Erfahrungen und Kritik eines Wacken Neulings

Dieses Thema im Forum "W:O:A 2015<br>Lob & Kritik / praise & criticism" wurde erstellt von Anubiros, 02. August 2015.

  1. Anubiros

    Anubiros Newbie

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    Nachdem wir über Jahre Wacken im Fernsehen verfolgt haben und uns jedes mal gedacht haben, da müssten wir auch mal hin, haben wir dies nun endlich in die Tat umgesetzt.

    Über den Schlamm möchte ich hier nicht groß schreiben, da ich nicht beurteilen kann, inwieweit mehr gegen die Situation hätte unternommen werden können. Wir haben uns davon jedenfalls nicht den Spaß verderben lassen.

    Mein erster Kritikpunkt ist die mangelnde Übersicht auf dem Campingplatz. Die einzelnen Zeltplätze waren unserer Ansicht nach sehr unübersichtlich ausgeschildert und wir konnten nirgends Wegweiser oder dergleichen finden, die bei der Orientierung hätten helfen können. Die Karte in der App ist leider schwierig zu verwenden, diese hat uns eher zusätzlich verwirrt, vor allem da es oft schwierig war zu sehen, auf welchem Campingplatz wir uns überhaupt gerade befinden.

    Sehr löblich ist dazu hervorzuheben, dass auf den Hauptstraßen zahlreiche Stewards anzutreffen waren, die man nach dem Weg fragen konnte. Dennoch hätten wir uns über bessere Beschilderung gefreut.

    Nächster (eher kleiner) Negativpunkt sind die offiziellen Merchandisingstände. Hier ging es, zumindest an dem Stand, an dem ich mich angestellt hatte, sehr chaotisch zu. Das Personal schien überfordert. Nachdem ich nach über einer dreiviertel Stunde endlich ganz vorne angekommen war, hat es eine weitere viertel Stunde gedauert, bis ich überhaupt bedient wurde, da immer erst Leute neben mir bedient wurden. Eine einheitliche Schlange gab es nicht.
    Auch negativ war es, dass vorher nicht ersichtlich war, welche Produkte überhaupt noch verfügbar sind. Ich habe mich am Donnerstagmittag angestellt und musste dann erfahren, dass fast alle Shirts, für die ich mich interessiert hätte, bereits in einigen Größen ausverkauft waren.

    Meine größte Kritik jedoch betrifft den Sound auf den beiden Hauptbühnen (Black und True Metal Stage). Fast alle Gruppen, die wir uns hier angehört haben, klangen einfach nicht gut. Laut dröhnender Bass ist super, aber wenn es so laut dröhnt, dass alles andere kaum mehr hörbar ist, leidet das Gesamtpaket extrem darunter.

    Nun könnte man sagen, dass es bei einem so großen Areal nicht anders geht, aber die Auftritte von Rob Zombie und Savatage/TSO auf den Hauptbühnen waren von diesen Problemen nicht geplagt und haben uns sehr gut gefallen.

    Ein ganz anderes Soundproblem gab es am letzten Abend bei Sabaton. Da es brechend voll war wollten wir uns nicht in das ganz dichte Gedränge vorne begeben und standen etwas weiter hinten. Dies hat leider bedeutet, dass wir den extrem laut dröhnenden Bass von einer anderen Bühne so laut gehört haben, dass wir von Sabaton nicht mehr viel mitbekommen haben. Nach ein paar Liedern haben wir uns dann entschieden, frühzeitig abzureisen und bis in die Nacht hinein zu fahren, um das Abfahrtchaos am Sonntag zu vermeiden.

    So negativ die Erfahrungen auf der Hauptbühne waren, umso positiver war es im Zelt (W.E.T. und Headbangers Stage) und auf der Party Stage.

    Im Zelt war immer eine super Stimmung. Die Auftritte der Metal Battle Gruppen waren kurz und knackig, dabei wurde es nie langweilig. Der Auftritt von Ancient Bards hat mich völlig umgehauen, Wahnsinn wie diese Gruppe schon früh am Freitag das Zelt gerockt und zum toben gebracht hat.

    Meine persönlichen Highlights des Festivals waren jedoch Auftritte auf der Party Stage, insbesondere von Stratovarius und Within Temptation. Super Sound, klasse Musik und gute Stimmung.

