mal was schönes

Dieses Thema im Forum "Talk" wurde erstellt von morwen, 23. Mai 2002.

  1. morwen

    morwen W:O:A Metalhead

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    so, ich hab da mal ne idee fürnen neuen thread...vielleicht hat er ja bestand
    also, ab mir so gedacht, adss vielleicht mal jemand ein paar nette zeilen hier von sich oder von anderen menschen niederschreiben mag...kann man ja immermal gebrauchen...schließlich sind wir metaller sehr gefühlvolle menschen
    also....eröffne ich das ganze mal mit eichendorff:
     
  2. morwen

    morwen W:O:A Metalhead

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    Es war, als hätt der Himmel
    Die Erde still geküsst,
    Dass sie im Blütenschimmer
    Von ihm nun träumen müsst.

    Die Luft ging durch die Felder,
    Die Ähren wogten sacht,
    Es rauschen leis die Wälder,
    So sternklar war die Nacht.

    Und meine Seele spannte
    Weit ihre Flügel aus,
    Flog durch die stillen Lande,
    als flöge sie nach Haus.

    Joseph Freiherr von Eichendorff
     
  3. METi

    METi W:O:A Metalmaster

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    Vergessen

    Ich muss ständig an Dich denken .
    Gerade stehe ich vorm Fenster
    Und frage mich :
    „Siehst Du dieselben Sterne wie ich ?
    Leuchtet der Mond Dir genauso in die Augen wie mir ?“
    Ich träume dabei von schönen Stunden ,
    die wir gemeinsam verbringen .
    Doch meinen innere Stimme sagt mir ,
    dass es falsch ist ,so zu denken .
    Jeden Tag immerzu Träume zu träumen ,
    die nicht in Erfüllung gehen .
    Ein Sturm kommt in mir hoch ,
    voller Trauer und Schmerz .
    Tränen fließen aus meinen Augen .
    Ich breche zusammen
    Und schreie voller Verbitterung :
    „Verschwinde aus meinen Gedanken ,
    aus meinem Leben !“
    Du tust mir so verdammt weh ,
    deshalb will ich Dich vergessen ,
    weil ich Dich liebe !


    By.....METgod666
    Liebeskummer suckz
     
  4. Lilith

    Lilith W:O:A Metalhead

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    die welt dreht sich und wir drehen uns mit ihr. wir drehen uns alleine und wir werden durch andere gedreht. wir versuchen unser drehen zu koordinieren, zu kontrollieren und vorauszusehen, doch im vergleich, was wir zu dem nicht-beeinflussbaren beeinflussen können, wirkt es schon fast lächerlich, uns gegen diese kräfte zu stellen, und doch...


    k.A.
     
  5. Suwarin

    Suwarin W:O:A Metalmaster

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    Zwei Trinker

    Ich versuchte zu schreiben,
    ich existierte kaum,
    meistens tippte ich
    dreckiges Zeug für
    Sexmagazine.

    Eddie versuchte zu malen.
    Auch er existierte kaum,
    aber er war besser dran
    als ich: Er wohnte
    in einem grossen Haus
    bei einer wunderschönen Frau
    die ihn versorgte.

    Eddie und ich
    tranken immer zusammen.
    Wir machten unsere Arbeit,
    und nicht zu knapp, aber
    wir tranken auch
    nicht zu knapp.

    Er hortete seine ganzen Bilder
    im Keller des Hauses -
    Hunderte lagen da
    durcheinander und
    zusammengeklebt.

    Er malte nur mit
    gelber Farbe, in die er
    schwarze Tinte rührte.
    Gelb war meine Lieblingsfarbe, deshalb
    gefielen mir seine Bilder.

    Tagsüber war ich
    bei ihm und trank
    und abends ging ich
    zurück in meine Wohnung
    und trank weiter
    und tippte.

    Es war eine
    aufregende Zeit
    obwohl wir es kaum
    zu was brachten
    und nie sehr weit weg waren
    vom Irrenhaus oder
    einem Leben in der Gosse.

    Wir zechten mit Fremden
    schlugen uns mit ihnen
    schrien herum
    in der prallen Sonne
    oder um Mitternacht
    es war uns scheissegal
    wir platzten vor Energie.

    Eddie hörte gern Musik
    wenn er malte
    und das verstand ich
    denn beim Schreiben
    hielt ich es genauso.

    "Lies mir ein paar von deinen
    gottverdammten Gedichten vor ..."

