Konzertlandschaft Deutschland - Trends

Dieses Thema im Forum "Musik" wurde erstellt von Schmuh, 25. November 2015.

  1. Schmuh

    Schmuh W:O:A Metalmaster

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    Leider habe ich in den letzten wochen und Monaten bzw. vorallem dem letzten Jahr mit Schrecken beobachtet, wie rasant und unungerechtfertig die Ticketpreise für Konzerte aller Art angestiegen, nein sogar explodiert sind. Der allgemeine Trend der letzten Jahre ist ja schon schlimm genug, aber das man mitlerweile für jede 4.-Reihe Band schon über 30€ oder gar noch mehr hinblättern muss lässt mich doch arg zweifeln.

    Bands, die ich letztes Jahr oder vor zwei Jahren gesehen habe haben teilweise Ticketpreise um über 20€ erhöht, ohne wesentlich an "Popularität" dazgewonnen zu haben. Beispielsweise Dream Theater : 2012 glaube ich in Hamburg gesehen - für 40 Euro. Nächstes Jahr auf Tour in Deutschland mit über 80€ Ticketpreis.

    Slipknot : Anfang des Jahres in Hamburg gesehen für 50€. Nächstes Jahr in Berlin - nächstes Jahr für 65€ bei Vergleichbaren Plätzen.

    Dazu kommt dann noch der Trend, dass mitlerweile eigentlich kein Konzert von Bands, die man "kennt", also welche, die nicht dem Underground angehören, schon beinahe nie unter 35 - 40 Euro zu sehen sind.

    Kurz gesagt, Bands, die ich vor 2 Jahren gesehen habe für <30€ kosten nun beinahe ausnahmslos >30€. Und ich rede hier nicht von einem Preisunterschied von 5€.

    Dazu kommt dann noch, dass die "großen Namen" mitlerweile unverschämt teuer sind. Ich gehe im FOlgenden von den besten Stehplätzen aus:

    Coldplay >100€
    Black Sabbath 100€
    Iron Maiden (fallen da fast noch positiv auf!!) >80€
    The Cure (WTF!??!) >70€
    Manowar >80€
    Scorpions >70€
    Grönemeyer >70€
    Udo Lindenberg >80€
    Madonna >120€

    Aus den letzen Jahren :

    Rolling Stones : 250€
    Prince: >250€



    Diese Presie lassen sich doch schlichtweg durch nichts anderes als Geldgier erklären. Ich weigere mich mitlerweile, so viel Geld für 2 Stunden Konzert zu investieren. Das steht einfach in keinerlei Verhältnis zum Einkommen eines Normalverdieners. (Achtung Klischee!:) Was man sich für das Geld alles kaufen könnte... :rolleyes:




    Ein weiterer Trend ist, dass der Norden in Deutschland immer mehr zu kurz kommt. Wie viele Touren habe ich gesehen, die nahezu alles umfassen und abdecken, den Norden jedoch auslassen. Das naheste ist oft Berlin. (Als Norden gilt bei mir Hamburg, Flensburg, Kiel)

    Das stimmt mich auf der einen Seite sehr traurig, auf der anderen Seite nervt es mich einfach nur noch.


    Falls ihr ähnliche Erfahrungen gesammelt habt, oder meint, dass ich totalen Stuss rede, lasst mich doch gerne mal an euren Gedanken teilhaben. :)
     
  2. Popofletscher

    Popofletscher W:O:A Metalhead

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    Hast leider größtenteils Recht.

    Im First Class Segment ist es sicherlich Geldgier die diese Preise Zustande kommen lässt.

    Im mittleren/unteren Segment spielen sicherlich auch andere Kosten mit rein ( ich sag nur GEMA)

    Gibt aber auch Bands die scheinbar versuchen ein angemessenes Preis-Leistungs Verhältnis zu wahren z.B. Parkway Drive nächstes Jahr in Hamburg, Ticket inklusive Fahrkarte im HVV 40€

    Insgesamt 3 Bands und ca. 6€ die man fürs Tagesticket nicht zahlen muss, das ist zwar noch teuer aber eine Preissteigerung die zum Teil mit den allgemein steigenden Kosten, als auch der dazugewonnenen Popularität erklärbar wird.
     