    Fazit: Ein wenig mehr Übersichtlichkeit des Campingplatzes hätte unser Leben sehr erleichtert.

    Musikalisch waren für uns die Auftritte auf den Hauptbühnen leider größtenteils eher ein Reinfall, was möglicherweise auch daran lag, dass wir nicht betrunken waren und noch etwas von der Musik mitbekommen wollten. ;)

    Wir hatten trotz allem sehr viel Spaß und sind froh, Wacken live erlebt zu haben.

    Danke für’s lesen. :)
     
  2. Wacki10

    Wacki10 W:O:A Metalmaster

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    Die Beschilderungen gibt es, werden aber praktisch sofort wieder geklaut. :o
     
  3. KaeptnKorn

    KaeptnKorn W:O:A Metalmaster

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    Die riesigen Türme mit den Scheinwerfern und den Buchstaben hast du schon gesehen, oder?
     
  4. nuclear_demon

    nuclear_demon W:O:A Metalhead

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    Jo am Anfang kann's schon relativ verwirrend sein. Normalerweise haben die auch Flaggen mit dem Buchstaben für den jeweiligen Camp-Platz, die gehen jedoch teilweise im Flaggenmeer der einzelnen Camps unter.

    Ich muss gestehen, dass ich das Gelände mittlerweile gut genug kenne, so dass man gewisse Baumgruppen, Hügel und Wege auch so erkennt.
    Mir ists aber auch schon merfach passiert, dass ich nachts stark angetrunken etwas gebraucht habe unser Camp zu finden :ugly:
     
  5. IDontKnow

    IDontKnow W:O:A Metalhead

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    Sabatons FOH Heino war definitiv bekifft, okay das stimmt. Aber sonst war der Sound eigentlich okay, das hat man schon anders erlebt. Bei BLS hätte man auch mehr rausholen können. Bei Savatage und Priest waren erfahrene Leute am Werk, das hat man dann sofort gehört.

    Aber ernsthaft. Auf den Hauptbühnen hat dir fast nichts gefallen? Am besten fandest du Within Temptation (Discopop mit verzerrten Gitarren :Puke:)? Und ihr seid vor Priest einfach schon gefahren, DEN Metalgöttern, quasi dem Hauptakt des Festivals?! :uff:
    Ich glaub das ist dann schlicht musikalische Inkompatibilität und einfach das falsche Festival.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. August 2015
  6. nuclear_demon

    nuclear_demon W:O:A Metalhead

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    Sound ist immer so ne Sache.

    Mal klappst gut mal weniger.
    Extrembeispiel war Megadeth letztes Jahr. Direkt vor der Bühne zwischen Soundtower und Rollstuhlpodest ist alles im Dröhnen versunken.
    Links außen war dann alles super klar.

    Amon Amarth hab ich bis jetzt 2 mal in Wacken sehen dürfen und deren Soundmensch hats einfach nicht drauf ...
     
  7. phönix

    phönix W:O:A Metalgod

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    ich hab bei so manchen soundmischer den eindruck, daß das so ein hoppervogel sein muß. weil dann würde die abstimmung passen. nicht nur in wacken. :ugly::D
     
  8. Anubiros

    Anubiros Newbie

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    Klar, aber von manchen Positionen sieht man nicht den Turm des Platzes auf dem man gerade ist oder man sieht einfach mehrere Türme in der Ferne, was vor allem im Dunkeln nicht wirklich hilft.

    Ich möchte mich nun nicht über Musikgeschmack streiten, aber ich sagte nicht, dass ich die auftretenden Gruppen nicht mochte, sondern dass mich der schlechte Sound gestört hat.

    Zu Within Temptation nur ganz kurz, ist eigentlich keine Gruppe, die ich regelmäßig höre, aber ich war nach In Flames sehr aufgekratzt und wollte noch nicht ins Bett, da habe ich da interessehalber mal reingehört. Klingen live tausendmal besser und auch "metaliger" als auf CD, vielleicht solltest du ihnen auch mal eine Chance geben. :)
     
  9. Skargon89

    Skargon89 W:O:A Metalhead

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    So sieht es aus am Montag und Dienstag hingen noch überall Schilder mit den Strasennamen ab Mittwoche hab ich keines mehr gesehen :ugly:
     
  10. IDontKnow

    IDontKnow W:O:A Metalhead

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    Naja, du hast geschrieben "Musikalisch waren für uns die Auftritte auf den Hauptbühnen leider größtenteils eher ein Reinfall [...]", das klingt für mich anders. Aber gut, wie gesagt, es ist ein Open Air auf einem norddeutschen, windigen Kuhacker, entsprechend kann man keinen Sound wie in der Halle erwarten und es hängt immer sehr von den Technik Leuten ab. Vergleichsweise würde ich aber sagen, dass es in der Hinsicht eines der besseren Wacken war.

