikgeschmacks. egal ob sich metal weiterentwickelt hat oder nicht, egal was leute für klamotten tragen und egal was für wetter herrschte, egal wie alt man ist. jeder war sympatisch, alles war cool, nirgends gab es viel stress.

    2008 wurden wir erstmals noch von einigen jüngeren bekannten begleitet. die warn grade 18/19 und - das kann natürlich zufall sein - da sah man schon was aus wacken geworden ist. diese leute haben sich einfach auf die riesen sause gefreut, aufs abfeiern, saufen und vor der bühne abzugehn. ich erinnere mich dass einer wirklich sämtlichen wacken-merch gekauft hat um zuhause damit anzugeben oder sich trve zu fühlen. wacken-handtuch, stuhl, schal und was es damals grade erst so gab.
    zum vergleich: einer von uns eingesesseneren war eher stolz darauf sich ein kleines stück selbst ausgebuddelter kuhwiese mit nach hause zu nehmen um es anzubeten.
    das soll jetzt nicht heißen dass alle jüngeren wacken jünger so drauf sind, aber es verdeutlicht eben was viele der nächsten generation von wacken halten, was sie davon erwarten und was es für sie bedeutet. und das unterscheidet sich gewaltig von der ursprünglichen seele.

    ich beschreibe das alles als, wie ich finde, neutraler beobachter, weil ich wie gesagt nicht super true bin, aber mich auch nicht zu den touristen zähle obwohl ich oft mainstream musik höre, weil ich mir wacken trotz meiner vielfältigen präferenzen als reines metalfestival wünschen würde und weil ich weder jung, noch alt bin und somit auch nicht in eine entsprechende schublade passe.

    vielleicht sei damit ja einigen etwas wind aus den segeln genommen, die denken dass es nicht tolerant sei metalcore außen vor zu lassen, touristen uncool zu finden oder die zu alt zu sein um veränderung zu akzeptieren.
    es hat einfach seine gründe, und ich denke mich können da viele nachvollziehen, sich vielleicht nur nicht so gut ausdrücken um es verständlich rüberzubringen.

    ich bin für ein kleineres wacken, für ein musikfestival, für ein metal festival mit allem was ein metaller zum glücklichsein braucht, und eben ohne die sachen, die das publikum erweitern und unnötig geld kosten.
     
  9. ringo667

    ringo667 Newbie

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    vom "alten" flair hast dann garantiert nix mehr mitbekommen, denn von dem war schon im jahr 2002 schon kaum mehr was übrig.....
     
  10. RemizZ

    RemizZ Newbie

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    Du hast recht, der Metal hat sich weiterentwickelt. Das sieht man sehr gut an Bands wie Dimmu Borgir oder Nighwish, welche ihre Stile so dermaßen verändert haben, dass die ältere Generation das nicht mehr so mag. Metalcore ist keine Weiterentwicklung des Metal, sondern des Hardcore und hatte schlicht noch nie etwas mit den klassischen Stilen gemeinsam.

    Ach btw: Ich bin 26...
     
  11. Quark

    Quark W:O:A Forumsstammgast

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    Für Senioren gibt es das Rimpelrock :D
     
  12. Horrorfussel

    Horrorfussel Newbie

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    Ich geb dir recht

    Seit einigen Jahren fahre ich nun, als Putzfee für die großen Toilettencontainern im Infield, zum Wacken.
    Aber dieses Jahr war definitiv mein letztes.
    Unsere Arbeit beginnt wenn das Infield aufmacht und endet wenn es schließt. Wir hatten sonst aber trotzdem immer ne Menge Spaß. Sowohl durch die Musik als auch durch die Gäste.
    Wie schon einige Male hier erwähnt waren die Leute dieses Jahr extrem aggressiv (uns wurden sogar mehrmals Schläge angedroht :uff: ) Ich vermute ebenfalls, dass das an dem Wechsel der Musik liegt. Die frühere allseits bekannte Freudnlichkeit und der Zusammenhalt waren dieses Jahr kaum spürbar.
    Ich bin übrigens auch erst 23 und wenn das Klientel dieses Jahr die Weiterentwicklung der Metalszene ist dann hab ich ein großes Problem.

    Auch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die hohen Wasserpreise starke Auswirkungen hatten. Die Leute sind reihenweise umgekippt weil sie sich teilweise auch einfach kein Wasser mehr leisten konnten. Meine Kollegen und ich haben dann um die Mittagszeit angefangen die Leute mit unseren Durckpumpsprühern nass zu spritzen. Anscheinend sollte das wohl auch durch die Feuerwehr passieren aber da ist dann wohl was schief gegangen...
     