  3. phönix

    phönix W:O:A Metalgod

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    hmm, also das schlimme ist, die jungs der band selber verdienen an dieser sache noch am wenigsten. und das find ich die große schweinerei. die jungs stehen auf der bühne und komponieren die songs zusammen, nicht die manager oder sonstwer da im hintergund die finger im spiel hat. das find ich so ungerecht.

    zu den preisen kann ich nicht viel sagen. für eine gute band gebe ich gerne das geld aus. klar, bei konzis wird der preis immer etwas teurer sein, als auf einem festival. ich gurke meist eh den kleinen bands bei konzis nach und da sind die eintritte nicht sehr teuer. das letzte konzi hat gerade mal 5€ eintritt gekostet für drei bands. ja es waren undergoundbands., und trotzdem hab ich mich schon geschämt so ein frechen eintritt von nichts den bands zubezahlen. ich hätt für den gig auch 20€ hingelegt.

    von den entfernungen her gehts mir ähnlich wie dir. hier in dieser ecke ist selten mal was gutes zuhören. zwischen einer halben stunde bis drei stunden fahrt, nehm ich mir schon auf für ein konzi. ganz doof find ich es, daß ich " meine jungs" so selten auf tour sehe und unter 2 stunden anfahrt war bisher nie was drin.
     
  4. Schmuh

    Schmuh W:O:A Metalmaster

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    Japs. Also so Geschichten wie die Gema spielen sicherlich noch eine sehr große Rolle. Das ist ja im Endeffekt nichts anderes als das, was Phöni geschrieben hat. :(

    Und Bands wie Parkway Drive sind preislich ja so auch ok. :) Ich war auch sehr positiv überrascht, dass ich letztes Jahr eben nur 50€ für Slipknot bezahlt habe. Gibt halt immer auch positiver Ausreißer. :)

    Ich selbst als Musiker und als jemand, der viel mit anderen Musikern im Amateurbereich zu tun hat, sehe da genau das Problem. Einerseits sind die Leute bis zu einem bestimmten Preis sehr gerne bereit Geld für die Musik zu bezaheln. Da ist aber auch der Knackpunkt: Geld für die MUSIK! Nicht für das Management dahinter.

    Auf der anderen Seite haben wir die Problematik um die Amateurbands. Da halten es dann leider viel zu viele Leute nicht für möglcih, den Bands auch entsprechend die Karten abzukaufen. Es kommt soo oft vor, dass Bands, gerade auch junge Bands, für ihre Konzerte selbst sogar noch oben drauf zahlen müssen, weil die Gage nichteinmal für die Spritkosten deckend sind. Traurige Welt. Alles wollen aber nichts geben .. :mad::rolleyes::(
     
  5. Waldi

    Waldi W:O:A Metalmaster

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    Also ich finde 50€ schon viel für ein Konzert. So viel zahle ich selten, meist unter 30€. Ich gehe aber auch eher zu kleineren bis mittlere Bands. :confused:
     
  6. phönix

    phönix W:O:A Metalgod

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    das find ich auch so traurig. und unter den "jungen, oder kleinen bands gibt es klasse ungeschliffene diamanten. deswegen tummel ich gerne bei den kleinen konzis rum, und lass mir auch gern tips geben. gerade die sollten doch irgentwie gefördert werden.
     
  7. Schmuh

    Schmuh W:O:A Metalmaster

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    Leider bringt es denen ja, wie eben schon beschrieben, viel zu oft leider viel zu wenig. :(

    Geht halt viel zu viel über Vitamin B. (Was man ja auch an manchen Bands, die "groß rausgekommen" sind ansieht bzw. anhört...:Puke:)
     
  8. Hageth

    Hageth W:O:A Metalmaster

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    Hast du da eine speziell Band im Hinterkopf? :o:D
     
  9. DerIncubus

    DerIncubus W:O:A Metalmaster

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    Ja das mit den immer teurer werdenden Preisen hab ich auch schon festgestellt.
    Hauptsächlich natürlich die "größeren" Bands.

    Allerdings bin ich auch jemand der dann eben nicht hingeht wenn mir der preis zu teuer ist. Beispiel dieses jahr motley crue. Ich sehe es nicht ein 100 € dafür zu zahlen, dass isses mir dann einfach nicht wert.
    Vor kurzem war ich bei Slayer, Karte kostete 50 €. Muss sagen das es auch schon hart an der Grenze war. Zum glück haben die bands recht lange gespielt so ging das gerade noch in Ordnung.

    Das es auch anders geht zeigen Tankard (Ticket war noch nie teurer als 15 €, obwohl die bestimmt teilweise mehr nehmen könnten) und auch die hier im Forum so beliebten Onkelz :D

    Im Raum frankfurt sind wir auch net wirklich mit konzerten verwöhnt. In letzter zeit waren es mal ein paar mehr, aber es hält sich hier noch in grenzen
     
  10. 2001stardancer

    2001stardancer W:O:A Metalmaster

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    Hier ist tote Hose mit größeren, guten Konzerten wo auch gern mal 8-10Tsd Zuschauer hingehen :(

    Die Ostseehalle (auch Sparkassenarena genannt) in Kiel ist Andreas Berg, Sido, Santiano, Howard Carpendale, Carmen Nebel, Sara Conner, Semino Rossi, Amigos, Silbermond, Nena, Beatrice Egli, Peter Maffay und selbstverständlich auch dem THW vorbehalten.