    Ich war vor 10 Jahren sogar mal Fan von denen und habe genug Konzerte gesehen. Das Within Temptation ab 2011 hat aber nichts mehr mit dem zu tun.
     
  11. Jida

    Jida W:O:A Metalhead

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    Zur Orientierung: Da hatte ich in den ersten Jahren auch Probleme mit, das geht aber recht schnell, zumindest der Weg vom eigenen Camp zum Infield und zurück. Einfach ein paar Highlights merken wie große Flaggen und so weiter.
    Die Bändchenausgabe ist seit letztem Jahr ne Suche für Profis, so einmal komplett außenrum laufen, wenn man vom Busbahnhof kommt. Aber dieses Jahr wussten die Stewarts gefühlt besser welche Eingänge man benutzen kann und welche nicht.

    Sound: Joa, Sabaton hatte bisschen Probleme mit dem Sound. Standen bei den Soundtürmen und war leise und ohne Bass, aber ansonsten fand ich alles soweit ganz gut. (vor allem Judas Priest. Hätte gar nicht gedacht, dass so ein Sound auf nem Open Air geht)

    Übrigens ein Tipp: Im hinteren Drittel ist meist irgendwie mehr Gedränge als weiter vorne. Also bei Sabaton standen wir echt gemütlich bei den Soundtürmen relativ mittig zur Bühne und hatten genügend Platz um uns rum.
     
  12. pillchen

    pillchen Member

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    Moin,
    zunächst einmal ein großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, daß die Veranstaltung trotz aller Widrigkeiten so gut abgelaufen ist. Besonders natürlich Danke an die Anwohner, die sich vielfach noch über das gewohnte Maß hinaus als helfende Instanz erwiesen.

    Soviel Licht gab es die ersten Tage ohnehin nicht, als daß man den Schatten hätte sehen können, aber dennoch gibt es auch hier Dinge, die man immer noch (unabhängig vom Wetter) besser machen könnte.

    mein Senf dazu:

    Die Beleuchtung der Campsites mag ja angehen, wenn es nur um den Buchstaben ansich geht, dafür leuchteten ja 4 sep. Lampen den Buchstaben an.

    Aber was für einen Sinn haben die 4 in alle 4 Richtungen quasi nach vorne strahlenden "fetten" 250 (500?) Watt HQi-Strahler? Je nach Lage im Gelände leuchten die Dinger einem nur in die Augen und erschwerden das Erkennen des Weges, oder des Matsches in der Dunkelheit. Die Dinger blenden und sind so reflektormäßig eingestellt ein Sicherheitsrisiko. Senkrecht nach oben strahlend wäre es doch sinniger, bei Bewölkung bekommt man eine erträgliche Grundbeleuchtung, die sich mit der Anpassungs des Auges an die Dunkelheit ergänzt.

    Meiner Meinung nach sind diese Leuchtmittel überflüssig und aufgrund der Konstruktion mit eingebautem brummendem Stromaggregat längst nicht mehr zeitgemäß.
    LED's mit Wechselakku tun es auch, bei einem Bruchteil des Stromverbrauchs.
    Ferner sollten die "regulären" Zu/Ab-fahrten/Gänge zu den Camp-sites eine sichtbare Beleuchtung aufweisen.

    MÜLL: Nach Passieren der Einlaßkontrolle fiel mehr eigentlich der Mangel an Mülleimern auf. Vor den "Freßbuden" kaum eigene Mülleimer, wenn vorhanden schön übervoll, aber eben kaum die grauen Tonnen.
    Lags am Matsch, daß die sich nicht transportieren ließen? Dann gehört da auch Abhilfe duch einen "Treckeradapter" hin.
    Wobei ich bei allem Verständnis für's "true" Dasein eines Metalheads; dasselbe kann ich nicht für das Wegwerfen von Getränkedosen in den Matsch aufbringen.
    Zum einen kann man sich später prima dran schneiden (auch durch z.B. Gummisohlen hindurch) und die Bauern haben zusätzlich damit ihren Spaß.