    Ich las, und er
    fuchtelte wild mit dem
    Pinsel auf der Leinwand herum,
    lauter Gelb mit schwarzen Striemen,
    und seine wunderschöne Freundin
    sah zu.

    Es müssen wohl zwei
    oder drei Monate gewesen sein
    die wir so herumbrachten.

    Eines Tages
    ging ich rüber
    und statt Eddie
    machte mir seine
    Freundin auf.

    "Eddie ist fort", sagte sie.
    "Ich hab ihn rausgeschmissen!"

    "Hat er seine Bilder mitgenommen?"

    "Nein. Die hab ich in die
    Mülltonne gestopft!"

    Mit einem mal
    sah sie nicht mehr
    wunderschön aus.

    "Weisst du wo er
    hin ist?"

    "Nein, und es ist mir
    auch scheissegal!"

    Sie machte die Tür zu.

    Eddie kam nie
    bei mir vorbei.

    Ab und zu mache ich mir
    Gedanken über ihn.

    Eines Abends
    betrank ich mich und
    ging nochmal zu dem Haus
    und versuchte
    seine ehemalige Freundin
    herumzukriegen.

    Ich schaffte es nicht.
    Ich ging wieder nach Hause.

    Ich musste weiter tippen.

    Ich war fünfzig
    und hatte keinen Job.

    Ich versuchte es sogar mit Malen
    aber ich war
    nicht annähernd
    so gut wie Eddie.
    Also schrieb ich wieder
    dreckige Stories.

    Ich sah Eddie
    nie mehr wieder
    und nach einer Weile
    verschwand er einfach
    aus meiner Erinnerung.

    Bis heute abend,
    zehn Jahre danach.

    Eddie, ich hab für andere
    nicht viel übrig.

    aber du hättest
    vorbeikommen können
    du hättest auf der
    Couch schlafen können
    oder auf dem Boden.

    Das ist nicht viel,
    ich weiss

    aber Gelb ist meine
    Lieblingsfarbe -

    nur für den Fall
    dass du dieses Gedicht
    irgendwo siehst.
    ________________

    Bukowski
     
  6. morwen

    morwen W:O:A Metalhead

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    Was der Wind in den Sand geschrieben

    Dass das Schöne und Bedrückende
    Nur ein Hauch und SChauer sei,
    Dass das Köstliche, Entzückende,
    Holde ohne Dauer sei:
    Wolke, Blume, Seifenblase,
    Feuerwerk und Kinderlachen,
    Frauenblick im Spiegelglase
    Und viel andre wunderbare Sachen,
    Dass sie, kaum entdeckt, vergehen,
    Nur von Augenblickes DAuer,
    Nur ein Duft und Windeswehen,
    Ach, wir wissen es mit Trauer,
    Und das Dauerhafte, Starre
    Ist und nicht so innig teuer:
    Edelstein mit kühlem Feuer,
    Glänzendschwere Goldesbarre;
    Selbst die Sterne, nicht zu zählen,
    Bleiben fern und fremd, sie gleichen
    Uns Vergänglichen nicht, erreichen
    Nicht das Innerste der Seelen.
    Nein, es scheint das innigst Schöne,
    Liebenswerte dem Verderben
    Zugeneigt,stets nah am Sterben,
    Und das Köstlichste: die Töne
    Der Musik, die im Entstehen
    Schon enteilen, schon vergehen,
    Sind nur Wehen, Strömen, Jagen
    Und umweht von leiser Trauer,
    Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer
    Lassen sie sich halten, bannen;
    Ton um Ton, kaum angeschlagen,
    Schwindet schon und rinnt von dannen.
    SO ist unser Herz dem Flüchtigen,
    Ist dem Fließendem, dem Leben
    Treu und brüderlich ergeben,
    Nicht dem Festen, Dauertüchtigen.
    Bald ermüdet uns das Bleibende,
    Fels und Sternwelt und Juwelen,
    Uns in ewigem wandel treibende
    Wind- und Seifenblasenseelen,
    Zeitvermählte, Dauerlose,
    Denen Tau am Blatt der Rose,
    Denen eines Vogels Werben,
    Eines Wolkenspieles Sterben,
    Schneegeflimmer, Regenbogen,
    Falter, schon hinweggeflogen,
    Denen eines Lachens Läuten,
    Das uns im Vorrübergehen
    Kaum gestreift, ein Fest bedeuten
    Oder wehtun kann. Wir lieben
    Was uns gleich ist, und verstehen,
    Was der Wind in den Sand geschrieben.