    Wirklich große Gruppen aus dem Bereich Metal hat man dort schon seit Ewigkeiten nicht gesehen.

    Einziger Lichtblick für 2016: Joe Bonamassa (da gibt es Tickets aber auch erst ab 76,-€ :confused:)

    Sehr positiv war z.B. im März 2014 in der Kieler Pumpe:
    - Ela
    - Garagedays
    - Sister Sin
    - U.D.O.
    zusammen für 32,15€ incl. Gebühren. Das war ein klasse Event zum wirklich sehr fairen Preis :)

    Ansonsten muß man mindestens nach Hamburg oder noch weiter fahren, wenn man was vernünftiges :D hören/sehen will. Wenn ich dazu die (auch aus meiner Sicht teilweise ungerechtfertig) hohen Preise sehe, vergeht einen die Lust auf Konzerte :mad:
     
  11. Quark

    Quark W:O:A Forumsstammgast

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    über Locations und Touren in Deutschland weiß ich nix, ich geh nie in Konzerten im Ausland, aber dass Bands hier in Belgien immer das SÜDEN vernachlässigen, kann ich durchaus bestätigen. Immer wenn auf Tournee, spielen die in Antwerpen, Brüssel (am nähesten), Hasselt, nochmals Antwerpen, Oostende, Kortrijk, Deinze, Gent, aber fast nie in Mons, Charleroi, Namur, Tournai, Nivelles, Lüttich (Liège) und so ab und zu kommen die ma in Verviers.
     
  12. Holsten Ritter

    Holsten Ritter W:O:A Metalhead

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    Dass der Norden bei Touren ausgelassen wird, stimmt definitiv nicht.
    Für Kiel und Flensburg ist das korrekt und war auch schon immer so.
    In Hamburg sieht es ganz anders aus.
    Ich habe einen ziemlich breiten Musikgeschmack (von Hardrock bis Grindcore) und in Hamburg finden diesbezüglich täglich (!) Konzerte statt.
    Ich gehe durchschnittlich 2x pro Monat auf ein Konzert und habe Schwierigkeiten zu selektieren.

    Zu den Preisen:
    Ich finde die „großen“ Bands überteuert, ohne die Hintergründe zu kennen.
    Deshalb kneif´ ich mir das üblicherweise und gehe stattdessen lieber auf kleinere Konzerte.
    Wacken kompensiert das einmal im Jahr und ich nehme Bands mit, die ich sonst nicht sehen würde (Iron Maiden, Rammstein etc.).

    Schlimmer finde ich die „versteckten“ Preise. Sprich die Bierpreise.
    1 Euro pro 0,1 Liter ist Wucher und wird heutzutage auch auf selbsternannten Untergrund-Konzerten/Festivals mittlerweile akzeptiert.
    Auch deswegen ziehe ich da kleinere, z.T. selbstverwaltete Läden vor.
    Und die gibt es in Hamburg zum Glück noch in ausreichender Zahl.
     
  13. BreitPaulner

    BreitPaulner W:O:A Metalmaster

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    Das die Preise steigen ist ja schon länger so! Aber das mal pauschal mit Geldgier und ungerechtfertigt zu belegen:confused: Wie kommen denn die Preise zustande? Ausm hohlen Bauch? Wieviel Konzerte finden statt wo selbst bei bekannten Bands nur ne Handvoll Leute kommt. Das ist insgesamt zu einfach beschrieben. Für mich ist die Entwicklung erstmal ein Zeichen, daß in der Musikindustrie einiges nicht funktioniert!
     
  14. E'Lell

    E'Lell W:O:A Metalmaster

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    Ja, ist reine Geldgier. Deshalb machen auch so viele Bands Verlust auf Tour :o

    Tonträger verkaufen sich kaum noch kostendeckend; wenn überhaupt. Konzerte finden an jeder Ecke statt. Und während die Kosten steigen (Löhne, Strom, Benzin, GEMA, etc.) verteilen sich die Besucher immer weiter auf immer mehr - teils tatsächlich - unnötige Konzerte. Wenn ich aber nur die Chance haben will, wenigstens eine Null zu fahren, muss der Preis steigen. Ich denke nur an diese putzige Diskussion über das Leaf: "die Bands sind ja schon geil, aber 40 EUR *blablabla*".
    Man muss auch sagen, dass die Megaevents die Preise kaputt gemacht haben: Wenn ich mehr als der Hälfte der Band keine Gage zahle, steht man im Preisleistungsvergleich erstmal gut da :o
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. November 2015
  15. Heisenmü

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    ahab für 14 euro gesehen, der laden war ausverkooft und die band hat einen hervorragenden (mittlerweilen internationalen) ruf und könnte vermutlich locker das doppelte nehmen. tunse aber nich :o
     

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