    Die Security hat flächendeckend gute Arbeit geleistet, allerdings kann es nicht sein, daß die ihre eigenen Leute quasi im Stich läßt, wenn die denn ein Problem haben. Gemeldete Schäden an Zuwegungen und am & im Zaun sollten doch nicht einfach fast 30 min lang, trotz mehrfacher Funkrufe, einfach ignoriert werden.
    Insbesondere dann nicht, wenn sich Besucher aufgrund eines unpassierbaren Weges anfangen eine Alternative zu suchen, die aber zum Beschädigen und Umstürzen einiger Zaunelemente führt.

    Irgendwann erschien dann endlich ein "Metal-Guard" in einem Pick-up, öffnete den Zaun und quittierte den Hinweis, daß ein paar Meter weiter loses Geflecht auf Augenhöhe in den Matschweg hineinragen würde (mit Verletzungsrisiko) mit den Worten:
    "Wer bin ich, daß ich mir von dir was sagen lassen muß?"

    "Du" mag unter Metalheads zwar die einzig richtige Anrede sein, aber hier fehlte eine gehörige Portion Respekt.

    Solche Leute demontieren durch derartig unbedachte Äußerungen die ansonsten gute Arbeit des Gros der Security.

    Klar, solche Fälle gibt es immer wieder, ansich Kleinigkeiten, aber die drohende Eskalation aufgrund des nicht mehr passierbaren "normalen" Weges und die längst überfällige (und zwar schon ein Tag zuvor) Zaunöffnung zeugt nicht unbedingt von Talent und Krisenmanagement.

    Das Wetter ist nun mal fester Bestandteil des Festivals und die Freude des Untergrundes an Schlammspielen gut bekannt.
    Planspiele, die sich mit dem "Absaufen" des Geländes und möglichen Reaktionen der Wegeplanung darufhin beschäftigen, sollten alle Tage (& auch Endphase Aufbau) umfassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. August 2015
  13. stevit

    stevit Newbie

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    Hoi,

    Also über die Sinn-Haftigkeit der Flutlichter wundere ich mich auch jedes mal aufs neue. Ich habe letztes mal vor der Party.Stage einen sitzenden Typen umgerannt, weil ich z.b. auf dem Weg zurück in Bodennähe im halbdunkeln einfach nichts mehr sehen konnte wenn man direkt in den Scheinwerfer schaut.
    Halte ich für sehr gefährlich.

    Auf den Grounds ist das natürlich noch schlimmer.
    Insbesondere bei derart bescheidenem Boden. Da verstaucht man sich schnell mal nen Fuss, weil der Schatten da am Boden doch mal etwas tiefer war als gedacht.

    Da kann man das Licht lieber gleich weg lassen. Dann kann Mann sich wenigstens mit Stirnlampe oder Laterne selbst behelgen... ...

    aber:
    gut war das dieses jahr die dixi-plätze scheinbar bleichtet waren und man wenigstens hier nicht mehr komplett im dunkeln im schmodder rumsucht.

    Unter den Duschen gab es endlich mehr Ablage-Fläche (der Wasserdruck war noch immer grenzwertig... aber ok).
    Alles in allem gutes Festival (und sogar endlich mal wieder OHNE Doro).

    Nächstes Jahr dann auch hoffentlich wieder mit ein paar mehr Bands die man zurecht hadline nennt (Inflames waren nicht nur musikalisch mies... ich habe auch bisher auf keinem Wacken zum Teil derart agressive und vollpfosten-Leuten vor den Bühnen angetroffen. Wer bei dem Matsch aus angst um 5 Zentimeter Stehfläche passierende Menschen (die also eh eigentlich nur weg wollen) wegschubst gehört nicht nach Wacken...).
     
  14. Wacken-Jasper

    Wacken-Jasper Administrator Mitarbeiter

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    Kurz zum Sound: Die Bands bringen ihre eigenen Soundleute mit, unsere sitzen aber dabei und helfen. Manche lassen sich aber nicht beraten, da können wir dann auch nichts machen... natürlich extrem Schade sowas.

    Auftritte wie der von Priest zeigen, was die Anlage eigentlich leisten kann.
     
  15. phönix

    phönix W:O:A Metalgod

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    sag ich doch: hoppervögel. :o:ugly::D
     

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