    Hermann Hesse
     
  7. black

    black W:O:A Metalmaster

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    Schrei

    Ein Schrei-
    ausgestoßen aus einem Mund,
    sich aufschwingend
    in die Nacht,
    wiederhallend
    an grauen Mauern,
    verschluckt
    von schwarzen Fenstern,
    herunterfallend auf kalten Straßen,
    darauf fließend
    wie Öl,
    Treppen hinuntergleitend,
    aufgesogen
    von tiefen Kanalschächten,
    aufgefressen von hungrigen Ratten.

    HILFE! - Ein Schrei ...


    ((c) 1986-1998 by Yggen)
     
  8. morwen

    morwen W:O:A Metalhead

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    @ suwarin...das fetzt...schönes gedicht
     
  9. Emperor

    Emperor W:O:A Metalmaster

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    Neulich in Heitabu saßen wir beim Met und überlegten das das so nicht weitergeht.
    Unser Häuptling Rollo , rote Locke genannt , warf wütend sein Becher Met an die Wand.
    "Der Sauladen hier ist mir zu ruhig wir ziehen hier bloß noch Frauen durch. Passt auf, wir schmieren uns paar Brote und trokeln in die Boote."

    Refrain:
    Dann sind wir auf See und singen das, Lied von die Wikingkers.
    Schlach und schlach und wir saufen den Met bis keiner mehr steht,
    unser Häuptling heisst rote Locke.
    Wir verbrauchen viel Frauen und tun Leute beklauen und hauen uns reichlich auf die Glocke. Wir verbrauchen viel Frauen und tun Leute beklauen und hauen uns reichlich auf die Glocke.


    "Volldampf voraus" brüllte Rollos Bruder.
    "Geht kloar mi Jung , wo sind hier die Ruder."
    Mensch war die Strömung stark, uns zitterten die Beine kein Wunder meinte Rollo wir sind noch anne Leine!
    Hoy ein Wal , das Boot fing an zu beben, Heinrich der Starke muß sich wieder Übergeben.

    Refrain

    Vor Helgoland taten wir uns im Kreise drehen, es taten nämlich wilde Winde wehen.
    Aus Haitabu, flach über die Wogen, kam uns ne Brieftaube zugeflogen.
    Den die Nachricht war tum Glück auch stand, die Winde haben sich abgewandt.
    Vor England schrien wir wie besessen: "Umdrehen, wir haben den Met vergessen!"

    Refrain

    Refrain

    ___________
    Torfrock

    (Können nen paar Fehler drin sein, habs nicht selbst übersetzt. *g*)
     
  10. black

    black W:O:A Metalmaster

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    Schlußstrich

    Endlich habe ich dein Bild
    weggesteckt, nachdem ich es noch
    monatelang umgedreht
    neben meinem Bett aufgehoben hatte.
    Ab heute Nacht
    steckt es in einem Briefumschlag;
    zusammen mit einem Brief, der besoffen
    irgendwo im Regen
    entstand, und der trotzdem
    oder deshalb
    der ehrlichste
    ist, den ich dir je geschrieben habe,
    und den ich trotzdem
    oder deshalb
    nie abgeschickt habe.
    Zwischen Heftpflastern
    und einem Taschenmesser
    liegen jetzt die Überbleibsel
    einer Hoffnung.
     
  11. andrea

    andrea W:O:A Metalhead

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    *lautenbeifallfürsuwarinklatsch*

    Das Ding is echt geil!!!
     
  12. Suwarin

    Suwarin W:O:A Metalmaster

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    @andrea äh.. das ist von Bukowski und ich fand es auch sehr schön ...
     
  13. andrea

    andrea W:O:A Metalhead

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    Habs gesehn, dass es von Bukowski is, und hab mir hinterher auch überlegt, das es Schwachfug is Dir Beifall dafür zu klatschen :D
    Aber geil isses trotzdem!!! ;)
     
  14. PanterAMann

    PanterAMann W:O:A Metalmaster

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    @METgod666
    da hast aber verdammt recht (mit dem ersten post) :(
     
  15. Lilith

    Lilith W:O:A Metalhead

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    IM NEBEL

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den andern,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freunden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben licht war;
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unentrinnbar und leise
    Von allen ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsamsein.
    Kein Mensch kennt den andern,
    Jeder ist allein.
     

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