  13. LEECH666

    LEECH666 W:O:A Metalhead

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    Es gab eine kostenlose Wasserstelle im Infield. Das schienen aber viele nicht zu wissen.


    [​IMG]


    Warum diese nicht gekennzeichnet ist, ist mir unbegreiflich. Meiner Meinung nach sollte jeder Spülklocontainer mit diesen Wasserspender an den Stirnseiten der Kloreihen ausgerüstet werden. Aber dann kauft natürlich keiner mehr Bonaqua ... :p
     
  14. HGT

    HGT Member

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    Hier sind wirklich 2, 3 schöne Beiträge zu denen ich auch mal meinen Senf ergänzen möchte.

    In der Tat war 2005 noch ein sehr entspanntes Schlamm-Wacken. Man brauchte nur gut 15 Minuten vor dem Bandauftritt am Einlaß der Bühnen sein um
    a) sich noch ein Bierchen zu holen
    b) einen Platz im vorderen Bereich zu sichern.
    Und das bei den damaligen Topacts (Nightwish, Accept, Machine Head). Bei den "normalen Bands" konnte man immer ohne Probleme nach vorne kommen.

    2007 gabs das riesige Anreisechaos (wenn ich mich recht erinnere) und ein völliges Durcheinander bei der Befüllung der Campgrounds...auch vor den Bühnen wurde es deutlich enger...aber selbst bei Blind Guardian konnte man entspannt seitlich stehen und mitgrölen.

    Naja...2009 konnten wir die Überfüllung durch die Anreise ab Montag und nem Premium Campground auf P sehr gut umgehen...allerdings mußte man schon locker 30 Minuten vor der Band am Eingang stehen und sich dann müßig durchquälen.

    Aber 2010 & 2012 und (sehr) gutem Zeltplatz zur Zeitersparnis wurde es vor den Hauptbühnen noch voller. Vom Gedränge am Einlaß und teilweisen Einlassperrungen mal ganz zu schweigen. Dieses Jahr hat dann zumindest für mich den Vogel abgeschossen. Noch nie habe ich -nicht nur bei Rammstein- ein derartiges Gewusel mitbekommen. Wenn man nicht mindestens 1 Stunde vor einer Band da ist hat man kaum eine Chance auf einen guten Platz.
    Und effektiv ist es klar, dass die Leute unentspannter werden: Wenn 70.000 auf eine Fläche für 30.000 drücken wirds hektisch. Denn mehr passen bei aller liebe nicht vernünftig vor eine der beiden Hauptbühnen.

    Keine Ahnung woher die Orga ihre Zahlen nimmt...aber irgendwie paßt dat vorne und hinten nicht mehr. Denn angeblich ist ja seit 2010 bei 75.000 + ~10.000 Sponsorenkarten Schluß. Und das bilde ich mir nun glaube ich nicht wegen meines Alters ein, dat es voller wird. Und selbst diese geschönte Zahl sollte man um verringern...insgesamt 55.000 Karten und gut is.

    Eigentlich schon kurios, dass sich sehr viele damit abgeben "ihre" Band auf einer Leinwand zu sehen, da die Bühne 500 Meter entfernt ist. Da kann man auch gleich zu Hause bleiben und Video gucken. Denn wenn der Wind schlecht steht kommt von der Musik eh nichts an.

    Lange Rede kurzer Sinn: Wacken hat einfach zu viele Leute. Unabhängig ob nun Metal oder Touri.


    Was die zum Teil nicht passenden Musikstile und deren Anhänger angeht...ich habe in der verklärten Erinnerung "das früher alles besser war" behalten, dass auf der W.E.T schon immer viele anderen Stile auftraten. Aber die Bands waren in den Kinderschuhen und sobald sie Erfolg hatten waren sie auf Wacken auch nicht mehr gesehen. Einfach weil sie nicht wirklich paßten um einen Slot auf einer der beiden Hauptbühnen zu bekommen. Oder auf der Partystage.

    2014 bin ich zumindest nicht mehr dabei. Mal sehn ob sich Wacken berappelt oder ob es endgültig zum überlaufenen Irgendwas wird.
     
  15. hombre

    hombre W:O:A Metalhead

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    :cool:
     

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